Verfahren zum kinematographischen Vorführen farbiger oder stereoskopischer Bilder. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kinematographischen Vorführen farbiger oder stereoskopischer Bilder mittelst eines stets nur um eine Bildhöhe weiterzurücken- den Filmbandes, auf dem für jede Bewe gungsphase eine entsprechende Anzahl gleich zeitig aufgenommener Teilbilder hinterein- anderfolgen.
Dieses Verfahren ist dadurch gekenn zeichnet, dass jede Teilbildergruppe einer und derselben Bewegungsphase nur einmal auf den Film vorhanden ist und mehrmals als geschlossene Gruppe projiziert wird.
Die Farbwirkung kann entweder durch Einfärben der einzelnen auf dem Film streifen liegenden Teilbilder oder durch im Vorführungsapparat wandernde Farbfilter erzeugt. werden.
Die Zeichnung bezieht sich auf Ausfüh rungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes. Fig. 1 zeigt den Verlauf der Projektion bei einem Beispiel, bei dem vier Objektive verwendet werden, Fig. 2 dasselbe bei einem Beispiel mit fünf Objektiven, Fig. 3 den Vorgang bei einem weiteren Beispiel für Stereo- und Zweifarbenprojek- tion; Fig. 4 und 5 zeigen schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfah rens, und Fig. 6 eine Detailvariante.
In Fig. 1 ist 1 das Filmband, auf dem die Bilder a', a', a3 und b', b2, b3 angeordnet sind. 2 ist die vor dem Bildträger 1 angeord nete Abdeckung mit den Bildfenstern, wäh rend mit 3 die Teilobjektive o'-, o2, <I>o3,</I> o4 be zeichnet sind. Fig. ja zeigt die Vorderan sicht des Bildstreifens.
In Fig. 1 werden bei der mit I bezeichneten Darstellung zuerst die drei gleichzeitig aufgenommenen, farbi gen Teilbilder a1, a2, a' der Bewegungsphase a mit den drei Teilobjektiven 01, 02, 03 des im vorliegenden Beispiel als ortsfest an genommenen Projektionsobjektives .3 abgebil det, wobei der Index 1 die blaue Teilfarbe, der Index 2 .die grüne Teilfarbe und der In- deg 3 die rote Teilfarbe der 'Peilbilder der Phasen a und b darstellt.
Wird das Bildband 1 um eine Bildhöhe weitergeschaltet, so rücken die Bilder a@, a2, a' ein Feld tiefer, wobei gleichzeitig die Ab deckung 2 um das gleiche Mass nach unten gerückt sein muss. Die Projektion erfolgt nunmehr durch die Teilobjektive o\, o', o4. Es ist in diesem Augenblick die Stellung II gegeben.
Wird jetzt das -Bildband 1 um eine weitere Bildhöhe in Pfeilrichtung weiter geschaltet und die Abdeckung 2 mit den Bildfenstern um eine Bildhöhe zurück geschaltet (Stellung III), so werden die aus zwei Bewegungsphasen entnommenen Bilder b=, b3, a' durch die Teilobjektive o', o\, o; gleichzeitig projiziert.
Beim nächsten Ar beitsgang schaltet das Filmband 1 wieder um eine Bildhöhe weiter, wobei die sämt lichen Teilbilder b', bz, b3 der Bildphase durch die Teilobjektive o@, 02, o' zur Projek tion kommen, da dabei die Abdeckung stehen bleibt. Dieses Spiel wiederholt sich fort gesetzt. Es wird also jeweils zweimal die volle Bildgruppe ein und derselben Phase und nach jeder Wiederholung einmal eine aus zwei verschiedenen Bildphasen gebildete Bildgruppe projiziert. Es werden dabei zwei Teilbilder der kommenden Bildphase in ihrer richtigen Farbe mit einem Teilbild der ab gehenden Bildphase in einer für dasselbe falschen Farbe projiziert.
Verwendet man blau für die falsche Farbe, so treten die durch die Doppelphasenprojektion entstehen den Farbsäume für das Auge nicht in Er scheinung. Es kann ebensogut eine andere Farbe zur Wechselwirkung kommen; man wird aber immer die blaue Farbe als die günstigste wählen.
Da, wie das ginemakolaverfahren zeigte, sich die blaue Teilfarbe oder das blaue Teil bild als Ergänzungsfarbe verwenden lässt, erhält man bei der additiven Dreifarben projektion unter Anwendung des Verfahrens gemäss Fig. 1 eine nahezu vollständige Far benprojektion ohne störende Farbränder.
Man geht dabei so vor, dass man nach je zwei Projektionen von vollen Teilbildergruppen <I>a', a=,</I> a; bezw. bi, b=, <I>b'</I> (Stellung I, 1I) stets bei der dritten Projektion (Stellung III) das blaue Teilbild einer benachbarten Gruppe anderer Bewegungsphase zur Wirkung bringt. Es werden so die bei jeder dritten Projek tion auftretenden, von dem zur nächsten Be wegungsphase gehörenden Blaubild herrüh renden blauen Säume nicht störend in Er scheinung treten.
Verwendet man bei ruhenden Objektiven 3 bei der additiven Zwei- oder Dreifarben projektion eine um eine kleinere Anzahl von Objektiven als die doppelte Anzahl von Teil bildern jeder Gruppe, so lassen sich stets nur Bildgruppen gleicher Phase projizieren.
Man erhält stets die volle Deckung aller Teilbilder und insbesondere auch in den Teilen, die bewegte Gegenstände wieder geben. Dieser Vorgang ist in Fig. 2 dar gestellt. Fig. 2a zeigt wieder die Vorderan sicht des verwendeten Filmbandes 1 mit den verschiedenen farbigen Teilbildern. Es wer den hier zuerst die Teilbilder a', a=, <I>a'</I> der Bewegungsphase a mit dem im Beispiel orts fest angenommenen Projektionsobjektiv 3' mit den Teilobjektiven o', o2, 0' durch die Offnung der Abdeckung 2' abgebildet (Stel lung I).
Bei Weiterschaltung des Bandes 1' um eine Bildhöhe und Mitbewegung der Ab deckung 2' entstehen die gleichen Teilbilder ein Feld tiefer, und zwar unter Vermittlung der Teilobjektive o', 03,<B>0'</B> (Stellung II). Bei einer nochmaligen Weiterschaltung von Bild band 1' und Abdeckung 2' um eine Bildhöhe wird das Bild durch die Teilobjektive o', o4, 05 projiziert (Stellung III). Alle übrigen Teilbilder und Objektive werden durch die Bildabdeckung 2' abgedeckt.
Bei der darauf folgenden Rückschaltung der Abdeckung 2' um zwei Bildhöhen werden die drei Teil bilder b1, b2, b' .der nächsten Bewegungs phase durch die Objektive o', o\, o3 projiziert (Stellung IV). Das Spiel beginnt von neuem, wobei der Verschluss 2' während der näch sten Filmtransporte die Bewegungsphase b freigibt.
Fig. 3 zeigt den Vorgang für die Stereo- und Zweifarbenprojektion. In Fig. 3a ist wieder das verwendete Bildband 1<B>"</B> dar gestellt. ?" ist die Abdeckung und o', o', o\ sind die Teilobjektive des Objektives 3". Es werden zunächst die Teilbilder a', a' der Be wegungsphase a durch .die Teilobjektive o1, o' projiziert (Stellung I).
Ist das Bildband l<B>"</B> mit der Abdeckung 2<B>"</B> um eine Bildhöhe -#veitergerückt, so steht die Bildphase a mit ihren Teilbildern d, a' vor den Objektiven o', o' (Stellung II). Nach der zweiten Wei terschaltung des Bildbandes 1<B>"</B> und entspre- ehender Rückschaltung der Abdeckung 2" werden die Teilbilder bi, b' der Bildphase b durch die Projektionsobjektive o', o' proji ziert,
wie dies die Stellung III in Fig. 3 er kennen lä.sst. Die beiden gleichzeitig auf genommenen Teilbilder a', a' bezw. b', b' werden einmalig auf den Filmstreifen hin tereinander kopiert. Man hat hier schon vorgeschlagen, bei der Stereoprojektion die auf dem Filmstreifen hintereinanderfolgen- den Teilbilder einzeln hintereinander zu projizieren. Dadurch wird aber die Geschlos senheit der einzelnen Phasen zerstört.
Durch die geschlossene Vorführung der Phase, wie dies bei dem Beispiel nach Fig. 3 erfolgt, wird aber bei der Stereoprojektion der räum liche Effekt erhöht. Es ist dabei gleichgül tig, nach welchem Verfahren man die einzel nen Teilbilder dem Auge sichtbar macht. Die obigen Beispiele zeigen, dass sich das Ver fahren zum Vorführen sowohl von kinemato graphischen farbigen, wie auch stereosko pischen Bildern anwenden lässt, ganz gleich gültig, ob die Projektion in Apparaten mit absatzweiser oder optisch ausgeglichener Bildwanderung erfolgt.
Die konstruktive Ausbildung der Vorrichtung kann je nach der Verwendung der verschiedenen Projek tionsmethoden verschieden sein. Fig. 4 und 5 zeigen schematisch ein Beispiel einer Vor richtung zur Durchführung des Verfahrens, wie sie sich beim Benutzen eines ruckweisen Bildtransportes (zum Beispiel Malteserkreuz) ergibt.
Die Teilobjektive o', o', ö', 04 bilden die Teilbilder d, a', a' bezw. b', b', b3 so auf der Projektionsleinwand ab, dass sich diese auf der Leinwand zu einem einzigen Bild vereinigen, da sich die optischen Achsen der Objektive in einem Punkte der Projektions leinwand schneiden. Das Feld I ist für das grüne, das Feld II für das rote und das Feld III für das blaue Teilbild bestimmt.
Die Buchstaben<I>a</I> oder<I>b</I> des Filmbandes ent sprechen je einer Bildphase. Die Teilbilder a', a', a3, b', b\, b3 sind in dem Beispiel der Fig. 4 und 5 schwarz-weiss. (Es kann aber ebenfalls jedes Teilbild entsprechend seinem Farbwert eingefärbt sein, wobei die kreis ringförmigen Filterscheiben P wegfallen).
Das Filmband läuft über die Vorwickel- kammer Tv, durch das Bildfenster K und wird von der ruckweisen sich drehenden Transporttrommel T jedesmal um eine Bild höhe durch das Bildfenster gezogen. Die Nachwickeltrommel Tn führt das Filmband der Filmtrommel zu.
Das von der Lichtquelle L durch das Bildfenster K tretende Lichtbüschel wird während des Filmtransportes durch die ge schlossenen Blendenteile I, II, III abgehal ten; so dass der Bildtransport auf der Lein wand nicht sichtbar ist. Die Blende B be wegt sich während drei Bildvorschüben ein mal um ihre Achse.
Die Filterringteile R bestehen aus roten, grünen und blauen Glasstreifen. Sie sind im angeführten Beispiel, wie in der Zeichnung dargestellt, angeordnet.
Diese Vorrichtung arbeitet, wie in bezug auf Fig. 1 beschrieben. Von der gesamten Vorrichtung sind zur besseren Übersicht nur die wichtigsten Teile dargestellt.
Die Fig. 6 zeigt verkleinert eine Blende B, die zur Durchführung des Verfahrens ge mäss Fig. 2 dient. Die Blendenöffnungen R zeigen das Nachrücken der Blendenringe.