CH181243A - Verfahren zur Herstellung einer Mischung von Stickstoff und Wasserstoff. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer Mischung von Stickstoff und Wasserstoff.

Info

Publication number
CH181243A
CH181243A CH181243DA CH181243A CH 181243 A CH181243 A CH 181243A CH 181243D A CH181243D A CH 181243DA CH 181243 A CH181243 A CH 181243A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
gases
hydrogen
nitrogen
air
steam
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Montecatini Societa G Agricola
Original Assignee
Montedison Spa
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Montedison Spa filed Critical Montedison Spa
Publication of CH181243A publication Critical patent/CH181243A/de

Links

Landscapes

  • Hydrogen, Water And Hydrids (AREA)

Description


  Verfahren zur Herstellung einer Mischung von     Stickstoff    und     Wasserstoff.       Wie bekannt, gehen zahlreiche Anlagen  für die     Ammoniaksynthese    von aus Wasser  gas erhaltenem Wasserstoff aus. Jenes     wird     in den gewöhnlichen, bei atmosphärischem  Druck arbeitenden Generatoren erzeugt; hier  auf wird es mit Wasserdampf umgesetzt, so  dass der grösste Teil des Kohlenoxyds in  Kohlendioxyd verwandelt wird; in der Folge  wird es auf ungefähr 25     Atm.    komprimiert  und der Waschung mit Wasser zwecks  Absorbierung des Kohlendioxyds unterwor  fen;

   der so erhaltene Wasserstoff wird noch  verschiedenen     Behandlungen    unterworfen, um  die noch anwesenden kleinen Mengen Kohlen  oxyd, Methan und anderer Verunreinigungen  zu entfernen, und wird schliesslich in den  geeigneten Verhältnissen mit dem in geson  derten Anlagen hergestellten Stickstoff ver  einigt, um die Gasmischung für die     Ammo-          niaksynthese    zu bilden.  



  In vorliegender Erfindung wendet man  die     Wassergasreaktionen    dergestalt an, dass    die Mischung von Stickstoff und Wasser  stoff auf einfachere und billigere Art     erhal-          ten        wird:        Durch        Einwirkung        einer     auf Kohle     unter    Druck  wird eine im wesentlichen aus Wasserstoff,  Stickstoff und Kohlendioxyd bestehende Gas  mischung erzeugt, welche fast vollständig  vom Kohlenoxyd befreit ist;

   diese braucht  nicht mehr mit Wasserdampf umgesetzt zu  werden und befindet sich schon beim nötigen  Druck, um die vollständige Entfernung des  Kohlendioxyds und kleiner Mengen Kohlen  oxyd, Methan und andere Verunreinigungen  auf gebräuchliche Art zu bewerkstelligen;  die in den Generator eingeblasene Luft ist  dergestalt bemessen, dass die erhaltene       Wasserstoff-Stickstoffmischung    sich im für  die     Ammoniaksynthese    geeigneten Verhält  nisse befindet.  



  Die grundsätzlichen stattfindenden Reak  tionen sind, wie in einem gewöhnlichen       Wassergasgenerator,    die folgenden:      C     -I-        H20    = CO     -}-        HZ    - 39 Kai. (1)  CO     -f-    H20 = C02     -f-        HZ        --i-    10     Kal.    (2)  2 CO = C     -f-        C02        -I-    39     Kal.    (3)  Die     Reaktion    2 wird, da sie ohne Volu  menänderung     stattfindet,    nicht vom Druck  beeinflusst.

   Die mit Volumenveränderung  stattfindende Reaktion 3 wird stark durch  die Druckerhöhung     begünstigt,    so dass der  grösste Teil des Kohlenoxyds in Kohlen  dioxyd verwandelt     wird;    gleichzeitig wird,  da die     Reaktion        exotherm    verläuft, die     Endo-          thermizität    der Reaktion 1 grösstenteils aus  geglichen; es genügt     hinmit    die Anwendung  einer     relativ    .geringen Wärmemenge, um die  Gasbildung fortlaufend zu gestalten, welche  Bedingung für ein Druckverfahren unent  behrlich ist.

   Indem man mit dem Dampf eine  bestimmte Menge an Sauerstoff angereicher  ter Luft einführt, erhält man einerseits die  notwendige Wärmeentwicklung und ander  seits eine solche Menge Stickstoff, dass bei  den gebildeten Gasen das gewünschte Ver  hältnis zum     VTasserstoff    erzielt wird.

   Man  kommt so zu folgender     Reaktion:     
EMI0002.0026     
  
    Luft
<tb>  8C+02+02+4Nz+12H20=
<tb>  8 <SEP> COZ <SEP> -f- <SEP> 4 <SEP> (N2 <SEP> -I- <SEP> 3 <SEP> H2) <SEP> (4)       Es ist jedoch hervorzuheben, dass der  Kohlenstoff, das Kohlenoxyd und das Koh  lendioxyd im Generator mit Wasserstoff       unter    Bildung von Methan reagieren können,  welche Reaktionen durch die Druckerhöhung  begünstigt werden und anderseits möglichst  verhindert werden müssen,     weil    sie einen Ver  lust an Wasserstoff     mit    sich bringen und  auch weil die Reinigung der Gase um so  kostspieliger wird, je höher der anwesende  Prozentsatz an Methan ist.  



  Es ist von uns festgestellt worden, dass  man die Reaktion 4 bei     gleichzeitiger,    fast  vollständiger Vermeidung der     Methanbildung     erzielen kann, wenn die     Kohlenvergasung    bei  10 bis 20     Atm.        stattfindet,    bei einer Tempe  ratur, welche je nach der     Reaktivität    der  Kohle zwischen 650     und   <B>800'</B> schwanken  kann, unter Verwendung eines starken Über-    Schusses an Wasserdampf, und zwar mehr als  10 Volumen Dampf für 1 Volumen Sauer  stoff.  



  Unter solchen Bedingungen ist zur Ver  billigung des Verfahrens notwendig, dass die  fühlbare Wärme des aus dem Generator strö  menden Gases sorgfältig zur     Vorwärmung     der     Dampf-Luft-Sauerstoffmischung    zurück  gewonnen wird; ausserdem lohnt es sich,  einen Teil .des im Überschuss verwendeten  Dampfes zurückzugewinnen, indem man die  Luft- und     Sauerstoffmischung        mittels    des  heissen Kondenswassers     sättigt.     



  Die Entfernung des im erzeugten Gag  anwesenden Kohlendioxyds kann vermittelst  Absorbierung in Wasser unter Druck erzielt  werden, und schliesslich kann die Wasser  stoff-Stickstoffmischung .des weiteren von  den kleinen Mengen Methan und Kohlenoxyd  durch Waschung mit flüssigem     Stickstoff    ge  reinigt werden. Bei Anwendung dieser Me  thode erzielt man einen hohen     Reinheitsgrad     und erhält .gleichzeitig als Nebenprodukt die  zur Anreicherung der in den     Generator    ein  zuführenden Luft     notwendige    Sauerstoff  menge.

   Eine     Ausführungsart    des Generators  ist in .der beigefügten     Zeichnung    wieder  gegeben, ohne deshalb die Erfindung auf  die dargestellten Einzelheiten zu beschränken.  



  Die     Luft-Sauerstoffmischung    wird unter  einem Druck von 10 bis 20     Atm.    bei 1 in  die Kolonne 2 eingeführt, in welche von oben  aus dem Rohr 3 das heisse Kondenswasser       herabsprüht    und wo sie sich mit Wasser  dampf sättigt; beim Austritt aus der Kolonne  wird sie an Frischdampf aus dem Rohr 4  angereichert; die so erhaltene     Luft-Sauer-          stoff-Dampfmischung    wird vorerst durch den       Wärmeaustauscher    5 geschickt, welcher im  Gegenstrom vom heissen Gase durchlaufen  ist;

   hierauf wird sie durch den drehbaren       Rost    6 in .den Ofen     eingeführt.    Das her  gestellte, einen starken Überschuss an Dampf  enthaltende Gas wird nach     Durchströmung     des     Wärmeaustauschers    5 in einen äussern  Mantel zwecks     Vorwärmung    des zur Dampf  erzeugung bestimmten, in der Schlange 7 be  findlichen Wassers eingeführt und strömt      durch 8 aus (9 und 10 stellen den Ein- und  Austritt des vorzuwärmenden Wassers dar).  Mittels der verwendeten Anordnung wird die  Aussenwand 11. bei einer genügend     niederen     Temperatur erhalten, um dem innern Druck  zu widerstehen. Das warme Kondenswasser  wird durch die Pumpe 12 in die Sättigungs  kolonne eingeführt.

   Die Beschickung des  Generators mit Kohle wird durch einen       Trichter    13 mit .doppeltem Verschluss ermög  licht, während die     Entfernung    .der Verbren  nungsrückstände durch den drehbaren Rost 6  stattfindet, welcher durch die     Vorrichtung    14  bewegt wird, die die Asche in den Trichter  15 mit doppeltem Verschluss entlädt. Die  Reaktionstemperatur kann sowohl durch Ver  änderung der der Luft beigemengten Sauer  stoffmenge geregelt werden, als durch un  mittelbare Zuleitung der     Dampf-Luft-Sauer-          stoffmischung    zum Unterteil des Generators  vermittels der     Umführungsleitung    16, ohne  den     Vorwärmer    5 zu durchströmen.  



  Im Falle, dass kein billiger     Sauerstoff    zur  Verfügung steht, kann vorteilhaft die kleine  noch nötige Wärmezuführung durch elek  trische Heizung des Generators erzielt wer  den, da die einzublasende Luftmenge auf die  Bedingung beschränkt ist, den Stickstoff  gehalt der gebildeten Gase innerhalb eines  gewissen Prozentsatzes zu erhalten.  



  Die hauptsächlichen Vorteile des be  schriebenen Verfahrens, im Vergleich zum  schon bekannten Verfahren zur Wasserstoff  gewinnung aus Wassergas, sind die folgenden:  1. Höhere Gaserzeugung pro Raumeinheit  des Generators infolge des Druckes;  2. Fortlaufender Arbeitsgang des     Gene-          rators;     3. Vermeidung der Umsetzungsphase des  Kohlenoxyds mit Wasserdampf;  4. Vermeidung der gesonderten     gtick-          stofferzeugung;     5.     Vermeidung    .der kostspieligsten Phase  der Komprimierung der Synthesemischung,  welche beispielsweise schon bei einem Druck  von 10 bis 20     Atm.    erhalten     wird.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCII: Verfahren zur Herstellung einer für die Ammoniaksynthese geeigneten Stickstoff- Wasserstoffmischung, dadurch gekennzeich net, dass man durch Einwirkung einer Wasserdampf-Luftmischung auf Kohle unter Druck ein im wesentlichen aus Wasserstoff, Stickstoff und Kohlendioxyd bestehendes Gas erzeugt, aus welchem hierauf das Koh lendioxyd und kleine Mengen Kohlenoxyd, Methan und andere Verunreinigungen ent fernt werden. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Wasserdampf- Luftmischung eine gewisse Menge .Sauer stoff hinzugefügt wird, so dass die Endo- thermizität der Reaktion ausgeglichen wird, trotzdem die Lufteinführung auf die zur Erhaltung .des gewünschten Verhält nisses zwischen Stickstoff und Wasserstoff in den gebildeten Gasen notwendige Menge beschränkt ist. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man elektrisch eine gewisse Wärmemenge zuführt, so dass die Endothermizität der Reaktion ausgegli chen wird, trotzdem die Lufteinführung auf die zur Erhaltung des gewünschten Verhältnisses zwischen Stickstoff und Wasserstoff in den gebildeten Gasen not wendige Menge beschränkt ist. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die einströmenden Gase auf Kosten der fühlbaren Wärme der ausströmenden Gase vorgewärmt werden. 4.
    Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmeaustausch zwischen den einströmenden und den aus strömenden Gasen in einem Wärmeaus- tauscher stattfindet, welcher den Genera tor, in dem sich die Umsetzung vollzieht, umgibt, so dass dessen Aussenwand bei einer genügend niedrigen Temperatur er halten wird, um dem innern Druck zu widerstehen. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der in den gebildeten Gasen enthaltene Überschuss an Dampf zur Vorwärmung des zur Dampferzeugung be stimmten Wassers verwendet wird. 6.
    Verfahren nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das aus dem über schüssigen Dampf gebildete warme Kon denswasser zur Sättigung der einströmen den Gase vor Hinzufügung des Frisch dampfes verwendet wird. 7. Verfahren nach Unteranspruch 4, .dadurch gekennzeichnet. dass die Regelung der Reaktionstemperatur erzielt wird, indem ein Teil der Luft unmittelbar in den Generator ohne Durchlaufung des Wärme austauschers eingeführt wird.
CH181243D 1934-02-02 1935-01-16 Verfahren zur Herstellung einer Mischung von Stickstoff und Wasserstoff. CH181243A (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
IT181243X 1934-02-02

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH181243A true CH181243A (de) 1935-12-15

Family

ID=11152152

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH181243D CH181243A (de) 1934-02-02 1935-01-16 Verfahren zur Herstellung einer Mischung von Stickstoff und Wasserstoff.

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH181243A (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP4112540A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur erzeugung von wasserstoff aus ammoniak
DE3140028C2 (de) Verfahren zur Untertagevergasung
DE112010005033B4 (de) Verfahren zur Vermehrung von Koksofengas durch die Verwendung von Kohlendioxid
DE1717156A1 (de) Verfahren und Apparatur zur Dampfreformierung von Kohlenwasserstoffen
DE60100415T3 (de) Verfahren zur Herstellung von Synthesegas für die Herstellung von Benzin , Kerosin und Gasöl
DE112020005178T5 (de) Ammoniak-Derivat-Produktionsanlage und Ammoniak-Derivat-Produktionsverfahren
DE1944307A1 (de) Turbinenkraftwerksprozess
DE102019008016A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Kohlenmonoxid durch reverse Wassergas-Shift
DE2335659C2 (de) Verfahren zur Erzeugung eines methanhaltigen Gases
AT149358B (de) Verfahren zur kontinuierlichen Erzeugung von Wassergas.
DE2263343C2 (de) Verfahren zur Erzeugung eines Reduktionsgases
DE2603204C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Methanol
DE1920001A1 (de) Verfahren zur Erzeugung eines Synthesegases fuer die Herstellung von Ammoniak
CH181243A (de) Verfahren zur Herstellung einer Mischung von Stickstoff und Wasserstoff.
DE1567709A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Synthesegas
DE1792020A1 (de) Verfahren zum Vergasen von Kohlenwasserstoffen
DE551761C (de) Verfahren zur Erzeugung von stickstoffarmem Starkgas
AT149337B (de) Verfahren zur Herstellung einer für die Ammoniaksynthese geeigneten Gasmischung durch fortlaufende Vergasung der Kohle unter Druck.
DE2943356A1 (de) Verfahren zur gemeinsamen herstellung von ammoniak und methanol
DE2200004A1 (de) Verfahren zur erzeugung eines methanreichen mit erdgas austauschbaren gases
DE1964916A1 (de) Verfahren zur Reformierung von Kohlenwasserstoffen zwecks Herstellung von Synthesegas fuer die Ammoniaksynthese
DE2948389A1 (de) Erzeugung von kohleschwachgasen
DE1924642A1 (de) Verfahren zur Erzeugung eines Synthesegases fuer die Herstellung von Ammoniak
DE574081C (de) Verfahren zur Aufarbeitung von Koksofengas
CH112360A (de) Verfahren zur Herstellung eines Kohlenmischgases.