Verfahren zum Haltbarmaehen von Grünfutter. Zum Haltbarmachen von Grünfutter wer den in der landwirtschaftlichen Literatur Zu sätze von Chemikalien empfohlen, insbeson dere von Säuren, wie Ameisensäure und Salzsäure, und von Pflanzenzucker, in der Form von Melasse und Rübenschnitzeln. Auch Gemische von Säuren und Pflanzenzucker sind schon zu diesem Zweck vorgeschlagen worden. Ausschlaggebend für die Einfüh rung der Verfahren sind die Kosten der Zu sätze.
Es wurde nun gefunden, dass der soge nannte #Holzzucker", der durch die Ver zuckerung von Holz mittels Säuren erhalten wird und bekanntlich andere Eigenschaften als ein Pflanzenzucker besitzt, sich sehr gut zum Haltbarmachen von safthaltigem Grün futter eignet. Beim Zusatz von Holzzucker zum Grünfutter entsteht, wie Versuche er gaben, eine Milchsäuregärung, wobei den Milchsäurebakterien der Holzzucker als Nah rung dient. Man kann den Holzzucker zu diesem Zweck allein verwenden, sowohl als kristallinisehes Produkt oder auch in Form des unmittelbar bei der Holzverzuckerung erhaltenen Syrups, der neben dem Holz zucker noch Wasser und Säure enthält oder auch gleichzeitig mit Säuren.
Wirtschaftlich besonders günstig ist es im letzteren Falle, sowohl den bei der Holzverzuckerung erhal tenen Zucker, als auch die aus der Holzver zuckerung stammende Abfallsäure für die Grünfutterhaltbarmachung zu verwenden. Bei der Verwendung von Holzzuoker zur Konservierung von Grünfutter an Stelle von andern bisher gebräuchlichen Zuckerarten findet, wie Versuehe ergaben, ein erheblich geringerer Eiweissabbau im Futter statt. Ausserdem wurde festgestellt, dass das Ge lingen der Silage (Ausbleiben der Butter- säuregärung)
bei der Verwendung von Holz zucker wesentlich sicherer ist als bisher. Diese vorteilhaften Wirkungen bei der Ver wendung von Holzzucker zum Haltbarmachen von Grünfutter werden anhand folgender Ausführungsbeispiele noch näher erläutert: Beispiel 1: 1000 kg vor der Blüte geschnittenes Wiesengras wurde sohichtweise in Silos ein gebracht. In einem Fall wurde das Grün futter mit einer Lösung von 20 kg Rüben zucker in 100 Liter Wasser besprengt und im zweiten Falle mit einer Auflösung von 20 kg Rohholzzucker in 100 Liter Wasser. Das Futter wurde festgetreten und zum Ab schluss mit einer 40 cm hohen Lehmschicht bedeckt.
Die Nährstoffverluste betrugen bei der Rübenzuckersilage etwa 30%, während bei der Verwendung von Holzzucker die Ver luste 18% betrugen.
Die Analyse der Futtermittel ergab fol gende Werte:
EMI0002.0003
Milchsäure <SEP> Essigsäure <SEP> Buttersäure
<tb> PH
<tb> frei <SEP> gebunden <SEP> frei <SEP> gebunden
<tb> I <SEP> 0,3 <SEP> % <SEP> 0,7 <SEP> % <SEP> 0,2 <SEP> % <SEP> 0,6 <SEP> % <SEP> 0,1% <SEP> 4,2%
<tb> II <SEP> 1,6 <SEP> % <SEP> 0,4 <SEP> 0,1% <SEP> 0,05 <SEP> % <SEP> - <SEP> 3,9 <SEP> % Beispiel 2: 1000 kg Inkarnatklee wurden in Beton behältern siliert. Das Grünfutter wurde schichtweise eingebracht und im ersten Falle mit einer Lösung von 20 kg Rübenzucker in 100 Liter Wasser besprengt. Im zweiten Falle wurde das Grünfutter mit einer Lö sung von 20 kg Holzzuckersyrup ebenfalls schichtweise besprengt. Das Futter wurde gut festgetreten und zum Abschluss mit einer 40 cm hohen Lehmschicht bedeckt.
Nach etwa 8 Wochen wurden die Behälter geöff net und das Futter analysiert.
Die Nährstoffverluste betrugen bei dem Silieren mit Rübenzuckersyrup 30%, wäh rend bei dem Silieren mit Holzzuckersyrup 10 % festzustellen waren.
Die Analyse der Futtermittel ergab fol gende Werte:
EMI0002.0004
Essigsäure <SEP> Buttersäure
<tb> Milchsäure <SEP> pH
<tb> gebunden <SEP> frei <SEP> gebunden
<tb> I <SEP> 0, <SEP> 8 <SEP> % <SEP> 0, <SEP> 6 <SEP> % <SEP> 0,1% <SEP> 0,7% <SEP> 0,2% <SEP> 4,3%
<tb> II <SEP> 1,5% <SEP> 0,3 <SEP> % <SEP> 0,05 <SEP> % <SEP> - <SEP> - <SEP> 3,7%
<tb> <B>a</B> Beispiel 3: Je 1000 kg Zuckerrübenblätter wurden siliert in der in Beispiel 1 angegebenen Weise im einen Falle mit einer Auflösung von 20 kg Rübenzucker in 100 Liter Wasser im zweiten Falle mit einer Lösung von 10 kg Rohholzzucker und 10 kg 30 % iger Salzsäure in 100 Liter Wasser.
Der Nährstoffverlust betrug bei der Verwendung von Rübenzucker 30 %, bei der Silage mit der Holzzucker- Salzsäuremischung nur 8 %.
Die Analyse der Futtermittel ergab fol gende Werte:
EMI0002.0008
Milchsäure <SEP> Essigsäure <SEP> Buttersäure
<tb> pH
<tb> frei <SEP> gebunden <SEP> frei <SEP> gebunden
<tb> I <SEP> 0,8% <SEP> 0,7% <SEP> 0,2% <SEP> 0,6% <SEP> 0,1% <SEP> 4,2%
<tb> <B>11</B>
<tb> 1,8 <SEP> % <SEP> <B>o"30/0</B>
<tb> 0,10/0 <SEP> - <SEP> - <SEP> I <SEP> 3,6 <SEP> 0/0 Beispiel 4: 1000 kg eiweissreiches Wiesengras wur den siliert, wie in den vorhergehenden Bei spielen beschrieben, und zwar im einen Falle mit einer Lösung von 20 kg Rübenzucker und 10 kg Salzsäure (30%) in 100 Liter Wasser; im zweiten Falle mit einer Lösung von 20 kg Rohholzzucker und 10 kg Salz säure (30%) in 100 Liter Wasser.
Bei der Verwendung von Rübenzucker und Salzsäure betrugen die Nährstoffverluste 12 %, wäh rend bei der Verwendung von Rohholzzucker und Säure die Nährstoffverluste 7 % be trugen.
EMI0003.0001
Essigsäure <SEP> Buttersäure
<tb> Milchsäure <SEP> pH
<tb> frei <SEP> gebunden <SEP> frei <SEP> gebunden
<tb> I <SEP> 0,9 <SEP> % <SEP> 0,4% <SEP> 0,1% <SEP> 0,05% <SEP> 0,1% <SEP> 4,1%
<tb> Il <SEP> 1,2 <SEP> % <SEP> 0,3 <SEP> % <SEP> 0,1% <SEP> - <SEP> - <SEP> 3,8%