CH178527A - Verfahren zur Herstellung löslicher Stärke. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung löslicher Stärke.

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CH178527A
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Wilkens Meihuizen Co Duintjer
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Duintjer Wilkens Meihuizen & C
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  Verfahren zur Herstellung löslicher Stärke.    Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren zur Herstellung löslicher Stärke, aus       nativer        Stärke    :durch Einwirkung von     Hypo-          halogenit    auf in     Wasser    aufgeschlämmte       Stärke,    welches dadurch gekennzeichnet  ist, dass die Umwandlung der Stärke bei  Anwesenheit mindestens einer freie     OH-          Ionen    liefernden     Stiekstoff-Wasserstoffver-          bindung    vor eich geht.

   Als     Stiekstoff-Was-          serstoffverbindungen    können beispielsweise  Verwendung finden Ammoniak, Ammonium  basen,     Hydrazin,    Amine,     Pyridin    und ähn  lich zusammengesetzte     ,Stoffe.     



  Der Fortschritt der neuen Arbeitsweise  besteht darin,     :dass    die an sich bekannte Ein  wirkung .der     Hypohalogenite    auf Stärke, die  nur in der Wärme zu     technisch    brauchbaren  Erzeugnissen führt, durch :die Gegenwart  von freie     OH-Ionen    liefernden     Stickstoff-          Wa.sserstoffverbindungen    schon bei gewöhn  licher Raumtemperatur durchgeführt werden  kann, ohne dass zu befürchten ist,     dass    ein zu    starker Angriff auf die Stärke und :damit  ein zu starker     und    unerwünschter Abbau der  Stärke     selbst    erfolgt.  



  Die Umwandlung der nativen Stärke in       so.genannte    lösliche     :Stärke        ist    an sich be  kannt. Man erreicht     dieses    Ziel entweder  durch Verfahren, die auf einer Säurewirkung  beruhen oder aber durch Verfahren, die auf       Alkaliwirkungen    beruhen. Endlich,     und    dies  ist :die wichtigste     Verfahmensgruppe,    kann  man mit Hilfe oxydierend wirkender Stoffe  native Stärke in sog,-nannte lösliche Stärke  umwandeln.

   Man hat im Laufe :der Zeit so  ziemlich alle oxydierend wirkenden Stoffe,  unter anderem auch     Hypochlorite    als     Ogyda-          tion.smittel    zu diesem Zwecke in die     Technik     einzuführen versucht. Zu einer technisch  möglichen Umwandlung kommt man aber in  den meisten Fällen erst bei Temperaturen,  die oberhalb -der     Verkleisterungstemperatur     der Stärke liegen, was     zur    Folge hat, dass  die Zersetzungsstoffe der die Umsetzung her-           beiführenden        bezw.    beschleunigenden Stoffe  in :den Stärkekleister gelangen und aus die  sem nicht mehr zu entfernen sind.  



  Das neue Verfahren liefert im Gegensatz  dazu Stoffe, welche allen     Ansprüchen        der     Technik in jeder Beziehung genügen; insbe  sondere ist hervorzuheben, dass es die Gewin  nung von Erzeugnissen jeden gewünschten       Flüssigkeitsgrades    erlaubt.

   Man erhält nach  der neuen Arbeitsweise nicht nur eine lös  liche Stärke, -die sich leicht verarbeiten lässt  und für Appretur- und     sonstige    Verwen  dungszwecke jeder Art sich vorzüglich  eignet, sondern gewinnt diese Stoffe auf  einem Wege, der ohne technische Schwierig  keiten und mit     grösster        Betmiebssicherheit    in       kürzester    Zeit gangbar ist.

   - Auch     ist    es mög  lich, Erzeugnisse zu erhalten, welche     selbst     noch in     20%iger    Lösung dünnflüssig und da  bei vollkommen klar sind, ein Ergebnis, das  bisher noch nicht in technisch befriedigen  .der     Weise    gelöst werden konnte und einem  alten Bedürfnis der     Appreturtechnik    nach  kommt.  



  Die nach dem neuen Verfahren gewon  nenen Produkte sind noch weitgehend Stärke,  da sie mit Jod die     rein    blaue Farbe     der     Jodstärke zeigen und die in der analytischen  Chemie gebräuchlichen Kupfersalzlösungen,  wie zum Beispiel     Fehlingsche    Lösung und  dergleichen nicht reduzieren. Es hat somit  kein weitgehender Abbau     stattgefunden.     



  Das neue Verfahren bedient sich der       Hypohalogenite,    also     vorwiegend    des     Hypo-          chlorits    oder :des     Hypobromits    als Oxyda  tionsmittel. Es muss aber ausdrücklich be  tont werden, dass das     Hypochlorit    an und für  sich die Umwandlung der Stärke in lösliche  Stärke bei gewöhnlicher Raumtemperatur zu  veranlassen nicht in der Lage ist.

   Die Um  setzung erfolgt, nachdem man der Auf  schwemmung der Stärke in verdünnter     Ry-          pochloritlauge    eine genügende Menge einer  freie     OH-Ionen    liefernden     Stickstoff-Was3er-          stoffverbindung,    in der Technik also meist  Ammoniak, zugesetzt hat. Nach :diesem Zu  satz     tritt    die     Real#:tion    fast augenblicklich    unter Gelbfärbung der Stärke und der     Flüs=          sigkeit    ein.  



  Diese Umsetzung ist     umso    überraschen  der, als das Ammoniak, wie bekannt, sofort  stark reduzierend auf das     Hypochlorit    ein  wirkt.  



  Es hat sich weiter     herausgestellt,        :dass     nicht nur das     Hypochlorit    mit Ammoniak  diese eigentümliche     Umwandlung,der    Stärke       herbeiführen    kann, sondern     :dass    man mit  Vorteil     Hypobromite    oder eine     Mischung    bei  der     Hypohalogenite    verwenden kann.

   Auch  ist es ohne Einfluss, ob man das fertig ge  bildete     Hypohalogenit    zur Einwirkung  bringt, oder aus Chlor und Brom mit Lauge  oder alkalisch reagierenden     Stoffen    die     Hy-          pohalogenite    in der     Stämkesuspension    sieh  bilden lässt und weiter bei     Gegenwart    freie  OH-Ionen liefernder     Stickstoff-Wasserstoff-          verbindungen    umsetzt.

   Auch     kann    durch  Zusatz von     Hypochlorit    zu einer     Hypobro-          mit-Stärke-Suspension    die sonst     notwendige     Brommenge bedeutend     eingeschränkt    werden.  Selbstredend sind auch     Bromide    mit     Hypo-          chloriten    für diese     Reaktion,    verwendbar, da  sich aus diesen     beiden,    Stoffen     Hypobromite     bilden.

   Auch kann man die erforderliche       Stickstoff-Was#serstoffverbindung,.    zum     Bei-          spiel        .das.        Ammoniak        in        der          ,sich    bilden lassen,     beispielsweise    durch Ein  wirkung von Lauge auf     Ammoniumsalze.     Schliesslich sei noch erwähnt, dass man anstatt  Ammoniak auch Amine und Ammonium  basen, insbesondere     Alkylamine    verwenden  kann.

   Auch substituierte Produkte, wie zum  Beispiel     Pyridin    und ähnliche Stoffe sind  verwendbar.     Aus:    praktischen Gründen wird  man sich aber in der Technik meist des Am  moniaks bedienen. Von weiteren Stickstoff  Wasserstoffverbin:dungen seien beispiels  weise - nur genannt:     Aminoäthylalkohol          CH.-NH2.CH2OH,        Athylendiamin        NHz.CH.=.          CHF    .     NH"        Hydrazin,        Hydroxylamin    und  andere, welche für die Umsetzung geeignet  sind.  



       Tapiocastärke    verhält sich genau so wie  .die     Kartoffelstärke.    Auch die     andern    Stärke-      arten lassen sieh nach diesem Verfahren       leieht    in lösliche Stärke überführen.  



  <I>Ausführungsbeispiele: .</I>  



  1. 1000     gr        Kartoffelstärkeoder    eine andere       Stärkeart    werden mit 1,4 Liter     Wasser    ange  rührt und :daraufhin versetzt mit     3,00    cm'       Hypochloritlauge    (150     gr    wirksames Chlor  im Liter enthaltend). Man lässt .das Gemisch  während einer Stunde einwirken und rührt  ab und zu die Flüssigkeit um. Darauf fügt  man unter Rühren 300 cm' Ammoniak mit  85     gr        NH3    im     Liter    zu und lässt weiter eine  halbe Stunde einwirken.

   Die     ursprünglich     Schneeweisse .Stärke und auch die     Flüssigkeit     färben sich gelbbraun, während eine lebhafte       Gasentwicklung    eintritt. Nach Verlauf einer  halben Stunde wird :die Stärke     abge-          nutscht,    mit Wasser ausgewaschen und das  schwach gelbgefärbte Produkt wieder mit  1500     em3    Wasser aufgerührt     und    mit 10 bis  25 ein' Bleichlauge behandelt, wobei die  gelbe Farbe wieder in weiss übergeht.

   Nach  10 bis 15 Minuten wird mit     HCl    schwach  sauer gemacht, mit     Na.HS03-Lösung    das  überschüssige Chlor     bezw.        Hypochlorit    weg  genommen, die Stärke     abfiltriert,    ausgewa  schen und in bekannter Weise vorsichtig     ge-          trooknet.     



  Eine     1,O,%ige    Lösung der so hergestellten  Kartoffelstärke ist klar und flüssig wie  Wasser, zeigt sogar nach einigen Tagen nur  eine schwache     Opaleszenz    und :eignet sich  hervorragend für feine     Appreturen.     



       Verwendet    man     anstatt    300 cm'     Hypo-          chlorit    nur 200 cm'     bezw.    100 cm', so erhält  man Produkte, welche beim     nachherigen        Ko-          ehen    Lösungen ergeben, welche nach Abküh  lung dickflüssig sind und erst nach längerer.  Zeit     salbenartig    erstarren, im Aussehen aber  von den jetzt bekannten Produkten wesent  lich verschieden     ,sind.     



  Dass das     Hypochlo.rit    allein die Umwand  lung nicht veranlasst hat, folgt     schon        daraus,     dass nach     einstündiger    Einwirkung des     Hy-          pochlorits    und     Auswaschen    :der Probe das er  haltene Produkt beim Kochen einen ,dicken,  zähen Kleister liefert, :der kaum von dem des         urvprüngliehen    Produktes abweicht.

   Auch  Stärke mit Ammoniak behandelt und wieder       ausgewaschen,    liefert beim Kochen :den ur  sprünglichen     dicken,    und zähen     Kleister.    Die  kombinierte Wirkung von     Hypochlorit        und     Ammoniak     vermag    aber die Stärke in lös  liche Stärke überzuführen.  



  Eine Probe :der .Stärke fünf     Minuten    nach  .der Zugabe des Ammoniaks genommen und  ausgewaschen,     zeigte    beim Kochen schon  vollständige     Löslichkeit    und Klarheit und  blieb auch beim Abkühlen     :durcheichtig    und  flüssig.  



  2. 250     gr        Kartoffelstärke    wird     in    Was  ser     (354    cm') aufgerührt und ohne Warte  zeit hintereinander mit 75     eins        Ammoniak     (85     gr        NH3    im Liter) und 75 cm'     Hypochlo-          ritlauge    (150     gr    aktives, Cl im Liter) versetzt  und während     30    Minuten die     Masse    ab     und     zu     aufgerührt.        Die    Stärke wurde nun fil  triert,

       ausgewasehen,    wieder in Wasser auf  geschlämmt, gebleicht und weiter verarbeitet  wie im Beispiel 1 angegeben.  



  Es sei hier bemerkt, dass nach fünf Minu  ten     Einwirkung    die Stärke     schon    fast voll  ständig in :die neue leicht lösliche Modifika  tion umgewandelt war.  



  3. 1 kg Kartoffelstärke wird mit 1,4 Li  ter Wasser angerührt und mit     3,00    cm' nor  maler     Ilypobromitlauge    versetzt. Nach 30  Minuten Einwirkung wird :die Suspension  versetzt mit     lOOcm'    Ammoniak (5 X normal)  und nach einer Einwirkung von 30 Minuten  die Stärke     abgesogen,    ausgewaschen und wei  ter in     bekannter        Weise    gereinigt.  



  4. 1 kg in Wasser aufgeschlämmte Kar  toffelstärke wurde versetzt mit     100    ein'     Hy-          pobromitlösung,    100 ein' 4 X normaler     Hy-          pochloTitlösung    und weiter mit 100, ein' Am  moniak (5 X normal) und     in    bekannter  Weise aufgearbeitet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung löslicher Stärke aus nativer Stärke durch Einwirkung von Hypohalogenit auf in Wasser aufge schlämmte Stärke, dadurch gekennzeichnet, ,dass die Umwandlung der Stärke bei An- wesenheit mindestens einer freie OH-Ionen liefernden Stickstoff-Wasserstoffverbindung durchgeführt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Stiek6toff-Wasser- stoffverbindung Ammoniak verwendet wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzekhnet, dass als Stickstoff-Wasser- stoffverbindung Hydrazin verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass a.1s.Stickstoff-Wasser- stoffverbindungen Amine verwendet wer den. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeiQhnet, dass als Stickstoff-Wasser- stoffverbindung Pyridin verwendet wird.
CH178527D 1933-05-05 1934-05-05 Verfahren zur Herstellung löslicher Stärke. CH178527A (de)

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