CH179437A - Verfahren zur Trennung der Bestandteile fester Gemische. - Google Patents
Verfahren zur Trennung der Bestandteile fester Gemische.Info
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Description
Verfahren zur Trennung der Bestandteile fester Gemiselie. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf cin Verfahren zur Trennung der Bestandteile fester Gemische.
Unter genügend hohem Vakuum erweisen sieh gewisse feste Substanzen oder Bestand teile derselben, welche bei gewöhnlichen Drücken nicht destilliert werden können, als verdampfbar, und zwar bei solchen Tempe raturen, bei welchen keine Zersetzung der Produkte stattfindet. Das vorliegende Tren nungsverfahren beruht auf einer Destillation ohne Sieden unter sehr hohem Vakuum, wo bei die Verdampfungs- und die Konden sationsfläche einander sehr nahe gebracht sind.
Die dem vorliegenden Verfahren zugrunde liegende Art der Destillation unterscheidet sich von der üblichen hauptsächlich durch die Kürze der Strecke, welche der Dampf von dem Entstehungspunkte bis zur Kon densationsfläche zurückzulegen hat. Man könnte sie dementsprechend als "Kurz- streckendestillation" bezeichnen.
Während .diese Technik im Falle von Flüssigkeiten (Substanzen, die unter den im Destillationsapparat herrschenden Umstän den flüssig sind) mit Erfolg angewandt wor den ist, zeigen sich Schwierigkeiten bei der Anwendung derselben auf Festkörper. Eine von ihnen ist die Schwierigkeit der Hitze übertragung auf feste Substanzen unter sehr hohem Vakuum, andere Schwierigkeiten sind das Einführen fester Materialien in den Apparat und das Entfernen solcher Mate rialien aus demselben, insbesondere das Ein führen an .die Verdampfungsfläche und das Entfernen von der Kondensationsfläche.
Auch ist es nicht leicht, das Verfahren kon tinuierlich auszuführen, das heisst das zu trennende Material in den Destillierapparat kontinuierlich einzubringen und das Konden sat und den Rückstand kontinuierlich daraus zu entfernen. Wir haben nun gefunden, @dass es mög lich ist, diese .Schwierigkeiten durch ver hältnismässig einfache Mittel zu beseitigen, und das vorliegende, verbesserte Verfahren kann wahlweise leicht absatzweise oder kon tinuierlich ausgeführt werden.
Gemäss der Erfindung wird das feste, der Trennung zu unterwerfende Gemisch in einem flüssigen- Medium (vorzugsweise in fein gemahlenem Zustande suspendiert oder auf gelöst) unter sehr hohem Vakuum einer Destillation ohne Sieden unterworfen. Das flüssige Medium kann bei .der anzuwenden den Temperatur und dem vorgesehenen Druck nicht flüchtig, teilweise oder voll ständig flüchtig sein. Zu :den flüssigen He dien sind auch bei gewöhnlicher Temperatur feste, leicht schmelzbare, bei der Arbeits temperatur im flüssigen Zustande ver harrende Verdünnungsmittel zu rechnen.
Die Suspension oder Lösung kann der Destilla tion ohne Sieden in einem Vakuum von bei spielsweise 10-3 bis l0-5 mm Quecksilber säule unterworfen werden.
Wenn ein nichtflüchtiges Verdünnungs mittel benutzt wird, destilliert jener Teil des Festkörpers, welcher unter diesen Umständen flüchtig ist, auf die Kondensierfläche und muss kontinuierlich oder von Zeit zu Zeit ent fernt werden.
Vorzugsweise ist aber das Verdünnungs- m 'ttel weniostens teil-weise flüchtig, so<B>dass</B> i rD es genügend destilliert, um als Lösungsmittel. oder als Suspensionsmittel fürden destillier ten Festkörper zu wirken. Das Gesamt destillat ist so imstande, die Kondensier- fläche hinunterzufliessen und kann leicht auf gefangen werden.
Wenn das Verdünnungsmittel vollständig flüchtig ist, dient es ebenfalls als Medium für den .destillierten Festkörper; der Rück stand auf der Verdampfungsfläche wird jedoch wenigstens zum Teil fest sein und rnuss kontinuierlich oder von Zeit zu Zeit ent fernt werden.
Festes Kondensat oder fester Rückstand kann durch Abspülen der Fläche mit einer annähernd nichtflüchtigen Flüssigkeit oder mittelst eines Schabers entfernt werden.
Anordnungen können getroffen werden zum Sammeln der verdampften Bestandteile in aufeinanderfolgenden Fraktionen. Dies kann zum Beispiel 'durch Auswechseln der Vorlage (welche vom Brühl'schen oder einen andern Vakuum-Fraktioniertyp sein kann) in passenden Intervallen der Zeit oder der Temperatursteigerung geschehen. Vorzugs weise ist jedoch die Kondensierfläche mit getrennten .Sammelmitteln an verschiedenen Stellen ihrer Länge versehen. Eine solche Einrichtung ist in der zugehörigen Zeich nung beispielsweise dargestellt.
In derselben bezeichnet 1 eine vertikale, äussere Röhre mit auf ihre Länge verteilten ringförmigen Taschen 2. Eine innere Röhre 3 besitzt ein abgerundetes, geschlossenes, oberes Ende 4, welches zur Verteilung des zu trennenden Gemisches dient.
Die Suspension oder Lösung des zu tren nenden festen Gemisches tritt bei 5 in den Apparat und fliesst in einem dünnen Strom auf der Aussenseite der innern Röhre 3, welche eine Heizvorrichtung in Form eines Heizwiderstandes 7 enthält, hinunter. Die äussere Röhre 1 wird aussen mittelst einer Reihe von Wasserringen 8 abgekühlt, wäh rend die ringförmigen Taschen 2 von Trich tern 9 umgeben sind. Die äussere Röhre 1 wird so durch einen über ihre äussere Fläche fliessenden Wasserstrom abgekühlt, und das Wasser wird im Ringbehälter 10 _ gesammelt, von welchem es durch den Auslass 11 ent fernt werden kann.
Die verschiedenen Fraktionen werden durch Röhren 12 in .Sammelgefässe 13 ab gelassen. Der Rückstand fliesst vom untern Ende der Röhre 1 durch eine Röhre 14 in ein Sammelgefäss 15, an dessen Auslass 16 die Vakuumquelle angeschlossen wird.
Das wertvolle Produkt kann derdestillierte Festkörper oder der feste Rückstand sein. Wenn es in einer Flüssigkeit oder einem flüssigen Verdünnungsmittel aufgelöst oder suspendiert erhalten wird, kann die Abschei- dung des wertvollen Produktes durch be- kannte Mittel, wie Extraktion, Schleuderung, Filtration etc. bewirkt werden.
Die neue Technik ist weitgehender An wendung fähig. Die Erfindung kann ins besondere zur Reinigung von Festkörpern oder ihrer Isolierung von beigemischten, an- (lern Festkörpern dienen.
Beispiele -der Anwendung der Erfindung sind, die Isolierung oder Konzentration von festen, aktiven Ingredienzen von Pflanzen, Gräsern oder Teilen derselben oder von ani malischen Substanzen, zum Beispiel die Iso- 'ierung von weiblichem Geschlechtshormon durch die beschriebene Destillation von fein zerkleinertem, in Öl verteiltem Mutterkuchen. Coffein kann aus in Öl suspendiertem Tee oder Kaffee abdestilliert werden.
Un erwünschte, flüchtige Nebenprodukte oder Unreinigkeiten können aus Lösungen oder Suspensionen von Phenolaldehyd- oder an dern synthetischen oder natürlichen Harzen in Verdünnungsmitteln von geeignetem Siede punkt abdestilliert werden. Feste Farbstoffe und Zwischenstoffe können gereinigt oder < @us sie enthaltenden festen Gemischen iso liert werden. Krapp kann aus einer Suspen sion von gemahlener Krappwurzel in Öl destilliert werden.
Aus obiger Beschreibung ist ersichtlich, dass eine grosse Anzahl von Suspensions- medien oder Lösungsmitteln verwendet wer den kann. In der bevorzugten Arbeits methode wird ein Medium gewählt, welchem sich der zu destillierende Festkörper leicht einverleiben lässt, und welches unter den an gewandten Bedingungen selbst genügend rasch destilliert, um eine zum Herunter spülen oder Auflösen des destillierten Fest körpers hinreichende Menge flüssigen Kon densates zu liefern. Durch diese Mittel wird die Anwendung von Schabern oder einer be sonderen Waschflüssigkeit zur Entfernung des destillierten Festkörpers von den Kon- (lensierwänden überflüssig gemacht.
Geeignete Medien sind hochsiedende oder nichtflüchtige Mineralölfraktionen oder vege tabilische Öle, wie Leinsamenöl. Die Erfindung wird in folgenden, nicht einschränkenden Beispielen erläutert: <I>Beispiel 1:</I> Rohes ss-Aminoanthrachinon (Schmelz punkt zirka 297'C) wird mit zirka einer gleichen Gewichtsmenge des unter dem ein getragenen Warenzeichen "Apiezon K" be kannten Öls gemischt, welches Öl unter den im Destillierapparat herrschenden Bedin gungen nicht flüchtig ist.
Das Gemisch wird .der auf zirka<B>120C</B> C erhitzten Heizfläche des Destillierapparates zugeführt, und die Destillation wird unter hohem Vakuum von l.0-3 bis<B>10-5</B> mm Quecksilbersäule durch geführt, wobei die Heiz- und Kondensier- fläche im Destillierapparat einander sehr nahe, nämlich in einem Abstande von 1 bis 2 cm, angebracht sind. Das feste Kondensat ist reines ss-Aminoanthrachinon (Schmelz punkt<B>311'</B> C).
Die unterbundenen Unreinig- keiten verbleiben im Rückstand und werden mit .dem einverleibten nichtflüchtigen Ö l ent fernt. Das Kondensat wird durch Abschaben von der Kondensierfläche entfernt.
<I>Beispiel 2:</I> Dasselbe Ausgangsmaterial wie im Bei spiel 1 wird mit einer ungefähr gleichen Gewichtsmenge des unter dem eingetragenen Warenzeichen "Apiezon A" bekannten, bei zirka 140 C destillierbaren Öls gemischt und wird die Heizfläche ungefähr auf dieser Temperatur erhalten. In diesem Fall wird der feste Teil des Kondensates, reines ss-Aminoanthrachinon, mit dem Öl einverleibt erhalten und wird das Gemisch von festem Kondensat und flüssigem Medium aus dem Destillierapparat herausgezogen.
Die teerigen, festen oder halbfesten Unreinigkeiten ver bleiben als Rückstand auf der Heizfläche und werden durch Abspülen oder Abschaben entfernt.
,Beispiel <I>3:</I> Reinigung von rohem Brenthol F. R,. (o-anisidid von ss-oxynaphthoesäure). Als ge eignetes flüssiges Medium wird Leinsamenöl verwendet, von dem zirka<B>30%</B> bei zirka. <B>200'C</B> unter hohem Vakuum flüchtig sind.
Das Gemisch von Rohmaterial und Lein- samenöl wird einer auf zirka. 200' C in hohem Vakuum erhitzten Fläche zugeführt und destilliert und wird der Dampf auf einer in zirka 1 bis 2 cm Abstand von der Heiz fläche angebrachten Kondensierfläche kon densiert. Der Rückstand und das Kondensat, von denen beide feste und flüssige Bestand teile enthalten, wobei der feste Teil des Kon densates das gewünschte, gereinigte Material ist, werden aus dem Apparat entfernt. Die festen Teile des Kondensates werden in ge eigneter Weise von den flüssigen Teilen ge trennt.
Der feste Rückstand oder das feste Kondensat kann, wenn nötig, weiter fraktio niert werden, während der flüssige Rück stand und das flüssige Kondensat zur Be handlung einer weiteren Menge Rohmaterial wieder benutzt werden kann. Das Verfahren kann absatzweise oder kontinuierlich aus- c,eführt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Trennen der Bestandteile fester Gemische, dadurch gekennzeichnet, dass das zu trennende Gemisch in einem flüs sigen Medium unter sehr hohem Vakuum einer Destillation ohne Sieden unterworfen wird, wobei Verdampfungsfläche und Kon- densationsfläche sehr nahe beieinander an gebracht sind. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch . gekennzeichnet, dass das flüssige Medium unter den Destillationsbedingungen selbst wenigstens teilweise flüchtig ist. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Destillation in einem Apparat durchgeführt wird, wel cher eine annähernd vertikale, heizbare, innere, am obern Ende geschlossene Röhre aufweist, längs deren äussern Fläche das zu trennende Stoffgemisch und das flüs sige Medium fliesst, umgeben von einer gekühlten, äussern Röhre, auf deren innern Seite sich das Kondensat ansammelt, wo bei Mittel zur getrennten Sammlung von aufeinanderfolgenden Fraktionen des Kon- densates vorgesehen sind und der Raum zwischen der innern und äussern Röhre auf einen hohen Grad evakuiert ist. 3. Verfahren nach Patentanspruch, :dadurch gekennzeichnet, dass die Destillation in einem Vakuum von 10-3 bis 10-5 mm Quecksilbersäule vorgenommen wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als flüssiges Medium hochsiedendes Mineralöl verwendet wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als flüssiges Medium hochsiedendes Leinsamenöl verwendet wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet. dass ein flüssiges Medium angewendet wird, mit welchem das feste Gemisch eine Suspension bildet. i. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein flüssiges Medium angewendet wird, mit welchem das feste Gemisch eine Lösung bildet.
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