CH183783A - Verfahren zur Herstellung eines magnetischen Materials mit nahezu geradliniger Magnetisierungskurve. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines magnetischen Materials mit nahezu geradliniger Magnetisierungskurve.

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CH183783A
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  Verfahren zur Herstellung eines     magnetischen    Materials mit nahezu geradliniger       blagnetisierungskurve.       Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver  fahren zur Herstellung eines magnetischen  Materials mit einer nahezu geradlinigen       Magnetisierungskurve    für eine     Magnetisie-          rungsrichtung,    das sich dementsprechend  durch geringe     Hystereseverluste    auszeichnet.  Das Material eignet sich zur Herstellung von       Spulenkernen.     



  Magnetische Materialien mit geringem       Hystereseverlust    sind insbesondere in der  Fernmeldetechnik, zur Herstellung von Über  trägern,     Pupinspulen,    Relais, elektroakusti  schen Einrichtungen usw. von grösster Be  deutung, und man hat bereits für diese  Zwecke brauchbare Materialien in den       Nickeleisenlegierungen    gefunden. Insbeson  dere diejenigen Legierungen, welche neben  Nickel und Eisen noch Kobalt, Kupfer oder  Aluminium enthalten, zeichnen sich durch  geringe     Hystereseverluste    aus.  



  Man hat auch schon versucht, die     Hy-          stereseverluste    magnetischer     Kerne,    insbe-    sondere solcher aus     Eisennickellegierungen,     dadurch herabzusetzen, dass man geeignete  Druck- oder Zugkräfte entweder in der  Richtung der Kraftlinien oder senkrecht  dazu auf den Kern von aussen her einwirken  liess. Die das Kernmaterial bildenden Kri  stalle werden durch solche äussern Kräfte  elastisch deformiert, wodurch Vorzugsrich  tungen der     Magnetisierung        zustandekommen.     



  Die vorliegende     Erfindung    erlaubt nun,  dem     magnetischen    Material Vorzugsrichtun  gen der     Magnetisierung    ohne dauernde An  wendung von     äusserer    mechanischer     Zug-          oder    Druckspannung in Richtung der Kraft  linien oder senkrecht dazu zu erteilen.  



  Das gemäss .der Erfindung     anisotrop    ge  machte Material     wird    man zweckmässiger  weise so in     Spulenkerngestalt    bringen, dass  die Richtung der Kraftlinien praktisch ge  sprochen senkrecht zur     Richtung    der grössten       Magnetisierfähigkeit    verläuft.      Zum besseren Verständnis der vorliegen  den Erfindung seien die nachfolgenden Er  läuterungen gegeben.  



  Bei einem     ferromagnetischen,    aus einem  vollkommen spannungsfreien Einkristall mit  würfelförmigem Raumgitter bestehenden  Körper zeigen sich bekanntlich drei     Vor-          zugsrichtungen    der     Magnetisierung,    die mit  den drei Kantenrichtungen .des Würfels  (100 Richtungen) zusammenfallen.

   Denkt  man sich in einem solchen Einkristall ein  kartesisches Koordinatensystem derart fest  gelegt, dass die X-, Y- und Z-Richtungen mit  je einer Kantenrichtung zusammenfallen, so  ist somit der Einkristall in den positiven  wie negativen X-, Y- und Z-Richtungen  gleich gut     magnetisierbar.    Wie bei jedem       ferromagnetischen    Körper hat man sich in  einem Einkristall eine Anzahl Bezirke (die       sogenanute        Weissschen    Komplexe) zu den  ken, derart,     .dass    innerhalb eines jeden solchen  Bezirkes das innere oder molekulare Feld  überall gleich gerichtet ist.

   Bei einem Ein  kristall fallen diese Richtungen der spon  tanen     Magnetisierung    der Komplexe mit den  Würfelkanten zusammen, so dass man sich  dieselben in den     positiven    und negativen X-,  Y- und Z-Richtungen denken kann. Da die       Positiven    und negativen Richtungen gleich  berechtigt sind, werden sich die Wirkungen  der einzelnen Komplexe nach aussen hin zu  nächst aufheben.  



  Unter dem Einfluss eines von aussen an  gelegten magnetischen Feldes stellen sich die  Richtungen der spontanen     Magnetisierung     in der Feldrichtung ein, und dieser Vorgang  verläuft bei einem idealen Einkristall voll  kommen frei von     Hysterese,    was man durch  die Annahme     sogenanuter    reversibler Wand  schiebungen und Drehprozesse, die an sich  schon reversibel verlaufen, zu deuten ver  sucht.  



  Wie bereits erwähnt, fallen die Vorzugs  richtungen der     Magnetisierung    beim Eisen  einkristall mit den     Kantenrichtungen    des  würfelförmigen Raumgitters zusammen.  Beim idealen Einkristall würde bereits ein    sehr kleines, in eine der     Kantenrichtungeu     fallendes äusseres Feld genügen, die Vek  toren der spontanen     Magnetisierung    in die  Feldrichtung zu drehen; die     Permeabilitä.t     wäre demnach fast unendlich gross.

   Die in  der Praxis zur Verfügung stehenden, auf  künstlichem Wege hergestellten grösseren  Einkristalle weichen vom idealen infolge der  immer darin vorkommenden Verunreinigun  gen merklich ab, so dass zur     Sättigungs-          magnetisierung    ein Feld endlicher Stärke  erforderlich ist. Immerhin zeigen auch solche       Eiseneinkristalle    in den Vorzugsrichtungen  eine recht hohe     Anfangspermeabilität.    Den  gleichen Verunreinigungen ist es zuzuschrei  ben, dass die praktisch     herstellbaren    Ein  kristalle     Hystereseverluste,    wenn auch nur in  geringem Masse aufweisen.  



  Nach dem Obigen könnte man meinen,  dass der aus einem Einkristall hergestellte       ferromagnetische    Körper das geeignete Kern  material für Spulen, Überträger und der  gleichen wäre. Jedoch für manche Zwecke,  beispielsweise für     Pupinspulen,    ist eine sehr  hohe     Anfangspermeabilität    durchaus nicht  erwünscht. Zwar würde auch bei einem aus  einem Einkristall hergestellten magnetischen  Kern durch das Anbringen von Luftspalten  die Möglichkeiten bestehen, die effektive       Permeabilität    herabzusetzen, aber zu dieser  Massnahme wird man wegen anderer damit  verknüpfter Nachteile vielfach nur     ungerne     Zuflucht nehmen.  



  Die Erfindung geht nun von der Er  kenntnis aus, dass die künstliche     Unterdriik-          kung    einer der Vorzugsrichtungen der Mag  netisierung eines     Einkristalles,    und damit  die Herabsetzung der     Permeabilität    in die  ser Richtung möglich ist. Die Ausnützung  dieser Erkenntnis erfolgt nun, indem durch  eine geeignete mechanische und thermische  Behandlung ein     ferromagnetisches    Material,  zum Beispiel eine     Eisennickellegierung,    zu  nächst in einen solchen Zustand gebracht  wird, dass die Struktur jener eines     Einkri-          stalles    annähernd entspricht.

   Durch eine  weitere mechanische Behandlung wird dann  die erwünschte magnetische     Anisotropie    er-      halten, wobei das Material nur noch zwei  Vorzugsrichtungen der     Magnetisierung    be  sitzt. Diese Eigenschaft hängt mit dem     in-          nern    mechanischen Spannungszustand zu  sammen, in welchen das Material infolge des  Bearbeitungsvorganges gebracht worden ist.  



  Gute Resultate wurden beispielsweise  durch Anwendung des nachstehenden Ver  fahrens erhalten:  Als Ausgangsmaterial diente ein aus  <B>50%</B> Nickel und     50A    Eisen zusammenge  setztes Band von einer Dicke von mindestens  1 mm. Dieses wurde kalt ausgewalzt auf  110     Mikron.    Die magnetische Untersuchung  ergab zwei Vorzugsrichtungen der     Magneti-          sierung,    nämlich in Richtungen, die einen  Winkel von nahezu 45   mit der     Walzrich-          tung    bildeten. Hiernach wurde das Band bei  1100   C ausgeglüht, wobei     Rekristallisation     eintrat.

   Nunmehr lagen die Kristalle in sehr  geordnetem     Zustand,    und zwar so,     dass    eine  der Würfelflächen parallel zur äussern Be  grenzung des Bandes lag und somit die  Struktur jener eines     Einkristalles    annähernd  entsprach. Dementsprechend zeigt die mag  netische Untersuchung zwei ausgesprochene  Vorzugsrichtungen der     Magnetisierung,    eine  in der Walzrichtung, also in der Längsrich  tung des Bandes, die andere senkrecht dazu  in der Richtung der Breite des Bandes. Ob  schon die dritte Vorzugsrichtung also senk  recht zur Bandfläche ebenso vorhanden sein  muss, wurde wegen der geringen Dicke dar  auf verzichtet, dieselbe durch eine magne  tische Untersuchung festzustellen.

   Nach der  Wärmebehandlung bei<B>1100'</B> C wurde das  Band abermals auf etwa 60     Mikron    Dicke  ausgewalzt und es zeigte sich, dass die Per  meabilität in der Walzrichtung jetzt be  deutend verringert war, wogegen die     Perme-          abilität    senkrecht zur Walzrichtung in der  Richtung der Bandfläche sich nicht nennens  wert geändert hatte. Ebenso dürfte die Per  tneabilität senkrecht zur Bandfläche dieselbe  geblieben     sein'.    Mit der Verringerung der       Pertneäbilität    in der Walzrichtung geht eine  Erhöhung der     Hysterese,    für zwischen gege  benen Werten der Induktion verlaufende    Zyklen einher, .die jedoch innerhalb zulässi  gen Grenzen bleibt.

   Bei einem nach obigem  Verfahren hergestellten Band ergaben sich  die in     F'ig.    1 dargestellten     Magnetisierungs-          kurven,    bei welchen die Breiten der Schlei  fen deutlichkeitshalber stark übertrieben  gezeichnet sind. Als Abszisse ist die Feld  stärke H, als Ordinate die     Magnetisierung    I  aufgetragen.

   Man erkennt ohne weiteres,  dass in der Längsrichtung des Bandes für  die die     Magnetisierungskurve    W massgebend  ist, die     Permeabilität    in einem weiten Feld  stärkenbereich nahezu konstant ist, dies im  Gegensatz zu der     Permeabilität    in der Quer  richtung des Bandes, die wie die     Magneti-          sierungskurve    U für diese Richtung zeigt,  stark von der Feldstärke abhängig ist. Die       Anfangspermeabilität    in der Walz- oder  Längsrichtung des Bandes beträgt ungefähr  40. Die     Permeabilität    in der Querrichtung  ist dagegen durch die Behandlung kaum be  einflusst worden.

   Durch die Anwendung des  erfinderischen Verfahrens geht die     Rema-          nenz    in der Walzrichtung bis auf 3 % der  Sättigung herab, während sie senkrecht dazu  ihren ursprünglichen hohen Wert von 80  der     .Sättigung    beibehält. Das Verhältnis der       Magnetisierungsenergien        (S   <I>H d l)</I> für die  Längs- und Querrichtung das ein Mass für  die     Anisotropie    des Bandes darstellt, beträgt  etwa 30.  



  Gegebenenfalls kann der zuletzt erwähn  ten, mechanischen Behandlung eine ther  mische bei etwa 400' C folgen, wodurch  die innern Spannungen zum Teil wieder auf  gehoben werden und die     Permeabilität    in  der     Walzrichtung    wieder zunimmt, die       Hysterese    aber nahezu     ungeändert    bleibt.  



  Um den Einfluss dieser letzten     Glühbe-          handlung    auf die     Permeabilität    und die       Hysteresisverluste    zu veranschaulichen, ist  in     Fig.    2 die Änderung der     Anfangsperme-          abilität        (OTdinate)    als Funktion der     Glüh-          temperatur    (Abszisse) und in     Fig.    3 der       Hysteresisverlust    für     B,pg1    - 8 Gauss, aus  gedrückt in     10-8        Erg    pro cm' pro Periode  (Ordinate)

   als Funktion der Glühtemperatur  (Abszisse) aufgetragen. Aus     Fig.    3 ist er-      sichtlich, dass der     Hysteresisverlust    bei etwa  400' C Glühtemperatur ein Minimum er  reicht, während wie aus     Fig.    2 ersichtlich  ist, die     Permeabilität    durch diese     Glühbe-          handlung    bei 4000, deren Dauer etwa 2  Stunden betrug, von 40 auf 80 gestiegen ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung eines magne tischen Materials mit geringem Hysteresis- verlust und mit in einem grossen Feldstär- kenbereich nahezu konstanter Permeabilität wenigstens in einer Magnetisierungsrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass das Material so weitgehender Kaltdeformation und darauf folgender Rekristallisationunterworfen wird,
    dass sämtliche Kristalle des Materials in der gleichen Weise orientiert sind und daher die Vorzugsrichtungen der Magnetisierung der einzelnen Kristalle untereinander überein stimmen, und dass durch eine nachträgliche Deformation derartige innere Spannungen in das Material gebracht werden, dass min destens eine Vorzugsrichtung der Magneti- sierung unterdrückt wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass durch Kalt walzen der Querschnitt eines aus einer Legierung von Nickel und Eisen herge stellten.
    Bandes um mindestens 89 % ver ringert und einer darauf folgenden Glühbehandlung bei einer über der Rekri- stallisationstemperatur liegenden Tempe ratur unterworfen wird, derart, dass sämt liche Kristalle des Materials die gleiche Orientierung besitzen und eine Vorzugs- richtung der Magnetisierung mit der Walzrichtung zusammenfällt,
    und dass durch nachträgliches Kaltwalzen das Hervortreten- dieser Vorzugsrichtung der Magnetisierung unterdrückt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Band aus nahezu gleichen Teilen Nickel und Eisen zusammengesetzt ist, und dass der @Quer- schnitt dieses Bandes durch Kaltwalzen um mindestens 89 % verringert wird, der art, dass nach einer Glühbehandlung bei einer über der Rekristallisationstempera- tur liegenden Temperatur zwei Kristall würfelkanten in der Bandebene liegen,
    von denen eine parallel zur Walzrichtung ist, und dass das Hervortreten der mit der Walzrichtung zusammenfallenden Vor zugsrichtung der Magnetisierung durch nachträgliches Kaltwalzen unterdrückt wird. B. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die durch die letzte Deformation in das Material ge brachten innern Spannungen durch eine Glühbehandlung teilweise entfernt wer den. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass ein aus nahezu gleichen Teilen Eisen und Nickel zusammengesetztes Band von wenigstens 1 mm Dicke auf 110 Mikron kalt ausgewalzt, bei einer Temperatur von 1100 C ausgeglüht und dann bis auf 60 Mikron kalt ausgewalzt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Band von 60 Mikron Dicke bei einer Temperatur von etwa 400' C an gelassen wird.
    PATENTANSPRUCH 1I: In die Gestalt eines Spulenkernes ge brachtes, nach dem Verfahren gemäss Pa tentanspruch I hergestelltes magnetisches Material, gekennzeichnet durch eine solche Formgebung, dass es derart bewickelt wer den kann, dass die Richtung. der Kraftlinien praktisch gesprochen senkrecht zur Richtung der grössten Magnetisierbarkeit des Kern materials verläuft.
CH183783D 1933-12-04 1934-11-27 Verfahren zur Herstellung eines magnetischen Materials mit nahezu geradliniger Magnetisierungskurve. CH183783A (de)

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