CH184365A - Verfahren und Schablone zur Herstellung eines maserierten Holzanstriches. - Google Patents

Verfahren und Schablone zur Herstellung eines maserierten Holzanstriches.

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CH184365A
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  Verfahren und Schablone zur Herstellung eines     maserierten        Holzanstriches.       Bisher werden     Holzimitationsanatriche,     gleichgültig; ob sie von Hand aus oder unter  Zuhilfenahme von Schablonen durchgeführt  werden, in der Weise hervorgebracht, dass  auf der dem nachzuahmenden Holz gemäss  getönten Grundfarbe die     Maserlinien    in dunk  lerer Farbe aufgetragen werden und letztere  alsdann mittels eines weichen Pinsels ver  trieben wird, um den Eindruck einer faserigen  Struktur zu erwecken. Zum Drucken der       Maserlinien    hat man unter anderem eine  Schablone vorgeschlagen, welche auf einer  Unterlage den herzustellenden     Maserlinien     entsprechend ausgeteilte Wollfäden aufweist.

    Derartige Holzanstriche besitzen aber ein  unnatürliches Aussehen; zumal ihnen die bei  Naturholz sich geltend machende plastische  Tiefenwirkung fehlt. Der gleiche Nachteil  haftet auch solchen Verfahren an, bei denen  man die grundierte Fläche zwar gleichmässig  mit     Lasurfarbe    bestreicht, diese aber entweder  unter Verwendung eines Kork- oder Gummi  stückes gegen diejenigen Stellen verdrängt    und dort anhäuft, wo     Maserlinien    entstehen  sollen, oder die Farbe mittels einer saug  fähigen Schablone, zum Beispiel Löschpapier,       Maserierkarton    genannt, aus den Feldern zwi  schen den hervorzuhebenden     Maserlinien    ab  saugt, worauf das übliche Vertreiben mit dem  Pinsel Platz greift.

   Da der Maser vor dem  Vertreiben unmittelbar als dunkle Linien auf  der     Holzfläcbe    hervorgebracht wird, ergibt  sich im wesentlichen das gleiche mangelhafte       Maserbild    wie bei den erstangeführten Ver  fahren.  



  Das Verfahren nach der Erfindung ermög  licht nun, von Edelholz nicht zu unterschei  dende Anstriche dadurch herzustellen, dass  im     Gegensatze    zu den bekannten Verfahren  das Absaugen lediglich an den für die dunk  len Masern bestimmten Linien vorgenommen  wird, wodurch ein lichtes Liniennetz entsteht,  das erst während des     Vertreibens    der aus den  feuchten Zwischenfeldern durch den     Vertrei-          berpinsel    entnommenen     undvertragenen    Farbe  zu dunklen     Maserlinien    umgestaltet wird.

        Hierbei treten aber auch unwillkürlich     Farb-          stauungen    ein, denen zufolge sich die Zwi  schenfelder von einer     Maserlinie    zur nächsten  naturgetreu von licht bis dunkel abtönen.  



  Zum Absaugen der Farbe längs der als  Masern zu gestaltenden Linien kann die an  sich bekannte Schablone mit Wollfäden ver  wendet werden, wobei aber erfindungsgemäss  die der Maserung entsprechend ausgeteilten       Wollfäden    unmittelbar auf einer flüssigkeits  abweisenden Unterlage festgeklebt sind.  



  Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise       Ausführungsform    der zur Durchführung des  Verfahrens geeigneten Schablone veranschau  licht, und zwar zeigt     Fig.    1 einen Teil der  Schablone in Seitenansicht und     Fig.    2 im  Querschnitt nach der     Linie-II-II    der     Fig.    1.  



       Zur    Herstellung des     maserierten    Holzan  striches ist eine Schablone erforderlich, welche  auf einer nicht saugfähigen Unterlage a, zum  Beispiel einem imprägnierten     Papierblatte,    die  der nachzuahmenden Textur des Holzes ent  sprechend angeordnete Auflage b aus einem  gut saugfähigem Material trägt. Für die       zweckmässig'auf    beiden Seiten der Unterlage       a    vorgesehenen Auflagen verwendet man in  vorteilhafter Weise Wollfäden, die wegen  ihrer hohen Saugfähigkeit wie auch Schmieg  samkeit hierfür hervorragend geeignet sind.

    Ein die Schablone anzufertigen, zeichnet man  vorerst den Linienverlauf der gewünschten       Maserung    auf und bringt ein durch einen  beiderseitigen     Leinölanstrich    durchsichtig und  flüssigkeitsabweisend gemachtes Papierblatt,  das für die Unterlage     a    bestimmt ist, mit  dieser Vorlage zur Deckung. Auf dem mit  einem klebefähigen Lack überzogenen Papier  blatt werden sodann nach der Vorlage die       Wollfäden    b ausgelegt, wobei man an den  jenigen Stellen, an denen die Masern stärker  hervortreten sollen, dickere Fäden verwendet,  ja sie sogar zwei und mehrfach nebeneinan  der anordnet.

   Als besonders klebefähiger Lack  wurde eine Mischung von 8 Teilen     gopallack     und 2 Teilen venezianischem Terpentin ge  funden.     In    gleicher Weise verfährt man bei  der Herstellung der Rückseite, nur dass nun  mehr die bereits     aufgezogenen    und durch-    scheinenden Wollfäden b als Vorlage dienen.

    Schliesslich werden die     Wollfäden    zwecks  Erhöhung ihrer Saugfähigkeit mit leimartigen,       quellbaren        glebstoffprodukten    imprägniert,  indem sie vorzugsweise mit verdünnten     wäss-          rigen    Emulsionen von in Wasser     quellbaren     Leimprodukten, zum Beispiel sogenanntem       Sichelleim,    behandelt und hierauf gut getrock  net werden, womit die Schablone gebrauchs  fertig ist.  



  Soll nun unter Benützung der Schablone  ein irgend eine Hart- oder Edelholzart imitie  render Anstrich ausgeführt werden, trägt man  auf der gut trockenen und     geschliffenen        Ol-          farbengrundierung    eine der Natur des zu imi  tierenden Holzes gemäss getönte     Lasurfarbe,     und zwar zweckmässig Wasserlasur gleich  mässig auf.

   Über das zu     maserierende    Brett  wird, sobald die     Lasurfarbe    etwas angezogen  hat, die Schablone gebreitet und unter Aus  übung eines Druckes gleichmässig     angepresst.     Dies hat zur Folge, dass die     Lasurfarbe    von  den Wollfäden b an deren     Auflagerstellen     genau nach dem     Masermuster        aufgesaugt    wird,  was nach Abnahme der Schablone an den  sich von dem dunkleren Grunde abhebenden,  lichteren Streifen     ersichtlieh    ist.

   Die in den  Feldern zwischen den von der Farbe entblöss  ten Streifen befindliche, noch feuchte Laser  farbe vertreibt man mittels eines     flachen     Dachshaarpinsels entsprechend dem gewünsch  ten Maserungsbild entweder von der Mitte  gegen die Ränder oder umgekehrt; bei Nach  ahmung der verschiedenen     Nussbaumarten,     wie deutsches, italienisches und kaukasisches       Nussbaumholz    ist beispielsweise von der Mitte  auszugehen, wogegen bei andern Holzarten,  wie Mahagoni, Eiche usw. von den Rändern  gegen die Mitte zu gearbeitet wird.

   Durch  diesen übrigens nicht viel Zeit beanspruchen  den Arbeitsvorgang wird einerseits die Farbe  gegen die Streifen zu vertragen, welche nun  mehr, da sich die Farbe an den trockenen  Stellen ansetzt, dunkel hervortreten, ander  seits erhalten sowohl die Streifen, als auch  die zwischen ihnen befindlichen Felder das  dem Holz eigentümliche Aussehen einer fase  rigen Struktur.

   Je nachdem, ob die Lasur-           farbe    von     aussen    nach innen oder umgekehrt  vertrieben wurde., wird sich die Farbe allen  falls unter     Belassung    eines lichteren Randes  mehr aussen oder innen an den Streifen an  setzen, wodurch sich ein mit der     charakteri8ti-          schen        Maserung    der verschiedenen Holzarten  vollkommen sich deckendes Bild     hervorbrin-          gen    lässt. Nach der Trocknung der     Wasser-          lasurfarbe    können überdies einzelne Partien  von Hand aus unter Benützung eines kleinen  Pinsels stärker hervorgehoben werden.

   Die  weitere Behandlung des Brettes erfolgt in  der üblichen Weise, indem man die Fläche  mit     einem    Lacküberzug versieht, abschleift  und neuerlich lasiert, um schliesslich eine  Glanz- oder Mattlackierung mit allenfalls  nachfolgender     Polierung    vorzunehmen.  



  Die beiderseitige     Anbringung    der sich  deckenden     Wollfäden    b auf der Schablone  ermöglicht es, spiegelgleiche     Anordnungen     der Maserung in bezug auf längs des Schab  lonenrandes verlaufende Achsen zu schaffen,  wie dies beispielsweise bei der     Hervorbrin-          gung    des Eindruckes einer Kreuzfuge erfor  derlich ist.

   In diesem Falle wird vorerst  die     Schablone    mit einer ihrer Seiten auf den  einen Teil des zu     maserierenden    Brettes auf  gepresst und nach Fertigstellung der Mase  rung unter     Verschwenkung    um die betreffende  Randkante in gewendeter Lage auf den an  schliessenden, vorher lasierten Teil des Brettes  zur Einwirkung gebracht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE: I. Verfahren zur Herstellung eines maserier- ten Holzanstriches, bei dem die auf einer mit Ölfarbe grundierten Fläche gleich mässig aufgetragene Lasurfarbe stellen weise abgesaugt und sodann die verblei- bende Lasurfarbe mittels eines Pinsels vertrieben wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Absaugen lediglich an den für die dunklen Masern bestimmten Linien erfolgt,
    worauf gegen diese farbfreien oder farbarmem Stellen die etwas angezogene Farbe in der bei der Nachahmung der in Frage stehenden Kernmaserung üblichen Weise von den benachbarten Stellen nach innen oder aussen so vertrieben wird, dass sie sich in stärkerer Konzentration an diesen Stellen ansetzt. II. Schablone zur Durchführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, bei welcher auf einer Unterlage dem Muster .gemäss verlegte Wollfäden angebracht sind, ge kennzeichnet durch eine aus einem flüs sigkeitsabweisenden Material bestehende Unterlage, auf welcher unmittelbar die Wollfäden festgeklebt sind. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Schablone nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeicbnet, dass die Wollfäden ver schiedene Dicken aufweisen. 2. Schablonen nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Wollfäden minde stens stellenweise in wenigstens zwei Lagen nebeneinander liegend vorgesehen sind. 3. Schablone nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Wollfäden mit leim artigen, quellbaren Klebstoffprodukten im prägniert sind. 4.
    Schablone nach dem Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass die Wollfäden mit wässerigen Emulsionen von in Wasser quellbaren Leimprodukten imprägniert sind.
CH184365D 1934-08-27 1935-08-26 Verfahren und Schablone zur Herstellung eines maserierten Holzanstriches. CH184365A (de)

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