CH183844A - Schnellbremseinrichtung für Zweikammer- oder Speicherbremsen, insbesondere für Kraftwagenzüge. - Google Patents

Schnellbremseinrichtung für Zweikammer- oder Speicherbremsen, insbesondere für Kraftwagenzüge.

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CH183844A
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Aktiengesellschaft Rober Bosch
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Bosch Robert Ag
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      Schnellbremseinrichtung    für Zweikammer- oder Speicherbremsen, insbesondere  für     Kraftwagenzüge.       Die Erfindung betrifft eine sogenannte       Schnellbremseinrichtung    für     Zweikammer=     oder Speicherbremsen, insbesondere für  Kraftwagenzüge. Diese Einrichtungen die  nen bekanntlich zum Beschleunigen des  Bremsvorganges in den vom Führerventil       entfernt    liegenden Bremszylindern, zum  Beispiel in denen der Anhänger, und be  sitzen ein zusätzliches Aussenluftventil, über  das der zugehörige Bremszylinder unmittel  bar mit der Aussenluft verbunden werden  kann.

   Dieses Aussenluftventil     wird    durch  ein bewegliches Glied, zum Beispiel einen  Kolben oder eine Membran, gesteuert, das  auf der einen Seite unter dem in der     Steuer-          bezw.    Bremsleitung herrschenden Druck und  auf der andern Seite unter dem     Bremszylin-          derdruck    steht. Dieses     Steuerglied        wird     durch eine vom Fahrer in der Steuerleitung  hervorgerufene Druckänderung verstellt, wo  bei es das zusätzliche Aussenluftventil öffnet.

    Das Steuerglied     lässt    bei Fahrtstellung nur      einen engen     Durchgangsquerschnitt    frei,  über den sich die Drücke in den Räumen zu  den beiden Seiten des     ,Steuergliedes    aus  gleichen können, wenn nur langsam ge  bremst wird oder     ein    allmählicher     Druck-          mittelverlust    im Bremszylinder     eintritt.     



  Das Steuerglied ist also vorteilhaft zum  Beschleunigen :des Anziehens der Bremsen.  Es     würde    aber umgekehrt verzögernd auf  den Lösevorgang     einwirken,    weil     es        die    zum  Lösen- der     Bremsen    erforderliche     Druck-          mittelzufuhr        (Druckluft-    oder Unterdruck)  zum Bremszylinder drosselt. Um diesen  Nachteil zu vermindern; hat man schon     ein     zusätzliches     Druckmittelventil        vorgesehen,     das beim Lösen der Bremsen durch das  Steuerglied ,geöffnet wird.

   Bei den bekann  ten Ausführungen wird aber mit diesem zu  sätzlichen Ventil nur erreicht, dass die Steuer  kammer der     Schnellbremseinrichtung    rasch       mit    Druckmittel aufgefüllt wird, während  der     Druckmittelzustrom    zum Bremszylinder      nach     wie    vor nur durch die unverändert ge  bliebenen, engen     Durchgangsquerschnitte    am  Steuerglied vor sich geht, so dass trotz der  Hinzunahme des besonderen     Druckmittelven-          tils    der Lösevorgang im Bremszylinder nicht  wesentlich beschleunigt wird.  



  Um diesen Mangel zu beheben,     ist    die       Schnellbremseinrichtung    gemäss Erfindung so       beschaffen"dass    beim Lösender Bremsen das  Steuerglied     zwischen    der     Druckmittelleitung     und dem Bremszylinder einen freien Durch  gang schafft, der grösser     ist,    als der in Fahr  stellung vorhandene, enge     Ausgleichquer-          schnitt.     



  Zwei Ausführungsbeispiele dieser Ein  richtung sind in der Zeichnung je im     Schnitt     dargestellt.  



  Die für     Unterdruckbremsen        bestimmte     Einrichtung nach     Fig.    1 besitzt ein Gehäuse  1 mit Deckel 2 von .dem aus ein Anschluss 3  zu der Bremsleitung, ein Anschluss 4 zu dem  Bremszylinder und eine durch ein Sieb 5  abgedeckte Öffnung     @6        :zur        Aussenluft    führt.  Die Bremse kann beispielsweise eine Feder  speicherbremse sein, deren Feder durch einen  Unterdruck im Bremszylinder gespannt  (Lösen) und durch Belüften des Bremszylin  ders freigegeben wird     (Anziehen    der Brems  sen).

   Die bei 3     angeschlossene    Leitung kann  über das Führerventil oder über ein von die  sem     ferngesteuertes        Ventil    mit der Unter  druckquelle     (Saugleitung    der Antriebsma  schine) oder mit der Aussenluft verbunden  werden. Diese bekannten Teile sind in der  Zeichnung nicht dargestellt.  



  Das Gehäuse 1 ist .durch eine Wand 7 in  eine     Ausseuluftkammer    8 und eine Brems  mittelkammer 9 unterteilt. Die Wand 7 hat  eine Öffnung 10, die ein     federbelasteter    Ven  tilteller 11 zu schliessen sucht. Gegen dieses  Ventil 11 drückt im     Öffnungssinn    eine bei  12 geführte Stange -13, die durch eine Feder  14 nach rechts gedrückt wird. Die Feder 14  ist schwächer als die Feder 15 des     Ventil-          tellers    11. Am linken Ende der Stange 13 ist  eine tellerförmig aus Blech gepresste Scheibe  16 von grossem Durchmesser befestigt, deren  Rand 17 flach ist.

   Die Scheibe ist mit ge-         ringem    Spiel 18     in    einer zylindrischen Boh  rung 19 des     Gehäuses    1 beweglich und legt  sich in der     rechten    Endstellung gegen eine  Ringschulter 20, in welcher sie die     Brems-          mittelkammer    9 in einen mit der Brems  leitung 3 verbundenen Raum 21 (Steuer  kammer) und in einen mit dem Bremszylin  der verbundenen Raum 22 trennt. Die  Linksbewegung der Scheibe 16 ist durch  Anschläge 23 am Deckel 2 begrenzt. Zwi  schen dem linken     Ende,der        Bohrung    19 und  den Anschlägen 23 ist der Raum 2.1     kegelig     (bei 24) nach aussen erweitert.  



  Die Einrichtung     wirkt    wie folgt:  In der normalen Fahrstellung     steht    die  Scheibe 16 in der in der Zeichnung darge  stellten Mittellage     zwischen    23 und 20. Das  Aussenluftventil 10, 11 ist geschlossen. Der  Raum 22 und damit auch der Bremszylinder  sind durch den Ringspalt 1.8 mit dem Raum  21 und durch diesen mit der Unterdruck  quelle verbunden. Im Bremszylinder herrscht  also Unterdruck, der den Bremskolben in  einer     Stellung    hält, bei der die Bremsfeder  gespannt und die Bremse gelöst     ist.    Etwaige  Unterdruckverluste im     Bremszylinder    durch       Undichtigkeiten    am Kolbenwerden über den  Ringspalt wieder aufgehoben.  



  Zum langsamen     Anziehen    der Bremsen  lässt der Wagenführer     langsam    Luft in die       Bremsleitung    einströmen. Die dadurch in 21       entstehende        Unterdruckverminderung    pflanzt  sich durch den Ringspalt 18 in den Raum 22  und den     Bremszylinder    fort, ohne dass die  Scheibe 16 verschoben wird. Bei einer  Schnellbremsung dagegen strömt die. Luft so  schnell in den Raum 21 ein, dass die Druck  änderunb     nicht    schnell genug über den engen  Spalt 18 weitergeleitet werden kann und in  folgedessen die Scheibe 1.6 nach rechts gegen  die     Schulter    20 gedrückt wird.

   Dabei wird  der Ventilteller 11 abgehoben, so dass     un-          mittelbar    durch die Öffnung 6 Luft in den  Bremszylinder strömt und dieser rasch be  lüftet     wird.    Dadurch wird die Bremsfeder  freigegeben und die Bremse rasch angezogen.  



  In der     Schnellbremsstellung    steht die  Scheibe 16     einerseits    unter dem Druck im           Raum    21 und der Kraft der Feder 14 und  anderseits     unter    dem Druck im Raum 22,  einem     gegebenenfalls    auf den Teller 11 ein  wirkenden     Druckunterschied    und der Kraft  der Feder 15. Sobald die     Belüftung    des  Bremszylinders soweit fortgeschritten ist,  dass     die        Kräfte    einander das Gleichgewicht  halten, geht die     Scheibe    16 wieder in ihre  Mittelstellung zurück und das Ventil 11  schliesst.

   Ein     vielleicht    noch bestehender ge  ringer Druckunterschied     zwischen    den Räu  men 21 und 22 gleicht sich über den Ring  spalt .18 aus. Man kann also mit dieser Ein  richtung auch bei Schnellbremsungen jede  gewünschte Bremsstärke erreichen und hal  ten.    Zum Lösen der Bremsen wird die Lei  tung 3 wieder mit der Unterdruckquelle  verbunden, so dass Luft aus 21 abgesaugt  und die Scheibe 16 aus der Mittelstellung  nach links bewegt wird, wobei sich der  Durchgangsquerschnitt am Scheibenrand  (bisher der enge Spalt 18) infolge der trich  terförmigen Erweiterung 24 an der Ge  häusewand rasch und gleichmässig fort  schreitend vergrössert. Infolgedessen wird  rasch eine grosse Menge Luft aus dem  Bremszylinder angesaugt     und    also auch  rasch die Bremse gelöst.

   Die Bremse kann  in jedem gewünschten Masse gelöst werden.  da der Fahrer das Absaugen von Luft über  die Leitung 3 jederzeit unterbrechen kann  und die Scheibe 16 bei Kräfteausgleich wie  der in die Mittelstellung zurückgeht. Die       Trichterform    der Aussparung 23 hat noch  den weiteren Vorteil, dass der gegen Ende  des Lösevorganges einsetzende Rechtshub  der Scheibe 16 gebremst wird und die  Stange 13 sich sanft gegen den Teller 11  legt.  



  Die Herstellung der Scheibe 16 aus  Blech hat den Vorteil, dass die Scheibe trotz  des wegen Änderung des Durchgangsquer  schnittes erwünschten grössere Durchmessers  nur ein geringes Beharrungsvermögen be  sitzt. Die gewölbte Form gibt der Scheibe  die erforderliche Festigkeit.    Die Erfindung kann selbstverständlich  nicht nur in der eben beschriebenen Weise  für durch Unterdruck zu lösende Speicher  bremsen verwendet werden, sondern auch  für die wesensverwandten     Unterdruck-Zwei-          kammerbremsen,    bei denen der Speicher  durch die zweite Kammer des Bremszylin  ders ersetzt ist.

   Ferner steht nichts im  Wege, die     Erfindung    bei     Druckluft-Spei-          cherbremsen    oder-     Zweikammerbremsen    an  zuwenden, da man in diesem Fall lediglich  der     andern    Druckrichtung entsprechend die  Anordnung der Teile zu ändern hat.     Fig.    2  veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel  einer solchen Einrichtung. Die einzelnen  Teile sind mit den gleichen, jedoch mit  einem Index ausgestatteten     Überweisungen     versehen wie in     Fig.    1.

   Die     Übereinstim-          mung    der beiden Beispiele in ihrer Wir  kungsweise ergibt sich ohne weiteres aus  der Zeichnung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Schnellbremseinrichtung für Zweikam mer- oder Speicherbremsen, insbesondere für Kraftwagenzüge, mit einem ein zusätzliches Aussenluftventil steuernden, beweglichen Glied, das auf der einen Seite unter dem Druck der Steuer- bezw. Bremsleitung und auf der andern Seite unter dem Brems zylinderdruck steht und in der Fahrtstel lung einen engen Durchgangsquerschniit zum allmählichen Ausgleich zwischen Lei- tungs- und Bremszylinderdruck frei lässt, dadurch gekennzeichnet,
    dass bei einer Lei- tungsdruckänderung zum Lösen der Brem sen das ,Steuerglied zwischen der Druck mittelleitung und dem Bremszylinder einen freien Durchgang schafft, der grösser ist als der in Fahrstellung vorhandene enge Aus gleichquerschnitt. UNTERANSPRüCHE: 1. Schnellbremseinrichtung nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied beim Lösen durch seine Be wegung einen von dem engen Ausgleichs querschnitt aus gleichmässig ansteigenden, grösseren Querschnitt freigibt.
    2. Schnellbremseinrichtung nach Patentan spruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das bewegliche Glied aus einer zwischen zwei Anschlägen in einem Gehäuse beweglichen Scheibe gro ssen Durchmessers besteht, die in der Stellung am einen Anschlag die mit der Bremsleitung bezw. dem Bremszylinder verbundenen Gehäuseräume vollständig voneinander trennt,
    in der Mittelstellung einen engen Ausgleichquerschnitt und in der Stellung am andern Anschlag einen grossen Durchgangsquerschnitt jeweils zwischen dem Rand der Scheibe und der Innenwand des Gehäuses frei gibt. 3. Schnellbremseinrichtung nach Patentan- anspruch und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Rand der Scheibe (16) gegenüberliegende Gehäusewand zwischen den beiden An schlägen (20 und 23) aus einem zylindri schen (19) und einem daran anschliessen den, sich allmählich erweiternden Teil (2'4) besteht.
    4. Schnellbremseinrichtung nach Patentan spruch und Unteransprüchen 1 bis 3" da durch gekennzeichnet, dass das Steuer glied aus einer tellerförmig gewölbten, kreisrunden Blechscheibe (16) besteht. 5..Schnellbremseinrichtung nach Patentan spruch und Unteransprüchen 1 bis 4, da durch gekennzeichnet, dass das Steuer glied (1,6) das Aussenluftventil (11) nur beim Öffnen (Schnellbremsen) kraft schlüssig. bewegt.
CH183844D 1934-07-16 1935-06-20 Schnellbremseinrichtung für Zweikammer- oder Speicherbremsen, insbesondere für Kraftwagenzüge. CH183844A (de)

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