CH182933A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines wollähnlichen künstlichen Faserstoffes. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines wollähnlichen künstlichen Faserstoffes.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines -wollähnlichen hünstliehen Faserstoffes. Man hat schon vorgeschlagen, wollähn liche künstliche Gespinstfasern zu erzeugen, durch Einwirkung bewegter flüssiger Medien auf das Fadenmaterial, sei es im Fällbade selbst oder durch besondere Nachbehandlung.
Die auf diese Weise erzielte Wirkung ist aber nur verhältnismässig gering, weil die Stärke der Kräuselung naturgemäss auch von der Stärke der Wirbelbildung abhängig ist, das in der Regel verwendete Wasser bezw. die verwendeten wässerigen Lösungen aber eine verhältnismässig grosse Trägheit besitzen und somit der Wirbelbildung einen erheb lichen Widerstand entgegensetzen.
Es wurde gefunden, dass man einen sehr guten und starken Kränselungseffekt erzielen kann, wenn man das künstliche Fasermaterial in frisch koagulierteffi und also noch sehr bildsamem Zustand der Einwirkung eines in Wirbelbewegung versetzten nicht flüssigen, sondern gasförmigen Mediums (in der Regel Luft) aussetzt.
Das leicht bewegliche und dementsprechend auch leicht in starke Wir- belung versetzbare gasförmige Medium be wirkt, dass der Faden in die Vorrichtung hineingezogen wird und zugleich bei grösster Schonung der Faseroberfläche eine sehr starke, ausserordentlich viele Windungen aufweisende Kräuselung erzeugt wird, die auch sehr be ständig ist, da 'das gasförmige Medium nicht wie das flüssige dazu neigt, den Faden nach Heraustreten aus der Wirbelzone zu strecken, sondern unter Umständen sogar durch Ver dunsten eines Teils der dem Faden anhaf tenden Flüssigkeit eine Verfestigung der ge bildeten hräuselwindungen herbeizuführen vermag.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, dem aus der Düse austretenden, erstarrenden Flüssigkeitsstrahl eine Drehung zu verleihen, indem man das ihn koagulierende flüssige oder gasförmige Medium, also (beim 1ass- spinnverfahren) das Fällbad oder (beim Trok- kenspinnen) den die Spinnlösung koagulieren- den Luftstrom in wirbelnde Bewegung ver setzt. Diese Verfahren haben sich praktisch nicht bewährt und keinen Eingang in die Technik gefunden, da sich auf diese Weise die erstrebte Wirkung nicht oder nur sehr unvollkommen erzielen lässt.
Die Vorrichtung für die Durchführung des Verfahrens gestaltet sich sehr einfach. Beispielsweise Ausführungsformen sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen Fig. 1 eine Fadenkräuselvorrichtung im Längsschnitt; Fig. 2 eine abgeänderte Ausführungsform der Fadenkräuselvorrichtung im Längs schnitt, Fig. 3 die gleiche Ausführungsform in Draufsicht ;
Fig. 4 eine weitere abgeänderte Ausfüh- rungsform der Fadenkräuselvorriehtung mit schraubenförmigem Führungseinbau im Längs schnitt; Fig. 5 schematisch die Einschaltung der Fadenkräuselvorrichtung in einen bekannten Herstellungsprozess ; Fig. 6 die Fadenkräuselvorrichtung ist Verbindung mit einer Fadenschneidvorric:h- tung ;
Fig. 7 die Fadenkräuselvorrichtung in Verbindung mit einer abgeänderten Faden schneidvorrichtung ; Fig. 8 eine abgeänderte Ausführung der in Fig.7 dargestellten Schneidplatte.
In den Fig. 1 bis 3 bedeutet a ein zum Durchleiten des noch plastischen Fadens ge eignetes Rohr aus Glas, 3Ietall oder Gummi, welches an seinem obern Ende zweckmässig mit einer Äusweitung b versehen ist, die zur Aufnahme des ejektorartigen Einsatzes c dient und einen seitlichen Ansatz d zwecks Zuführung des gasförmigen Mediums besitzt.
Durch entsprechende Anordnung des An satzes d kann die Zuleitung des -gasförmigen Mediums, statt radial nach der Mitte des Gehäuses hin gerichtet zti sein. wie in Fig. 1 und -1, auch tangential erfolgen, wie in Fig. 2 und 3, oder in anderer Richtung, wo- durch der entstehende Wirbelstrom einen mehr oder weniger stärker ausgeprägten Drehsinn erhält.
Ein derartiger Dralleffeht kann in dem Wirbelstrom auch durch Ein bau eines schraubenartigen Führungsstückes e (Fig.4) erzielt bezw. verstärkt werden, welches in dem an die Ausweitung b sich anschliessenden Teil des Rohres ec angebracht ist. Die Fadenkräuselvorrichtung ist zwecl- mässig durch geeignete Gewindeverbindung der wesentlichen Teile leicht zerlegbar aus- g aführt.
Fig. 5 zeigt eine ohne weiteres verständ- lidhe Einschaltung der erfindungsgeniäl')en Vorrichtung ra in die Apparatur eines der üblichen Verfahren zur Herstellung künst licher Fäden. Der aus der Spinndüse g aus tretende Faden f wird über die Leitrolle h der Fadenkräuselvorrichtung a zugeführt, die er als gekräuselter Faden i verläl,t, um ent weder in bekannter Weise von einer Auf wickelvorrichtung aufgenommen oder in be liebiger Weise -weiterverarbeitet zu werden.
Ein besonderer Vorteil der Kräuselvor- richtung ist es, dass sie infolge ihrer eigen artigen und höchst einfachen Konstruktion sich. sehn gut für die direlde Erzeugung von kurzstapeligeni Kunstfaserinaterial (Stapel faser) eignet, indem sie mit einer entspre chenden Schneidvorrichtung zti einem ein heitlichen Aggregat verbunden werdest kann, wie dies durch Fig. 6 und 7 in beispiels weisen Ausführungsformen dargestellt ist.
In Fig. 6 und 7 sind die zur Führung des gekräuselten Fasermaterials dienenden, in einem Kreis oder in einer Reihre ange ordneten Rohrre a unter Aasbildung eines schmalen (in der Zeichnung zur Verdeutli- chung etwas übertrieben breit dargestellten) Spaltes k unterbrochen :
ein Schneidwerlk- zeug, in Fig. 6 ein rotierendes Messer 1, in Fig. 7 ein hin- und lierbeweg ter Satz von Messern oder dergleichen (?)t., irt2, irt:;
, 2114 <I>. . . ),</I> zerlegt dann die unter den. Elnfluss des durch- geblasenen gasförmigen Mediums in die untern Rohransätze geführten FiI,den in Stapel, deren Länge irr bakannter Weise durch das Verhältnis der Geschwindigkeit der Fadenzuführung zur Zahl der Schnitte pro Zeiteinheit bestimmbar ist. Auch die so geschnittenen Fäden können zunächst direkt in ein Härtebad übergeführt werden.
Fig. 8 endlich zeigt in Aufsicht eine dem in Fig. 7 dargestellten ähnlichen Schneid werkzeug, bei welchem an Stelle der zu einem Satz verbundenen Messer nur eine einzige mit einer Reihe von Öffnungen o versehene Schneidplatte n verwendet wird, welche beim Hin- und Hergehen durch die messerscharfen Kanten der Öffnungen o das Durchschneiden der Fäden bewirkt.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung eines wollähn- lichen künstlichen Faserstoffes durch me- chanisobe Einwirkung eines bewegten Mediums auf das-Irisch gebildete Faden material, dadurch gekennzeichnet, dass die noch in plastischem Zustande befind lichen Fäden der Einwirkung eines wir belnden, gasförmigen Mediums ausgesetzt werden, dessen Strömung sie in die Vor richtung hineinzieht, und ihnen eine viel fach gewundene Form verleiht. II. Vorrichtung zur Durchführung des.Ver fahrens nach Patentanspruch I, bestehend aus einem zum Durchleiten der in pla stischem Zustande befindlichen Fäden dienenden \Rohr (a) mit Eintrittsöffnung (c) und seitlichem Ansatz '(d) zum Zuleiten des gasförmigen Mediums. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden noch wäh rend der Einwirkung des wirbelnden, gas förmigen Mediums in Stapel geschnitten werden. 2. Vorrichtung nach Patentanspruch II, ge kennzeichnet durch eine ejektorartige Ausbildung der Eintrittsöffnung (c) des Rohres (a).3. Vorrichtung nach Patentanspruch II, ge kennzeichnet durch den Einbau eines schraubenartigen Führungsstückes (e) zur Erzielung eines Dralleffektes in dem ent stehenden Wirbelstrom des gasförmigen Mediums. 4. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Rohre (a), die zur Führung der dem wirbelnden gas förmigen Medium ausgesetzten Fäden dienen, unterbrochen sind, unter Ausbil dung eines zum Durchlassen rotierender oder hin- und hergehender Schneidwerk zeuge (l, 9)-t, n) geeigneten schmalen Spal tes (h).
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| CH182933D CH182933A (de) | 1935-01-30 | 1935-06-11 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines wollähnlichen künstlichen Faserstoffes. |
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