CH180033A - Verfahren zur Herstellung von gekreppten bezw. gekräuselten Kunstfäden. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gekreppten bezw. gekräuselten Kunstfäden.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von gekreppten bezw. gekräuselten Kunstfäden. Die künstlich erzeugten Fasern (Kunst seide, Stapelfaser usw.) werden bei der Her- stelliuig in der Regel als vollkommen glatte, schlichte Fäden gewonnen.
Oft ist es für die Weiterverarbeitung erwünscht, das Faden material mit Knickungen, Windungen usw. zu versehen, also eine Art gekreppter bezw. gelzräuselter Fäden zu erhalten, sei es zur Erzielung besonderer Effekte beim Ver weben, Wirken usw. oder aber um das Ma terial (als Stapelfaser) für die Herstellung von Garnen auf Baumwoll- oder Wollspinn- maschinen geeignet zu machen.
Bisher hat man derartige gekräuselte Fä den entweder dadurch erzielt, dass man das gewonnene Kunstfadenmaterial einem beson deren Nachbehandlungsprozess unterwarf, oder man hat schon beim Spinnproaess durch Verzug oder Anstauen des Fadenbündels. oder indem man dasselbe zum Beispiel vor dem Aufwickeln zwischen geriffelten Wal zen hindurchleitete, dem Material eine Kräu- seluriä zu geben versucht.
Diese bekannten Verfahren genügen in dessen nicht den Anforderungen der Praxis. Abgesehen davon, dass die Verfahren selbst meist sehr umständlich sind und komplizierte und teure Spezialvorrichtungen erfordern, ist auch die Kreppung bezw. Kräuselung meist eine ausserordentlich ungleichmässige und vor allem unbeständige, indem sie bei Streckung., Feuchtung usw. des Fadens verschwindet.
Es wurde gefunden, dass man auf sehr einfachem Wege eine gute und beständige Fadenkreppung erzielen kann, wenn man während des Spinnprozesses den unter nor maler oder auch erhöhter Spannung von der Düse abgezogenen Faden unter schnell auf einanderfolgender Verlängerung und Verkür zung der Fadenauflaufstrecke (das heisst der Entfernung der bewegten Aufwickelvorrich- tung vom Fadenzuführer) zum Aufwickeln bringt.
Diese Verlängerungen und Verkür zungen der Auflaufstrecke können in beson ders einfacher Weise dadurch erzeugt wer den, dass man bei der Zentrifugenspinnerei (Topfspinnverfahren) dem Führungstrichter, durch welchen der Faden in den Spinntopf eingeführt wird, eine in bezug auf die Spinn topfachse exzentrische Stellung gibt.
Da hierdurch der Faden nicht zentral, also nicht an einem nach allen Seiten hin von der Auf wickelvorrichtung (Topfwandung) gleichweit entfernten Punkt, sondern exzentrisch in den Spinntopf eingeführt wird (das heisst an einem exzentrischen, zur Achsenlinie gelege nen Punkt den Fadenzuführer verlässt), so fin det bei seinem Umlauf ständig ein Wechseln der Auflaufstreckenlänge zwischen einer grössten und einer kleinsten Entfernung bei jedem halben Fadenumlauf statt, was offen bar die Ursache für die Bildung der Krepp bezw. Kräuselstellen im Faden ist.
Meist ist es zweckmässig, dass die Einfüh rungsstelle des Fadens der Achsenlinie des Spinntopfes - näher liegt als der Topfwan dung. Beispielsweise hat sich bei einem Spinntopfdurchmesser von 150 mm eine etwa 20 mm betragende Entfernung der Faden einführungsstelle von der Topfachse sehr gut bewährt. Doch hängt dies ganz von der gewünschten Kräuselung ab, so dass der Ein führungspunkt unter Umständen auch der Topfwandung näher liegen kann als der Achse.
Eine besonders gleichmässige Kräuselung wird erzielt, wenn man das Einführungs organ während des Spinnens allmählich der Achsenlinie des Spinntopfes mehr und mehr nähert, etwa proportional der Dickenzunahme des Spinnkuchens. Beispielsweise hat bei einem Topfdurchmesser von 150 mm eine Verminderung der Entfernung des Einfüh rungspunktes von der Topfachsenlinie von etwa 20 mm auf etwa 15 mm sehr gute Resultate ergeben.
Es wurde weiterhin gefunden, dass auch die absolute Grösse der Wegstrecke zwischen der Fadeneinführungsstelle und der innern Mantelfläche des Spinntopfes bezw. Spinn kuchens eine massgebende Rolle spielt für die Art der Kräuselung, welche man in einem bestimmten Falle erzielt. Dies bedeutet, dass die Art der Kräuselung auch von der ge- wählten Grösse des Topfdurchmessers ab hängig ist. Tatsächlich erhält man bei sehr kleinem Topfdurchmesser (z. B. 120 mm und weniger) eine aus äusserst zahlreichen kleinen und scharf ausgebildeten Bogen. be stehende Kräuselung, während ein Spinntopf mit grossem Durchmesser (z. B. 300 mm und mehr) eine aus weniger zahlreichen weiten, grossen Bogen bestehende Kräuselung liefert.
Dies gilt selbstverständlich unter der Vor aussetzung, dass die übrigen die Kräuselung beeinflussenden Bedingungen im wesent lichen unverändert bleiben, denn naturgemäss sprechen dabei auch noch andere Faktoren mit, wie beispielsweise eine Änderung der Drehzahl des Spinntopfes auch zu einer ver änderten Kräuselung führt, indem eine er höhte Drehzahl eine entsprechend häufigere Bildung von Windungen und somit einen stärkerenKräuselungseffekt bewirkt. Man hat es somit in der Hand, durch entsprechende Wahl der Spinntopfgrösse die Art der Kräu selung zu bestimmen bezw. die Spinntopf- grösse der gewünschten Art der Kräuselung anzupassen.
Im, übrigen entspricht die Durchführung des Verfahrens, die Weiterbehandlung der Seide usw. durchaus der Arbeitsweise beim üblichen Topfspinnverfaliren.
Die schnell aufeinanderfolgenden Ver änderungen der Auflaufstrecke können auch insbesondere bei Spulen-, Walz-, Haspel- und ähnlichen Aufwickelungen, durch die schnell hin- und hergehenden Bewegungen (Schwin gungen, Vibrationen) des Fadenführers her vorgerufen werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von gekrepp- ten bezw. gekräuselten Kunstfäden, dadurch gekennzeichnet, dass die Kreppung bezw. Kräuselung während des Aufwickelns des Fadens beim Spinnprozess durch schnell auf einanderfolgende Verlängerungen und Ver kürzungen der- Fadenauflaufstrecke, das heisst der Entfernung der bewegten Auf wickelvorrichtung vom Fadenzuführer er zeugt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Aufwicke lung des Fadens in Spinntöpfen ein fort währendes Wechseln der Auflaufstrecke des Fadens zwischen einer grössten und kleinsten Entfernung dadurch erzielt wird, dass der Faden exzentrisch zur Acbsenlinie in den Spinntopf eingeführt wird, das heisst also an einem exzentrisch zur Achsenlinie gelegenen Punkt den Fa- denzuführer verlässt.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der Fa- denkreppung durch die Entfernung des Fadeneinlaufpunktes von der Achsenlinie des Spinntopfes eingestellt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Erhöhung der Gleichmässig keit der Kräuselung das Einführungs organ -während des Spinnens allmählich der Achsenlinie des Spinntopfes, etwa pro- portional der Dickenzunahme des Spinn kuchens mehr und mehr genähert wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Spinntopf durchmesser je nach Art der zu erzeugen den Kräuselung wählt, und zwar umso kleiner, je kleiner, zahlreicher und schär fer ausgeprägt die einzelnen Windungen der gekräuselten Fasern gewünscht wer den. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die schnell aufein- anderfolgenden Veränderungen der Auf laufstrecke, insbesondere bei Spulen-, Walz-, Haspel- und ähnlichen Aufwicke lungen, durch die schnell hin- und her gehenden Bewegungen (Schwingungen, Vibrationen) des Fadenführers hervor gerufen werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE180033X | 1934-07-09 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH180033A true CH180033A (de) | 1935-10-15 |
Family
ID=27770647
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH180033D CH180033A (de) | 1934-07-09 | 1935-02-02 | Verfahren zur Herstellung von gekreppten bezw. gekräuselten Kunstfäden. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH180033A (de) |
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1935
- 1935-02-02 CH CH180033D patent/CH180033A/de unknown
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