CH181296A - Verfahren zur Raffination von Blei. - Google Patents
Verfahren zur Raffination von Blei.Info
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Description
Verfahren zur Raffination von Blei. Es ist bekannt, die Raffination von Blei, das heisst die Entfernung von Zinn, Antimon, Arsen, Zink, Schwefel und andern im Roh blei enthaltenen Fremdbestandteilen in der Weise durchzuführen, dass die geschmolzenen Ausgangsmaterialien mit Oxydationsmitteln behandelt werden, wobei diese Nebenbestand teile wegen ihrer im Vergleich zum Blei grösseren Verwandtschaft zum Sauerstoff oxy diert werden. Als Oxydationsmittel verwen det man bei einer Reihe von neueren Raffi- nationsverfahren Chemikalien, z. B. Salpeter, dem man als Flussmittel geschmolzene Ätz- alkalien oder dergleichen zumischt.
Bei die ser Arbeitsweise lässt sich wohl eine befrie digende Trennung des Bleis von seinen Begleitmetallen erreichen, doch -ist die er forderliche Apparatur sehr kostspielig und die Aufarbeitung der gebildeten Metallsalze und die damit verbundene Rückgewinnung der Chemikalien schwierig und umständlich. Es wird daher auch heute noch fast all gemein das alte Verfahren der Bleiraffination mit geringfügigen Änderungen angewendet, bei welchem die Oxydation der Fremdme talle mittels Luft durchgeführt wird.
Dies geschieht in der Weise, dass über das ent sprechend hoch erhitzte Bleibad in einem feststehenden Flammofen ein Luftstrom hin weggeführt wird und die dabei auf der Ober fläche des Bleibades sich bildenden Ab striche, das sind Verbindungen der Fremd metalloxyde mit Bleioxyd, von-Zeit zu Zeit mit geeigneten Geräten abgezogene werden.
Die Nachteile dieses Verfahrens liegen in der verhältnismässig grossen Zeitdauer für die Raffination, dem hohen Brennstoffver brauch, dem raschen Verschleiss an Ofen und den unbefriedigenden Ausbeuten. Diese Nachteile haben ihre Ursache darin, dass die. Oxydation vorwiegend an .der Oberfläche des Metallbades vor sich geht und dass bei dieser Arbeitsweise die gebildeten Abstriche sehr hoch bleihaltig sind, so dass namhafte Anteile des Bleigehalts der Ausgangsstoffe in Form minderwertiger Rückstände anfallen.
Die Anmelder haben nun ein Verfahren gefunden, mit welchem gegenüber diesem bekannten Verfahren in mehrfacher Hinsicht wesentliche Vorteile erzielt werden. Dies wird dadurch erreicht, dass die Raffination des Rohbleis mittels Bleioxyds durchgeführt wird, wobei die Bildung dieses Bleioxyds und dessen Einwirkung auf die Metall schmelze in einem Drehrohrofen erfolgt.
Durch die Drehung des Ofens findet eine ständige Erneuerung und Vergrösserung der Metallbadoberfiäche statt. Der von den Ofen wänden mitgenommene Bleifiltn wird, sobald er mit der in den Heizgasen noch vorhan denen Luft in Berührung kommt, oxydiert. Bei der weiteren Drehung des Ofens gelangt das gebildete Bleioxyd unter das Metallbad, wo es die leichter als Blei oxydierbaren Metalle in Oxyde verwandelt und selbst wieder zu Blei reduziert wird.
Die Verwendung von Bleioxyd als Oxy dationsmittel ist an sich bekannt, doch war es bei den älteren Verfahren, bei welchen Bleioxyd als Oxydationsmittel dem Bleibad zugesetzt wurde, unvermeidlich, dass ein Teil dieses Bleioxyds unter dem Einfiuss des Luft sauerstoffes mit entstandenen höheren Oxy dationsprodukten des Sn, Sb und As Ver bindungen einging. Hierbei ging nicht nur die oxydierende Kraft des Bleioxyds verloren, sondern es waren damit auch Bleiverluste verbunden. Ausserdem war die Umsetzung bei dem verwendeten Bleibad nur im Wege einer langsam verlaufenden Reaktion möglich.
Bei dem vorliegenden Verfahren hingegen, bei welchem infolge der Rotation des Ofens eine ständige lebhafte Umsetzung erfolgt, können Verluste durch Bildung höherer Oxy dationsprodukte nicht entstehen, weil die Einwirkung des Bleioxyds auf die Verun reinigungen des Bleibades vorwiegend unter halb dieses Bleibades, demnach unter Aus schluss des Luftsauerstoffes, vor sich geht. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist die im. Vergleich zu den bekannten Verfahren bedeutend bessere Wärmeausnützung, da die an die Wölbung und die Seitenwände des Ofens abgegebene Wärme auf das Metallbad auch als Bodenbeheizung zur Einwirkung gelangt.
Es wird dadurch nicht nur die Wärme der Heizgase besser verwertet, son dern auch die bei der Oxydation der einzelnen Metalle im Ofen selbst freiwerdende Wärme für das Raffinationsverfahren nutzbar gemacht.
Die zur Ausführung des Verfahrens be nötigte Apparatur ist ganz besonders einfach und' billig, der Verschleiss des Ofenfutters infolge der gleichmässigen Wärme- und Ma terialverteilung gering, der Raumbedarf für gleiche Leistung im Vergleich zu den älteren Verfahren ungleich kleiner. Die bei der Raffination anfallenden Rückstände können dann im selben Ofen unter Zugabe von Re duktionskohle in entsprechende Metallegie rungen aufgearbeitet werden.
Das neue Verfahren bietet also die Vor teile einer wesentlichen Abkürzung der Raf- finationsdauer, einer Verringerung des Brenn stoffaufwandes, einer Erhöhung der Ausbeute, einer billigeren Apparatur, eines geringeren Verschleisses und eines kleineren Raum bedarfs.
<I>'</I> Ausführungsbeispiel: In einem mit feuerfesten Steinen aus gekleideten Drehrohrofen von 2 m Länge und 60 cm lichter Weite wird 1000 kg Roh blei eingebracht und durch eine an einer Stirnwand des Drehofens angebaute Kohlen feuerung auf Rotglut erhitzt. Nach dem Schmelzen des Metalles wird dem Ofen eine langsam drehende Bewegung (eine Umdre hung pro Minute) erteilt. Bei einem Blei- gehat des Rohbleis von 99,4 /o (Rest: Anti mon,' Zinn und Zink) werden die Fremd bestandteile in etwa 30 Minuten restlos oxydiert.
Der Kohlenbedarf beträgt zirka 2% vom eingesetzten Blei. Das Ausgiessen des raffinierten Bleis erfolgt in bekannter Weise durch eine in der Ofenwandung an gebrachte verschliessbare Abstichöffnung.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Raffination von Blei zwecks Entfernung von leichter als Blei oxydier- baren Bestandteilen mittels Bleioxyd, da- durch gekennzeichnet, dass die Bildung des Bleioxyds und dessen Einwirkung auf die Metallschmelze in einem Drehrobrofen erfolgt.
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