CH184213A - Verfahren zur Herstellung von thixotropen, d. h. durch Erschütterungen vorübergehend flüssig werdenden Kupferoxychloridpräparaten für Pflanzenschutzzwecke und nach diesem Verfahren hergestelltes Präparat. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von thixotropen, d. h. durch Erschütterungen vorübergehend flüssig werdenden Kupferoxychloridpräparaten für Pflanzenschutzzwecke und nach diesem Verfahren hergestelltes Präparat.

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  Verfahren zur Herstellung von     thigotropen,    d. h. durch Erschütterungen     vorübergehend          flüssig    werdenden     Kupferogyehloridpräparaten    für     Pflanzenschntzzwecke     und nach diesem Verfahren hergestelltes Präparat.    In neuerer Zeit werden Suspensionen von  basischem Kupferchlorid     (Kupferoxychlorid)     in zunehmendem Masse neben und an Stelle  der altbekannten, aus Kupfersulfat und  Kalkhydrat hergestellten Brühen für die Be  kämpfung von Pflanzenkrankheiten, wie       Peronospora    und dergleichen, angewendet.

    Als Grundlage für diese Suspensionen die  nen vorzugsweise pulverförmige Präparate,  die     Kupferoxychlorid    neben Schutzkolloiden,  wie Melasse,     Dextrin,        Sulfitzelluloseablauge          etc.    enthalten und beim Verrühren mit Was  ser unmittelbar spritzfähige, nur wenig ab  setzende Brühen liefern.  



  Um die Handhabung zu erleichtern, ist  auch versucht worden,     pastenförmige    und  flüssige     Kupferogychloridpräparate    herzu  stellen. So hat man vorgeschlagen, mehr oder  weniger konzentrierte     Kupferchloridlösuu-          gen    mit Kalkhydrat solange zu verrühren,  bis eine dicke Brühe entsteht,     die    Kupfer-         oxychlorid    neben     Calciumchlorid    enthält.

    Ferner ist angegeben worden, dass man den  bei der üblichen Herstellung von     Kupfer-          ogychlorid    aus Kupfer, Kupferchlorid und  Luft entstehenden Niederschlag unmittelbar  nach dem Absitzen mit einer erheblichen  Menge Schutzkolloid und Wasser zu einer  steifen Paste verreiben kann, die sich bei Zu  satz von viel Wasser zu einer spritzfähigen  Suspension lösen soll.  



  In beiden Fällen ist der Gehalt der Prä  parate an     Kupferoxychlorid    verhältnismässig  gering; er beträgt beim flüssigen Mittel,  selbst wenn von einer gesättigten Kupfer  chloridlösung ausgegangen wird, kaum mehr  als 25 % und ist auch in der erwähnten Paste  nicht wesentlich höher. Abgesehen davon hat  sich im flüssigen Präparat der     Calcium-          chloridgehalt    als schädlich erwiesen, da er       Verbrennungen    an     jungen    Pflanzen hervor  rufen kann. Die Paten haben anderseits      wieder den Nachteil, beim Liegen an Luft  rasch zu verkrusten; dadurch leidet die     Sus-          pendi;,er-    und Schwebefähigkeit des Mate  rials.  



  Gegenstand der vorliegenden Erfindung  ist ein Verfahren zur Herstellung von     thixo-          tropen,    das heisst durch Erschütterungen vor  übergehend flüssig werdenden     Kupferoxy-          chloridpräparaten    für     Pflanzenschutzzwecke,     dadurch gekennzeichnet, dass Gemische von       Kupferoxychlorid    mit 25 bis     50/'o    Wasser  und Schutzkolloiden so lange mechanisch  durchgearbeitet werden, bis eine verhältnis  mässig leicht bewegliche Flüssigkeit entsteht.  die pro Liter mindestens 650g     Kupferoxy-          chlorid        und    25 bis<B>50%</B> Wasser enthält.  



  Die Erfindung betrifft auch ein nach  diesem Verfahren hergestelltes     thixotropes     Präparat, das durch mechanische Erschütte  rungen aus     seinem    normalen festen oder  halbfesten     gelartigen    Zustand vorübergehend  in einen flüssigen     Zustand    überführt werden  kann und sich     dann    wie flüssige Mittel hand  haben lässt. Beim Stehen des verflüssigten  Präparates tritt nach mehr oder weniger  langer Zeit die Rückverwandlung in den       thixotropen        Gelzustand    ein, aus dem der  flüssige Zustand jederzeit wieder hervor  gerufen werden kann.

   Ein derartiges Prä  parat kann einen ausserordentlich hohen, bei  flüssigen oder     pastenförmigen    Mitteln bis  her unerreichten Gehalt an     Kupferoxy-          chlorid,    beispielsweise 1000 bis 1500 g       CuCl    . 3     Cu0    . 4     H20    pro Liter besitzen.

   Es  besteht aus einem durch mechanische Ver  arbeitung erzielten innigen Gemisch von ge  fälltem     Kupferoxychlorid    (hergestellt nach  bekannten Verfahren),     einem    Schutzkolloid,  wie zum Beispiel     Sulfitzelluloseablauge,    Me  lasse,     Dextrin    und dergleichen und Wasser  in einer Menge von mindestens 2,5     515'.    Der Ge  halt an den drei Bestandteilen kann inner  halb sehr weiter Grenzen schwanken. Der  Gehalt an     Kupferoxychlorid    kann, wie  bereits erwähnt 1500 g pro Liter erreichen,  doch zeigen auch schon Präparate mit nur  650 g pro Liter     thixotrope    Eigenschaften.

    Die Menge -des     Schutzkolloidanteils    richtet    sich nach der Art dieses     Kolloids    und nach  der Konzentration an     Kupferoxychlorid;    die  jeweils nötige Mindestmenge an Schutz  kolloid lässt sich durch einfache     Vorversuche     jeweils feststellen.  



  Die Erscheinung der     Thixotropie    von  Gelen ist bisher nur bei wenigen Stoffen,  beispielsweise bei     Eisenoxydhydrat,    Alu  miniumoxydhydrat, Kaolin, beobachtet wor  den und hat anscheinend überhaupt noch keine  technische Verwertung     gefunden.    Die Fest  stellung, dass sich     Kupferoxychlorid    verhält  nismässig leicht in     thixotropen    Zustand über  führen lässt, ist nicht nur äusserst über  raschend, sondern gleichzeitig auch von emi  nenter technischer     Bedeutung,    da sie es er  möglicht,     Kupferoxychloridpräparate    für       Pflanzenschutzzwecke    herzustellen, die sich  bei der Verwendung im bequemen,

   flüssigen  Zustand befinden, beim Lagern und derglei  chen aber in festen     gelartigen    Zustand über  gehen, der das Eintreten einer merklichen       Sedimentation    und anderer ungünstiger Ver  änderungen verhindert. Solche Präparate be  halten, in Flaschen oder andern Flüssigkeits  behältern aufbewahrt, ihre Suspendier- und  Schwebefähigkeit     unbegrenzt    lange. Durch  verhältnismässig geringe mechanische Er  schütterungen, beispielsweise durch Auf  schütteln einer mit dem Präparat gefüllten  Flasche, wird der feste oder halbfeste Zu  stand aufgehoben und eine bewegliche Flüs  sigkeit gebildet, die leicht zu     handhaben    ist.

    Die neuen Präparate vereinigen somit die  Vorteile sowohl der festen, als auch der  flüssigen     Kupferoxychloridpräparate    unter  völliger Vermeidung ihrer bisherigen Nach  teile.  



  Zur Herstellung der     thixotropen    Präpa  rate geht man von     Kupferoxychlorid    aus,  das in bekannter Weise, beispielsweise durch  Fällen von     Kupferchloridlösungen    mit Soda,  oder durch gleichzeitige Einwirkung von  metallischem Kupfer und Luft auf Lösun  gen von Kupferchlorid und dergleichen her  gestellt werden kann. Je nach der angestreb  ten Konzentration wird dann ein nahezu  festes Gemisch dieses     Kupferoxychlorids         und 25 bis 50 % Wasser mit Schutzkolloiden,  wie     Sulfitzelluloseablauge,    Melasse,     Dextrin     und andere, solange mechanisch durch  gearbeitet, bis eine verhältnismässig leicht  bewegliche Flüssigkeit entsteht.  



  Zur Ausführung des Verfahrens kann  man beispielsweise folgendermassen ver  fahren:  In einem geeigneten Holzturm lässt man  eine     Kupferchloridlösung    von 170 bis 260 g       CuCl-,    pro Liter auf     Kupferblechschnitzel     oder     -drähte    unter gleichzeitigem Einblasen  von Luft im Überschuss einwirken. Der sich  dabei bildende feine Niederschlag von     Kup-          feroxychlorid    wird von der Lauge getrennt  und durch Dekantieren - weitgehend ge  waschen.  



  Der so erhaltene Niederschlag von an  nähernd reinem     Kupferoxychlorid    enthält  nach dem Absitzen noch 60 % und mehr  Wasser und ist somit nicht unmittelbar für  die Bereitung der     thixotropen    Präparate ge  eignet. Zu diesem Zwecke ist es vielmehr  noch nötig, einen Teil dieses Wassers durch  Abpressen, Zentrifugieren oder Verdampfen  zu beseitigen, wobei umso mehr Wasser zu  entfernen ist, je höher konzentrierte Präpa  rate man herstellen will.  



  Um beispielsweise ein Präparat mit un  gefähr 500 g     Cu    pro Liter     (870g        Kupfer-          oxychlorid    pro Liter) zu erhalten, von dem  also 1 Liter in seinem Kupfergehalt ziem  lich genau 2 kg Kupfersulfat     (CuS04.    5     H20)     entspricht, wird der in vorstehend beschrie  bener Weise erhaltene und gewaschene Nie  derschlag von     Kupferoxychlorid    in einer  Filterpresse auf zirka 46 % Wassergehalt ab  gepresst und hierauf in einer Knetmaschine       (Werner-Pfleiderer    oder dergleichen) mit       Sulfitzelluloseablauge    kräftig durchgearbei  tet.

   Man geht dabei zweckmässig so vor, dass  man nach und nach kleine Portionen des       Schutzkolloids    zusetzt, und zwar so lange,  bis die Mischung vollständig flüssig wird.  Wendet man     Sulfitzelluloseablauge    von  85       B6    an, so ist dieser Zustand erreicht,  wenn etwa 1,5 % davon zugesetzt wurden.  Im allgemeinen ist es jedoch vorzuziehen,    über diesen     Mindestzusatz    hinauszugehen.  Im vorliegenden Falle können beispielsweise  zirka 2 % zugesetzt werden, um die ange  gebene Konzentration des fertigen Präpa  rates zu erzielen.  



  Arbeitet man mit einem     grössern    Über  schuss an     Sulfitzelluloseablauge,    so muss be  rücksichtigt werden, dass dadurch     eine    merk  liche Wassermenge in das Präparat einge  führt wird. Um daher auf gleiche     Endkon-          zentrationen    an     Kupferoxychlorid    zu kom  men, muss mehr Wasser aus dem ursprüng  lichen     Kupferoxychloridniederschlag        _    ent  fernt werden, als vorstehend angegeben.  



  Man erhält beispielsweise, unter Anwen  dung eines     Kupferoxychloridniederschlages,     dessen Wassergehalt auf 28 % herabgesetzt  wurde, beim Verkneten mit 15 % einer     Sul-          fitzelluloseablauge    von 35       B6    ein Präparat,  das im Liter zirka 1100 g     Kupferoxychlorid     enthält. Man kann aber bereits den gleichen  Niederschlag mit 28 % Wasser mit nur 2,5  der     Sulfitzelluloseablauge    verarbeiten und  erhält dann ein hochkonzentriertes Präparat  mit zirka 830 g     Cu    oder 1460 g     Kupferoxy-          chlorid    pro Liter.  



  Selbstverständlich können an Stelle einer       Sulfitzelluloseablauge    von 35       B6    auch     ver-          dünntere    Ablaugen oder Lösungen anderer  Schutzkolloide verwendet werden, wobei in  jedem Falle der dadurch ins Präparat ein  geführte Wasserzusatz bei der     Berechnung     des Wassergehaltes im     Kupferoxychlorid-          niederschlag    zu berücksichtigen ist.  



  Bei der Verarbeitung in der Knet  maschine wird der Masse zweckmässig etwas  Kalk zugesetzt, um Spuren löslichen Kup  fers zu beseitigen.  



  Arbeitet     man    auf sehr hochkonzentrierte       thixotrope    Präparate, so ist es zweckmässig,  dem     Kupferoxychloridniederschlag    schon vor  der teilweisen Entwässerung einen Teil des  Schutzkolloids zuzusetzen. Dadurch wird es  möglich, den Wassergehalt des Niederschla  ges durch einfaches Abpressen in einer Fil  terpresse auch ohne nachfolgende Wasser  verflüchtigung sehr stark herabzusetzen.

   Man      kommt derart, ohne Wärmeaufwand, in der  Filterpresse allein, auf     Presskuchen,    die we  niger als<B>30%</B> Wasser enthalten. Überdies       wird    durch den vorhergehenden Zusatz eines  Teils der     Sulfitzelluloseablauge    auch das  Durcharbeiten in der Knetmaschine erleich  tert und abgekürzt.  



  Es hat sich weiters als vorteilhaft ge  zeigt, in der vorstehend beschriebenen Weise  von frischgefälltem     Kupferoxychlorid    aus  zugehen. Die daraus hergestellten Präparate  sind im allgemeinen den aus bereits getrock  netem     pulverförmigem        gupferoxychlorid     hergestellten vorzuziehen, weil die Schwebe  fähigkeit des letzteren Materials bei seiner  weitgehenden Trocknung fast immer eine un  günstige Veränderung erfahren hat.  



  Die Bereitung der spritzfähigen Brühen  aus den neuen Präparaten kann derart er  folgen, dass sie durch mechanische Erschütte  rungen, beispielsweise durch Aufschütteln in  flüssigen Zustand überführt und dann mit  einer entsprechenden Menge Wasser ver  dünnt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von thixo- tropen, das heisst durch Erschütterungen vor übergehend flüssig werdenden Kupferoxy- cliloridpräparaten für Pflanzenschutzzwecke, dadurch gekennzeichnet, dass Gemische von gupferoxychlorid mit 25 bis 507o Wasser und Schutzkolloiden so lange mechanisch durchgearbeitet werden, bis eine verhältnis mässig leicht bewegliche Flüssigkeit entsteht,
    die pro Liter mindestens 650 g Kupferoxy- chlorid und 25 bis<B>50%</B> Wasser enthält. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass gefälltes Kup- feroxychlorid nach dem Absitzen teilweise entwässert und hierauf mit dem Schutz kolloid weiterverarbeitet wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das gefällte Kupferoxychlorid nach dem Absitzen durch Abdampfen ent wässert wird. 3.
    Verfahren nach dem Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass das gefällte Kupferoxy- chlorid nach dem Absitzen durch Abpres sen entwässert wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass das gefällte Kupferoxychlorid nach dem Absitzen durch Zentrifugieren entwässert wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Kupferoxychloridniederschlag schon vor seiner teilweisen Entwässerung ein Teil des Schutzkolloids zugesetzt wird.
    PATENTANSPRUCH II: Nach dem Verfahren gemäss Patentan spruch I hergestelltes thixotropes Präparat aus Kupferoxychlorid für Pflanzenschutz zwecke, das durch mechanische Erschütte rungen aus seinem normalen festen oder halbfesten, gelartigen Zustand vorüber gehend in einen flüssigen Zustand überführt werden kann und sich dann wie ein flüssiges Mittel handhaben lässt, dadurch gekennzeich- net, dass das Präparat aus einem durch me chanische Verarbeitung der Bestandteile er zielten innigen Gemisch von gefälltem Kup- feroxychlorid, einem Schutzkolloid und Wasser besteht,
    das in flüssigem Zustand pro Liter mindestens 650 g Kupferoxychlo- rid und 2,5 bis<B>50%</B> Wasser enthält.
CH184213D 1934-07-12 1935-07-11 Verfahren zur Herstellung von thixotropen, d. h. durch Erschütterungen vorübergehend flüssig werdenden Kupferoxychloridpräparaten für Pflanzenschutzzwecke und nach diesem Verfahren hergestelltes Präparat. CH184213A (de)

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