Vorrichtung zum Verfolgen eines gegenüber dem Vorrichtungsstand beweglichen Zieles. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verfolgen eines gegenüber dem Vorrich- tungsstand beweglichen Ziels, mit einer ein stellbaren Zieleinrichtung, die durch ein mit einer Handantriebsvorrichtung versehenes Steuergetriebe eingestellt werden kann, und mit zwei Geschwindigkeitswechselgetrieben, vieren jedes ein mittelst Motors mit konstan ler Geschwindigkeit bewegtes, treibendes Glied und ein durch dieses Glied angetrie- henes Glied enthält,
das zum Zwecke der Änderung seiner Geschwindigkeit durch eine Einstellvorrichtung gegenüber dem trei benden Glied verstellt werden kann, wobei von dem einen Geschwindigkeitswechsel getriebe das getriebene Glied mit der Ziel einrichtung gekuppelt ist, so dass diese noch motorisch eingestellt werden kann, und die Einstellvorrichtung sowohl mit jener Hand antriebsvorrichtung, als auch mit dem ge triebenen Glied des andern Geschwindig- keitswechselgetriebes gekuppelt ist, so dass sie sowohl durch die Handantriebsvorrich- tung, als auch durch dieses getriebene Glied beeinflusst wird.
Nach der Erfindung erhält man eine zur Bedienung nur eine einzige Handantriebs vorriehtung erfordernde und deshalb bequem zu handhabende Vorrichtung dieser Art, die, wie Versuche ergeben haben, auch bei ver änderlicher Winkelgeschwindigkeit der Vi- sierlinie einen sehr schnellen Ersatz des Handantriebes durch motorischen- Antrieb erlaubt, wenn von jenem andern Geschwin digkeitswechselgetriebe die Einstellvorrich tung mit jener Handantriebsvorrichtung und das getriebene Glied mit der Zieleinrichtung gekuppelt wird.
Um zu vermeiden, dass bei der Einleitung der Zielverfolgung die durch den motorischen Antrieb erzeugte Bewegung der Visierlinie zu gross wird, womit ein Hin- und Her- steuern an der Handantriebsvorriehtung ver knüpft sein würde, empfiehlt es sich, zwi schen die Einstellvorrichtung jedes der bei den Geschwindigkeitswechselgetriebe und die Flandantriebsvorrichtung eine lösbare Kupp lung einzuschalten.
Die Zeichnung veranschaulicht schema tisch eine Grundrissansicht einer der Erfin dung entsprechenden Vorrichtung.
Die Vorrichtung enthält zwei Geschwin digkeitswechselgetriebe, von denen das eine mit einer Reibscheibe 1 und einem längs einer genuteten Welle 2 verschieblichen Reib rad 3 versehen ist, während das andere eine Reibscheibe 4 und ein längs einer genuteten Welle 5 verschiebliches Reibrad 6 aufweist. Mit Hilfe von Kegelradgetrieben 7 und 8 werden die Reibscheiben 1 und 4 durch einen Motor 9 mit konstanter Geschwindigkeit an getrieben.
Zum Verstellen des Reibrades 3 längs der Welle 2 dient ein Mutterstück 10, das mit einer Gewindespindel 11 im Eingriff steht, während zum Verstellen .des Reibrades 6 längs der Welle 5 ein Mutterstück 12.
dient, das in eine Gewindespindel 13 eingreift. Zum Antrieb der Gewindespindel 11 ist ein Diffe rentialgetriebe 14 vorgesehen, dessen eines Kronrad 15 auf einer Welle 16 sitzt, die mittelst eines Kegelradgetriebes 17 mit der Welle 5 gekuppelt ist und dessen anderes Kronrad 18 auf einer Welle 19 sitzt, die mittelst eines Kegelradgetriebes 20, einer Welle 21 und einer lösbaren Kupplung 22 mit einer Welle 23 gekuppelt ist, auf der ein Handrad 24 befestigt ist.
Ein Kegelrad 25 überträgt die Drehung der beiden Pla netenräder 26 und 27 des Differentialgetrie bes 14 um die Achse der Wellen 16 und 19 auf ein mit der Gewindespindel 11 fest ver bundenes Kegelrad 28. Die Gewindespindel 13 ist mittelst eines Kegelradgetriebes 29, einer Welle 30, eines Kegelradgetriebes 31, einer Welle 32, einer lösbaren Kupplung 33, einer Welle 34, eines Kegelradgetriebes 35, einer Welle 36 und eines Kegelradgetriebes 37 mit der Welle 23 gekuppelt. 38 bezeich net ein Zielfernrohr, zu dessen Antrieb ein Differentialgetriebe 39 vorgesehen ist.
Das eine Kronrad 40 dieses Differentialgetriebes sitzt auf einer Welle 41, die mittelst eines Kegelradgetriebes 42, einer Welle 43, eines Kegelradgetriebes 44, einer Welle 45 und eines Kegelradgetriebes 46 mit der Welle 5 gekuppelt ist, während das andere Kronrad 47 auf einer Welle 48 sitzt, die durch ein Differentialgetriebe 49 angetrieben wird.
Ein Stirnrad 50 überträgt die Drehung der beiden Planetenräder 51 und 52 des Differential getriebes 39 um die Achsen der Wellen 41 und 48 auf das Stirnrad 53 einer Welle 54, die mittelst eines Kegelradgetriebes 55 mit dem Zielfernrohr 38 gekuppelt ist. Von .dem Differentialgetriebe 49 sitzt das eine Kron- rad 56 auf einer Welle 57, die mittelst eines Kegelradgetriebes 58 mit der Welle 2 ge kuppelt ist. Das andere Kronrad 59 sitzt auf der Welle 60, die mittelst eines Kegel radgetriebes 61 mit der Welle 23 gekuppelt ist.
Ein Kegelrad 62 überträgt die Drehung vier beiden Planetenräder 63 und 64 des Differentialgetriebes 49 um die Achsen der Wellen 57 und 60 auf ein Kegelrad 65, das auf der Welle 48 befestigt ist.
Um die Vorrichtung zur Verfolgung eines Ziels gebrauchsfertig zu machen, ist dafür zu sorgen, dass jedes der beiden Reibräder 3 und 6 in der Mitte der zugehörenden Reibscheibe 1 bezw. 4 .steht. Zu dem Zwecke ist das Handrad 24 zu drehen, nachdem jeweils die eine oder die andere der beiden Kupplungen 22 und 33 eingeschaltet ist.
Alsdann ist bei gelösten Kupplungen 22 und 33 der Klotor 9 anzulassen. .Soll ein Ziel verfolgt werden, so ist bei gelösten Kupplungen 22 und 33 das Handrad 24, das mittelst der Glieder 47 bis 55 und 59 bis 65- auf das Fernrohr 38 wirkt, zu drehen, bis das Bild des Ziels im Fernrohr sich mit der Zielmarke des Fern rohres deckt.
Darauf ist die Kupplung 22 einzurücken und das Handrad 24 weiter so zu betätigen, dass Zielbild und Zielmarke in Deckung bleiben. Das Einrücken der Kupp lung 22 hat zur Folge, dass die Welle 23 durch die Glieder 1.8 bis 28 auf die Gewinde spindel 11 einwirkt und das Reibrad 3 aus der Mitte der Reibscheibe 1 verstellt, wo- durch die Welle 2 durch den Motor 9 einen Antrieb erfährt, und zwar mit einer Winkel geschwindigkeit, die von dem jeweiligen Abstand des Reibrades 3 von der Mitte der Reibscheibe 1 abhängt und die mit der Dauer der Verdrehung des Handrades 24 zunimmt.
Da die Welle 2 durch die Glieder 9 7 bis 58 und 62 bis 65 mit dem Fernrohr 38 gekuppelt ist, so erhält das Fernrohr ausser dem Handantrieb einen motorischen Antrieb, der grösser und grösser wird und, falls die Bewegung der Visierlinie nach dem Ziel konstante Winkelgeschwindigkeit hat, schliesslich so gross wird, dass eine weitere Betätigung des Handrades 24 überflüssig ist. Ist die Winkelgeschwindigkeit der Visierlinie veränderlich, was der Beobachter am Fernrohr 38 daraus ersieht, dass kein Ruhezustand des Handrades 24 zustande kommt, so schaltet er noch die Kupplung 33 ein.
Dadurch erfährt beim Drehen am Hand rad 24 auch die Gewindespindel 13 des Reib radgetriebes 4, 6 eine Verdrehung, die sich so auswirkt, dass die Welle 5 einen Antrieb durch den Motor 9 erhält und einerseits, infolge der Kupplung der Welle 5 mit dem Fernrohr 38 durch die 'Glieder 39 bis 46 und 50 bis 55, das Fernrohr infolge der gewähl ten Verhältnisse einen zusätzlichen moto- ri.sehen Antrieb erfährt, und anderseits, infolge der Kupplung der Welle 5 mit der Gewindespindel 11 durch die Glieder 15 bis 17 und 25 bis 28, die Gewindespindel 11. ebenfalls infolge der gewählten Verhältnisse zusätzlich verdreht wird und dadurch die Winkelgeschwindigkeit der Welle 2 ver grössert wird.
Ist die Beschleunigung der Visierlinie konstant, so kommt nach kurzer Zeit ein Ruhezustand des Handrades 24 zustande. Ist weder die Winkelgeschwindig keit noch die Beschleunigung der Visierlinie konstant, so ist ein rein motorischer Antrieb des Fernrohres 38 überhaupt nicht zu er- zielen, und es ist eine dauernde Betätigung des Handrades 24 erforderlich.