Elektromagnetische Einrichtung mit Bremsband, insbesondere Kupplung oder Bandbremse. Die Erfindung betrifft eine elektromag netische Einrichtung mit Bremsband, insbe sondere Kupplung oder Bandbremse, und be steht im wesentlichen aus einem aus ferro- magnetischem Material hergestellten, mit einer Erregerwicklung versehenen Bremsband und einem von diesem umschlungenen scheiben förmig-zylindrischen Bremskörper, der, ebenso wie das Bremsband, bei stromdurchflossener Erregerwicklung dem magnetischen Kraft fluss ausgesetzt ist, so dass durch Festhalten des einen Bremsbandendes und Freibeweglich lassen des andern Bremsbandendes,
ausser der durch die Erregung der Wicklung ent stehenden magnetischen Haftkraft, die soge nannte Bandwirkung (das heisst Seilreibung) erzielt wird.
In der Zeichnung sind beispielsweise Aus führungsformen des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht, und zwar zeigt Fig. 1 eine elektromagnetische Bandbremse im Quer- schnitt, Fig. 2 dieselbe im achsialen Schnitt, Fig. 3 die Verwendung der Erfindung als Kupplung im Achsialschnitt, Fig. 4 dieselbe im Querschnitt und Fig. 5 eine weitere Aus führungsform der Bremse, und zwar ein Teil stück derselben im Schnitt sowie eine Einzel heit in Draufsicht.
Bei den veranschaulichten Ausführungs beispielen umschlingt das aus ferromagneti- schem Material hergestellte Bremsband 1 eine zylindrische Scheibe 2 nahezu einmal. Die Scheibe 2 ist ebenfalls aus ferromagne- tischem Material hergestellt und auf einer Welle 8 beziehungsweise 8a (Fig. 3 und 4) aufgekeilt.
Nach den Ausführungsbeispielen gemäss Fig. 1 bis 4 besitzt das Bremsband U-förmi- gen Querschnitt, wobei die Bremsbandschenkel 1' als Bremsflächen auf den Umfang der Scheibe 2 einwirken. Die Bremsbandschenkel 1' sind in geeigneten Abständen mit radialen Einschnitten 3 versehen, wodurch eine bessere Federung des Bremsbandes erreicht wird, ohne dessen Wirkung zu beeinträchtigen.
Das Bremsband 1 kann auch aus einer An zahl U-förmiger Lamellen oder aus einzelnen U-förmigen Elementen bestehen, die auf ein ringförmiges elastisches Band aufgezogen sind. Ausserdem kann das Bremsband 1 auch von rechteckigem Querschnitt sein und innen Ansätze 4 aufweisen (Fig. 5), die in gleichen Abständen voneinander angeordnet sind und auf den Umfang der Scheibe 2 einwirken. Die beiden Enden des offenen Bremsbandes weisen geeignet geformte Nasen 5 auf, die in eine entsprechend geformte Ausnehmung 6 des Gehäuses 7 der Vorrichtung eingreifen.
Die in den Drehrichtungen der Welle 8 (beziehungsweise 811, 8b Fig. 3 und 4) liegen den Begrenzungswände 9 der Ausnehmung 6 bilden Widerlager für die Bremsbandnasen 5, an welchen diese je nach dem Drehsinn des abzubremsenden beziehungsweise zu über tragenden Drehmomentes abgestützt werden, wobei das jeweils nicht anliegende Brems bandende frei beweglich bleibt, so dass die Bremswirkung in beiden Drehsinnen immer vollkommen dieselbe ist. Im Hohlraum des Bremsbandes nach Fig. 1 bis 4 ist eine Er regerspule 10 eingesetzt, die nicht besonders befestigt zu werden braucht, da sie keinerlei Kraftwirkung erfährt. Zwischen Erregerspule 10 und dem äussern Umfang der Bremsscheibe 2 befindet sich ein Luftspalt 11, durch welchen der aus der Schenkelabnützung des Bandes 1 sich ergebenden Schrumpfung des Bremsband durchmessers Rechnung getragen ist.
Die Erregerspule 11 ist gemäss Fig. 1 und 2 durch die Drähte 12 mit den am Gehäuse vorgesehenen Stromanschlussschrauben 13 lei tend verbunden.
Bei der in Fig.3 und 4 ersichtlichen Wellenkupplung bildet da Gehäuse 7 die zweite Kupplungshälfte, die mittelst einer Nabe 14 auf einer der beiden Wellen 8a, 8b (angetriebene oder treibende) aufgekeilt ist. Die Stromzufuhr zur Erregerspule 10 wird durch Bürsten von Schleifringen 15 abge- nommen, die an der Nabe 14 isoliert ange ordnet sind.
Wird bei den Einrichtungen gemäss Fig. 1 bis 4 die Erregerspule 10 durch Einschalten eines elektrischen Stromes, vorteilhaft Gleich stromes, erregt, so bildet sich ein ringwulst- förmiges, magnetisches Feld aus, welches das Bremsband 1 sowie den Kranz der Brems scheibe 2 als Pfad benützt und dadurch das Bremsband mit seinen Sehenkeln 1' mit grosser Kraft an den zylindrischen Umfang der Bremsscheibe 2 drückt, worauf sich sofort die sogenannte Bandwirkung geltend macht. Hierbei stösst die in der Bremsrichtung lie gende Nase 5 gegen das entsprechende Wider lager 9, während gleichzeitig die Nase 5 des andern Bremsbandendes in der Ausnehmung 6 sich von seinem Widerlager durch die Band zusammenziehung loslöst und freischwebend wird.
Hat das abzubremsende beziehungs weise zu übertragende Drehmoment die um gekehrte Richtung, so vertauschen sich die Rollen der beiden Nasen 5.
Aus magnetischen oder maschinenbau lichen Gründen kann es erforderlich sein, dass ein kleinerer oder grösserer spezifischer Anpressdruck nötig wird. Dies wird bei voller Ausnützung der magnetischen Eigenschaften des Bremsbandes durch Verbreitern oder Verschmälern der Bremsbandschenkel 1' un mittelbar vor ihrer Schleiffläche erzielt.
Das Bremsband muss mit Rücksicht auf sein sicheres Loslösen von der Bremsscheibe beim Ausschalten des Stromes eine der Re manenzwirkung entsprechende Vorspannung (analog einem aussenspannenden Kolbenring) oder eine zwischen den Nasen 5 wirkende Druckfeder erhalten, also nach aussen federnd in das Gehäuse eingebracht werden. Bei magnetisch hochgesättigten Haftflächen, also bei hohen spezifischen Pressungen, empfiehlt sich Querschnittsverengung der Berührungs flächen der Bremsbandschenkel 1', um den magnetischen Widerstand des übrigen Kraft linienweges herabzuzetzen.
Bei dein Ausführungsbeispiel der Band bremse nach Fig. 5 bilden die in entsprechen- den Abständen voneinander angeordneten Ansätze 4 mit Polschuhen versehene Pol zapfen, auf denen die Erregerspulen 16 sitzen, so dass sich der magnetische Kraftfluss durch Bremsscheibe, Polzapfen und Band schliesst.
Um die Bremsbänder im Falle einer Stromstörung auch mechanisch betätigen zu können, sind die Bremsbandenden mit Über tragungsorganen verbunden, bei deren Be tätigung sie sich geeneinander bewegen, wobei das Bremsband" angezogen wird. In Fig. 5 ist ein Ausführungsbeispiel einer sol chen Einrichtung veranschaulicht. Auf die Nasen 5 wirkt je ein Bolzen 17, die in der Wandung des Gehäuses 7 längsbeweglich geführt sind und von je einem zweiarmigen Hebel 18 beeinflusst werden. Die Hebel 18 besitzen einen kurzen und einen langen Hebelarm und sind in Ansatzlaschen 19 und den Zapfen 20 des Gehäuses 7 verschwenk- bar gelagert. Sie werden durch irgendeine geeignete Hebelvorrichtung betätigt.
Die analytische Untersuchung zeigt, dass bei der magnetischen Einrichtung mit Band bremse im Gegensatz zur unmagnetischen die Umfangskraft proportional dem Radius der Bremsscheibe wächst, was einen weiteren, ausserordentlichen Vorteil bedeutet.