CH181299A - Verfahren zur Herstellung von Schnittwerkzeugen mit weichem Grundmaterial, deren Schneidkanten durch Auftragsschweissung gebildet werden, und nach diesem Verfahren hergestelltes Schnittwerkzeug. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Schnittwerkzeugen mit weichem Grundmaterial, deren Schneidkanten durch Auftragsschweissung gebildet werden, und nach diesem Verfahren hergestelltes Schnittwerkzeug.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Schnittwerkzeugen mit weichem Grundmaterial, deren Schneldkanten durch Auftragsschweissung gebildet werden, und nach diesem Verfahren hergestelltes Schnittwerkzeug. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zur Verstellung von Schnittwerkzeu gen mit weichem Grundmaterial, deren Sehneidkanten durch Auftragsschweissung aus einer von einem Schweissstab abgeschmol zenen Legierung, die härter ist als das Grundmaterial, gebildet werden.
Es nehmen die Schnittwerkzeuge insofern eine .Sonderstellung ein, als ihre Schneidkan- ten wesentlich höheren Beanspruchungen, vor allem auf Stoss, ausgesetzt sind als diejeni gen der spanabhebenden Werkzeuge. In folgedessen können die für die Herstellung der letzteren benutzten Schweissverfahren nicht ohne weiteres auf die Herstellung von Schnittwerkzeugen übertragen werden.
Viel mehr erfordern diese eine ganz besonders innige Verbindung des aufgetragenen Edel werkstoffes mit dem weicheren Grundmate rial, ein dichtes, einheitliches Gefüge und eine durch den Schweissprozess unveränderte Zusammensetzung des Materials der Schneid kanten: Ferner darf der einem solchen Schweissverfahren grundsätzlich eigene Vor teil der Ersparnis von teuren Werkzeug stählen nicht durch kostspielige und um ständlich zu handhabende Sondereinrichtun gen wieder verloren gehen.
Das erfindungsgemässe Verfahren dient der Lösung dieser Aufgabe und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung vermittels eines elektrischen Lichtbogens in einer re duzierenden Wasserstoffatmosphäre vom Schweissstab, der keine Umhüllung aufweist, abgeschmolzen wird.
Das nach diesem Verfahren hergestellte, ebenfalls Gegenstand der Erfindung bil dende Schnittwerkzeug besitzt einen Grund körper aus Guss, dessen Arbeitskanten mit in geschmolzenem Zustande auf das Grund- material aufgetragenem Edelwerkstoff be wehrt sind.
Die Zeichnung bezieht sich auf Aus führungsbeispiele des Erfindungsgegenstan des.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch Stempel und Matrize eines fertigen Schnitt- werkzeuges, Fig. 2 einen Grundriss der Matrize allein, während die Fig. 3, 4 und 5 eine zu bildende Schneid kante dieses Werkzeuges vor, während und nach dem Auftragen des Edelmaterials dar stellen; Fig. 6 und 7 zeigen ein weiteres Werk zeug.
Der Grundkörper a für den Stempel ebenso wie der Grundkörper b für die Ma trize weisen an den, Stellen, an denen die Schneidkanten c des '\Verkzeuges entstehen sollen, annähernd die Umrisse dieser Schneidkanten auf. Eine genaue vorherige Bearbeitung dieser Stellen, sowie der sonsti gen Flächen der Grundkörper ist bis auf die zur Auflage an der Maschine bestimmten, ebenen Flächen d und e nicht erforderlich, da die zu bildenden Schneidkanten c später über die angrenzenden Flächen der Grund körper hinausragen.
Die Grundkörper be stehen aus gewöhnlichem Grauguss, sie kön nen aber auch aus Stahlguss, gewöhnlichem Flusseisen- und andern billigen Eisensorten bestehen. Die Kanten f von Stempel und Matrize sind etwas gebrochen und bilden die Grundfläche zum Auftragen des Edelmate rials in geschmolzenem Zustande.
Das Niederschmelzen des Edelmaterials (Fig. 4) geschieht in der Weise, dass mit Hilfe des zwischen den beiden Wolframeleh- troden g und h gezogenen Lichtbogens i die Kante f an einer verhältnismässig kleinen Stelle schnell auf Schweisshitze gebracht und gleichzeitig von dem Schweissstab k das in besonders vorteilhafter Zusammensetzung aus 4 bis 5 % Chrom, 0,2 bis 0,3 % Molyb- dän, zirka 0,5 % Kohlenstoff, im übrigen aus Eisen bestehende Edelmaterial Tropfen für Tropfen abgeschmolzen wird,
wobei durch Zufuhr von Wasserstoff aus dem Röhrchen 1 dafür gesorgt ist, dass keine Oxydation des Chroms bezw. der andern Bestandteile des Edelmaterials eintreten kann. Dadurch wird sowohl die unveränderte Zusammensetzung des Edelmaterials, als auch eine einwand freie Schweissung erhalten.
Der Schweissstab k wird ohne jede Des- oxydations- oder Flussmittel enthaltende Um hüllung niedergeschmolzen. Er wird dadurch einmal sehr billig, da man einfach aus dem Edelmaterial hergestellte -Blechstreifen ver wenden kann, zum andern wird die Gefahr der Verunreinigung der Schweisse bezw. der Porenbildung in der Schweisse ausgeschaltet. ein Übelstand, der bei umhüllten Schweiss stäben durch mit hineingeratene Teilchen der Umhüllung stets einzutreten pflegt.
Nachdem genügend Edelmaterial in auf der Kante f aufgetragen ist (Fig. 5), werden die Schneidhanten o zu der in Fig. 1 darge stellten Form angeschliffen. Es ist ersicht lich, dass man die Schneidkanten c, wenn sie stumpf geworden sein sollten, jederzeit leicht nachschleifen kann, ohne den Grundkörper a bezw. b mit angreifen zu müssen.
Die Massnahme, den Edelwerkstoff durch den elektrischen Lichtbogen in einer schüt zenden Wasserstoffatmosphäre niederzu- schmelzen, erhält hier eine erhöhte Bedeu tung insofern, als es nur hierdurch möglich ist, den Edelwerkstoff, genügend schnell von dem Schweissstab abzuschmelzen und mit dem nur an einer kleinen ,Stelle auf Schweiss hitze gebrachten Material des Grundkörpers einwandfrei zu verschweissen, ohne dass das Grundmaterial in erheblichem Masse eben falls geschmolzen oder sogar mit dem Edel inaterial verrührt werden russ. Auch braucht der Grundkörper nicht vorher auf.
Rotglut erhitzt zu werden, wie es bei einigen der be kannten Verfahren zur Herstellung von Werkzeugen durch Auftragsschweissung er forderlich ist. Infolgedessen können die Schneidkanten grosser, schwerer Schnittwerk zeuge bei Beschädigung derselben ohne Her ausnahme der Werkzeuge aus der Presse an Ort und Stelle ausgebessert werden, was eine erhebliche Ersparnis an Zeit und Arbeit be deutet. Ein vorheriges Erhitzen des ganzen Grundkörpers bedingt das Vorhandensein entsprechend grosser Glühöfen und führt un weigerlich zum Verziehen des Werkstückes.
Rühren oder Vermengen des aufgeschmol zenen Edelmaterials mit dem Grundmaterial hat unkontrollierbare Zusammensetzung und daher mangelnde Beschaffenheit des Mate rials der Schneidkanten zur Folge. Auch würde der abgeschmolzene Edelwerkstoff zusammen mit dem ebenfalls in schmelzflüs sigem Zustande befindlichen Grundmaterial sofort von der Kante des Grundkörpers her unterlaufen, falls nicht besondere, die Mani pulation erschwerende Vorkehrungen da gegen getroffen wurden.
Ein nachträgliches Vergüten des aufgeschmolzenen Edelmate rials durch Anlassen oder durch mechanische Behandlung erübrigt sieh, da dasselbe nach dem Aufschmelzen ein dichtes, porenfreies Gefüge und in niedergeschmolzenem Zu stande eine Brinellhärte von 500 bis 600 bei ausreichender Zähigkeit besitzt.
Das beschriebene Verfahren lässt sich leicht und mit Sicherheit ohne besondere Ge- schiel.:lichkeit ausführen und sein Anwen dungsbereich ist unabhängig von der Grösse der danach herzustellenden Werkzeuge., wäh rend die wirtschaftlichen Vorteile gegenüber der Herstellung des ganzen Werkzeuges aus hochwertigem Stahl bezw. gegenüber der Verwendung besonderer, mechanisch oder durch Schweissen befestigter Einsätze aus Werkzeugstahl an den Schneidkanten gerade bei Werkzeugen grosser Schnittlänge ganz bedeutende sind.
Dass der Edelwerkstoff durch Auftrags schweissung bezw. in geschmolzenem Zu stande aufgebracht wurde, erkennt man beim fertigen Werkzeug leicht an der durch das tropfenweise Auftragen des Edelwerkstoffes entstehenden unregelmässig wellenförmigen Begrenzungslinie zwischen der Schweissraupe und dem Grundkörper, sowie an der schma- Ien; materialsparenden Ausbildung der auf getragenen Schneidkanten, die in dieser ge ringen Breite bei mechanisch oder durch Ver- bindungsschweissung an dem Grundkörper befestigten Einsatzleisten nicht erzielt wer den kann.
Weitere Vorzüge des beschriebenen Ver fahrens bezw. der nach ihm hergestellten Werkzeuge sind: Ein weiches, verhältnismässig geräusch loses Arbeiten hervorgerufen durch die Grundkörper aus weichem Material, wodurch Werkzeug und Maschine geschont und höhere Schnittleistungen erzielt werden. Da das verwendete. Edelmaterial seine Härte auch durch verhältnismässig starke Erwär mung nicht verliert, so eignen sich damit be wehrte Schnittwerkzeuge auch sehr gut zum Schneiden erhitzter Werkstücke, zum Bei spiel zum Abgraten von Schmiedeteilen.
Die wirtschaftlichen Vorteile des be schriebenen Verfahrens treten besonders augenfällig in Erscheinung, wenn man als Unterlage für die aufzubringenden Schneid kanten einen Grundkörper aus Guss wählt, an dem die Arbeitskanten in ihrem wesent lichen Verlauf bereits vorhanden sind. Diese Kanten werden dann nach Entfernen der Gusshaut in der oben -beschriebenen Weise mit dem Edelwerkstoff bewehrt. Die Her stellung des Grundkörpers durch Giessen wird vor allem dann vorgenommen werden, wenn die Schneidkanten des betreffenden Werkzeuges einen verwickelten, unregel mässigen Verlauf zeigen und daher maschi nell kaum oder überhaupt nicht bearbeitet werden können.
Die Giessformen auch für derartige Grundkörper., lassen sieh dagegen mit Hilfe eines hölzernen Gussmodells oder durch Schablonenformung auf verhältnis mässig einfache Weise herstellen. Da die Werkzeuge meist nur einmalig angefertigt werden, kann man auch im sogenannten "verlorenen Guss" arbeiten. Als Material für die Grundkörper kann gewöhnlicher Grau guss, Temperguss, Stahlguss, Nickelgusseisen und dergleichen gewählt werden. Wider Er warten ergab sich, dass Schnittwerkzeuge mit Grundkörpern aus Guss den ganz aus Werk zeugstahl hergestellten Schnittwerkzeugen in ihrer Leistung durchaus ebenbürtig sind.
In einigen Fällen hat sich gezeigt, dass bei Materialanhäufungen an Stellen des Grundkörpers, an denen das Auftragen des Edelmaterials erfolgt, infolge Vergröberung des Gussgefüges an diesen Stellen die Schweissverbindung zwischen Grundkörper und Edelmaterial beeinträchtigt wird und durch Wärmespannungen bisweilen feine Haarrisse im Edelmaterial auftreten, die sich ungünstig auf die Lebensdauer der damit be wehrten Teile auswirken.
In solchen Fällen wird in der in Fig. 6 und 7 dargestellten Weise vorgegangen. Fig. 6 zeigt wieder einen Querschnitt durch das gesamte Werkzeug, Fig. 7 den Grundriss der Matrize allein, und zwar sind in Fig. 6 die vier sichtbaren Arbeitskanten<I>A, B, C</I> und D des Stempels und der Matrize in ver schiedenen Fertigungsstufen dargestellt.
Der Grundkörper o für den Stempel, so wohl wie auch der Grundkörper p für die Matrize bestehen aus Guss, beispielsweise aus Grauguss. Die zur Aufnahme der Schneid kanten aus Edelmaterial bestimmten Flä chen beider Grundkörper sind in der bei A gezeigten Weise abgeschrägt. Auf die abge schrägten Flächen wird eine dünne Schicht Schmiedeisen <I>q,</I> wie bei Punkt<I>B</I> gezeigt, aufgetragen. _ Darauf erfolgt erst das Auf bringen des später die Schneidkanten bilden-. den Edelmaterials r, siehe Punkt C.
Das Edelmaterial weist zweckmässig die oben be schriebene Zusammensetzung auf und wird ebenso wie die Schmiedeisenschicht unter den oben angegebenen Bedingungen mit Hilfe des elektrischen Lichtbogens in einer Was serstoffatmosphäre niedergeschmolzen. Dar auf wird das Edelmaterial r zu der eigent lichen Schneidkante s (Punkt D) ange schliffen.
Durch die beschriebene Art des Vor gehens werden Dehnungsrisse im aufgetrage nen Edelmaterial vermieden und eine bessere Verbindung desselben mit dem Gusskörper er zielt, da in der Zwischenschicht aus Schmied eiren ein weitgehender Ausgleich der auf tretenden Wärmespannungen stattfindet.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung von Schnitt werkzeugen mit weichem Grundmaterial, deren Schneidkanten durch Auftrags schweissung aus einer von einem Schweiss stab abgeschmolzenen Legierung, die härter ist als das Grundmaterial, gebil det werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung vermittels eines elektri schen Lichtbogens in einer reduzierenden Wasserstoffatmosphäre vom Schweiss stab, der keine Umhüllung aufweist, ab geschmolzen wird. II. Schnittwerkzeug, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I, ge kennzeichnet durch einen Grundkörper aus Guss, dessen Arbeitskanten mit in geschmolzenem Zustande aufgetragenem Edelwerkstoff bewehrt sind. UNTERANSPRtTCHE 1.Verfahren zur Herstellung von .Schnitt werkzeugen nach Patentanspruch I, ge kennzeichnet durch die Anwendung eines Schweissstabes folgender Zusammenset zung: Zirka 0,5 % Kohlenstoff, 0,2 bis 0,3 % Molybdän, 4 bis 5 % Chrom, der Rest Eisen.2. Schnittwerkzeug nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass seine durch Auftragungsschweissung herge stellten Schneidkanten über die angren zenden Flächen des Grundkörpers hin ausragen, damit der Grundkörper, der an diesen Flächen nicht bearbeitet ist, auch beim Nachschleifen der Sehneidkanten an diesen Flächen nicht bearbeitet zu werden braucht.Schnittwerkzeug nach Patentanspruch II und Unteranspruch 2; gekennzeichnet durch die Anordnung einer Zwischen schicht aus Schmiedeisen zwischen Grundkörper und Edelwerkstoff.
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|---|---|---|---|
| DE181299X | 1933-12-13 |
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| CH (1) | CH181299A (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE932760C (de) * | 1949-08-12 | 1955-09-08 | Paul Beugnet | Stanz- oder Ziehwerkzeug od. dgl. von groesseren Abmessungen |
-
1934
- 1934-12-06 CH CH181299D patent/CH181299A/de unknown
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