Einrichtung in Fernmeldeanlage zur Überwachung des Isolationszustandes von Fernmeldekabeln. Um den Isolationswiderstand von Fern meldekabeln in Fernmeldeanlagen gegen Erde auch während des Betriebes überwachen zu können, wurde bereits vorgeschlagen, das Überwachungsgerät zwischen Erde und dem elektrischen Mittelpunkt des Endübertragers des zu überwachenden Fernmeldekreises (Paar, Vierer etc.) anzuschliessen, so dass der Messstrom parallel über alle Adern des Fern meldekreises verläuft.
Soweit in den Fern meldekreisen weitere Übertrager eingeschal tet sind, müssen die elektrischen Mittel punkte der Übertragerwicklungen eines Über tragers miteinander verbunden werden, um eine durchgehende Verbindung für den Über wachungsstromkreis zu erhalten.
Diese Art der Überwachung des Isolationszustandes hat nicht nur den Vorteil, dass die Überwachung während des Betriebes erfolgen kann, son dern auch den weiteren Vorteil, dass die Überwachungsmessungen mittels Gleichstrom durchgeführt werden können. Die Gleich strommessungen haben gegenüber den Wech- selstrommessungen bekanntlich den Vorteil, dass die Messapparaturen billiger sind und zudem die Änderungen des Isolationswider- standes wesentlich empfindlicher anzeigen.
Die bekannte vorgeschlagene Einrichtung zur Überwachung des Isolationszustandes hat aber den Nachteil, dass sie nicht bei solchen Fernmeldekabeln angewendet werden kann, in denen durch atmosphärische Entladungen oder seitens benachbarter Starkstromanlagen kurzzeitig hohe Gefährdungsspannungen auf treten und die zur Vermeidung schädlicher Induktionsspannungen durch Zwischenüber trager unterteilt sind.
Würde man bei einem derartigen Fernmeldekabel die elektrischen Mittelpunkte der Übertragerwicklungen mit einander verbinden, so würde man die durch die Übertrager vorgenommene Unterteilung des Fernmeldekabels wieder illusorisch ma- chen, so dass die Gefährdungsspannungen die gleiche Grösse wie in dem Falle annehmen würden, in welchem die Fernmeldeleitungen über die gesamte Länge hin glatt durch geschaltet sind.
Gemäss der Erfindung wird die Über wachung des Isolationswiderstandes während des Betriebes und mittels Gleichstrom auch bei den durch Übertrager unterteilten Fern meldekabeln dadurch ermöglicht, dass man die elektrischen Mittelpunkte der Über tragerwicklungen der Zwischenübertrager nicht unmittelbar, sondern unter Zwischen fügung von Widerständen miteinander ver bindet, die einzeln um mehr als das Hundert fache grösser sind als der Scheinwiderstand des zu überwachenden Fernmeldekreises gegen Erde. Die Grösse dieser zusätzlichen Widerstände richtet sich unter anderem nach den im Fernmeldekabel auftretenden Gefähr dungsspannungen, und zwar muss der Wider stand um so grösser sein, je höher diese Ge fährdungsspannungen sind.
Nimmt man bei spielsweise an, dass bei einem durch Über trager unterteilten Fernmeldekabel in jedem Unterteilungsabschnitt infolge atmosphäri scher Entladungen kurzzeitige Spannungen bis 6000 Volt auftreten können, und dass der Scheinwiderstand des Fernmeldekreises gegen Erde etwa 5000 Ohm beträgt, so wird die Einschaltung eines Widerstandes in der Grö ssenordnung von 1 Megohm im allgemeinen ausreichend sein. In diesem Fall wird in dem hochohmigen Widerstand ein Strom von
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fliessen.
Dieser geringe Strom bedingt, dass die durch die Einschaltung des Widerstandes ver ursachte Verminderung .der Spannung zwi schen den elektrischen Mittelpunkten der Übertrageiwieklungen eine vernachlässigbare Grösse aufweist.
In dem betrachteten Fall würde die Verminderung der Spannung = 6000 Volt - (5,97 mA y 1 Megohm) = 30 Volt betragen: Im Vergleich zu der indu zierten Spannung von 6000 Volt ist diese Verminderung der Spannung praktisch voll kommen zu vernachlässigen, so dass die Wirk- samkeit der Zwischenübertrager infolge der Einschaltung der zusätzlichen hochohmigen Widerstände nicht beeinträchtigt wird.
Die Erfindung wird anhand der ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstan des veranschaulichenden Figur der beiliegen den Zeichnung näher erläutert. In der Figur ist von dem Fernmeldekabel in schematischer Weise nur ein einzelner Vierer dargestellt. Der Vierer besteht aus den beiden Stamm- leitungen I und II. Um das Auftreten von Gefährdungsspannungen infolge atmosphäri scher Entladungen oder seitens benachbarter Starkstromanlagen zu vermeiden, sind in den Vierer in Abständen von mehreren km, zum Beispiel von etwa 10 km, die Übertragersätze 10, 11 und 12 eingeschaltet.
Jeder Übertra- gersatz besteht aus drei Übertragern, und zwar dem Übertrager 13 für die Stammlei tung I, dem Übertrager 14 für die Stamm leitung II und dem Übertrager 15 für den Phantomkreis. Zwischen den elektrischen Mittelpunkten der Phantomkreisübertrager sind spannungssichere Widerstände 16 ein geschaltet, deren Widerstand um mehr als das Hundertfache grösser ist als der Schein widerstand des Vierers gegen den schema tisch dargestellten geerdeten Bleimantel 17.
An dem einen Ende, von dem aus die Über wachung des Isolationszustandes erfolgt, ist das Überwachungsgerät 18 über einen hoch phmigen Widerstand 19 mit dem elektri- gchen Mittelpunkt der Phantomkreis-Über- tragerwicklung 20 verbunden. 21 ist die Spannungsquelle für die Überwaehungsmes- eung. Am andern Ende des Vierers ist der elektrische Mittelpunkt der Phantomkreis- Übertragerwicklung 22 von Erde isoliert.
Die Überwachung des Isolationswiderstandes kann in bekannter Weise dauernd unter lau fender Kontrolle und Anzeige oder auch in ,gewissen Zeitabständen erfolgen.
Mit den hochohmigen Widerständen kön nen in geeigneter Schaltung zusätzliche Blindwiderstände, zum Beispiel Spulen und Kondensatoren, verbunden sein, um einen frequenzabhängigen Gesamtwiderstand zu er halten. Die erfindungsgemäss vorgeschlagene Ein richtung ist mit Vorteil bei weitverzweigten Fernsprechnetzen verwendbar, bei denen die Teilstrecken der Fernmeldekreise in den Äm tern durch Übertrager miteinander in Ver bindung stehen. Im Sinne der Erfindung werden die Teilstrecken durch. Verbindung der elektrischen Mittelpunkte der in den Ämtern vorgesehenen Übertrager über Wi derstände miteinander verbunden.
Hierdurch wird es ermöglicht, das gesamte Fernsprech netz von einem Punkt, zum Beispiel vom Hauptamt aus, auf ,den Isolationszustand hin zu überwachen. Die Teilstrecken können hierbei in bekannter Weise in Hintereinan- derschaltung über mehrere Ämter hinweg in Verbindung stehen oder von einem Knoten punkt aus strahlenförmig verlaufen. Im letz- teren Falle sind die Teilstrecken bei der Überwachungsmessung parallel geschaltet.