Elektrischer Ausschalter mit einer mindestens zum Teil aus quecksilber bestehenden Schaltüüssigkeit. Die Erfindung betrifft einen elektrischen Ausschalter mit einer mindestens zum Teil I ans Quecksilber bestehenden Schaltflüssig- keit und besteht darin, dass mindestens zwei Wege für den Stromdurchgang derart vor gesehen sind, dass bei Stromunterbrechung Schaltflüssigkeit aus einem Weg ausge stossen wird und dadurch der andere Weg für den Stromdurchgang geeignet wird.
Verschiedene Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in der beilie genden Zeichnung in der Form von Queck- silber-Ausschaltern dargestellt.
Fig. 1. und 2 zeigen einen Längsschnitt iznd eine Seitenansicht einer ersten Ausfüh rungsform; Fig. 3 ist ein Längsschnitt einer andern Ausführungsform; Fig. 4 und 5 stellen im Querschnitt und Vorderansicht ein weiteres Ausführungsbei spiel dar; Fig. 6 ist ein .Schnitt nach der ;ge brochenen Linie A-A der Fig. 4; Fig. 7, 8 und 3 sind Längsschnitte von drei weiteren Ausführungsbeispielen; Fig. 10 und 11 sind ein Längsschnitt und ein waagrechter Schnitt einer weiteren Aus führungsform.
Bei dem in den Fig. 1 und 2 dargestell ten Beispiel eines Quecksilber-Ausschalters ist 1 ein Zylinder, der als Behälter .dient und aus elektrisch leitenden Material besteht. Die Längsachse des Zylinders 1 ist im wesent lichen waagrecht angeordnet. Die Rohre 2 und 3 bestehen aus Isolierstoff, zum Bei spiel aus keramischem Material. Sie sind im wesentlichen senkrecht angeordnet und sind durch die untere Wandung des Zylin ders 1 in der Nähe seiner beiden Stirnflächen hindurch geführt. Die Bohrung eines jeden der Rohre 2 und 3 steht mit einer kleinen Kammer 4 in zwei Blöcken 5 in Verbindung, die aus Isolierstoff bestehen und in jedes Ende des Zylinders 1 eingelassen sind.
Diese Kammern 4 stehen durch :Kanäle 6 mit dem Zylinder 1 in Verbindung. Diese Kanäle 6 enden in den Kammern 4 etwas oberhalb der in den Rohren 1 und 2 angebrachten Boh rungen und sind dann in Richtung zum Hohlraum des Zylinders 1 nach abwärts ge neigt, wie es aus Fig. 1 zu erkennen ist. Entweder die Kammer 4 oder der Kanal 6 ist mit elektrisch leitendem Material aus gestattet, welches, wenn die Quecksilber säule, wie im Rohr 3 in Fig. 1 dargestellt, vollständig ist, dazu dient, eine elektrische Verbindung zwischen dem Zylinder 1 bezw. dem in ihm enthaltenen Quecksilber und einem Rohr oder Kanal herzustellen.
Ein Kolben 7, der in dem Zylinder 1 frei beweg lich ist, ist zwischen den Ausgängen der Kanäle 6 angeordnet. Fliesst aus einer der Öffnungen der Kanäle 6 zufolge einer Unter brechung .der Quecksilbersäule wegen zu grosser Stromstärke in den Rohren 2 oder <B>3</B> Quecksilber aus, so drückt dieses Queck silber den Kolben 7 gegen das andere Ende des Zylinders 1, wodurch Quecksilber durch den Kanal 6 in den gegenüberliegenden Isolierblock 5 gedrückt wird. Hierbei wird das Quecksilber in die kleine Kammer 4 und das mit ihr in Verbindung stehende isolie rende Rohr, zum Beispiel '2; gedrückt und schliesst in ihm die Quecksilbersäule.
Die untern Enden der isolierenden Rohre 2 und 3 sind in Blöcken 8 aus elektrisch leitendem Material befestigt, welche mit Steckerbolzen 9 versehen sind und durch sie mit einem äussern Stromkreis verbunden werden kön nen. Die Stirnflächen des Zylinders 1 wer den durch Stopfen 10 verschlossen. Der eine dieser Stopfen 10 ist mit einem Steckerbolzen 11 versehen. Der ganze Apparat ist in einem Gehäuse 12 aus isolierendem Pressmaterial eingeschlossen, zum Beispiel aus Bakelit, aus dem 'nur die Anschlussbolzen herausragen.
Das untere Ende der elektrischen Belegung der Kammer 4 endet so im Boden des Blockes 5, dass, wenn die eine Quecksilbersäule sich auf anderem Wege als .durch Zerreissen der andern Quecksilbersäule bilden wollte, der Quecksilberspiegel tiefer als die elektrische Belegung reicht, fallen würde; so dass die Unterbrechung des Stromkreises aufrecht er halten bleiben würde.
Um einen zweiten Stromweg durch die Quecksilbersäulen vorzusehen, sind die An schlussbolzen 9 mit einem Zweiwegschalter 13 verbunden. Der Hauptstromkreis liegt zwischen der Klemme 9 des Schalters 13 und der Klemme 11. Der Zweiwegschalter 13 kann irgend eine geeignete Ausbildung auf weisen und kann von dem Quecksilber-Aus- schalter getrennt angeordnet sein oder mit dem Gehäuse 12 aus Pressstoff aus einem Stück bestehen oder an ihm befestigt sein.
Damit man erkennen kann, welche der beiden Quecksilbersäulen vollständig ist und welche unterbrochen ist, ist an jedem Ap parat eine Schauvorrichtung angebracht. Sie besteht aus je einem mit Neon oder einem andern geeigneten Gase gefüllten Röhrchen 14, das zwischen den Zylinder 1 und den entsprechenden Bloch 8 geschaltet wird. Die beiden Röhrchen 14 sind zu den beiden Quecksilbersäulen parallel geschaltet. Wenn eine dieser Quecksilbersäulen unterbrochen ist, so äussert sich dies durch Aufleuchten des entsprechenden Röhrchens 14. Die Röhr chen 14 sind in Aussparungen des Gehäuses 12 untergebracht und durch Fenster 15 (Fig. 2)' zu beobachten.
Die Teile des Apparates sind so bemessen, dass nur soviel Quecksilber eingefüllt werden kann, dass, wenn eine Quecksilbersäule voll ständig ist, die andere unterbrochen ist. Wird der Apparat in den Stromkreis eingeschaltet, so muss der Z.weiwegausschalter 13 in die Stellung gebracht werden, in welcher, wie in Fig. 1 dargestellt, die vollständige Queck silbersäule in den Stromkreis zwischen den Klemmen 9 und 10 eingeschaltet ist.
Wird diese Quecksilbersäule dann unterbrochen, so ist der Stromkreis über sie unterbrochen, aber die bei der Unterbrechung der einen Quecksilbersäule entstehende Kraft genügt, um die andere Quecksilbersäule zu bilden.
Der vollständige Stromkreis 9-l0 ist jedoch dann noch nicht sofort wieder ge- schlossen, sondern erst, wenn der 1 3 zur andern Klemme (in Fig. 1 die Klemme 9 links) umgelegt worden ist.
Be steht dann noch eine zu grosse Stromstärke, so wird auch die zweite Quecksilbersäule (in Fig. 1 die linke) unterbrochen und die erste Quecksilbersäule (in Fig. 1 die rechte) wird wieder voll ausgebildet. Auf diese Weise ist immer eine der beiden Quecksilbersäulen vollständig ausgebildet und immer bereit, den Stromschluss zu gestatten, wenn der Zweiwegschalter 13 in die geeignete Schalt stellung gebracht worden ist.
Es ist. nicht erforderlich, dass die beiden Quecksilbersäulen senkrecht angeordnet sind. (gemäss dem in Fig. 3 dargestellten Ausfüh rungsbeispiel können die aus Isolierstoff be stehenden Röhren 2 und 3 gleichachsig mit dem Zylinder 1, also waagrecht angeordnet sein, und mit ihm den Quecksilberbehälter bilden und seine Enden abschliessen.
In die sem Falle bestehen die Blöcke 5 an den Enden des Zylinders 1. aus elektrisch leiten dein Material und die Kanäle 6 sind gegen das Innere des Zylinders 1 nach oben hin gerichtet, so dass beim Abreissen der einen Quecksilbersäule eine kleine Menge des Quecksilbers in dem entsprechenden Kanal 6 gefangen ist. Diese Quecksilbermenge reicht dann aus, um mit der Hauptmenge des Quecksilbers in dem Zylinder 1 Kontakt zu machen, wenn beim Abreissen der gegenüber liegenden Quecksilbersäule der Kolben 7 im Zylinder 1 gleitet, so dass dadurch der Queck silberspiegel steigt und den geneigten Kanal und das mit ihm in Verbindung stehende, isolierende Rohr anfüllt.
Wie in Fig. 3 dar gestellt, kann der Kolben 7 auch als Kugel ausgebildet sein. Die Anschlussbolzen 9 und 11 können mit Gewinde versehen sein oder als federnde Bolzen ausgebildet sein.
Bei .dem in den Fig. 4, 5 und 6 darge stellten Ausführungsbeispiel liegen die aus keramischen Stoff bestehenden, waagrecht angeordneten Röhrchen 2 und 0' parallel zur Längsachse des Zylinders 1. Die Verbindung von diesen Röhrchen zum Zylinder 1 ist durch Kanäle 6 bewirkt, welche durch den Zylindermantel hindurchgehen. Durch diese Anordnung wird die Baulänge des Ausschal ters erheblich gegenüber der in Fig. 3 dar gestellten Anordnung verkürzt.
Wenn die Achsender Röhrchen 2, 3 und des Zylinders 1 so liegen, dass sie an den Ecken eines Drei eckes liegen, wie -es in Fig. 4 durch die 2e- strichelten Linien A-A angedeutet ist, so ergibt sich eine besonders gedrängte Form des Ausschalters.
Bei Quecksilber-Ausschaltern, insbeson dere für hohe Stromstärke und bei senkrech ter Anordnung der Quecksilbersäule besteht die Möglichkeit, dass nachdem Abreissen der Quecksilbersäule sich Quecksilberdampf kon densiert, so .dass sich die Quecksilbersäule wieder vorzeitig bilden kann. Um dies zu verhindern, ist es zweckmässig, einen oder mehrere zusätzliche stromunterbrechende Stellen in Serie mit einer jeden Quecksilber säule vorzusehen.
Zwei Ausführungsbei spiele derartiger .Ausschalter sind in den Fig. 7 und 8 dargestellt. Bei dem in Fig. 7 dargestellten Beispiel sind die beiden oben mehrfach erwähnten, aus keramischem Stoff bestehenden Röhrchen 2 und 3, in denen das Abreissen der Quecksilbersäule stattfindet, in eine einzige Röhre 16 zusammengelegt. Die beiden Wege für die Quecksilbersäule wer den durch zwei Abzweigungen 17 und 1,8 gebildet, welche mit elektrisch leitendem Material belegt sind und mit dem Hohlraum des Zylinders 1 in Verbindung stehen.
Der Kolben 7, welcher im Zylinder 1 verschieb bar ist, ist mit drei Köpfen versehen, und besteht aus elektrisch leitendem Stoff. Die drei Köpfe des Kolbens 7 sind so angeordnet, dass, wenn der Kolben 7 in einer der beiden möglichen Endlagen im Zylinder 1 steht, sein mittlerer Kopf einen der beiden Kanalzweige 17 oder 18 verschliesst. An dem Zvlinder 1 sind in geeigneten Längen drei Schellen 19 aus elektrisch leitendem Stoff angebracht, die durch dazwischen liegende Teile 20 aus Isolierstoff voneinander getrennt sind. Die Länge der mittleren Schelle 19 ist so be messen, dass der mittlere Kopf des Kolbens 7 stets mit ihr in Kontakt steht.
In Fig. 7 ist der Ausschalter mit geschlossenem Strom kreis dargestellt, indem der Zweigkanal 17 mit Quecksilber gefüllt ist und der Strom kreis durch die Klemme 9 rechts in der Figur, die Schelle 19 am rechten Ende des Zylinders 1 und den Kolben 7 geschlossen worden ist.
Wird die Quecksilbersäule in dem isolierenden Röhrchen 16 zufolge zu hohen Stromanstieges unterbrochen, so wird Quecksilber aus dem Zweigkanal 17 heraus geschleudert und stösst gegen den linken Kopf des Kolbens 7 und treibt -den Kolben 7 in Fig. 7 nach links, wodurch der Strom kreis zwischen dem rechten Kopf des Kolbens 7 und der rechts angeordneten Schelle 19 unterbrochen wird und Kontakt zwischen dem linken Kopf des Kolbens 7 und der linken 'Schelle 19 hergestellt wird.
Gleich zeitig ist der Zweigkanal 1.8 nicht mehr ab gedeckt und es gelangt zufolge der Kolben bewegung Quecksilber in ihn, wodurch die Quecksilbersäule in ihm voll ausgebildet wird, so dass sie bereit ist für den Augen blick, in welchem der Zweiwegschalter 1 3 in seine andere Kontaktstellung umgelegt werden soll. Der Stromkreis ist dann ge schlossen durch die in Füg. 7 links dar gestellte Klemme 9, die Schelle 19 links und den mit ihr verbundenen linken Kopf des Kolbens 7. Erfolgt jetzt wieder eine Unter brechungder Quecksilbersäule, so gelangt der Kolben 7 in seine Anfangsstellung zufolge Ausfliessens von Quecksilber aus dem Zweig kanal 18.
Obwohl bei der beschriebenen Konstruk tion normalerweise das Quecksilber in jedem Arm 67, 18 in Berührung mit einer leiten den Fläche steht, so steht doch nur der jenige Weg für den Stromdurchgang zur Ver fügung, welcher durch denjenigen Arm ver läuft, mit :dessen Ende der Kopf .des Kolbens in Berührung steht. Der Strom geht von der Klemme 11 durch die Quecksilbersäule 16, längs der metallischen Hülse 18 und durch den Kolben 7 nach der in Fig. 7 rechts liegenden Klemme 9.
Wenn diese Queck silbersäule unterbrochen wird, so wird der Kolben 7 nach links bewegt und der Strom kann dann nur durch die Quecksilbersäule 16, die metallische Hülse 17 und durch den Kolben 7 nach der in Fig. 7 links liegenden Klemme 9 fliessen. Die aus Isoliermaterial bestehenden Hülsen 20 verhindern, dass der Strom in die vom Kolben abseits liegende Klemme fliesst.
Wenn beispielsweise der Strom durch die Hülse 18 fliesst, und es tritt eine Stromunterbrechung ein, so entsteht nicht nur eine Unterbrechung in der Queck silbersäule, sondern der Kolben wird nach dem andern Ende des Zylinders 1 hin be wegt und es bleibt ein Spalt in der Strom leitung der Hülse 18 bestehen, selbst -wenn die Quecksilbersäule sich wieder voll aus bildet. Der Stromdurchgang kann nur dann erfolgen, wenn der Schalter 13 umgelegt wird und den andern Stromkreis, welcher die Hülse 17 enthält, einschaltet. Das Queck silber in den Hülsen 17 und 18 steht auf gleichem Niveau.
Ein zu lebhaftes Ausstossen des Queck silbers kann den Kolben 7 mit solcher Ge walt gegen seine Endstellungen im Zylinder 1 treiben, dass er wieder zurückgeschleudert werden kann und der Stromschluss in Frage gestellt sein kann. Dies wird vermieden, wenn die innere Wandung des Zylinders 1 und die Kolbenköpfe 7 mit entsprechender Riffelung versehen werden, wodurch eine Dämpfung der Kolbenbewegung erfolgt.
Bei dem in Fig. 8 dargestellten Ausschal ter sind die aus keramischem Stoff bestehen den Röhrchen 2 und 3 voneinander getrennt angeordnet und am Zylinder 1, der aus Iso lierstoff besteht, durch elektrisch leitende Blöcke 21 und 22 befestigt, die mit isolie renden Büchsen 23 und 24 verkleidet sind. Diese Büchsen 23 und 24 bilden Zylinder für die Kolben .25 und 26, die an Stangen hängen, die an einen Schaukelhebel<B>27</B> an gelenkt sind, der elektrisch leitend mit der Klemme 11 verbunden ist. Das Röhrchen 2 ist in dem in Fig. 8 dargestellten Beispiel als augenblicklich wirksam dargestellt. Der Kolben 25 steht in Kontakt mit dem Block 21.
Wird jedoch der Kolben 25 zufolge Ab reissens der Quecksilbersäule nach aussen bezw. nach oben getrieben, so steht er in der isolierenden Büchse 23 und bildet so eine zu sätzliche Stelle, an welcher der Stromkreis unterbrochen ist. Gleichzeitig wird zufolge der Schaukelbewegung des Hebels 27 der Kolben 26 gesenkt und gelangt in Kontakt mit dem leitenden Block 22 und treibt das Quecksilber in das Röhrchen 3, so dass sich dort die Quecksilbersäule wieder herstellt. Bei der in Fig. 8 dargestellten Stellung der Teile verläuft der Strom durch den Schalter 13, die linke Klemme 9, den Kolben 25, den Hebel 27 nach der Klemme 11.
In dem andern Stromweg ist der Strom durch den Spalt im Quecksilberfaden unterbrochen und er ist zudem noch unterbrochen durch den Kolben 26, der von dem Quecksilber faden durch die aus Isolierstoff bestehende Hülse 24 isoliert ist.
In den Fig. 9, 10 und 11 sind zwei Aus führungsbeispiele dargestellt, in denen kein Kolben im Zylinder 1 verwendet wird.
Bei dem in Fig. 9 dargestellten Beispiel eines Ausschalters besteht der Zylinder 1 aus Isolierstoff und ist mit einer elektrisch leitenden Belegung 28 versehen, deren Boden mit einer beiderseitig ansteigenden Fläche 29 versehen ist, die gestattet, dass sich Queck silber auf der einen oder andern Seite ihres Scheitelpunktes ansammelt. In dem aus heramisehemStoff bestehenden Röhrchen 2 ist die Quecksilbersäule zusammenhängend dargestellt. Wird sie unterbrochen, so wird Quecksilber über den Scheitelpunkt 29 in den oberhalb des Röhrchens 3 liegenden Raum geschleudert.
Dadurch wird der Kanal des Röhrchens 3 mit Quecksilber gefüllt und .die Quecksilbersäule ist vollständig und betriebs bereit, wenn der Schalter 13 auf den mit dem Röhrchen 3 verbundenen Kontakt um gelegt wird. Ebenso wird beim Abreissen der Quecksilbersäule im Röhrchen 3 Quecksilber über den Scheitelpunkt 29 in den Raum ober halb des Röhrchens 2 geschleudert; so dass im Röhrchen 2 die Quecksilbersäule voll aus gebildet ist und betriebsbereit ist, wenn .der Schalter 13 wieder in die Ausgangsstellung umgelegt wird.
Bei dem in Fig. 10 und 11 .dargestellten Beispiel eines Quecksilber-Ausschalters ste- hen die aus keramischen Stoff bestehenden Röhrchen 2 und 3 mit Kammern 30, 31 in Verbindung, die mit einer elektrisch leiten den Verkleidung versehen sind, die mit der gemeinsamen Klemme 11 durch eine Metall- platte 32 verbunden sind.
Geneigte Kanäle 33 und 34 und Querkanäle 35 und 36 ver binden die Kammern 30 und 31, so dass beim Ausschleudern des Quecksilbers zum Bei spiel aus dem Röhrchen 3 das Quecksilber entlang den Kanälen 33, 35 oder 34, 36 fliesst und in das .andere Röhrchen gelangt, welches dann mit Quecksilber angefüllt wird. Durch das in das Röhrchen zurückfliessende Queck silber kann kein Stromschluss erfolgen, da die Quecksilberkuppe zu tief steht, um die lei tende Kammer 31 zu berühren.
Die in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele sind lediglich als schematische Darstellungen aufzufassen. Die Abmessungen der Ausführungsbeispiele sind in Wirklichkeit so gewählt, .dass beim Ab reissen einer Quecksilbersäule hinreichend viel Quecksilber ausgeschleudert wird oder dem Kolben oder einem äquivalenten Teil eine hinreichende Bewegung verliehen wird, um U 'ie Ausbildung des zweiten Quecksilber- w eges sicher zu stellen, so dass es ausgeschlos sen ist,
dass beide Quecksilberwege gleich zeitig zur Verfügung stehen.
Für die die Quecksilbersäule enthalten den Röhrchen empfiehlt es sieh einen Stoff von glatter Innenwandung zu verwenden. Als sehr geeignet hierzu erwies sich ein unter dem Namen "Pyreg" im Handel be findlicher Stoff. Ein Röhrchen von 0,6 mm Durchmesser aus diesem Stoff ergab einen für 5 Amp. normal bestimmten Ausschalter.
Auch Natronglasröhrchen sind für Nieder spannungsausschalter für mässige Strom 3tärken brauchbar, wie solche im Haus webrauch vorkommen und für Hochspan- aungsausschalter in Kraftstationen sind Röhrchen aus geschmolzener Kieselerde ge- gignet. Zn manchen Fällen kann es wünschens wert sein, dass ein Ausschalter der beschrie benen Art für kurze Zeit einen Strom füh ren kann, der an sich hinreichend gross ist, um die Unterbrechung der Quecksilbersäule zu bewirken.
Ein solcher Fall besteht zum Beispiel bei Motoren mit hoher Anlaüfs- stromstärke. In einem solchen Falle können zwei Ausschalter parallel geschaltet werden, wobei die Quecksilbersäule des einen eine höhere Stromkapazität aufweisen muss, als die Quecksilbersäule des andern Ausschal ters. Es müssen dann noch Mittel vorhanden sein, um die Quecksilbersäulen wahlweise in den Stromkreis zu schalten. Derartige Mit tel müssen selbsttätig .den Ausschalter von kleinerer Stromkapazität in den Stromkreis schalten können, und zwar innerhalb einer gegebenen Zeit, nach dem der Ausschalter von höherer Stromkapazität eingeschaltet worden ist.
Die Stromkapazität des zusätz lichen Ausschalters kann auch gleich oder kleiner als diejenige des Hauptausschalters sein, wobei beide zusammen den vorüber gehenden Anstieg der Stromstärke aushalten können.
Wo es darauf ankommt, die Unterbre chungen eines Stromkreises zufolge Ab reissens .der Quecksilbersäule auf ein Mindest mass zu reduzieren, kann dies durch Über brücken der Anschlussklemmen oder An schlussbolzen oder der normalerweise mit dem Zweiwegschalter 13 verbundenen Leitungen geschehen, so dass der letztere entbehrlich wird.
Die Röhrchen 2, 3 aus keramischem Ma- terial können vorteilhafterweise mit einer Reihe äusserer ringartiger Rippen oder Nuten versehen werden, welche ein besseres Haften des Einbettungsstoffes ergeben und die Wärmeableitung fördern.
Der Ausschalter kann für die Wirkungs weise in irgend einer geeigneten Art vor bereitet werden, zum Beispiel indem das sie Quecksilbersäule enthaltende Rohr an eine Vakuumpumpe angeschlossen wird. Das bei spielsweise bei atmosphärischem Druck ein gefüllte Quecksilber fliesst dann durch das Rohr in den evakuierten Ausschalter. Die zweite Quecksilbersäule wird dann durch Be- wirkung eines Zerreissens der schon herge stellten, ersten Quecksilbersäule hergestellt. Ein Röhrchen, das -die Quecksilbersäule mit der Vakuumpumpe verbindet, kann aasge schmolzen sein und nach Erledigung des Aus pumpens zugeschmolzen und abgestochen werden.
Die eingefüllte Quecksilbermenge ist naturgemäss so zu bemessen, dass beim Zer reissen einer Quecksilbersäule hinreichend Quecksilber zur Bildung einer vollen Queck silbersäule in dem andern Röhrchen verbleibt.
Es kann vorteilhaft sein, Teile des Appa rates, -die nicht mit Quecksilber angefüllt sind, zu evakuieren oder mit einem nicht oxy dierenden Gase zu füllen.
An Stelle des Quecksilbers können im Sinne der Erfindung auch andere Flüssig keiten verwendet werden, die sich gleich artig wie Quecksilber verhalten, zum Bei spiel flüssige Amalgame.
Bei den bisher bekannter Quecksilber Ausschaltern mussten stets äussere Teile be dient werden, um nach einem Ausschalten ,den Ausschalter wieder betriebsbereit zu machen. .So wurden Gummibälle oder Mem brane benutzt, um einen Druck auf die Quecksilbersäule auszuüben. Doch werden Gummibälle und Membrane mit .der Zeit unzuverlässig. Andere derartige Ausschalter waren nicht luftdicht abgeschlossen, wodurch sich Anstände ergaben.
Der Ausschalter gemäss der Erfindung wird .zweckmässig ;so ausgebildet, dass das Quecksilber in ihm hermetisch abgeschlossen ist, so,dass keine Luft hinzutreten kann. Das Quecksilber kann daher nicht oxydieren, wo .durch verhindert ist, dass sich der elektrische Widerstand des Stromkreises ändert. Es kön nen im Ausschalter gemäss der Erfindung auch mehr als zwei wahlweise Wege, zum Beispiel drei Wege oder noch mehr für den Stromdurchgang vorgesehen sein. Obwohl in den in der Zeichnung .dargestellten Aus führungsbeispielen -die Quecksilbersäule gleichmässigen Querschnitt aufweist, kann sie auch in geeigneten Fällen mit verschie denem Querschnitt ausgebildet werden.
So kann zum Beispiel ihr Querschnitt an der Stelle, an der die Quecksilbersäule beim Auf treten einer Überlastung abreissen soll, ver ringert sein.
In allen dargestellten Beispielen ist ein Raum für die Aufnahme des ausgestossenen Quecksilbers vorgesehen. In den drei ersten Beispielen wird der Aufnahmeraum durch den Zylinder 1 und durch die mit ihm in Verbindung stehenden Kammern gebildet. In Fig. 7 wird der Aufnahmeraum durch den Zylinder 1 gebildet. In Fig. 8 dient der Raum, der sich unterhalb des Kolbens bildet, wenn der Kolben angehoben ist, als Auf nahmeraum.
In Fig. 9 wird der Aufnahme raum durch den Zylinder 1 und in Fig. 10 lind 11 .dureh die Kammern 31 und die Ka- niile 33, 35 und 36 gebildet.