CH184078A - Verfahren und Einrichtung zum Anlassen von mit Schweröleinspritzung arbeitenden Selbstzünd-Motoren. - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Anlassen von mit Schweröleinspritzung arbeitenden Selbstzünd-Motoren.Info
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Description
Verfahren und Einrichtung zum Anlassen von mit Sehweröleinspritzung arbeitenden Selbstzünd-Notoren. Bei Selbstzündmotoren, die mit Schwer öleinspritzung arbeiten, insbesondere bei sol chen mit Nebenkammern, wie zum Beispiel Vorkammern, bei denen die Frischluft durch ein Einlassventil in den Zylinderraum des Zylinders geführt wird, ist das Anlassen schwierig, wenn der Motor recht kalt ist. Man hat zur Erleichterung des Anspringens solcher Motoren schon vielerlei Hilfsmittel vorgeschlagen.
Das üblichste sind sogenannte Glühkerzen, von denen in der Regel jeweils eine mit einem elektrisch beheizten, meist aus einer Drahtschleife bestehenden Glüh- körper derart in den Verdichtungsraum des Motorzylinders hineinragt, dass sie die Ent zündung des einspritzenden Brennstoffstrahls begünstigt.
Die Glühkerzen haben zwar in vielen Fällen das Anspringen des kalten Motors in annehmbaren Zeiten ermöglicht. Bei starkem Frost können aber auch die bis jetzt bekannt gewordenen Glühkerzen in vielen Fällen das Anspringen des kalten Motors nicht mehr sichern, ohne dass man heisses Kühlwasser in den Motor einfüllen oder zu andern umständ lichen Hilfsmassnahmen greifen muss.
Ein sicheres Anspringen nach kurzer Andrehzeit lässt sich ohne Verstärkung der Andrehanlage, zum Beispiel des elektrischen Anlassmotors, erzielen, indem nachdem Ver fahren gemäss der Erfindung dem beim An drehen entstehen.den:Saugluftstrom vor seinem Eintritt in den Zylinder verdampfter Be triebsbrennstoff zugemischt und das Ge misch im Zylinder verdichtet wird und, ge gebenenfalls zusammen mit durch die nor male Einspritzvorrichtung eingespritztem Brennstoff, gegen Ende der Verdichtung verbrennt.
Versuche mit diesem Verfahren zum Erleichtern des Anlassens haben, insbe sondere auch bei Vorkammermotoren, ver blüffende Erfolge ergeben, denn es ist da mit gelungen, kalte Motoren ohne Zuhilfe nahme von Glühkerzen in kurzer Zeit zum Anspringen zu bringen, die ohne Anwen dung des Verfahrens und ohne Glühkerzen bei gleich niederen Temperaturen und mit der gleichen Anlasskraft überhaupt nicht an gelassen werden konnten.
In manchen Fällen wird es allerdings vorteilhaft sein, das Ent zünden des Gemisches durch Anwendung von Glühkerzen zu unterstützen.
Auf der Zeichnung sind einige Ausfüh rungsbeispiele ,der Einrichtung gemäss der Erfindung dargestellt. Anhand derselben wird im folgenden auch das Verfahren ge mäss der Erfindung beispielsweise beschrieben.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Anlasseinrichtung bei einem Vorkammer motor; Fig. 2 zeigt einen iStrahlzerstäubungs- motor.
Jede der Fig. 3 bis 6 stellt einen Brenn stoffdampferzeuger im Längsschnitt dar. Im Zylinderdeckel des ein- oder mehr- zylindrigen Viertaktmotors a nach Fig. 1 und 3 ist ausser dem Einlassventil b und dem Auslassventil c eine Vorkammer d vorgesehen, in welche die Einspritzdüse e mündet.
Der von einer Einspritzpumpe f im Takt des Ar beitsverfahrens geförderte Brennstoff wird über eine Rohrleitung g der Düse e zuge führt. Der Einspritzpumpe fliesst der Brenn stoff durch eine Leitung h zu, die an den Auslass eines Filters i angeschlossen ist. Dem Filter wird der Brennstoff durch eine Lei tung k zugeführt.
Im. Luftansaugrohr 7n des Motors ist ein kleiner Napf 7a eingelassen, indem ein elek trischer Heizwiderstand o liegt, dem aus einer Akkumulatorenbatterie p nach Schlie ssen eines Schalters q Strom zugeführt wird. Über dem Napf mündet eine in Fig. 3 nicht gezeichnete Rohrleitung r, die an eine Hand pumpe s angeschlossen ist.
Der Einlass der Handpumpe ist mit einer von der Rohr- leitung h abgezweigten Leitung t verbunden. Die Handpumpe und der Schalter q sind bei einem Fahrzeug, das mit dem beschriebenen Motor ausgerüstet ist, zweckmässig im Griff bereich des Fahrers angeordnet.
Das Hub volumen der Handpumpe ist vorteilhaft so bemessen, dass ein Pumpenstoss ausreicht, um dem Napf 7a eine für einen Anlassvorgang ausreichende Menge von Schweröl zuzu führen.
Soll der Motor aus dem kalten Zustand an gelassen werden, so wird zunächst .dem Napf n durch die Pumpe Betriebsbrennstoff zu geführt. Dann wird der Schalter q geschlos sen. Der durch den Widerstand o fliessende Heizstrom bringt nach kurzer Zeit das Schweröl im Napf n zur Verdampfung. So bald das Verdampfen beginnt, also nicht erst wenn schon das ganze Ansaugrohr mit Schweröldampf gefüllt ist, wird ein elek trischer Andrehmotor u eingeschaltet, dessen Ritzel während des Anwerfens in das ge strichelt angedeutete Motorschwungrad v ein greift.
Der durch den Anlassmotor angetriebene Einspritzmotor saugt bei jedem Saughub einer seiner Kolben w Luft durch das An saugrohr m an und reisst dabei auch Schwer öldampf mit. Das Schweröldampf-Luft- gemisch wird beim folgenden Hub verdichtet und entzündet sich gegen das Ende des Ver- diohtungshubes im Zylinder.
Beim Anlass- vorgang läuft der Motor also nicht als Vor kammermotor, sondern als gemischverdichten der Motor, bei dem die Zündung im Zylin derraum durch die Verdichtungshitze hervor gerufen wird. Die den Verdichtungsdruck und die Temperatur stark herabsetzenden.
das Zünden erschwerenden Drossel- und Strömungsvorgänge und die damit zusam menhängenden Kühlwirkungen machen sich im Zylinderraum viel weniger bemerkbar als in der Vorkammer, so dass durch vorüber gehendes Verlegen des Zündortes beim An lassen aus der Vorkammer in den Zylinder raum eine wesentlich günstigere Zündmög- lichkeit entsteht. .
Um die abkühlende Wirkung des ein spritzenden Brennstoffes während des Anlass- vorganges zu vermeiden, ist es mitunter vor teilhaft, die Förderung der Einspritzpumpe abzustellen, bis die ersten Zündungen des an gesaugten Gemisches den Motor soweit be- schleunigt haben, dass auch eingespritzter Brennstoff mit Sicherheit zur Selbstzündung kommt.
Die Hitzeentwicklung des Widerstandes o ist zweckmässig so bemessen, dass das ver dampfte Schweröl nicht schon im Saugrohr entflammen kann.
Nach Fig. 2 ist der Verdampfernapf n in einem besonderen, abwärts gerichteten Ein mündungsstutzen x des Ansaugrohres mz auf gehängt. Eine von aussen bedienbare Klappe y kann zum Anlassen so eingestellt werden, dass sie den vor dem Stutzen x liegenden Zweig des Saugrohres ganz oder teilweise absperrt, so da,ss die ganze oder ein wesent licher Teil der Luftladung durch den Stutzen x eingesaugt wird. In der Betriebsstellung sperrt die Klappe den Stutzen x von der Saugleitung m ab.
Die zum Napf führende Auffülleitung r ist an einen Behälter z angeschlossen und enthält einen Hahn 10. Zuviel eingefüllter Brennstoff läuft am Napfrand oder einem .Loch in der Napfwand über und tropft ab, ohne in,den ,Saugluftweg zu gelangen.
Zur Unterstützung des Zündvorganges ist eine elektrisch beheizte Glühkerze vor <I>gesehen,</I> deren Glühdraht 11 in den Zylinder raum hineinragt. Der Heizwiderstand o im Napf n ist mit der Glühkerze in Reihe ge schaltet und dient als Vorschaltwiderstand für fliese. Während bisher die vom Vor schaltwiderstand der Glühkerzen entwickelte erhebliche Wärmemenge nutzlos vergeudet wurde, wird sie beidem Ausführungsbeispiel zum Erleichtern des Anlassens herangezogen.
Bei .dem Verdampfer nach Fig. 4 ist der Verdampfernapf n in einem Stutzen des Saugrohres frei schwebend abgestützt. Zwi schen den Rand des Napfes und der Napf stütze 12 ist ein Asbestring 13 eingelegt, so dass der Napf wärmeisoliert angeordnet ist. Der Heizwiderstand o ist als Drahtschraube ausgebildet. Um den Napf auffüllen zu kön nen, ist in der über dem Napf liegenden Stutzenwand eine Öffnung 14 vorgesehen.
Der Verdampfer nach Fig. 5 ist in einem besonderen Einmündungsstutzen des Motor- saugrohres untergebracht. Der Heizwider- stand o ragt nur mit dem untern Teil in das Schweröl im Napf hinein. Die Luft wird durch Öffnungen 15 über dem Spiegel des Schweröls eingesaugt. Der in das Schweröl eintauchende Teil des Heizdrahtes bringt den Napfinhalt zum Kochen. Die Dämpfe wer den vom Luftstrom mitgerissen.
Ein Teil davon entzündet sich beim Vorbeistreichen am obern Teil des Drahtes o, der über die Entflammungstemperatur des Schweröls er hitzt wird. Es entsteht eine Flamme, durch die das angesaugte Gemisch erhitzt, nicht aber vollständig verbrannt wird, so dass es mit seiner Verbrennung im Motorzylinder immer noch das Anspringen herbeizuführen vermag. Da das angesaugte Gemisch mit er höhter Anfangstemperatur in den Zylinder kommt, ist auch seine Endtemperatur ent sprechend hoch und damit ,die Entflammung des Gemisches gesichert.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 ist der Heizwiderstand o ebenfalls als elek trisch beheizte Glühdrahtwicklung ausgebil det, taucht aber nicht in das Schweröl im Napf n. Die Ansaugluft wird, wie die ein gezeichneten Pfeile zeigen, nach Schliessen einer Klappe y im Saugrohr durch den Brennstoff im Napf hin.durchgesaugt und reisst 'Schweröltröpfchen mit. Ein Teil dieser Tröpfchen trifft auf den über die Entflam- mungstemperatur hinaus erhitzten Ileiz- widerstand o, verdampft und entzündet sich.
Der Verlauf des Vorganges ist sonst wie beim vorhergehenden Beispiel.
Bei einem Mehrzylinderviertaktmotor mit einem allen Zylindern gemeinsamen Luft- ansaugrohr kann ein einziger Verdampfer in demjenigen Abschnitt des Saugrohres an geordnet sein, durch den alle Zylinder ihre Luftladung hindurchsaugen. Es kann aber auch vor einem oder mehreren Zylindern ganz nahe am Anschluss des Saugrohres am Zylinder jeweils ein besonderer Verdampfer angeordnet sein.
Sind mehrere Verdampfer vorgesehen, so sind ihre Heizwiderstände zweckmässig so parallel zueinander oder hin tereinander geschaltet, dass alle durch einen einzigen Schalter ein- und ausgeschaltet wer den können.
Anstatt den Heizwiderstand in oder über einem schwerölgefüllten Napf anzuordnen, kann man den Brennstoff auch unmittelbar auf den Heizwiderstand tropfen lassen, oder gegen ihn spritzen. Um ein gut zündfähiges Gemisch zu erzielen, ist es vorteilhaft, die günstigste Vorheizzeit für den Verdampfer zu ermitteln.
Der Brennstoff kann natürlich auch ausserhalb des Saugrohres verdampft werden. Indessen wird es zweckmässig sein, die Ver- dampfungsstelle möglichst nahe bei den Zy lindereinlässen anzuordnen.
Das Verfahren samt der Einrichtung ge mäss der Erfindung lässt sich auch bei Zwei taktmotoren anwenden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zum Anlassen kaltgewordener, mit Schweröleinspritzung arbeitender Selbst- zündmotoren, insbesondere von Motoren mit Nebenkammern, bei denen die Frischluft durch ein Einlassventil unmittelbar in den Zylinderraum -des Zylinders geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass dem beim An drehen entstehenden Saugluftstrom vor seinem Eintritt in den Zylinder verdampfter Be triebsbrennstoff zugemischt,und dass das Gemisch im Zylinder verdichtet wird und gegen Ende der Verdichtung verbrennt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass insbesondere bei grosser gälte das Entzünden des an gesaugten Gemisches durch eine Glüh kerze begünstigt wird, die in den Zylin derraum hineinragt. 2.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Betriebsbrenn- stofftröpfchen durch den Saugluftstrom an einer Heizeinrichtung vorbeigesaugt werden, wobei sie mindestens teilweise verdampfen. B. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich- net, dass durch die Heizeinrichtung Be triebsbrennstoff entflammt wird, wo durch das Brennstoffdampf-Luftgemisch angewärmt wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Ver dampfung des Betriebsbrennstoffes durch eine Heizeinrichtung herbeigeführt wird, deren Temperatur unter der Entflam- mungstemperatur -des Brennstoffes gehal ten wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 2, dadurch gekenn7,eich- net, dass ,die Heizung durch einen elek trischen Widerstand erfolgt, der vor dem Andrehen auf Heiztemperatur gebracht wird. 6.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 2 und 5 zum Anlassen von Motoren mit elektrisch beheizter Glühkerze, dadurch gekennzeichnet, dass der Heizwiderstand als Vorschaltwider- stand für die Glühkerze dient. 7. Verfahren nach Patentanspruch I, da- durch gekennzeichnet, dass mittels der normalen Einspritzanlage beim Andrehen Brennstoff eingespritzt wird.PATENTANSPRUCH II: Einrichtung zum Anlassen von Brenn- kraftmaschinen nach dem Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 2, ge kennzeichnet durch einen napfartigen Behäl ter am Luftzuleitungsrohr, der den zur Ver dampfung bestimmten Brennstoff aufnimmt. UNTERAN SPRüCHE B.Einrichtung nach Patentanspruch II an Motoren auf Fahrzeugen, gekennzeich net durch eine vom Führerstand aus be- dienbare Zumesseinrichtung zum Auffül len des Napfes. 9. Einrichtung nach Patentanspruch II bei Viertaktbrennkraftmaschinen, dadurch ge kennzeichnet, dass der Napf in einem be sonderen Einmündungsstutzen des Luft ansaugrohres untergebracht ist, der mit einem Absperrorgan versehen ist, durch das seine Verbindung mit dem Motor abgesperrt werden kann. 10.Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 9, gekennzeichnet durch ein im Ansaugrohr vor dem mit dem Napf versehenen Einmündungsstutzen angeordnetes Absperrorgan, mit dem beim Anlassen der Durchgangsquer schnitt des Ansaugrohres mindestens teil weise abgesperrt werden kann, so dass wenigsten ein erheblicher Anteil der Luftladung durch den mit dem Napf versehenen Einmündungsstutzen ange saugt wird.11. Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 9 und 10, gekennzeich net durch ein Absperrorgan, das in seiner einen Endstellung .den vor dem mit .dem Napf versehenen Einmündungsetutzen liegenden @Saugrohrabsehnitt und in seiner andern Endstellung ,den mit dem Napf versehenen Einmündungsstutzen ab schliesst.12. Einrichtung nach Patentanspruch II zum Anlassen von Brennkraftmaschinen nach dem Verfahren gemäss Patentan- spruch I und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Heiz- vorrichtung nur zum Teil in das .Schwer öl im Napf eintaucht,so dass ein Teil der von dem über den Flüssigkeitsspiegel streichenden Saugluftstrom erfassten Brennstofftröpfchen beim Vorbeistrei- chen an dem aus dem Schweröl heraus- ragenden Teil der Heizvorrichtung min destens teilweise verdampft.13. Einrichtung nach Patentanspruch II zum Anlassen von ERnspritzbrennkraftmaschi- nen nach ,dem Verfahren gemäss Patent- anspruch I und. Unteranspruch 2, ge kennzeichnet durch eine derartige Aus bildung und Anordnung des Napfes, dass der Saugluftstrom durch das Schweröl hindurchströmt,wobei er bltropfen mit reisst und mindestens einen Teil dieser Tropfen an einer über dem Flüssigkeits spiegel angeordneten Heizvorrichtung vorbeiführt, wo sie mindestens teilweise verdampfen.
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