Kontaktgewebe aus Metalldrähten. Gegenstand der Erfindung ist ein Kon taktgewebe aus Metalldrähten für die Durch führung chemischer Reaktionen in der Gas- oder Dampfphase, zum Beispiel der Oxyda tion von Ammoniak.
Es ist bereits bekannt, für die genannten Zwecke Kontakte in Form von Netzen zu verwenden, bei denen die Metallfäden in so- genannten einfacher Kreuzgewebebindung, sogenannte Tuch- oder Leinwandbindung, miteinander verwebt sind. Im allgemeinen verwendet man dabei zu Erzielung möglichst grosser Oberflächen Drähte von sehr hohem Feinheitsgrad, zum Beispiel Platindrähte von etwa 0,04 bis<B>0,06</B> mm Durchmesser.
Die Be rührungsstellen der Schussfäden mit sämt lichen Kettfäden und der Kettfäden mit sämtlichen .Schussfäden stellen gleichzeitig Bindungen dar. Abgesehen von dem grossen Oberflächenanteil, welcher durch die grosse Zahl der Bindungsstellen der Kontaktwir kung entzogen ist, ist an zahlreichen Stellen durch die Überlagerung der Fäden eine Be rührung mit dem Gasstrom ausgeschlossen.
Ausser diesem Nachteil haben diese Netze noch den Mangel, dass die mechanische Bean- spruchbarkeit aderartiger Gewebe infolge der zahlreichen Umkehrstellen der Fäden pro Flächeneinheit sehr gering ist. Jeder Schuss faden legt sich in seinem Verlauf quer durch die Kette abwechselnd einmal über und hier auf unter einen Kettenfaden.
Diese hohe Beanspruchung des Einzelfadens auf Bie gung führt zu einem vorzeitigen Verschleiss der Netze und bringt es mit sieh, dass ge wisse Fadenstärken als Mindestmass betrach tet werden müssen, wenn nicht eine allzu geringe Lebensdauer in Kauf genommen werden soll.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, andere Verwebungsarten, nämlich die Köper- bindung, und zwar sowohl als Kreuzgewebe, als auch als köperähnliches Tressengewebe zu verwenden. Die mechanische Widerstands- fähigkeit dieser Gewebearten gegenüber den schlicht gewebten Gebilden, das heisst Ge weben in sogenannter einfacher Kreuzbin- dung, ist hier eine grössere. Ausserdem wird ein geringerer Teil der Fadenoberflächen der Kontaktwirkung entzogen.
Als besonders vorteilhaft hat man bei diesen Geweben die Möglichkeit angesehen, ohne Gefährdung der mechanischen Festig keit feinere Fadenstärken verwenden zu kön nen, weil .der Einzelfaden in -diesen Geweben nicht in einem Masse, wie dies bei Leinen geweben der Fall ist, auf Verknickung und Biegung beansprucht wird.
Für die Verwendung von Tressengeweben war bisher vor allem massgebend, die Dicht lagerung der @Schussfäden, da man glaubte, hierdurch eine besondere Festigkeit gegen über den strömenden Gasen erreichen zu können.
Es wurde nun gefunden, dass man die mechanische Widerstandsfähigkeit von Kon taktnetzen erheblich steigern kann, und da mit die Lebensdauer .dieser Netze we sentlich erhöhen kann, wenn man Köper netze verwendet, hierbei aber den Schussfaden gegenüber dem Bettfaden verstärkt hält. Eine deraitige Verstärkung einer Fadenrich tung ist bei den üblichen einfachen Kreuz geweben in Leinenbindung ohne Gefährdung des Netzverbandes nicht möglich.
Gegenüber den bekannten Köpergewe- ben, die zwar an sieh äusserst vorteilhafte Eigenschaften besitzen, wird- nicht nur die mechanische Widerstandsfähigkeit gesteigert, sondern auch .die wirksame Oberfläche der Gewebe pro Flächeneinheit noch vergrössert.
Gegenüber Tressengeweben schliesslich er weisen sieh Gewebe gemäss der Erfindung, das heisst also solche mit verstärktem Schuss faden, als vorteilhaft, da sich überraschen derweise gezeigt hat, dass nicht eine beson dere Dichtheit des Gewebes erforderlich ist, um den Beanspruchungen bei Gasreaktionen und dergleichen genügen zu können,
sondern dass vielmehr .durch die besondere Art der Tressenverwebung bedingte schwerwiegende Nachteile, wie hohes Gewicht der Koritakt- netze, damit Erschwerung der Anordnung in den Kontakträumen, erhöhter Widerstand gegenüber den strömenden Gasen und die .da mit verbundenen Nachteile, wie schädliche Strömungswirbel usw. vermieden w__ erden müssen.
Zweckmässig verwendet man ungleich- seitige Köperbindung, da hierdurch Ver luste an Kontaktmaterial weitgehend ver ringert werden können. Bei Anwendung der einfachen Leinenbindung hat sieh nämlich gezeigt, dass besonders die Knickstellen Strö mungswirbel hervorrufen, die sich dem Gas strom entgegenwerfen, die.
Strömungsge schwindigkeit verringern, das heisst die an den Netzdrähten auftretenden mechanischen Kräftewirkungen erhöhen und bei hohen Ver lusten an Kontaktmaterial, zum Beispiel Pla tin, zu vorzeitigem Verschleiss führen.
Es hat sich gezeigt, dass durch die erheb liche Verringerung der Zahl an Fadenknick stellen bei der ungleichseitigen Köperbin- dung und durch die geringere Dichte des Fadenverbandes bei !der göperbindung an sieh diese Erscheinungen, wie sie insbeson dere bei Leinenbindung zu beobachten sind, praktisch vollkommen vermieden werden, während die Tressenbindung, wie bereits oben erwähnt,
selbst bei Verringerung der Knickstellen durch die dichtere Art der Fadenlagerung diesen Vorteil nicht besitzt.
Die an sich zur Ermöglichung eines hohen Durchsatzes wünschenswerte Steige rung der Strömungsgeschwindigkeit ist also in hohem Masse abhängig von .der Zahl der dem Gasstrom entgegengesetzten Knickstel len. Ungleichseitige Köpergewebe, beispiels weise mit einer Bindung 5 : 1, das heisst solche, bei denen auf sechs Keafäden eine Knickstelle im Schussfaden kommt, und wo bei die sichtbar glatte Seite dem Gasstrom zugekehrt ist, setzen daher dem strömenden Gas den geringsten Widerstand entgegen und zeigen .damit eine wesentlich höhere Lebensdauer.
Die Erhöhung der Drahtstärken für die Schussfäden, zweckmässig unter Verminde- rung der Drahtstärke der Keafäden, gestat- tet bei gleichbleibender Maschenzahl, Ge webe bereitzustellen, deren Gewicht dem ge wöhnlichen Kreuzgewebe gleichbleibt, und deren spezifische Oberfläche bedeutend ver grössert ist, ohne wesentliche Vergrösserung des Widerstandes in Kauf nehmen zu müs sen, wodurch zum Beispiel die Platinver luste unter den bisher üblichen Verlusten gehalten werden können.