CH179882A - Elektrische Entladungsröhre. - Google Patents

Elektrische Entladungsröhre.

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  Elektrische Entladungsröhre.    Es ist bekannt, in elektrische Entla  dungsröhren für Lichtausstrahlung ausser  einer Gasfüllung auch einen Metalldampf  einzubringen, der an der Strahlenemission  teilnimmt. So sind zum Beispiel Entladungs  röhren mit Edelgas und Quecksilberdampf  bekannt, die zum Ausstrahlen von sichtbarem  Licht oder zum Erzeugen von ultravioletten  Strahlen benutzt werden. Auch Natrium  dampfentladungsröhren spielen neuerdings  in der Beleuchtungstechnik eine wichtige  Rolle.

   Es gibt verschiedene Dämpfe, zum  Beispiel Magnesium-, Aluminium- und Sil  berdampf, die man zu bestimmten Zwecken  in Entladungsröhren gern verwenden möchte,  die jedoch den Nachteil aufweisen, dass sie  praktisch alle Glasarten mehr oder weniger  stark angreifen, wobei sie für die auszusen  denden Strahlen undurchlässig werden oder  ihre Festigkeit verlieren, so dass die Röhren  viel zu kurze Zeit brauchbar bleiben würden,  oder aber den, dass sie erst bei einer derart  hohen Temperatur den für die Entladung er-         forderlichen    Dampfdruck besitzen würden,  dass die     Röhrenwand    diese Temperatur nicht  aushalten könnte.  



  Die Erfindung hat die Schaffung einer  Entladungsröhre zum Zweck, in der solche  Dämpfe verwendet werden können, ohne dass  die genannten Nachteile auftreten. Diese  Absicht wird dadurch erreicht; dass der  Dampf mindestens von dem Strahlenaus  trittsfenster, das heisst von dem Teile der Ge  fässwandung, durch den die Strahlen aus  treten sollen, ferngehalten     wird.     



  In einer Entladungsröhre gemäss der Er  findung befindet sich der     verdampfbare     Stoff, dessen Dampf an der Strahlenemission  teilnimmt und vorwiegend positive Ionen bil  det, in der Nähe der Kathode, die als     Glüh-          kathode    ausgebildet ist, und es sind die Ab  stände, der Gasdruck und die Stromstärke so  gross gewählt, dass in der Nähe der Kathode  der Dampf an der Strahlenemission teil  nimmt, und dass zwischen diesem Teil des  Entladungsgebietes und dem Fenster eine           Entladung,    zum Beispiel eine positive Säu  lenentladung, mit einem so hohen Potential  gefälle stattfindet, dass sich in der Nähe des  Fensters praktisch gesprochen kein Dampf,  sondern nur Füllungsgas befindet,

   was durch  später zu besprechende Vorgänge bewirkt  wird.  



  Für den Fall eines die Glaswand strahlen  undurchlässig machenden Metalldampfes,  kann ein zur Hauptsache zylindrisches Ent  ladungsgefäss benutzt werden, an dessen  einem Ende die Glühkathode und in deren  Nähe das zu verdampfende Metall unter  gebracht sind, während sich am andern Ende  die Anode,     beziehungsweise    die Anoden befin  den, selbstverständlich in solcher Anordnung,  dass sie die auszusendenden Strahlen nicht  abfangen.

   Bei ausreichend hohem Gasdruck  und ausreichend hoher Stromstärke zeigt die  Entladung nur in der Nähe der Kathode  das Spektrum des Metalldampfes, während  in der Nähe der Anode positive Säulenent  ladung auftritt, die ausschliesslich im Gas       stattfindet.    Der genügend hoch gewählte  Gasdruck verlangsamt nämlich die Diffusion  der     Metalldampfatome    in der Richtung der  Anode; diese werden immer wieder ionisiert  und dann als positive Ionen von dem elektri  schen Feld in der Richtung der Kathode ge  trieben. Die positive Säulenentladung in dem  Gas in der Nähe der Anode bildet gleichsam  einen Stöpsel, der den Metalldampf zurück  hält.

   Dieser Dampf kommt also nicht mit  dem Fenster in Berührung und trotzdem       können    die durch die     Metalldampfentladung     erzeugten Strahlen durch dieses Fenster hin  durch nach aussen treten.  



  Der Teil der Röhrenwand, der mit der       Metalldampfentladung    in Berührung kommt,  wird, wenn ein Dampf verwendet wird, dem  der Stoff, aus dem die Wand besteht, che  misch nicht standhalten kann, von dem  Dampf angegriffen, so dass er für die er  zeugten Strahlen undurchlässig wird, was  jedoch zu keinen Schwierigkeiten Anlass gibt,  *da, wie bereits bemerkt wurde, das Fenster,  durch das hindurch die Strahlen nach aussen  treten müssen, nicht angegriffen wird. Be-    steht die Gefahr, dass durch das Angreifen  die mechanische Festigkeit der Wand ver  loren geht, so ist es vorteilhaft, in der Ent  ladungsröhre einen die Entladungsbahn um  gebenden, auf der Seite, wo sich in ihm die  Heizkathode befindet, geschlossenen Mantel  anzuordnen, wobei die Anode oder die Ano  den so einzusetzen sind, dass der Metalldampf  den Mantel nicht verlässt.

   Diese Bauart wird  auch benutzt, wenn in der Entladungsröhre  ein Stoff verwendet wird, der den für     eine     günstige Entladung erforderlichen Partial  druck erst bei einer Temperatur erhält, der  die zum Beispiel aus Glas bestehende Röh  renwand nicht gewachsen ist. Der die Ent  ladungsbahn umgebende Mantel wird in die  sem Fall aus einem Stoff mit sehr hohem  Schmelzpunkt (Porzellan,     Magnesiumoxyd,     Aluminiumoxyd) hergestellt.  



  Dieser Mantel kann auf der Innenseite  spiegelnd gemacht werden, so dass die er  zeugten Strahlen an dieser Innenseite reflek  tiert werden, wodurch die Intensität der aus  dem Fenster heraustretenden Strahlen erhöht  wird. Der Mantel kann zu diesem Zweck  zum Beispiel aus Chromeisen hergestellt und  auf der Innenseite poliert werden.  



  Es kann     aueh    vorteilhaft sein, den Man  tel auf der Aussenseite spiegelnd zu machen;  dein dadurch wird die Wärmeausstrahlung  herabgesetzt. Ein aus Porzellan, Magnesium  oxyd oder Aluminiumoxyd bestehender Man  tel kann zum Beispiel von einem dünnen Me  tallzylinder (zum Beispiel aus     Molybdän)          umgeben    werden. Dieser Zylinder erhöht  ausserdem die Festigkeit des Mantels und  kann ausserdem eine gleichmässigere Tempe  raturverteilung innerhalb des Mantels be  wirken.    Die Wärmeausstrahlung kann auch da  durch herabgesetzt werden, dass die Entla  dungsröhre selbst -von einem spiegelnden  oder wärmeisolierenden Mantel umgeben  wird.

   Dieser wärmeisolierende Mantel kann  zum Beispiel aus Asbest     bestehen.    Es kann  gegebenenfalls in diesem Mantel ein     Heiz-          element    eingebaut sein, das gleichzeitig als           Vorschaltwiderstand    für die Entladung be  nutzt werden     kann.     



  Die Grenze zwischen dem Teil der Ent  ladungsbahn, an dem die Entladung aus  schliesslich in einem Gas stattfindet, und dem  Teil, wo der Metalldampf an der Entladung  teilnimmt, bildet in der Regel keine ebene  Fläche. Der Metalldampf ist meist an der  Wand des Entladungsraumes weniger von  der Anode entfernt als in der Mitte der Ent  ladungsbahn. Der vorragende Rand der     Me-          talldampfentladung    kann dadurch zurückge  drängt werden, dass die lichte Weite des  Röhrengefässes an dieser Stelle, oder von die  ser Stelle an, etwas kleiner gehalten wird.

    Der vorragende Rand kann dadurch ganz ver  mieden werden, dass zwischen dem Teil der  Entladungsbahn, an dem der Metalldampf an  der Entladung teilnimmt, und dem Teil, an  dem die Entladung ausschliesslich im Gas  stattfindet, ein gitterförmiger Teil, zum  Beispiel Drahtgewebe, etwa aus Nickel, an  geordnet wird. Die Grenze zwischen der  Dampfentladung und der Gasentladung wird  infolgedessen nahezu flach. Dies bringt mit  sich, dass der Abstand der Anode und des  Fensters von jenem Teil der Entladungsbahn  an dem sich die     Metalldampfentladung    ab  spielt, kleiner gewählt werden kann.  



  Die Zeichnung veranschaulicht einige  Ausführungsbeispiele von Entladungsröhren  gemäss der Erfindung.  



  Die in     Fig.    1 dargestellte Entladungs  röhre 1 ist in der Hauptsache zylinderförmig  und an einem Ende etwas erweitert. In der  Entladungsröhre ist eine Glühkathode 2 an  geordnet, während in dem erweiterten Ende  der Röhre zwei plattenförmige Anoden 3 und  1 angeordnet sind. Die Röhre ist über einen  grossen Teil ihrer Länge von einem Asbest  rnantel 6 umgeben, in dem sich ein Heizdraht  7 befindet. Dieser Draht wird in Reihe mit  der Entladung geschaltet und dient daher als       Vorschaltwiderstand.    Die Röhre wird in       Gleichrichterschaltung    betrieben,     sodass    der  Strom nur in einer Richtung durch die Ent  ladungsstrecke fliesst. Bei Gleichstrombetrieb  würde eine der Anoden in Fortfall kommen    können.

   Der Abstand der Glühkathode von  den Anoden betrug in einem bestimmten  Falle 20 cm während der Durchmesser der  Röhre 27 mm war und letztere mit Neon un  ter einem Druck von 6 mm gefüllt und in der  Nähe der Glühkathode eine     Magnesiummenge     5 vorgesehen war.  



  Diese Röhre wird mit einem Strom von  6 bis 7     Amp.    betrieben. Die Spannung zwi  schen Glühkathode und Anode,     bezw.    Ano  den, beträgt dabei 30 bis 35 V., der Vor  schaltwiderstand bei zirka 60 V. Speise  spannung zirka 5 Ohm. Die Temperatur des  vom Mantel 6 umgebenen Teils der Entla  dungsröhre beträgt dabei im normalen Be  trieb 320 bis 400' C. In der Nähe der Glüh  kathode nimmt der entwickelte Magnesium  dampf an der Entladung teil, während in  dem an die Anode grenzenden Gebiet der  Entladungsbahn die Entladung, die dort den  Charakter einer positiven Säule hat, aus  schliesslich im Neon stattfindet. Die Grenze  zwischen den beiden Entladungen ist in       Fig.    1 durch eine gestrichelte Linie ange  geben.

   Auch das erweiterte Ende der Röhre  zeigt eine schwache Neonentladung. Die  Neonentladung in dem an die Anode gren  zenden Teil der Entladungsbahn     bildet     gleichsam einen Stöpsel, der den andern Teil  des Entladungsraumes abschliesst. Der Mag  nesiumdampf kann daher nicht mit dem Fen  ster 8 in Berührung kommen. Die Röhre  kann aus für     Ultraviolettlicht    durchlässigem  Glas hergestellt werden, so dass die Röhre  mit Erfolg zur Ausstrahlung von Ultra  violettlicht, das in starkem Masse von der  Entladung in     Magnesiumdampf    erzeugt wird,  benutzt werden kann. Die Röhrenwand wird,  soweit sie mit dem     Magnesiumdampf    in Be  rührung kommt, von diesem Dampf ange  griffen.

   Das Fenster 8 jedoch ist vor Angrei  fen geschützt, so dass seine Durchlässigkeit  nicht beeinträchtigt wird.  



  Die Röhre kann erheblich kürzer gemacht  werden, wenn in der Röhre, wie in     Fig.    2  dargestellt ist, ein Drahtgeflecht 9, zum Bei  spiel aus Nickel, isoliert angeordnet ist. Die      Grenzfläche zwischen der     Metalldampfent-          ladung    und der Gasentladung hat in diesem  Fall nicht die in     Fig.    1 durch die gestrichelte  Linie angegebene Form, sondern wird flach,  denn die     Metalldampfentladung    wird ganz  links vom Drahtgeflecht gehalten.

   Auf der der       Anode    zugekehrten Seite der Gaze bildet sich       eine        Entladung    mit sehr starkem Potential  gradient, die     demselben    Zwecke dient, wie  die positive Säulenentladung in der Röhre  nach     Fig.    1.  



  Das Gefäss 10 der     in        Fig.    3 dargestellten  Entladungsröhre ist zylindrisch gestaltet. In  dieser Röhre befindet sich ein an einem  Ende geschlossener Zylinder 11 aus Alu  miniumoxyd. Dieser Zylinder kann gege  benenfalls mit einem eng umschliessenden       Molybdänmantel    versehen werden. Innerhalb  des Zylinders 11 ist nahe am geschlossenen  Ende eine Glühkathode 12 angeordnet, in       deren,    Nähe eine Aluminiumenge 13 vorge  sehen ist. Nahe am offenen Ende des Zylin  ders 11 ist eine ringförmige Anode 14 an  geordnet. Die Röhre enthält ein Edelgas, zum  Beispiel Neon oder Helium.

   Für den Betrieb  kann der zylindrische Teil der Entladungs  röhre in einen aus reflektierendem Metall  blech bestehenden Mantel eingesteckt     werden,     wodurch die Wärmeausstrahlung erheblich  verringert wird.  



  In einem bestimmten Fall betrug der  Durchmesser der Röhre 5 cm, der Durch  messer des Zylinders 8 mm, die Länge des  Zylinders 10 cm, der Abstand der     Glüh-          kathode    von dem geschlossenen Ende des Zy  linders 8 mm. der Abstand der Anode von  dem offenen Ende des Zylinders einige mm,  während die Röhre mit Neon unter einem  Druck von 6 mm gefüllt war.  



  Wird diese Röhre mit einem Strom von  8 bis 10     Amp.    betrieben,     wobei    die Span  nung zwischen Anode und Kathode 60 bis  80 Volt beträgt, so nimmt der innerhalb des  Zylinders liegende Entladungsraum eine  Temperatur von etwa 900   C an und es  findet eine Entladung statt, die in zwei Teile  unterschieden werden kann, nämlich in einen    Teil in der Nähe der Kathode, wo der Alu  miniumdampf an der Entladung teilnimmt  und einen Teil in der Nähe der Anode, wo  die Entladung ausschliesslich in Neon statt  findet. Die Grenze zwischen den beiden Ent  ladungen ist in     Fig.    3 durch eine. gestrichelte  Linie angegeben. Die positive Säulenentla  dung in Neon bildet gleichsam einen Stöpsel,  der den Zylinder 11 mit dem Aluminium  dampf abschliesst.

   Dieser Dampf kann somit  weder mit dem Fenster 15 noch mit den  übrigen Teilen des relativ kühl     bleibenden     Röhrengefässes 10 in Berührung kommen.  Auch diese Entladungsröhre kann mit Erfolg  als     Ultraviolettquelle        verwendet    werden,  wenn das Fenster 15 aus einem für Ultra  violettstrahlen durchlässigen Stoff herge  stellt ist. Es kann     selbstverständlich    auch  bei dieser Röhre in dem Zylinder 11 ein  Drahtgeflecht angeordnet werden,     wie    an  hand der     Fig.    2 beschrieben wurde.  



  Zur Vergrösserung des Öffnungswinkels  der Lichtquelle kann man den Entladungs  hohlkörper auch kegelförmig auslaufen  lassen. Es sei noch darauf hingewiesen, dass  bei der Röhre gemäss der     Erfindung    die  Lichtstrahlen nicht durch einen den Öff  nungswinkel verengenden engen Kanal nach  aussen zu treten brauchen, wie dies bei eini  gen bekannten Entladungslampen der Fall  ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Elektrische Entladungsröhre mit einem Austrittsfenster für die erzeugte Strahlung, einer Glühkathode, einer Gasfüllung und einer Menge eines verdampfbaren Stoffes, dessen vorwiegend zur Bildung positiver Ionen geeigneter Dampf an der Strahlen emission teilnimmt, dadurch gekennzeichnet, dass der genannte Stoff in dem von dem Fenster abliegenden und in der Nähe der Glühkathode liegenden Teil des Entladungs gebietes angebracht ist, und dass der Gas druck und die Stromstärke so gross sind, dass in der Nähe der Glühkathode der Dampf an der Strahlenemission teilnimmt, während zwischen dem erwähnten Teil des Entla dungsgebietes und dem Fenster eine Entla- Jung mit einem so hohen Potentialgefälle in der Gasfüllung auftritt, dass sich in der Nähe des Fensters kein Dampf befindet. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Elektrische Entladungsröhre nach Patent anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sich in der Entladungsröhre ein einseitig geschlossener Mantel befindet, der aus einem wärmebeständigen Stoff besteht und innerhalb dessen die Glühkathode an geordnet und der verdampfbare Stoff an gebracht ist. W'. Elektrische Entladungsröhre nach Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mantel auf der Innenseite spiegelnd ist. :@. Elektrische Entladungsröhre nach Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mantel auf der Aussenseite spiegelnd ist. -1. Elektrische Entladungsröhre nach Patent anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sie von einem wärmeisolierenden Mantel umgeben ist.
    5. Elektrische Entladungsröhre nach Patent anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sie von einem spiegelnden Mantel umgeben ist. 6. Elektrische Entladungsröhre nach Patent anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass* die lichte Weite des Entladungsgefässes, zur Begrenzung des Dampf enthaltenden Teils des Entladungsgebietes, eine Ver- engerung aufweist. 7. Elektrische Entladungsröhre nach Pa tentanspruch, gekennzeichnet durch ein gitterartiges Organ zur Begrenzung des Dampf enthaltenden Teils des Entla dungsgebietes. B. Elektrische Entladungsröhre nach Unter anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das gitterartige Organ aus einem Draht geflecht besteht.
CH179882D 1933-06-26 1934-06-19 Elektrische Entladungsröhre. CH179882A (de)

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