CH182969A - Verfahren zur Herstellung von Sicherheitspapier. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sicherheitspapier.

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Albert Schoeller G M B H Hugo
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Albert Schoeller G M B H Hugo
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  Verfahren zur Herstellung von Sicherheitspapier.    Der Gegenstand der Erfindung betrifft  ein Verfahren zur Herstellung von Sicher  heitspapier, zum Beispiel für     Schecks.    Hypo  thekenpapier, Wechselformulare, Banknoten  und ähnliche Urkunden, das mit zwei oder  mehr chemischen Komponenten, die mitein  ander in sichtbare zum Beispiel farbige Re  aktion treten, versehen ist und kennzeichnet  sich dadurch, dass zwischen den chemisch  wirksamen Komponenten eine dünne Schutz  schicht angeordnet wird. Die Schutzschicht  kann zum Beispiel eine leicht     quellbare    oder  flüssigkeitsdurchlässig gestaltete oder me  chanisch leicht verletzbare Schicht sein.  



  Man hat bereits     Reagenzpapiere    in Vor  schlag gebracht, die mit Eisensalzen präpa  riert und auf der präparierten Seite mit einer  weiteren in Pulverform aufgeriebenen Kom  ponente, zum Beispiel     Tannin,        Gallussäure     usw., versehen sind. Bei diesen     bekannten     Papieren kann jedoch eine     unerwünschte    Re  aktion der unmittelbar -in Berührung mitein  ander stehenden chemischen Komponenten    schon bei längerem Lagern durch geringfü  gige Anlässe, zum Beispiel bei Lichteinwir  kungen oder Einwirkungen der Luftfeuch  tigkeit, eintreten.  



  Weiter hat man auch bereits Sicherheits  papiere in Vorschlag gebracht, die mit auf  einer Seite mit Farbe auf gedruckten Zeichen  oder Marken versehen sind. Durch Behand  lung der     andern    Seite des     Papieres    mit     einer          Leimlösung        wird    bewirkt, dass diese Zeichen  durch die ganze Papierschicht hindurch  schlagen.

   Hier wird also auf der einen Seite  des Papiers ein Farbstoff, auf der andern  Seite eine     Leimlösung    -als     Durchdringungs-          mittel    für das Papier und als Lösungsmittel  für die den Farbstoff bindenden Stoffe ver  wendet, die den Farbstoff durch das Papier  hindurchzieht und in     diesem'figiert.     



  Endlich ist auch bereits ein Sicherheits  papier bekannt, das aus     einer    Grundschicht  aus saugfähigem, schwach oder     ungeleimtem     Stoff und     einer        undurchsichtigen    Deck-      schiebt besteht, die so dünn ist, dass sie beim  Beschreiben durchbrochen wird.  



  Dieses Sicherheitspapier bietet also nur  in gewissem Masse die Möglichkeit, mechani  sche Verletzungen festzustellen, lässt dagegen  mit chemischen Mitteln ausgeführte Fäl  schungsversuche nur schwer erkennen.  



  Demgegenüber wird durch die vorlie  gende Erfindung die Aufgabe gelöst, ein Si  cherheitspapier zu schaffen, bei dem Fäl  schungsversuche jeder Art, also sowohl wenn  sie durch Abwaschen mit Wasser oder Alko  hol oder durch Behandlung mit     Tintenent-          fernungsmitteln,    als auch wenn sie durch  mechanische Angriffe, zum Beispiel durch  Rasuren, bewirkt werden, leicht     erkennbar     und feststellbar sind. Zu diesem Zwecke  werden die in bekannter Weise auf das Si  cherheitspapier aufgebrachten, miteinander  in sichtbare Reaktion tretenden chemischen  Komponenten, zum Beispiel:  1. Silber- oder Bleisalze einerseits und  Schwefel, Sulfide oder     Chromate    anderseits,  2.

   Kupfersalze einerseits und     Benzidin     oder     Diphenylcarbacid    anderseits,  3. Eisensalze einerseits und     Tannin    oder  Gerbsäure oder dergleichen anderseits,  durch eine dünne Schutzschicht, zum Beispiel  eine leicht     quellbar    oder flüssigkeitsdurchläs  sig gestaltete oder mechanisch leicht verletz  bare     Zwischenschicht,    zum Beispiel aus Ka  sein, Stärke,     Degtrin,    Tierleim oder Gemi  schen derselben, voneinander getrennt.  



  Dadurch werden folgende     wesentlichen     Vorteile des neuen     Sicherheitspapieres    gegen  über den bekannten Verfahren erzielt:  Das Papier wird unbegrenzt haltbar, ohne  dass,     eine    ungewollte, vorzeitige Reaktion der  Komponenten eintreten könnte. Bei der Auf  bewahrung braucht keine besondere Vor  sichtsmassregel getroffen zu werden. So  kann zum Beispiel auch durch Lichteinwir  kung oder übermässige     Luftfeuchtigkeit    und  -wärme eine Reaktion der Komponenten nicht  ausgelöst werden. Gleichzeitig erhält man  den Vorteil, dass besonders empfindlich mit  einander reagierende chemische Komponen  ten benutzt werden     können,    ohne dass da-    durch die Haltbarkeit des Papiers beeinträch  tigt wird.

   Die Schutzschicht     zwischen    den  Komponenten ermöglicht auch bei Verwen  dung schwach geleimten oder gar nicht ge  leimten Stoffes für das Papier ein ordnungs  mässiges Beschreiben des Papiers, da die  Schutzschicht ein Durchschlagen der Tinte  durch das Papier und auch ein Auslaufen  derselben verhindert. Irgendwelche Behand  lung mit Wasser oder Flüssigkeiten führt  infolge der     Quellfähigkeit    oder Durchlässig  keit der Schutzschicht zu sofortiger Reak  tion     zwischen    den Chemikalien.

   Ebenso ist  auch jeder mechanische Angriff auf das Pa  pier, zum Beispiel durch Radieren, dadurch  erkennbar, dass sich das Papier an der be  treffenden Stelle verfärbt, indem durch die  zerstörte Schutzschicht die oberhalb dieser  liegende Komponente Zutritt, zum Beispiel  durch     Hineinschaben,    zu der     darunter    liegen  den erhält.

   - Bei der praktischen Durchfüh  rung des Verfahrens wird zum Beispiel so  gearbeitet, dass man die eine der miteinander  in farbige Reaktion tretenden oder farbige  chemische Verbindungen ergebenden Kom  ponenten dem Papiergrundstoff     im    Hollän  der zugibt oder auf die Papierbahn oder auf  das fertige Blatt aufträgt, während die an  dere Komponente erst nach     Abschützung    der  ersten durch die     quellbare    oder flüssigkeits  durchlässige oder mechanisch leicht verletz  bare Schutzschicht aufgetragen wird.

   In  sinngemässer Abwandlung dieser Arbeitsweise  könnte man zum Beispiel bei der Herstellung  mehrschichtiger Sicherheitspapiere derart ver  fahren, dass man die erste Komponente der       einen.    Papierschicht einverleibt oder auf diese  aufträgt und eine zweite, die andere Kompo  nente enthaltende oder tragende Schicht mit  der ersten mittels einer leicht     quellbaren    oder  flüssigkeitsdurchlässig gestalteten oder me  chanisch leicht verletzbaren     Klebstoffschicht,     zum Beispiel Kasein, Stärke,     Degtrin,    Tier  leim oder Gemischen derselben, zusammen  klebt oder durch den Druck von     Gautschwal-          zen        zusammengautscht:

       Bei der Herstellung des neuen     Sicher-          heitspapieres    kann ein     ungeleimtes    oder     nur         ganz schwach geleimtes, also aus einem saug  fähigen Stoff bestehendes Rohpapier     ver-          ,%vandt    werden, wobei die erste chemische  Komponente sowohl dem Stoff selbst einver  leibt, als auch     während    oder nach der Fabri  kation des Papiers auf dasselbe aufgetragen       \,-"erden    kann.  



  In der beiliegenden Zeichnung sind zwei  nach dem vorliegenden Verfahren hergestellte  Sicherheitspapiere beispielsweise schematisch  dargestellt.  



  In     Abb.    1 bedeutet das Bezugszeichen     a     eine aus schwachgeleimtem oder     ungeleimtem,     saugfähigem Stoff bestehende Papierschicht,  in der eine chemische Komponente eingebet  tet ist, das Bezugszeichen b eine beiderseits  oder     eisseitig    auf diese Papierschicht aufge  brachte mechanisch leicht verletzbare Schutz  schicht, auf welche die zweite chemische  Komponente c aufgebracht wird.  



  In     Abb.    2 ist ein mehrschichtig ausgestal  tetes Sicherheitspapier dargestellt.  



  Hier ist die erste chemische Komponente  einer Papierschicht e, die zweite Komponente  einer zweiten Papierschicht f einverleibt.  



  Beide Papierschichten sind durch eine       Klebstoffschicht    g, die als Schutzschicht  wirkt und dient, miteinander vereinigt.  



  Bei einem derartig hergestellten Sicher  heitspapier ruft selbst die vorsichtigste Be  handlung mit Wasser oder Alkohol eine  sichtbare,     nicht    zu entfernende Reaktion her  vor. Auch der Schutz gegen mechanische Be  handlungen, zum     Peispiel    gegen Rasuren, ist,  wie oben dargelegt, vollkommen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Sicher heitspapier, das mit zwei oder mehr chemi schen Komponenten, die miteinander in sicht bare Reaktion treten, versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den chemisch wirksamen Komponenten eine dünne Schutz schicht angeordnet wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zwei mitein- ander in farbige Reaktion tretende che mische Komponenten zur Verwendung gelangen, zwischen denen die Schutz schicht angeordnet wird.
    ?. Verfahren nach Patentanspruch I. da durch gekennzeichnet, dass die eine Kom ponente auf das Papier aufgetragen und hierauf mit der Schutzschicht bedeckt wird, auf die alsdann die zweite Kom ponente aufgetragen wird. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Papier mit der einen Komponente imprägniert und hierauf mit der Schutzschicht bedeckt wird, auf die alsdann die zweite Kom ponente aufgetragen, wird. I. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass mehrere Pa pierschichten zur Verwendung gelangen. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass mehrere Pa pierschichten durch Kleben miteinander vereinigt werden. 6.
    Verfahren nach Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass die die Pa pierschichten vereinigende glebstoff- schicht gleichzeitig als Schutzschicht zwischen den chemischen Komponenten dient. 7. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass mehrere Pa pierschichten durch Gautschen miteinan der vereinigt werden. B. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als Grundlage des Papiers eine saugfähige Papierstoff schicht dient, in der ein Komponenten anteil eingebettet wird und auf die die Schutzschicht, sowie der zweite Kompo nentenanteil aufgebracht werden.
    PATENTANSPRUCH Il : Nach dem Verfahren gemäss Patentan spruch I hergestelltes Sicherheitspapier. UNTERANSPRüCHE: 9. Sicherheitspapier nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht zwischen den wirksamen Komponenten leicht quellbar gestaltet ist. 10. Sicherheitspapier nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die zwi schen den wirksamen Komponenten be findliche Schutzschicht flüssigkeitsdurch lässig gestaltet ist. 11.
    Sicherheitspapier nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die zwi schen den wirksamen Komponenten be findliche Schutzschicht mechanisch leicht verletzbar gestaltet ist. 12. Sicherheitspapier nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die zwi schen den wirksamen Komponenten be findliche Schutzschicht quellbar und flüs- sigkeitsdurchlässig, sowie mechanisch leicht verletzbar gestaltet ist. 13.
    Sicherheitspapier nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass das Pa pier aus mehreren Schichten zusammen gesetzt ist, die durch eine die Komponen ten voneinander trennende, als Schutz schicht dienende Klebstoffschicht mitein- ander verbunden sind. 14. Sicherheitspapier nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass das Pa pier aus mehreren zusammengegautschten Schichten besteht.
CH182969D 1934-02-08 1935-02-05 Verfahren zur Herstellung von Sicherheitspapier. CH182969A (de)

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