CH182414A - Verfahren zur Herstellung einer Pressmasse. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer Pressmasse.

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CH182414A
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  Verfahren zur Herstellung einer     Pressmasse.       Die vorliegende Erfindung bezieht sich  auf die Herstellung einer     Pressmasse    aus  Harnstoffen, Formaldehyd und Füllstoffen.  



  Lässt man aufeinander Harnstoff und  Formaldehyd, also die Stoffe, die gewöhn  lich zur Herstellung von Harzen des Harn  stofftypus benutzt werden, mit oder ohne  Zusatz von Katalysatoren     einwirken,    so kann  man eine Sirupöse Masse erhalten, die schnell  in das harte, unlösliche und     unschmelzbare     Produkt übergeht. Bei Benutzung eines basi  schen     Katalysators    kann man das Mengen  verhältnis zwischen Harnstoff und Form  aldehyd innerhalb der Grenzen von 2     Mol     oder weniger Formaldehyd auf je 1     Mol     Harnstoff wählen.

   Das so erhaltene An  fangsreaktionsprodukt neigt jedoch zur Kri  stallisation in Mono- oder     Dimethylolharn-          stoff    mit beträchtlicher Geschwindigkeit,  und wenn die Herstellung mit Alkalien er  folgt ist, die     Ätznatron    ähnlich sind, kann es  bei der Behandlung in der Wärme nach  dunkeln. Deshalb hat man in der Praxis die         Verharzung    der Masse durch den Zusatz von  Säuren oder von Salzen, die in der Masse  eine saure     Reaktion    erzeugen, herbeigeführt.  Die Formgebung solcher angesäuerter Pro-.       dukte    kann dadurch erfolgen, dass man sie     in     Formen füllt und durch Erhitzen auf Tem  peraturen zwischen 60 bis<B>100'</B> härtet.

    



  Die so     gewonnenen        Harnstoffharze    sind  empfohlen worden zur Herstellung von     Press-          mischungen,    und zwar sowohl von     Press-          pulvern,    als auch von denjenigen vom Typus  der geschichteten Bahnen.

   Unter einer     Press-          mischung        (molding        composition)        wird    eine  feste Mischung verstanden, die hergestellt ist  aus einem Füllstoff, wie zum Beispiel Holz  mehl oder Papier, und einem     harzartigen     Bindemittel, das genügend Viskosität besitzt,  so dass es der     Einwirkung    von Hitze und  Druck in einer Form oder zwischen     Platten     unterworfen     werden    kann, ohne aus der Form  oder der Presse in     beträchtlichem    Umfang  herauszufliessen,

       und    das anderseits bei der  benutzten Temperatur genügend Fliessfähig-           keit    besitzt, so dass die Masse alle     Teile    der  Form gleichmässig ausfüllt und dem geform  ten Gegenstand eine gleichmässige glatte  Oberfläche gibt. Es handelt sich hier um die  Eigenschaft der mässigen Fliessfähigkeit un  ter den     Bedingungen    der Formung, die für  die     Pressmischungen    bei der praktischen Ver  wendung von grosser Bedeutung ist.

   Die  Fliessfähigkeit wird im allgemeinen durch  die sogenannte     Becherprobe        (cup        test)    be  stimmt, in der eine     Becherform    von vor  geschriebenen Abmessungen mit der     Press-          mischung    gefüllt wird, worauf die Mischung  bei Anwendung von Druck und Hitze unter  der Einwirkung des     Presskolbens    in der       Becherform    hochgetrieben wird.

   Während  dieser Operation muss die Mischung die       Becherform    vollständig ausfüllen,, und die  Zeit, die die betreffende     Pressmischung    erfor  dert, um gleichmässig verteilt zu werden, ist       ein    Massstab für ihre Fliessfähigkeit. Für ver  schiedene Formungszwecke können verschie  dene Grade der Fliessfähigkeit erwünscht  sein. Es ist aber in jedem Falle wesentlich,  dass das Harzbindemittel unter der Einwir  kung der Wärme nicht vorzeitig erhärtet, da  mit das Fliessen vor der gleichmässigen Ver  teilung der Masse     in    der ganzen Form nicht  gestört     wird,    da andernfalls das Formstück  keine gleichmässige harzige Oberfläche auf  weisen würde.  



  Die bisher hergestellten     Harnstoff-Press-          mischungen    sind für die praktische Herstel  lung von Formstücken nicht allgemein zu  friedenstellend. Einerseits unterscheiden sie  sich von andern     harzhaltigen        Pressmischun-          gen,    .zum Beispiel von den     Phenolharzmas-          sen,    durch ihre ausserordentliche Wärme  empfindlichkeit, die sich darin äussert, dass  sie sich bei dem Erhitzen über 140   C zer  setzen.  



  Wenn anderseits die Temperatur, bei der  eine     Harnstoffharzmasse    geformt     wird,    nur  wenig unter der     optimalen    Temperatur für  die betreffende Masse liegt, erfolgt die     Här-          tung    der Masse in ungenügendem Grade, so  dass das Formstück bei dem     Entfernen    aus  der Form zur Blasenbildung oder andern    Fehlern neigt. Liegt wiederum die Tempera  tur, der die     Pressmasse    ausgesetzt wurde,  etwas höher als die     optimale    Temperatur, so  erfolgt eine Überhärtung des Formstückes,  das auch in diesem Falle bei dem Entfernen  aus der Form Blasen zeigt.

   Eine Abwei  chung von nur 4 Grad nach oben oder nach  unten von der richtigen Temperatur reicht  aus, um bei den bisher bekannten Harnstoff  harzmassen eine Überhärtung oder eine un  genügende Härtung     hervorzurufen.     



  Auch die Zeitdauer für, die Behandlung  der     bekannten        Harnstoffharzmassen    im  Laufe der Formung ist so ausserordentlich  beschränkt, dass dickere Teile der Formstücke  ungenügend gehärtet werden, wenn man die  dünneren Teile richtig härtet und anderseits  die dünneren Teile     überhärtet    werden und  blasig oder opak erscheinen, wenn die     Press-          dauer    für die dickeren Teile richtig gewählt  ist. Bei Formstücken von durchweg gleich  mässiger Dicke dürfte es wohl möglich sein,  die Temperatur- und Druckverhältnisse so  zu regeln, dass man richtig gehärtete Form  stücke auch von solchen Massen erhält, die  gegen ungenügende Härtung und Überhär  tung sehr empfindlich sind..

   In den meisten  Fällen handelt es sich aber um Formstücke  von verschiedenen Abmessungen, die in ge  wissen Teilen dünn und in andern dagegen  dicker sind, so dass für die dickeren -Teile  eine längere Anwendung von Druck und  Hitze notwendig ist, als die für einen dünne  ren Teil erforderliche, wenn man alle Teile  richtig aushärten will. Auch die Gestaltung  der Mahlformen selbst, die man für die  Formgebung benutzt, verursacht Unregel  mässigkeiten und Hindernisse für die gleich  mässige Übertragung der Hitze auf das zu  formende Material, wodurch die Aussichten  einer richtigen Aushärtung innerhalb der zur  Verfügung stehenden beschränkten Zeit  spanne noch weiter vermindert werden.  



  Eine weitere Forderung der     Praxis    an       Pressmischungen    besteht darin, dass sie eine  relativ hohe Dichte haben müssen,     damit     man die     Form    mit einem Material von genü  gender Dichte füllen kann, das während der      Formgebung keine zu grosse Verminderung  seines Volumens erleidet. Ein faseriger Füll  stoff, wie zum Beispiel Holzbrei oder     Baum-          wollflocken,    liefert eine sehr lose und lockere  Nasse, solange sie nicht durch Anwendung  von Druck genügend verdichtet ist.

   In der  Praxis erzielt man eine genügende Verdich  tung des zu     verpressenden    Materials am  besten durch Behandlung des Gemisches aus  Füllstoff und Harz auf heissen Walzen, wo  bei gleichzeitig eine gründliche Imprägnie  rung der. Fasern erzielt wird. Die oben er  wähnten     Harnstoffharzmassen    sind aber für  die Verarbeitung auf heissen Walzen nicht  geeignet, da die ausserordentliche Empfind  lichkeit des Harzes gegenüber der Einwir  kung von Wärme eine vorzeitige Erhärtung  des Harzes herbeiführt, so dass die für die  Praxis erforderliche Formbarkeit schnell ab  nimmt. Deshalb hat man die in der Ver  arbeitung von     Phenoplasten    bevorzugte Be  handlung auf heissen Walzen in der Praxis  der     Harnstoffharzmassen    vermieden.  



  Das sind einige der den     Harnstoffharz-          massen    anhaftenden. Schwierigkeiten, die  deren Anwendung zur Herstellung von       Formstücken    stark beschränkt haben.  



  Gemäss der vorliegenden Erfindung kann  man     Harnstoffharzmassen    erhalten, die sich  von den bekannten Massen insbesondere hin  sichtlich der Wärmeempfindlichkeit scharf  unterscheiden. Die erfindungsgemäss her  gestellten Mischungen aus faserigen Füll  stoffen und Harzen können der Behandlung  auf heissen Walzen unterworfen werden, und  sie sind ferner charakterisiert durch eine  Zeit- und Temperaturspanne, innerhalb wel  cher sie der Gefahr der ungenügenden Här  tung oder Überhärtung weniger ausgesetzt  sind, so dass man aus ihnen Gegenstände mit  Teilen von sehr verschiedener Dicke formen  kann. Die Harze selbst sind farblos und  lichtbeständig und gestatten daher die Her  stellung von Gegenständen in weissen oder  zarten Farben.

   Ausserdem kann -man die  Harze in transparentem, wasserfreiem Zu  stande erhalten, und sie liefern selbst bei     Zu-          Mischung    von     Zellulosebrei    in gleichen Ge-         wichtsmengen    wie das Harz durchscheinende  geformte Gegenstände. Eine weitere über  raschende Eigenschaft der aus den erfin  dungsgemässen Massen hergestellten Gegen  stände ist     eine    erhöhte Widerstandsfähigkeit  gegen Feuchtigkeit im Vergleich zu den be  kannten     Harnstoffharzmassen.     



  Diese grundlegenden und bedeutenden  Fortschritte in der Beschaffenheit der Harn  stoffharzmassen werden herbeigeführt durch  verhältnismässig einfache     Änderungen    der  zur Harzbildung führenden Reaktion, die  aber von erheblichem praktischem Wert sind.  Man kann eine wässerige Lösung von Form  aldehyd oder dessen Polymeren oder dessen  festen Modifikationen benutzen und das  Wasser vorzugsweise entfernen durch Ver  dampfung oder in anderer Weise, nachdem  die Harzbildung eingeleitet und noch nicht  vervollständigt ist.  



  Statt Harnstoff allein kann man zweck  mässig Gemische     .von    Harnstoff mit     Thio-          harnstoff    oder mit     Harnstoffderivaten    zur  Kondensation mit Aldehyden verwenden.  Auch solche Gemische sind hier unter   Harnstoffen < - zu verstehen.  



  Die Erfindung beruht auf der Ent  deckung, dass     gewisse    Typen von basischen  Katalysatoren die Reaktion zwischen Harn  stoff oder äquivalenten     Substanzen,    wie zum  Beispiel     Thioharnstoff,    und Aldehyden der  art beeinflussen können, dass hellfarbige, gut  fliessende,     wasserbeständige    Harze entstehen,  die man auf heissen Walzen bearbeiten und  dann zu Gegenständen formen kann, die  auch unter der Einwirkung von Wärme im  wesentlichen farbbeständig sind. Im all  gemeinen kann man Katalysatoren verwen  den, die stärker basisch sind als Harnstoff,  aber nicht genügend basisch, um eine Zer  setzung oder     Verharzung    des Aldehyds her  beizuführen.

   Es ist     bekannt,    dass das Na  triumhydroxyd die Umsetzung von Form  aldehyd zu     Natriumformiat    und Methylalko  hol, wie bei der sogenannten     Cannizzaro-          Reaktion,    verursacht, und dass unter dem  Einfluss von     Calciumhydrogyd    der Form  aldehyd schnell in     Formose    übergeht, eine      Art von wasserlöslichem Zucker.

   Solche Um  setzungsprodukte des Aldehyds verursachen  erhebliche Störungen, und sie scheinen einen  sehr nachteiligen     Einfluss    auf die technischen       Harnstofformaldehyd-Reaktionsprodukte    zu  haben, indem sie diese wasserempfindlich  machen und die     sogenanuten        hydrophylen     Eigenschaften verursachen. Die Verwen  dung der bevorzugten Katalysatoren in der  geeigneten     Konzentration    ruft eine gewisse  Änderung hervor, wobei sich neue Verbin  dungen im Verhältnis von 1 'Hol Harnstoff  zu     11/2        Mol    Formaldehyd bilden. Die Ände  rung scheint das Ergebnis einer katalytischen  Wirkung auf den Harnstoff selbst zu sein.  



  Die bevorzugten Katalysatoren gemäss  der vorliegenden Erfindung sind Stickstoff  enthaltende organische oder anorganische  Verbindungen, die basischer sind als Harn  stoff oder     Thioharnstoff    selbst, und die sich  in molekularen Mengen mit dem Formalde  hyd oder dessen Äquivalenten vereinigen;

    der molekulare     Komplex    mit dem Aldehyd  ist wahrscheinlich der wirksame Katalysator,       dessen    Fähigkeit,     mit    bestimmten Mengen  des Aldehyds Reaktionsprodukte zu     bilden,     erklären mag,     warum    diese basischen Verbin  dungendie Zersetzung von Formaldehyd für  sieh nicht katalytisch     beeinflussen.    Es wurde  jedoch gefunden,     dass    nur diejenigen Reak  tionsprodukte mit Aldehyden die in dem be  schriebenen Sinne     gewünschte    Harzbildung  fördern, in denen, auf     Monohydroxybasen     berechnet,

   mindestens 2 Moleküle einer basi  schen Verbindung sieh mit     ä    oder weniger  Molekülen eines Aldehyds vereinigen, wobei  die Produkte entweder als solche zugesetzt  oder in     situ    erzeugt werden können. Die basi  schen Verbindungen, .die für diesen Zweck als  geeignet festgestellt wurden, umfassen:     Hy-          droxylsubstituierte    Amine, für die das     Tri-          äthanolamin    ein typisches Beispiel ist;

       mono-          substituierte    Amine, wie zum Beispiel     Me-          thylamin,        Amylamin,        Hydroxylamin    usw.;       monosubstituierte    Diamine, wie     zum    Beispiel       Äthylendiamin,        Propylendiamin    usw.; in  Fällen, in denen die Farbe nicht wichtig ist;       die        aromatischen        Amine,    wie zum Beispiel    Anilin,     Phenylendiamin    usw.

   Die Aldehyd  Ammoniakverbindungen oder substituierten       Ammoniake,    die man durch die     Reaktion    von       Ammoniak    mit einem höheren Aldehyd, wie  zum Beispiel     Benzaldehyd,    erhält, sind ge  eignete     Katalysatoren,    doch ist das     Hexa-          methylentetramin,    das man durch     Reaktion     von 6     Mol    Formaldehyd     und    4     Mol    Ammo  niak erhält, so     mild        katalytisch    wirksam,

   dass  man davon zehnmal mehr für die Zecke  der vorliegenden     Erfindung    braucht als von  der Verbindung, die mit     Äthylendiamin    her  gestellt ist; da das     Hexamethylentetramin     wasserlöslich ist, beeinträchtigt ein Zuviel  von dieser Verbindung in dem Harz die  Widerstandsfähigkeit gegen Wasser oder die       erwünschten        hydrophoben    Eigenschaften der       genannten    Masse.  



  Die     Herbeiführung    einer sauren Reaktion  mit katalytisch     wirksamen    Säuren ist zu ver  meiden, doch     können    gewisse schwache  Säuren, die für die     Harnstoffharzbildung     katalytisch inaktiv sind, z. B.     Kohlensäure,          Stearinsäure    und     Karbolsäure,    und Salze der  Katalysatoren mit solchen Säuren, z.

   B.     Me-          thylaminkarbonat,    in der     Reaktionsmasse    vor  handen sein, da die chemische Aktivität des  Aldehyds in dieser Reaktion diese schwachen,  relativ     inerten    Säuren verdrängt, um das ge  wünschte katalytische Material in     situ    zu bil  den.

   Daraus folgt, dass die Messung der     pH-          Konzentration    in der Masse auf die kataly  tische     Geschwindigkeit        keinen    direkten Ein  fluss hat, und dass die hier     erwähnten    basi  schen Katalysatoren für die     Verharzung    so  wohl in der Anwesenheit, als auch     in    Ab  v,esenheit solcher schwachen Säuren wirksam  sind.  



  Lässt man eine Mischung, die 1,5     Mol          Paraformaldehyd    oder     wässerigen    Formalde  hyd auf 1     Mol    Harnstoff enthält, mit einem  der beschriebenen Katalysatoren in der Kälte  reagieren, so wird ein Produkt erzeugt, das  in einigen     .Stunden    sich aus dem anwesenden  oder in .der     Reaktion    gebildeten Wasser aus  scheidet; mit andern Worten entsteht das       resultierende    Produkt als Niederschlag, da es  in Wasser     verhältnismässig    unlöslich ist.

   In-      folge seiner     Wasserunlöslichkeit    können uner  wünschte wasserlösliche     Nebenprodukte    .durch  Waschen mit Wasser entfernt werden. Diese       hydrophobe    Beschaffenheit ist eine     wün-          schenswerte    Eigenschaft insofern, als die Her  stellung von     Pressmiscllungen    in Frage  kommt. Die     Reaktion    kann jedoch ohne  wesentliche Beeinträchtigung der endgülti  gen     Wasserunlöslichkeit    beschleunigt werden,  wenn man die Mischung während 10 bis 20  Minuten auf 100 bis 110   C erhitzt.

   Nach  dieser Zeit hat die gewünschte Kondensation  bis zum Harzzustand stattgefunden, obwohl  die heisse Mischung noch wie eine klare Lö  sung aussieht. Hat man als ein Ausgangs  material     Paraforma.l.dehyd    benutzt, so ist die       Reaktionsmasse    bei Erreichung dieses Punk  tes in der Wärme flüssig, aber beim Ab  kühlen fest.  



  In der vorangehenden typischen Reak  tion beträgt die Menge des zugesetzten     Kata-          lysators    etwa 5 g für je 1     Gramm-Molekül     Harnstoff. Dieses Mengenverhältnis scheint  die     besten    Arbeitsbedingungen zu ergeben,  obwohl zufriedenstellende     Resultate    schon bei  Zusatz von 1 g auf je 1 Gramm-Molekül  Harnstoff erhalten werden können, und an  derseits auch .die     Verwendung    von grösseren  Mengen als 5 g durch die     Reaktionsbedin-          bunben    nicht unmöglich gemacht wird. Im  allgemeinen braucht man umso weniger Kata  lysator in dieser Phase, je höher die Tempe  ratur ist.

   Auch die Menge des     Paraform-          aldehyds    oder Formaldehyds kann man zwi  schen 1,5 bis 2,5     Mol    auf je 1     Mol    Harnstoff  ohne schädliche Wirkung auf das Endpro  dukt variieren. Bei Benutzung von mehr als  1,5     Mol    Formaldehyd können     weitere    Mengen  Harnstoff zugesetzt werden, nachdem das       hy        drophobe    Produkt gebildet ist. Das bevor  zugte endgültige Mengenverhältnis liegt zwi  schen 1,4 und 1,65     Mol    Formaldehyd auf je  7 Mal Harnstoff.

   Bei Benutzung von weniger  als 1.,5     Mol    Formaldehyd können weitere       Mengen        desselben    zugesetzt werden, nachdem  das     hydrophobe    Produkt gebildet ist.  



  Die Katalysatoren der     beschriebenen    Art  ermöglichen einen     Verharzungsvorgang,    der    ohne     Gelatinierung    oder Verlust der plasti  schen Fliessfähigkeit vor sich geht. Man kann,  die     @Gelatinierung    bezeichnen als den plötz  lichen Verlust des flüssigen Zustandes der  Masse im ganzen, obwohl sie sowohl     feste,    als  auch flüssige     Bestandteile    enthält, während  die     Verharzung    eine Änderung in den Eigen  schaften der Masse unter     Herbeiführung    der  jenigen Eigenschaften bedeutet, die ein Harz  charakterisieren, wie zum Beispiel Aussehen,  Bruch usw.

   Nachdem die     Verharzungsreak-          tion    zum Teil vervollständigt ist, kann der  Katalysator entfernt oder     inert    gemacht wer  den, um in der neutralen Harzmasse das Auf  treten eines geregelten Grades der     @Gelatinie-          rung    zu ermöglichen. Einsaurer     Zustand    ist  jedoch zu vermeiden, da selbst eine kurze  Einwirkungsdauer von katalytisch wirksamen  Säuren einen wesentlichen Verlust der plasti  schen Fliessfähigkeit herbeiführen und da  durch das Material für die Bearbeitung auf  heissen Walzen     ungeeignet    machen würde.

    Der alkalische Katalysator wird am besten  durch Waschen entfernt oder     inert    gemacht  durch die Bildung von Additionsprodukten       zwischen    dem Katalysator und zahlreichen  neutralen Salzen und organischen Verbindun  gen, wie zum Beispiel     Athylenchlorhydrin,          Äthylogalat,        Mercurichlorid,        Bariumchlorid,     oder mit Säuren, deren Salze unter den Re  aktionsbedingungen     praktisch    neutrale Ver  bindungen sind oder solche bilden.  



  Die neutralisierte     Reaktionsmasse    wird   dann vermischt mit Baumwollflocken,     Alplia-          zellulosebrei,    Papierbrei oder andern faseri  gen Füllstoffen und     darauffolgend    einer  gründlichen Mischung durch Behandlung auf  heissen Walzen unterworfen.

   Während der  Behandlung auf heissen Walzen bei Tempe  raturen, die etwas über dem Siedepunkt des       Wassers    liegen, werden Wasser oder andere       flüchtige    Bestandteile     ausgetrieben,    und man  erhält eine kompakte gleichmässige     Press-          masse.    Ist die     Entstehung    einer weniger     @dieh-          ten    Masse wünschenswert,     wenn    zum Beispiel  das gewalzte Papier nachimprägniert und  dann in     kleine    Stücke     geschnitten        wird,

      so  kann man die Behandlung auf heissen Wal-           zen    ersetzen .durch die     Wärmebehandlung    in  einem Ofen oder einer     Entwässerungsvorrich-          tung    und die Behandlung :durch Abkühlen  auf Zimmertemperatur beenden, wenn der       gewünschte        Grad.    der Fliessfähigkeit     erreicht     ist.  



  Die so erhaltene Masse ist fertig zum  Formen. Im     Gegensatz    zu andern Harnstoff  harzmassen     kan    sie bei     Temperaturen    ge  formt werden, die über 1,40' bis zu<B>160'</B> C  und mehr liegen und bei Drucken von  14     kg,!cm@    oder mehr     unter    den     üblichen        Be-          dingungender        Heisspressung    ohne Zersetzung  des Harzes.

   Sie hat ferner eine Formungs  zeitspanne von etwa 5 Minuten bei 160   C,  bevor ungenügende     Härtung    oder Überhär  tung     eintritt,    so dass Gegenstände von sehr  verschiedener Dicke, zum Beispiel mit Fak  toren von 1 : 10, ohne Blasen oder andere  Fehler geformt werden können.  



       In    den     nachstehenden        Beispielen    ist     die          Ausführung,der    Erfindung beispielsweise ge  schildert.  



  <I>Beispiel 1:</I>  Man mischt 60 Gewichtsteile Harnstoff  und 60     Gewichtsteile        Paraformaldehyd,    der  im Laufe der     Reaktion    Formaldehyd abgibt,  mit 3     Gewichtsteilen        Ithylendiamin.    Die  Mischung lässt man in einem offenen Gefäss  etwa 20     Minuten    lang bei     etwa   <B>100'</B> C  reagieren. Dann setzt man je nach der     ge-          wünschten        Härtungsgeschwindigkeit    1 bis 6  Teile     Athylenchlorhydrin    zu und kühlt die  Masse ab.

   Man vermischt sie mit etwa 46  Teilen Baumwollflocken oder andern Füll  stoffen in einer     Knetmaschine    und behandelt  sie dann auf heissen Walzen     bis    zur Errei  chung einer Fliessfähigkeit, die für die     Be-          arbeitung    in den in Betracht kommenden  Formen geeignet     ist.    Während dieser Behand  lung     wird    das vorhandene Wasser ausgetrie  ben, das Harz schmilzt und dringt in die  Fasern     ein,    so dass     eine    homogene und ver  hältnismässig .dichte     Pressmasse    entsteht.

   Die  auf den Walzen behandelte Masse wird ab  gekühlt, um die     Reaktion    zu     unterbrechen          und    dann zu kleinen Stücken vermahlen. Die  erhaltene Masse eignet sich zum Formen    durch     gleichzeitige    Anwendung von Hitze  und Druck.

   Man füllt beispielsweise die in  der     beschriebenen        Weise    hergestellte Masse in  eine Form und     unterwirft    sie einer Tempera  tur von etwa 154' C und einem Druck von  etwa 70     kg!om'    während 2 Minuten oder ge  gebenenfalls mehr, worauf der geformte Ge  genstand aus der Form heiss entfernt     wird.     Der Formling ist durchscheinend, von guter       Oberflächenbesehaffenheit    und vollständig  frei von Blasen.

           Beispiel   <I>2.:</I>  30 Gewichtsteile Harnstoff,     38,Gewichts-          teile        Thioharnstoff,    150 Gewichtsteile einer  37,5 % ixen wässerigen     Formaldehydlösung     und 3     Gewichtsteile    einer     26%igen        Methyl-          aminlösung    in Wasser lässt man durch Ko  chen unter     Rückflusskühlung        etwa    10 Minu  ten reagieren.

   In diesem Falle kann man  weniger Formaldehyd als im Beispiel 1 be  nutzen, da die Reaktion unter     Rückfluss    aus  geführt wird, so     dass    die     Formaldehydver-          luste    auf ein     Minimum    sinken. Dann werden  1 bis 5 Teile     Bariumchlorid    zugefügt. Die  Masse wird im Vakuum von 50 cm entwäs  sert, bis die     Siedetemperatur    in der Masse  <B>100'</B> C erreicht.     Dieses    Harz verarbeitet man  zu einer     Pressmasse,    wie in .dem vorangehen  den Beispiel.

   Man kann die Reaktion in den  ersten Phasen im Vakuum     ausführen,        um     niedrigere Temperaturen zu     erhalten,    oder  man     kann    sie in jeder Phase so ausführen,  dass höhere Temperaturen erzielt werden.    <I>Beispiel 3:</I>  Da wässerige Lösungen von Formaldehyd  oft Säure enthalten, ist es     wünschenswert,          dass    ein     Überschuss    einer neutralisierend wir  kenden, aber katalytisch unwirksamen Base       inGemeinschaft    mit dem     gewünschten    Kata  lysator anwesend ist.

   Man kann beispiels  weise in dem vorangehenden Beispiel 2 2     Ge-          wichtsteile        Caleiumkarbonat    und 2 Gewichts  teile     Amylamin    als Katalysator verwenden.  Dadurch wird die in dem Formaldehyd von       vornher    in vorhandene oder während des Ver  fahrens durch Oxydation gebildete Ameisen  säure durch     ein    stärkeres     alkalisches    Mate-           rial        inert    gemacht. Die Herstellung .des Har  zes und ,dessen Verarbeitung zu einer     Press-          masse    erfolgt wie vorhin beschrieben.  



  <I>Beispiel</I>     .4:     60     Gewichtsteile    Harnstoff, 160     Ge-          wichtsteile    einer 37,5     %igen    Formaldehyd  lösung und 2,6 Gewichtsteile von     Methylamin     in Wasser, das mit     Kohlensäure        gesättigt    ist,  werden bei Zimmertemperatur vermischt und  auf 0   C abgekühlt. Es bildet sich allmäh  lich ein fester Niederschlag, der nach einigen  Stunden von der wässerigen Schicht durch  Filtration getrennt werden kann.

   Nach 24  Stunden Stehen bei 0   C ist die Mischung  frei von     Formaldehydgeruch.    Der feste .Stoff  wird von der Flüssigkeit durch Filtration ge  trennt mit 200 cm' Wasser gewaschen, um  das     Kontaktmittel    zu entfernen und mit 44  Teilen     Baumwollflocken    vermischt. Die     me-          ehanische    Mischung des Bindemittels und des       Baumwollfüllstoffes    kann man bei niedrigem  Druck formen, wenn eine sehr starke Fliess  fähigkeit wünschenswert ist.

   Aber für die  gewöhnlichen Bedingungen der     Verpressung     wird diese Mischung     verbessert,    wenn man  sie bei 70   C oder höheren Temperaturen       knetet    oder auf Walzen behandelt,     bis    die  Fliessfähigkeit abnimmt. Die in der Wärme  behandelte Mischung kann geformt     werden     bei einem Druck von 70     kg/emz    oder mehr  und dann aus den Formen heiss entfernt wer  den in einer Formzeit, die geringer ist als  diejenige, die für das mechanisch gemischte,  aber nicht erhitzte     Presspulver    notwendig ist.  



  Derart hergestellte     geformte        Gegenstände     zeigen überraschenderweise eine stark     er-          höhte    Widerstandsfähigkeit gegen Wasser.  Ein     bedeutender    Mangel der bekannten     Harn-          stoffharzmassen    bestand bisher in der man  gelnden Widerstandsfähigkeit gegen Wasser.

         Gegenstände,    die aus den bekannten Massen       bei    Anwendung     eines    Harzgehaltes von<B>65%</B>  hergestellt wurden, zeigten zum     Beispiel     durchschnittlich 6 bis<B>10%</B> Wasserabsorption  bei einem Eintauchen während 4 Tagen, das  heisst sie haben Wasser aufgenommen, bis ihr       Gewicht    um 6 bis 10 % erhöht war.

   Im Ge-         gensatz    hierzu zeigen die Gegenstände, die  mit einem Harzgehalt von<B>65%</B> mit Harzen  gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellt  sind, eine Absorption von nur 1     bis    '2       während.    der gleichen Zeit, so dass sie in die  ser Hinsicht den geformten Gegenständen aus       Phenolharzmassen    gleichzustellen sind.

   Diese  Eigenschaft ist von wesentlicher     praktischer     Bedeutung, da die Brauchbarkeit der aus       Aminoplasten    hergestellten geformten Gegen  stände sehr wesentlich davon abhängt, in wel  chem Umfange sie eine     Wasserabsorption     zeigen, .die mit einer     Quellung    und     Rissbil-          dung    verbunden ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer Press- masse aus Harnstoffen, Formaldehyd und Füllstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man den Harnstoff mit dem Aldehyd zur Re aktion bringt in Gegenwart einer stickstoff haltigen Verbindung, ,die basischer ist als Harnstoff und,die mit dem Aldehyd im Ver hältnis von mindestens 2 Mol auf nicht mehr als 3 Mol des Aldehyds reagiert,
    und die Reaktion nach Vervollständigung der ver. harzenden Wirkung unterbricht durch Auf hebung der Wirkung .des Katalysators und .die Verarbeitung zu einer Pressmasse unter Zumischung der Füllstoffe vornimmt. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterbrechung der verharzenden Wirkung durch Zusatz eines Neutralisierungsmittels erfolgt, das mit,der stickstoffhaltigen Verbindung ein nicht aktives Additionsprodukt bildet. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch. dadurch gekennzeichnet, dass die Unterbrechung der verharzenden Wirkung durch Aus waschen der .stickstoffhaltigen Verbindung erfolgt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, ,dass man ein Gemisch von Harnstoff und Thioharnstoff mit Form aldehyd kondensiert. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als stickstoff haltige Verbindung ein alkylsubstituiertes Amin verwendet. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Neutralisierungs- mittel Äthylenehlorhydrin verwendet wird.
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