Verfahren zur Konstanthaltung des Nodulationsgrades von tönend modulierten Sendern. Es besteht verschiedentlich die Aufgabe, bei tönend modulierten Sendern den Modu- lationsgrad konstant zu halten. Diese Auf gabe besteht zum Beispiel bei Funkbaken und sei deshalb anhand dieser kurz erläutert. Es ist bekannt, bei einer Ultrakurzwellen funkbake einen Dipol dauernd vom Sender aus zu speisen und zwei Reflektordipole ab wechselnd im Punkt- und Strich-Rhytmus zu tasten.
Diese Bakenanordnung kann bei geeigneter Aufstellung nicht nur zur seit lichen Richtungsbestimmung, sondern auch zum Landen nach dem Gleitwegverfahren benutzt werden. Die Durchführung des Gleitwegverfahrens, das bekanntlich mit einerz Intensitätsanzeige arbeitet, denn das Niedergehen erfolgt auf einer Kurve kon stanter Feldstärke, setzt aber voraus, dass die Lautstärke sendeseitig nicht schwankt. Da die Lautstärke abhängig ist von dem Modu- lationsgrad, kann hier die Aufgabe bestehen, den Modulationsgrad konstant zu halten.
Um eine grosse Reichweite bei möglichst guter Ausnutzung des Senders zu erzielen, wird der Sender sehr stark durchmoduliert, im praktischen Fall bis über 90 %. Es ist nun verhältnismässig einfach, die Modula- tionsfrequenz, die zur Kennzeichnung der Bake verwendet wird, beispielsweise 1000 Flertz, konstant zu halten. Es ist aber weni ger leicht, die Trägerfrequenzamplitude kon stant zu halten.
Nimmt nun beispielsweise die Trägerfrequenzamplitude ab und behält die Modulationsfrequenz ihre konstante Amplitude bei, so tritt eine Übermodulation ein, da, wie schon ausgeführt, sehr stark durchmoduliert wird. Wenn auch nicht im mer eine volle Übersteuerung des Senders eintritt, so treten zum mindesten aber Ober schwingungen auf (Klirrfaktor), die den Navigationsbetrieb sehr empfindlich stören können.
Bei den Funkbaken werden bekannt lich ausser der I3auptbake noch sogenannte Vorsignale angewendet, die beispielsweise auf gleicher Welle laufen, aber mit verschie denen Kenntönen arbeiten. Diese Vorsignale dienen dazu, den Ansatzpunkt zur Landung, die Platzgrenze usw. zu kennzeichnen. Ent- stehen nun Oberwellen durch Übermodula tion des Bakensenders, so besteht die Gefahr, dass diese Anzeigeeinrichtungen für die an dern Signale, wie zum Beispiel die Vor signale, zum Ansprechen gebracht werden. was natürlich vermieden werden muss.
Zur Vermeidung dieser Obertöne besteht also -wiederum die Aufgabe, den Modulationsgrad konstant zu halten.
Die Erfindung löst die Aufgabe, den Modulationsgrad konstant zu halten, da durch, dass die Vorspannung einer vor der Modulationsstufe liegenden Stufe selbsttätig gesteuert wird.
Im folgenden werden anhand der Zeich nung zwei Ausführungsbeispiele der Erfin dung erläutert. Es sind die ersten drei Stufen I, II, III eines mehrstufigen Senders gezeigt.
Die erste Stufe arbeitet mit Quarzsteue rung; in der zweiten Stufe erfolgt die Steue rung auf konstanten Modulationsgrad, wäh rend im Gitterkreis der dritten Stufe die Modulierung erfolgt. Die Modulationsfre- quenz wird über den Transformator T den Gegentaktröhren Rm nach dem Verfahren der Gitterspannungsmodulation aufgedrückt. Im Anodenkreise ist eine Induktivität Li an gekoppelt, die im Gitterkreise der nächsten Stufe liegt.
Ferner ist über die Induktivität L2 ein Gleichrichter G angekoppelt, der im dargestellten Beispiel aus einer Röhre be steht, deren Gitter mit der Anode verbunden ist. Die gleichgerichtete Spannung wird über einen Kondensator Cg und eine Drossel Dg zur Steuerung der Gittervorspannung der zweiten Stufe benutzt. Die Steuerung erfolgt mit Hilfe des Widerstandes W über den Widerstand V. In Serie mit Y liegt eine Drossel Dn. Bei GV wird eine konstante negative Vorspannung erteilt.
Die übrigen in der Abbildung dargestellten Schaltele mente sind die bekannten.
Die Wirkungsweise der Anordnung ist die folgende: Die über T zugeführte Modu- lationsfrequenz ist praktisch konstant. Die bereits modulierte Trägerfrequenz wird im Ausgangskreise der dritten Stufe durch den Gleichrichter G gleichgerichtet. Die entste hende Gleichspannung ist ein Mass für die Grösse des Trägers.
Die Spannungsverhält- nisse sind nun so gewählt, dass die Gittervor- spannung der Stufe II durch die Gleichspan nung stets so gesteuert wird, dass der von der Stufe II verstärkte Träger stets dieselbe Grösse hat. Die Steuerung kann im Gegen satz zu der-dargestellten Schaltung auch, so fern mehr Vorstufen vorhanden sind, in einer weiter davorliegenden Stufe erfolgen.
Bedin gung -ist nur, dass die Steuerung durchge führt wird in einer Stufe, in der die Grösse des Trägers allein beeinflusst werden kann, da sonst die erwähnten Übersteuerungser- scheinungen nicht vermieden werden können.
Statt des hier verwendeten Röhrengleich richters können Gleichrichter anderer Art, wie etwa Oxyd-Gleichrichter, Verwendung finden. Überdies kann die Steuerung in einer andern in der Hochfrequenztechnik üblichen Weise erfolgen.
Im Gegensatz zum vorigen Beispiel ist es auch möglich, einen Teil der unmodulierten Trägerfrequenz gleichzurichten und die so entstehende Gleichspannung zum Steuern der Vorspannung einer der Vorstufen des Sen ders zu benutzen. Für dieses Verfahren wird vorzugsweise ein Röhrengleichrichter ver wendet, dessen Steuergitter auf dem Hoch frequenzpotential der Anode liegt, während dem Steuergitter gleichzeitig eine Gleich- stromvorspannunng erteilt wird.
Dies ist im folgenden mit Bezug auf Fig. 2 erläutert. Dabei ist auch angegeben, welche Vorteile sich durch das Gleichrichten der unmodulierten Trägerfrequenz ergeben.
In Fig. 2 sind vier Stufen eines mehr stufigen Senders gezeigt. Die Stufe I arbeitet mit Quarzsteuerung. In der Stufe II erfolgt eine Steuerung, die auf konstanten Modula- tionsgrad hinwirkt, während im Gitterkreise der Stufe IV die Modulation erfolgt. Im Ausgangskreise der Stufe III wird die Steuergleichspannung durch den Gleichrich ter G abgenommen.
Die Modulationsfrequenz wird über den Transformator T den Gegen taktröhren Rw nach dem Verfahren der Gitterspannungsmodulation aufgedrückt. Der Gleichrichter G ist über einen Kondensator C angekoppelt. Die von ihm über die Dros sel Di an dem Widerstand W erzeugte Gleichspannung wird zum Beispiel über einen Widerstand Y und eine Drossel D3 dem Gitter der Röhre der Stufe II zuge führt.
Das Gitter des Gleichrichterrohres ist durch den Kondensator K auf dasselbe Hoch frequenzpotential gebracht wie die Anode, also für die Hochfrequenz kurzgeschlossen. Über die Drossel Dz wird dem Gitter des Gleichrichters ein konstantes Gleichspan nungspotential erteilt. Würde man das Git ter, wie es sonst üblich ist, direkt mit der Anode verbinden, so wären die für das ein wandfreie Arbeiten des Senders einzustel lende Gitterverspannung der Stufe II und die Einstellung des Gleichrichterpunktes nicht unabhängig voneinander.
Dies wird da durch vermieden, dass das Gitter des Gleich richters durch den Kondensator K auf das Hochfrequenzpotential der Anode gebracht wird, dabei aber über die Drossel Dz durch Gleichspannung eine beliebige Einstellung des Gleichrichterpunktes ermöglicht wird, so dass ein Regeln der Stufe 1I durch den gleichgerichteten Träger erst von einem be stimmten Wert ab erfolgt, das heisst eben dieser Wert konstant gehalten wird. Über den Widerstand W wird, wie dargestellt, noch eine konstante Gleichspannung dem Gitter der Stufe II zugeführt.
Bezüglich der Anordnung nach Fig. 1 ist zur Konstanthaltung des Modulationsgrades vorausgesetzt, dass der Modulationston an sich in seiner Amplitude konstant ist. Dies ist in vielen Fällen durch einfache Mittel er zielbar. Ist dies jedoch nicht der Fall, so kann man zwecks Konstanthaltung des 3To- dulationsgrades den Modulationston gleich richten und so die Verspannung des Gleich richters steuern.
Es ist dann zwar nicht mehr die Feldstärke des Senders konstant, aber wenigstens der Modulationsgräd, so dass eine Übermodulation mit Bestimmtheit vermie den ist. In dieser Weise kann auch dann verfahren werden, wenn Netzspannungs- schwankungen auftreten. Es wird dann der Gleichrichter in Abhängigkeit von der Netz spannung gesteuert.