CH180780A - Galvanisches Element, insbesondere elektrischer Sammler. - Google Patents
Galvanisches Element, insbesondere elektrischer Sammler.Info
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Description
Galvanisehes Element, insbesondere elektrischer Sammler. Um aus Akkumulatorenzellen den nach Ladung durch Nachgasung entweichenden Wasserstoff und Sauerstoff zu binden und als Wasser in die Zellen zurückzuführen, ist vorgeschlagen worden, diese Gase durch Ka talysatoren, die der Platingruppe angehören, zu verbrennen.
Auf diesem Wege ist eine Verbrennung immer mit der Gefahr der Entzündung, also explosionsartiger Vereinigung verbunden, und die Gasmengen können stets nur im äqui- molekularen Verhältnis verbrannt werden. Ein solches Verhältnis liegt aber bei der Nachgasung praktisch niemals vor. Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, die Gase auf elektrischem Wege zu beseitigen.
Dieser Weg erfordert sehr grosse Elek troden, die schwer zu beschaffen sind, da eine Gaskette, die den Wasserstoff und Sauer stoff ionisiert und beide in ,den Elektrolyten zurückführt, nur an der Berührungsstelle von Gas und Elektrolyt wirksam sein kann. Bei dem galvanischen Element, insbeson dere elektrischen Sammler, nach der Erfin dung mit flammenloser Beseitigung der ent stehenden Gase werden .diese Nachteile da durch behoben, dass chemisch aktive Körper vorhanden sind, welche die Gase im wesent lichen ohne lonenreaktion mit dem Elektro lyten unter Bildung chemischer Verbindun gen absorbieren.
Es ist zweckmässig, solche chemisch aktive Körper zu verwenden, die bei der Absorption der Gase solche Verbin dungen erzeugen, welche durch Elektrolyse wieder in das Ausgangsmaterial zurückver wandelt werden können. Vorteilhaft ist es auch, die zur Absorption gelangenden Gase durch Katalysatoren zu aktivieren, welche vorzugsweise in feinverteiltem Zustande in den chemisch aktiven Körpern enthalten und insbesondere in Form von Lösungen ein verleibt sind.
Am besten eignen sich zu dieser Absorp tion der Gase die positiven und negativen Massen des Akkumulators selber unter even- tuellen Zusatz von Katalysatoren, da so am einfachsten die aufgebrauchte Ogydations- und Reduktionsenergie bei der Aufladung wieder regeneriert werden kann. Zu diesem Zwecke kann man die chemisch aktiven Kör per elektrodenförmig gestalten und mit Stromzuführungen versehen.
Man kann die aktiven Körper in Form von Hilfselektroden anordnen, und zwar derart, dass .diese Hilfs elektroden aus dem Elektrolyten heraus nehmbar sind. Man kann aber auch die Hauptelektroden des galvanischen Elemen tes in ihren obern Teilen als Absorptions körper ausbilden. Immer ist dafür zu sorgen, dass während der Zeit der Gasbildung und gleichzeitigen Absorption die Absorptions körper aus dem Elektrolyten herausragen, was zum Beispiel dadurch bewirkt werden kann, dass man dem Sammler nach Ladung Elektrolyt entnimmt und vor Aufladung wieder einfüllt.
Auch ohne künstliche Än derung des Elektrolytspiegels kann eine Auf- ladung bezw. Regeneration der Absorptions körper bewirkt werden, und zwar dadurch, dass die Elektroden bezw. deren als Absorp tionskörper ausgebildete Teile schon vor der Ladung aus dem Elektrolyten herausragen und infolge der kapillaren Aufsaugung des Elektrolyten zugleich mit den Hauptelektro den aufgeladen werden.
Am einfachsten gestaltet sich die Ab sorption des Sauerstoffes, da dieser auch im molekularen Zustande die feuchte hochdis- perse Masse mit ziemlicher Reaktions geschwindigkeit oxydiert. Man ist daher in der Lage, durch aus dem Elektrolyten her ausragende geladene, das heisst zu Metall reduzierte negative Elektrodenplatten den durch Nachgasung aus den positiven Platten entweichenden Sauerstoff zu binden. Bei Sammlern mit nicht oder unbedeutend nach gasenden Negativen kann diese Massnahme allein genügen, um sie nach Ladung ver schliessen zu können.
Für alkalische Akkumulatoren kann man Absorptionskörper mit Katalysatorzusatz zum Beispiel dadurch herstellen, dass man dünne Massebriketts aus der aktiven Masse in platinierte bezw. mit Palladiumüberzug versehene, perforierte, metallische Behälter einpresst, auch dadurch, dass man die -Tasse behälter mit Lösungen der Katalysatoren im prägniert und das Metall an Behälter wie an Masse zur Abscheidung bringt.
Als Katalysator für .die negative Hilfs elektrode hat sich Platin als besonders ge-, eignet erwiesen, als Katalysator für die positive Hilfselektrode ist Palladium sehr wirksam. In vielen Fällen, insbesondere beim alkalischen Akkumulator, ist es zweckmässig, die aus dem Elektrolyten herausragende negative Masse für sich allein zu aktivieren. Man kann dies dadurch erreichen, dass man die Masse ausser mit dem Trägermaterial noch mit Metallen der Platinreihe in direk ten Kontakt bringt.
Es hat sich gezeigt, dass ganz ausserordentlich geringe Mengen solcher Platinmetalle genügen, um das elektro chemisch aktive Metall der negativen Masse für die Bindung des gasförmigen Sauerstof fes zu aktivieren. Eine derartige Elektrode vermag auch Knallgas zu verbrennen. Es wird also an ihr auch Wasserstoff umgesetzt, soweit er gegenüber Sauerstoff im Unter schuss vorhanden ist.
Ist das Metall der negativen Masse sehr elektronegativ, so kann der aktivierende Ka- talysatorzusatz schon zu einer Oxydation desselben durch den Elektrolyten anregen. In diesem Falle darf das mit dem Katalysa tor zusammengebrachte Metall nicht das der Masse der aktiven Akkumulatorenelektrode sein, sondern wäre durch ein weniger elek- tronegatives zu ersetzen. Die Akkumula- torenplatte besteht dann aus zwei Teilen.
einem obern, der aus der Flüssigkeit heraus ragt und ein elektropositiveres Metall besitzt als der untere Teil.
So ist es zweckmässig, dass ein alkalischer Akkumulator, dessen Hauptelektrode aus einer eisenhaltigen Masse besteht, im obern Teil im Kontakt mit einem Metall der Pla tinreihe eine eisenfreie oder eisenarme Kad- miummasse besitzt.
Für die Absorption des Wasserstoffes genügt die in den Gasraum hineinragende aktive positive Elektrode ohne Katalysator zusatz meistens nicht, denn molekularer Wasserstoff ermöglicht bei gewöhnlicher Temperatur nicht ohne weiteres Reduktions prozesse, wird also nicht direkt von den höheren Sauerstoffverbindungen gebunden.
Setzt man aber der positiven Masse in der vorstehend beschriebenen Weise Kata lysatoren derselben Art zu, so ermöglicht dieser Zusatz die Bindung des Wasserstoffes.
Damit die Beseitigung der unerwünsch ten Gasansammlungen mit genügender Ge schwindigkeit erfolgt, ist es, wie oben er wähnt, zweckmässig, dass diese aktiven Ab sorptionskörper erstens in den Gasraum hin einragen und zweitens, dass sie bei Wieder aufladung des Elementes wieder regeneriert werden können.
In besonders sicherer und einfacher Weise wird dies dadurch erreicht, dass mit- telst der entstehenden Gase der Elektrolyt spiegel derart verlegt wird, dass die chemisch aktiven Körper mit den Gasen in Berührung gelangen. Durch diese Massnahme ist es mög lich, den herausragenden Teil der Elektrode genau dem Bedürfnis an Absorptionsmasse anzupassen und grosse Niveauunterschiede hei Ladung und Entladung bezw. strom losem Stehen zu erzielen.
Man hat bereits bei Gasbatterien die Senkung des Elektro- lytspiegels mit Hilfe von bei der Ladung entstehenden Gasdrucken vorgenommen, um dadurch eine bessere Wirkung der als De- polarisatoren arbeitenden Elektroden zu er zielen.
Die in Fig. 1 dargestellte Ausführungs form ist für einen Sammler gedacht, dessen negative Elektrode nur unbedeutend nach gast, so dass eine Beseitigung von Wasser stoff gar nicht nötig ist. Der Sauerstoff kann dann einfach durch die aktive Masse der nach Senkung :des Laugestandes heraus ragenden negativen Elektrode absorbiert werden, wobei eine besondere Aktivierung dieser Masse durch Metalle der Platinreihe unterbleiben kann.
Die negative Elektrode ist daher etwas grösser bezw. höher aus geführt, damit ihr aktives Material beim Senken des Laugespiegels zuerst bezw. allein freigelegt wird und dann absorbierend wir ken kann.
An dem. Elementbehälter ist ein durch die Schraube v, gasdicht verschliessbarer Ex pansionsraum e angesetzt. An Stelle der Schraube v2 kann auch ein Hahn oder Ven til geeigneter Konstruktion treten. Der Ex pansionsraum ist zunächst flüssigkeitsleer, also nur mit Luft oder einem andern leicht kompressiblen Material, z. B. Schaumgummi, gefüllt und steht mit dem eigentlichen Ele mentgefäss durch das dünne Rohr r in Ver bindung.
Als Expansionsraum kann auch eine federnde Druckdose, ein Behälter mit ver schiebbarem: Kolben oder ein gefalteter Gummibehälter dienen.
Zur Inbetriebnahme wird die Öffnung v2 des Expansionsraumes, falls eine solche Über haupt angebracht ist, fest verschlossen und der Elektrolyt etwa bis zum Niveau a ein gefüllt. Darauf wird das Element geladen und nach beendeter Ladung bezw. einige Zeit später auch die Füllöffnung des Ele mentbehälters durch v, dicht verschlossen.
Wenn nun die positive Elektrode nach gast, das heisst beispielsweise Sauerstoff ent wickelt, dann sammelt sich dieses Gas zu nächst im Gasraum s. Es entsteht dort ein Überdruck, der den Elektrolyten teilweise in den Expansionsraum e hinüberdrückt. Wenn dieser Vorgang soweit vorgeschritten ist, dass etwa das Niveau des Elektrolyten im Gasraum bei b, im Expansionsraum bei bi an gelangt ist, dann wird der im Gasraum vor handene Sauerstoff von der jetzt freiliegen den negativen Polelektrode absorbiert.
Ein weiteres Sinken des Elektrolytspiegels im Gasraum bezw. ein weiterer Druckanstieg kann dann nicht mehr eintreten, voraus gesetzt, dass die negative Elektrode nur ge ringfügig nachgast.
Wenn das Element wieder aufgeladen werden soll, ist es nur erforderlich, die Ver- schlussschraube v,_ zu öffnen. Der Elektro lyt steigt dann wieder annähernd auf das normale Niveau a, so dass eine vollständige Wiederaufladung auch der obern Teile der negativen Elektrode erfolgen kann.
Wenn bei einem derartigen Sammler auch die negative Elektrode nachgast, das heisst etwa Wasserstoff liefert, dann führt man beide Elektrodenplatten, positive wie negative, normal, das heisst annähernd gleich gross und hoch aus, so dass beim Sinken des Elektrolytspiegels beide Elektroden in den Gasraum hineinragen und die dort auftreten den Gase absorbieren können. In diesem Falle müssen die obern Teile der positiven Platten für die Wasserstoffabsorption, wie oben erwähnt, besonders präpariert werden.
Eine prinzipiell ähnliche Ausführungs form wie .die vorstehend beschriebene ist in Fig. 2 dargestellt. Hier ist der Expansions raum als äussere Hülle um das Element aus geführt, wodurch eine gedrungenere Kon- struktion erzielt wird. Positive und negative Platten sind gleich gross gehalten. Es ist hier also vorausgesetzt, dass beide Elektroden nachgasen.
Fig. 3 stellt ein Element dar, bei wel chem der Plattensatz zum Teil in den Gas raum hineinragt und ausserdem von einem oben und unten offenen Mantel umgeben ist. Der Plattensatz ist ausserdem in einem ge nügend geräumigen Elementbehälter ein gebaut.
Bei Ladung eines derartig gebauten Sammlers bewirken die an den Platten ent stehenden Gasblasen nach dem Prinzip der "Mammutpumpe" einen Auftrieb, so dass der Elektrolyt im Innern des Mantels bis zum obern Rande der Platten ansteigt und da durch eine Aufladung bezw. Regeneration der als Absorptionskörper wirkenden obern Teile erfolgen kann. Nach der Ladung sinkt dann das Niveau des Elektrolyten, und die gegebenenfalls präparierten obern Teile der EIektrodenplatten können als Absorptions- körper in Aktion treten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Galvanisches Element, insbesondere elek trischer Sammler, mit flammenloser Beseiti gung der entstehenden Gase, dadurch ge- kennzeichnet, dass chemisch aktive Körper vorhanden sind, welche die Gase im wesent lichen ohne Ionenreaktion mit dem Elektro lyten unter Bildung chemischer Verbindun gen absorbieren. UNTERANSPRüGHE: 1. Galvanisches Element nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass sol che chemisch aktive Körper vorhanden sind, die bei ,der Absorption der Gase Verbindungen erzeugen, welche durch Elektrolyse wieder in das Ausgangsma terial zurückverwandelt werden können.?. Galvanisches Element nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass die chemisch aktiven Körper mit Katalysa toren versehen sind, welche eine Akti vierung der zur Absorption gelangenden Gase bewirken. 3. Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die chemisch aktiven Körper aus der aktiven Masse der posi tiven und negativen Elektrode des gal vanischen Elementes bestehen. Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die chemisch aktiven Körper aus einer andern Masse bestehen als-die Elektroden des Elementes. 5.Galvanisches Element nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass die chemisch aktiven Körper elektroden- förmig gestaltet und mit Stromzufüh rungen versehen sind. 6. Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die chemisch aktiven Körper mit den Katalysatoren sich so wohl in Berührung mit dem Gasraum, als auch mit dem Elektrolyten befinden. 7.Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die chemisch aktiven Körper in Form von Hilfselektroden an geordnet sind. B. Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteransprüchen 5 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Hilfs elektroden aus dem Elektrolyten heraus nehmbar angeordnet sind. 9. Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteransprüchen 2 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Haupt elektroden des galvanischen Elementes in ihren obern Teilen als Absorptions körper ausgebildet sind und mit diesen Teilen während der Absorption aus dem Elektrolyten herausragen. 10.Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die chemisch aktiven Körper in perforierte metallische Behäl ter eingepresst sind, welche mit den Ka talysatoren plattiert sind. 11. Galvanisches Element nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass mit- telst der entstehenden Gase der Elektro- lytspiegel derart verlegbar ist, dass die chemisch aktiven Körper mit .den Gasen in Berührung gelangen. 12.Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Element ein Expansionsraum angebracht ist, in wel chem beim Auftreten eines Überdruckes im Gasraum der Elektrolyt zum Teil hineingepresst wird, so dass dadurch das aktive Material der Elektroden des Ele mentes teilweise freigelegt wird, also in den Gasraum hineinragt, und die bei der Nachgasung entstehenden Gase absorbie ren kann. 13. Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteransprüchen 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Expan sionsraum nur mit dem Elementraum in Verbindung steht und sonst allseitig ge schlossen ist. 14. Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteransprüchen 11 bis 13.dadurch gekennzeichnet, dass der Expan sionsraum ein komprimierbarer Behälter ist. 15. Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteransprüchen 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Expan sionsraum mit einem leicht kompres- siblen Material ausgefüllt ist. 16. Galvanisches Element nach Patentan spruch und Unteranspruch 11, gekenn zeichnet durch einen seitlich um .den Plattensatz gelegten, oben und unten offenen Mantel, der nach dem Prinzip der Mammutpumpe bei der Ladung durch die an dem Plattensatz entstehen den Gasblasen ein Steigen des Elektro lyten in seinem Innern bewirkt. 17.Galvanisches Element nach Patentan spruch, mit einer nur unbedeutend nach gasenden Hauptelektrode, dadurch ge kennzeichnet, dass die Platten dieser Elektrode grösser gehalten sind und bei Erniedrigung des Elektrolytspiegels al lein in den Gasraum hineinragen und alsdann die von der stärker nachgasen- des Hauptelektrode gelieferten Gase ab sorbieren. 18. Galvanisches Element nach Patentan spruch, gekennzeichnet durch einen gas dichten Verschluss des ganzen Elementes.
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