verfahren für Fernseh-Rundfunk bei gleichzeitiger Übertragung von Bild und Ton. Für die praktische Ausübung des Fern sehrundfunks ist es nahezu unerlässlich, nicht nur das Fernbild, sondern auch die dazu gehörige Tonbegleitung zu übermitteln. Beide Übertragungen, Bild und Ton, könnten prin zipiell auf dem Wege der Doppelmodulation über -den gleichen Sender vorgenommen wer den; die Ausnutzung des Senders ist jedoch hierbei unwirtschaftlich. Daher ist es vor zuziehen, für Bild und Ton je einen beson deren Sender und einen besonderen Empfän ger einzusetzen, also ganz getrennte Hoch frequenzwege zu benutzen.
Es entsteht dann noch die Frage, auf welche Weise die Syn chronisierung der sende- und empfangsseiti- gen Bildzerleger erfolgen soll. Da die für örtliche Synchronisierung erforderlichen Mittel einen zu grossen technischen Aufwand benötigen, und da sich ferner herausgestellt hat, dass die gemeinsame Synchronisierung von Sender und Empfänger durch Anschluss an das gleiche Wechselstromkraftnetz infolge der sich dauernd ändernden Phasenverhält nisse des Netzes praktisch nicht durchgeführt werden kann, bleibt nur die unmittelbare drahtlose Übertragung der Synchronisier- impulse übrig.
Es sind Verfahren bekannt geworden, bei welchen die Aussendung .dieser Impulse dem Bildsender übertragen wird, indem dieser ausser den Bildzeichen noch Synehronisierzeichen aussendet, die von jenen zum Beispiel durch ihre Frequenz, dureh ihr Vorzeichen, durch ihre Amplitude oder durch ihre zeitliche Lage ("toter Bildwinkel") uu- terschieden sein können. Allen diesen Ver fahren haften gewisse Nachteile an. Die zu beschreibende Erfindung hat sich daher zur Aufgabe gemacht, einen neuen Weg für die Übertragung des Synchronismus zu be schreiten.
Die Erfindung geht von der erst in neue rer Zeit gewonnenen Erkenntnis aus, dass es für die Übertragung hochqualifizierter Fern sehbilder notwendig ist, ein Frequenzband zu übertragen, welches sich auf seiner untern Seite bis genau oder doch nahezu Null Hertz erstreckt. Früher war man oftmals von der Annahme ausgegangen, es genüge, als untere Grenze des Frequenzbandes die Bildfrequenz oder gar die Zeilenfrequenz einzusetzen, so dass unterhalb dieser Grenze noch Raum zur Einfügung von Synchronisierimpulsen vor handen war. Beim heutigen Stande der Er kenntnis muss es aber als angezeigt gelten, im Interesse einer guten Bildqualität dem Bildsender ausschliesslich die Übertragung der Bildzeichen aufzuerlegen.
Die Erfindung legt dies zugrunde und verlegt daher :die ilbertragung der Synchronisierzeiehen auf den Tonkanal, wobei die nicht schon vom Tonspektrum bedeckten Frequenzgebiete in Anspruch genommen werden sollen.
Die folgenden Ausführungsbeispiele der Erfindung setzen voraus, dass zwei verschie dene Synchronisierfrequenzen vom Sender zum Empfänger übertragen werden sollen. Prinzipiell kommt man zwar immer mit einer Synchronisierfrequenz aus, da die me chanisch rotierenden Bildzerleger nur eine solche erfordern und da auch bei der Braun sehen Röhre die beiden Ablenkungsspannun- ben ein festes Verhältnis zueinander haben, so dass diese durch Multiplikation aus einer Grundfrequenz gewonnen werden können.
Es hat sich aber bei der Braunschen Röhre als vorteilhaft herausgestellt, trotzdem beide Frequenzen getrennt zu übertragen, da der t ee, 'hnische Aufwand am Empfänger geringer t' wird und dann auch phasenrichtiger Gleich lauf der Abtaststrahlen von vornherein sichergestellt ist. Es sei daher im folgenden der allgemeinere Fall behandelt, dass zwei Frequenzen übertragen werden sollen.
Um einen Überblick über die ungefähre Lage der in Frage kommenden Frequenzen zu erhal ten, sei die Annahme zugrunde gelegt, dass ein Fernsehbild mit<B>180</B> Bildzeilen im For matverhältnis 5 : 6 bei 25 Bildwechseln/sec. übermittelt werden soll. Man erhält dann für die Bildzeichen ein Frequenzband, welches von 0 bis etwa 500 000 Hz reicht; die Ab lenkfrequenzen für die Braunsche Röhre lie- gen bei 25 und 4500 Hz, .der Frequenzemp- fang der Tonbegleitung kann als zwischen 50 und 10 000 liegend angenommen werden.
Eine praktische Ausführungsform der Erfindung ist durch das Frequenzspektrum in Fig. -1 schematisch illustriert. Die obere Hälfte derselben veranschaulicht den Bild kanal (I), der, wie erwähnt, von 0 bis 500 KHz reichen möge. Der untere Teil der Abbildung stellt. den Tonkanal (II) dar, in .dem gleichzeitig auch die beiden Synchroni- sierfrequenzen untergebracht sind. Si be zeichnet die tiefere von ihnen, die also der Bildwechselfrequenz entspricht.
Um eine Vermischung derselben mit dem Tonspek trum zu vermeiden, kann dieses vorteilhaft auf der Sendeseite durch Frequenzfilter pas send beschränkt werden, angenommenerweise zwischen den Grenzen 50 und 10 000 Hz. Die zweite Synchronsierfrequenz, .die Zeilen frequenz, kann nicht unmittelbar als solche mitübertragen werden, da sie in der Höhe von 4500 Hz-mitten in das Tonspektrum hin einfallen würde. Um dieser Schwierigkeit zu entgehen, wird ein passendes Vielfache, bei spielsweise die dritte Oberwelle, dieser Fre quenz übertragen. Im Falle des gewählten Beispiels liegt diese bei 13 500 Hz (S2) und .damit jenseits der obern Grenze des Ton gebietes.
Auf der Empfangsseite werden die Synchronisierfrequenzen durch geeignete Re sonanzmittel wiederum dem ankommenden Niederfrequenzbande entnommen. Aus Preis rücksichten kommen für die tiefere Frequenz vorzugsweise mechanische Filter in Betracht, zum Beispiel schwingende Blattfedern, wäh rend man für höhere Frequenz elektrischen Filtern den Vorzug geben wird. Um die ur sprüngliche Zeilenfrequenz wieder herzustel len, muss am Empfänger eine Demultiplika- tion der Frequenz<B>82</B> stattfinden in dem glei chen Masse, wie am Sender eine Verviel fachung vorgenommen wurde.
Dies kann bei spielsweise dadurch geschehen, dass man mit ihr eine Kippschaltung entsprechend niedri gerer Frequenz in bekannter Weise synchro nisiert. Ein anderes Ausführungsbeispiel illu striert die Fig. z. Bei dieser wurde angenom men, dass man mit der tiefen Bildwechsel frequenz die dritte Oberwelle der höheren Zeilenfrequenz moduliert und das durch diese Modulation entstandene Frequenztriplet 8s dem Tonbande (II) überlagert.
Am Empfän ger muss dann Frequenzselektion, Demodula- tion und Demultiplikation in leicht ersicht licher Weise vorgenommen werden.
In Fig. 3 ist eine dritte Ausführungsform illustriert. Bei dieser werden beide Syn- chronisierfrequenzen in ihrer originalen Höhe als Modulation der hochfrequenten Träger welle übertragen. Gleichzeitig wird dieser Trägerwelle das Tonspektrum 1I als Modu lation eines weiteren, zwischenfrequenten Hilfsträgers aufmoduliert. Die Höhe dieses Hilfsträgers wird so gewählt, dass keine Stö rung der Synchronisierfrequenzen eintritt.
In der Figur wurde er zu 30 IiIIz angenom men, so dass das vom Ton in Anspruch ge nommene Spektralbereich das Gebiet von 20 KHz bis 40 KHz überdeckt.
Bei allen genannten Ausführungsbeispie len ist es möglich, nach Bedarf zur Verstär kung der Synchronisierzeichen den Fernseh- empfangsverstä.rker zu verwenden, da. diese Impulse immer nur während des toten Bild winkels eintreffen. Eine Trennung der bei den Zeichenarten kann dabei in einfachster Weise auf Grund ihrer Amplitudenunter- schiede vorgenommen werden, wobei eine etwa erfolgende Übersetzung des Bildver stärkers durch die Synchronisierzeichen be deutungslos bleibt.