Schaltungsanordnung für Fernsehempfang mittelst Braunseher Röhre. Die Steuerempfindlichkeit der in bekann ter Weise als Fernbilderzeuger dienenden Braunschen Röhre ist in letzter Zeit so er höht worden, dass wenige Volt zur Aussteue rung der Schirmhelligkeit zwischen dem dunkelsten und dem erforderlichen hellsten Wert ausreichen. Anderseits hat durch Über gang zu feineren Rastern, das heisst höheren Bildzeilenzahlen, das zu verstärkende Fre quenzband erheblich an Breite zugenommen.
Erfindungsgemäss wird die erstgenannte Tat sache dazu ausgenutzt, um mit Mehrgitter röhren, welche eine Primärsteilheit (Zu nahme des das erste Gitter einer Mehrgitter röhre passierenden Stromes bei einer Zu nahme der Spannung dieses ersten Gitters) von über 3,5 mA/V im Arbeitspunkt be sitzen, die durch den Bildinhalt modulierte Trägerfrequenz zu verstärken und sodann mit der so verstärkten Welle die Intensi tätssteuerung der Braunschen Röhre ohne Beseitigung der Trägerfrequenz vorzuneh men. Die Trägerfrequenz kann dabei sowohl ,die Hochfrequenz, als auch die Zwischen frequenz sein.
Die Zwischenfrequenz kann im Empfänger in bekannter Weise durch Überlagerung gebildet werden; sie muss die höchste Bildfrequenz natürlich um ein Mehr faches übertreffen, das heisst bei zum Bei spiel 5. 105 Hertz als schnellste Helligkeits schwankung von einer Grössenordnung ober halb 106 Hertz sein.
Die Erfindung nutzt hierbei den Vorzug moderner Schirmgitterröhren (Tetroden, Pen- thoden, Hegoden, Hepthoden usw.) aus, eine sehr .geringe Anodenrückwirkung und eine ausserordentlich verkleinerte Kapazität zwi- s P,
'hen St eueroitter t' und Anode neben hoher Steilheit zu besitzen.
Auf diese Weise ist es möglich, in abgestimmter oder halbaperio- discher Hochfrequenzverstärkung diejenigen Amplituden durchzusteuern, die urimittelbar zur Steuerung der Kathodenstrahlintensität in der Braunsehen Röhre ,genügen,
ohne dass eine störende Rückwirkung auf die Vor stufen des Empfangsverstärkers bezw. die bei niederfrequenter Verstärkung so breiten Frequenzbänder unvermeidlichen Verzerrun gen einträten.
Es hat sich als zweckmässig erwiesen, bei Anwendung von Zwischenfrequenzverstär- kung, wie von Hochfrequenzverstärkung, die Ausgangsröhre als Anodengleichrichter zu schalten und das Intensitätssteuersystem der Braunsehen Röhre unmittelbar mit den gleichgerichteten, in ihrer Amplitude vom Bilde modulierten zwischenfrequenten Im pulsen zu betreiben.
Bei Verwendung von Hegoden oder Hep- thoden, das heisst Röhren mit vier oder fünf Gittern zwischen Anode und Kathode, ist be kanntlich in der gleichen Röhre eine zweite Steuerung des durch das erste Gitter beein flussten Elektronenstromes möglich, die man zur Rückkopplung, das heisst Entdämpfung des Ausgangskreises verwenden kann.
Da vor dem zweiten Steuergitter eine virtuelle Kathode liegt und jenes nur die Verteilung der aus der virtuellen Kathode stammenden Elektronen bewirkt, besteht in bezug auf das von der Kathode aus gesehen vor dem zwei ten Steuergitter liegende Hilfsanodennetz eine negative Steilheit, und die Rückkopp lung muss nullphasig sein, das heisst Gitter wechselspannung und Anodenwechselspan nung sind in gleicher Phase und nicht, wie bei einer normalen rückgekoppelten Röhre, um 180 gegeneinander verschoben.
Es ist deshalb möglieh, eine aperiodische Rück kopplung und somit für das ganze breite Fernsehfrequenzband eine gleichmässige Ent- dämpfung und Verstärkung mit Hilfe einer Hegode oder Hepthode zu erreichen, die zweckmässig in einer Zwischenfrequenzstufe arbeitet.
Die anliegende Zeichnung zeigt ein Aus führungsbeispiel der erfindungsgemässen Schaltung.
In Fig. 1 isst mit M ein Mischrohr be zeichnet, in welchem eine geeignete Zwi- schenfrequenz .gebildet wird. Diese wird in den beiden nachgeschalteten Penthoden V1, F, verstärkt. Bezüglich der einzelnen Schalt- elemente ist zu bemerken, dass die Anoden widerstände R frequenzunabhängig, also ohmisch sind.
Die Kopplungskondensatoren C zwischen den Anoden und dem Steuergit ter der jeweils nachgeschalteten Verstärker stufe sind so gross, dass hierfür die durch gehenden Frequenzen praktisch einen Kurz schluss darstellen. Die Widerstände<I>r, r'</I> bil den einen Spannungsteiler, mittels dessen eine passende Schirmgitterspannung her gestellt wird. Die Widerstände r' sind durch Kapazitäten K überbrückt, so dass sich das Schirmgitter hochfrequenzmässig auf Katho denpotential befindet.
Die im Steuerelektro- denkreis der Penthoden bezw. Kathoden strahlröhre liegenden Induktivitäten L sind zusammen mit den Kapazitäten<B>C</B>, die aus den verteilten Kapazitäten der Schal tung, sowie der Gitter-Kathodenkapazität der Röhren bestehen, auf die Trägerfrequenz der zu verstärkenden Schwingungen abge stimmt. Die Dämpfung dieses Kreises ist im all gemeinen so gross, dass eine Frequenzabhänig- keit nicht im merklichen Umfange auftritt.
Man kann die einzelnen Gitterkreise auch um verschiedene Beträge gegen die Träger frequenz verstimmen, so dass die Summe aller Gitterkreise einen Bandfiltereffekt er gibt. Selbstverständlich wird die Anoden batterie für die Verstärkung in an sich be kannter Weise durch eine grosse Kapazität überbrückt, so dass sie für die Wechselströme keinen Widerstand darstellt.
In Fig. 2 ist eine Abänderung der in Fig. 1 mit einer strichpunktierten Linie um randeten Teile dargestellt, und zwar wird an Stelle der Röhre Yl eine Hegode verwen det, welche die Anwendung einer frequenz- unabhängigen Rückkopplung ermöglicht. So weit es sich um die gleichen Schaltelemente wie in Fig. 1 handelt, sind diese mit den selben Buchstaben bezeichnet.
Das der Ka thode zunächst liegende Gitter dient wieder als Steuerelektrode, während das zweite Git ter als Schirmgitter ausgebildet ist. Das dritte Gitter wirkt als Nutzelektrode und dementsprechend liegt der frequenzunab- bängigeWiderstand R im Stromkreis dieser Elektrode. Um eine Rückkopplung herzu stellen, ist das vierte Gitter über eine grosse Kapazität Cl mit dem dritten Gitter gekop pelt und über einen Widerstand r" und eine negative Vorspannungsbatterie zur Kathode abgeleitet.
Die äusserste Elektrode wird auf konstantem positiven Potential gehalten, zum Beispiel mit dem Schirmgitter verbunden. Diese Rückkopplungsschaltung wirkt in der Weise, dass das untere Ende des Widerstan des R Potentialschwankungen ausführt; wel che dem vom dritten Gitter aufgenommenen Strom entsprechen. Hierdurch wird die Ver teilung des durch das zweite Gitter hindurch tretenden Elektronenstromes auf das dritte Gitter und auf die Anode gesteuert.
Ist nämlich der zum dritten Gitter fliessende Strom gross, senkt sich das Potential am un tern Ende des Widerstandes R stark in nega tiver Richtung und das vierte Gitter, welches über den Widerstand r" seine negative Vor spannung erhält, wird stark negativ, so dass der vom zweiten Gitter hindurch gelassene Strom zum grössten Teil auf das dritte Git ter und nur zum kleinen Teil auf die Anode der Röhre gelangt.
Ist dagegen der auf das dritte Gitter gelangende Strom klein, so ent fernt sich das Potential am untern Ende des Widerstandes R nur wenig von dem festen positiven Potential der Anodenspannungs- quelle und das vierte Gitter wird daher weni ger negativ als bei starker Stromaufnahme des dritten Gitters. Infolgedessen gelangt jetzt ein grösserer Teil des durch das zweite Gitter hindurchtretenden Stromes auf die Anode.
Man erkennt also, dass in der dar gestellten Schaltung das vierte Gitter eine rückkoppelnde Wirkung ohne Phasenumkehr besitzt, das heisst dass es eine Tendenz des dritten Gitters zur Vergrösserung bezw. Ver kleinerung des Stromes noch unterstützt. Der Kondensator Cl kann wieder so gross ge wählt werden, dass er für die zu verstärken den Frequenzen praktisch einen Kurzschluss darstellt.