CH185153A - Verfahren zur Herstellung eines Polymerisationsproduktes. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Polymerisationsproduktes.

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CH185153A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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      Verfahren    zur Herstellung eines     Polymerisationsproduktes.       Es ist bekannt, dass man durch Anwen  dung verschiedener     Polymerisationsbedingun-          gen    den Verlauf der     Polymerisation    beein  flussen kann, und zwar auch nach der. Rich  tung, dass man Endprodukte von verschiedenem       Polymerisationsgrad    erreicht. Unter     Polymeri-          sationsgrad    eines Körpers wird mit Staudinger  die     Molekulargrösse    verstanden, welche durch  den     Viskositätsgrad    seiner Lösung ausgedrückt  wird.

   Es ist jedoch noch kein technisches  Verfahren zur Herstellung von     Polymerisaten     mit besonders hohem     Polymerisationsgrad    be  kannt geworden. In der Literatur finden sich  nur allgemeine Hinweise, dass man umso  höher polymerisierte Körper erhält, je lang  samer und bei je tieferer Temperatur man die       Polymerisation    verlaufen lässt (Staudinger).  Daher besteht auch die Ansicht, dass     Poly-          merisationsbeschleuniger,    besonders Super  oxyde, niedriger molekulare Endprodukte ent  stehen lassen.  



  Es wurde nun gefunden, dass man bei Ver  wendung bestimmter Superoxyde das Gegen-    teil erreicht und     Polymerisate    von organischen       Vinylestern    von einem so hohen     Polymeri-          sationsgrad    erhält, wie sie bisher noch nicht  bekannt geworden sind. Es sind die Super  oxyde höherer     aliphatischer    Säuren, und zwar  scheint nach den bisherigen Feststellungen  der     Polymerisationsgrad    umso höher zu sein,  je länger     die.gohlenstoffkette    des     Fettsäure-          superoxydes    ist.  



       DieFähigkeit,        dieBildunghochmolekularer          Polymerisate    zu bewirken, ist bei den Per  oxyden     aliphatischerKörper    bereits beobachtet,  denn während das für     Polymerisationszwecke     bekannteste und gebräuchlichste Superoxyd,  das der     Benzoesäure,    verhältnismässig niedrige       Polymerisate    gibt, liefert das     Acetylperoxyd     bereits höher polymere Körper.

   Jedoch weisen  diese     Polymerisate    schlechte Löslichkeit auf  (sogenannte     Quaddelbildung).    Erhöht man  jedoch die Kettenlänge der Säure des     Super-          oxydes,    so verbessert sich die Löslichkeit  der erhaltenen     Polymerisate    und gleichzeitig  nimmt ihre Viskosität zu. Bereits bei Super-      Oxyden von Fettsäuren mit 6     0-Atomen    er  hält man Produkte, deren Lösungen trotz  sehr hoher Viskosität vollkommen homogen  sind.

   Die Peroxyde höherer Fettsäuren ergeben  also zwei überraschende Effekte: einerseits       Polymerisate    von auffallend hohem     Polymeri-          sationsgrad        bezw.    hoher Viskosität der Lö  sungen, anderseits von sehr guter Löslichkeit  in denselben Lösungsmitteln, in denen auch  die niedriger polymeren Homologen sind. Zum  Beispiel erhält man beim Polymerisieren von       Vinylacetat    mit Hilfe des Superoxydes der  Ölsäure     Polymerisate,    die bereits bei 5  ;o  Gehalt ganz zähflüssige Lösungen ergeben  und völlig homogen (ohne Quaddeln) sind.  



  Verwendbare Peroxyde sind die der Fett  säuren mit wenigstens 4     Kohlenstoffgliedern,     zum Beispiel der Buttersäure,     Capronsäure     und     Caprylsäure.    Mit steigender Kohlenstoff  zahl steigen auch die spezifischen Eigen  schaften, so dass zum Beispiel das Peroxyd  der     Laurinsäure    schon sehr hochviskose     Poly-          merisate    liefert;

   noch höher viskose     Polymeri-          sate    liefert unter anderem das     Ölsäureperoxyd.     Ausser den Peroxyden der einfachen     aliphati-          schen    Säuren, sowohl der linearen als der  verzweigten, sind auch die Peroxyde     aliphw          tischer    ungesättigter Säuren wie     Crotonsäure,          halogenierter    Säuren wie     Chlorbuttersäuren     oder solche der     Oxysäuren    wie     Oxybutter-          säuren    und anderer einfacher Derivate geeig  net.

   Die Peroxyde     aliphatiseber        Diearbon-          säuren    sind weniger geeignet, da sie eine zu  geringe Löslichkeit besitzen. Wird jedoch  eine     Carbonsäuregruppe    verestert, so zeigen  diese Peroxyde eine gute Löslichkeit; sie sind  deshalb für dieses Verfahren geeignet.

   Als  Peroxyde dieser Art können genannt werden  die Peroxyde     derMonoäthyl-    oder     Monomethyl-          ester    der     Adipinsäure.    Gemischte Peroxyde,  die eine     Dicarbonsäure    als eine     Komponente     enthalten, sind gleichfalls brauchbar, soweit  sie als Komponente eine der vorher genannten       aliphatischen    Säuren enthalten, zum Beispiel  das Mischperoxyd aus     Stearinsäure    und Bern  steinsäure, aus Ölsäure und     Benzoesäure,    aus       Laurinsäure    und     Adipinsäure,

      aus     Hexylsäure     und     Ohlorpropinsäure    usw.    Als organische     Vinylester    können beispiels  weise verwendet werden:     Vinylformiat,        -aze-          tat,        -propionat,        -butyrat,        stearat    und     -benzoat.     Die Ester können auch in Mischung mit andern  ungesättigten organischen Substanzen, die mit       Vinylestern    gemischte     Polymerisationspro-          dukte    liefern, polymerisiert werden.  



  Man verfährt bei der     Polymerisation    in  bekannter Weise. Je nach der Art des mono  meren Ausgangsproduktes, je nach Anwen  dung anderer Bedingungen, zum Beispiel An  wendung eines Lösungs- oder Verdünnungs  mittels, Temperatur, Menge des     Katalysators     usw. kann man den Gang der     Polymerisation     und die Eigenschaften des Endproduktes  variieren. Es ist vorteilhaft, die     Polymeri-          sation    etwa bei dem Siedepunkt des     Vinyl-          esters    vorzunehmen.  



  Das Verfahren stellt einen sehr wichtigen  technischen Fortschritt dar, da es mit seiner  Hilfe gelingt, polymere Verbindungen von  einem     Viskositätsgrad    und von sonst guten  Eigenschaften zu erlangen, wie sie bisher  noch nicht bei synthetischen Verbindungen  bekannt geworden sind.     Bemerkungswert    ist  vor allem die geringe Gefährlichkeit der  höheren     aliphatischen        Fettsäureperoxyde    ge  genüber dem zum Beispiel wie eine Initiale  sich verhaltenden     Benzoylperoxyd.     



  Gegenstand des vorliegenden Patentes ist  ein Verfahren zur Herstellung eines     Polymeri-          sationsproduktes    des     Vinylacetates    unter Ver  wendung von Beschleunigern, das dadurch  gekennzeichnet ist, dass man dem     Vinylace-          tat    als Katalysatoren Peroxyde von minde  stens 4     Kohlenstoffatome    im Molekül besitzen  den Fettsäuren zusetzt.  



  Das erhaltene     Polymerisat    weist einen  besonders hohen     Polymerisationsgrad    bei guter  Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln  auf. Es soll als     Kunststoff    verwendet wer  den.    <I>Beispiele:</I>  1. Eine Mischung aus 500     Gewichsteilen          Vinylacetat    und 0,5 Gewichtsteilen     Ölsäure-          peroxyd    wird in das     Polymerisationsgefäss     gegeben und bei 80-85<B>0</B> polymerisiert. Nach-      dem alles eingelaufen ist, wird noch etwa  20 Stunden nachgeheizt.

   Das entstandene  feste, glashelle     Polymerisat    löst sich in den  für     Polyvinylacetat    gebräuchlichen Lösungs  mitteln völlig klar, das heisst ohne sogenannte       Quaddelbildung    auf. Die Viskosität des     Poly-          merisates    beträgt das     80-100fache    der Vis  kosität eines solchen, welches mit derselben  Menge des bisher gebräuchlichen     Benzoyl-          superoxydes    hergestellt wurde, und gleich  falls ein Vielfaches eines mit derselben Menge       Acetylperoxyd    hergestellten     Polymerisates.     



  2. 500 Gewichtsteile     Vinylacetat    werden  mit 1 Gewichtsteil     Stearinsäureperoxyd    und  0,5 Gewichtsteilen eines     Aldehydes    bei 80 bis  85   polymerisiert und mehrere Stunden nach  geheizt. Die Viskosität des erhaltenen     Poly-          merisates,    das sich gleichfalls vollkommen    klar löst, beträgt mindestens das Zwanzig  fache eines nach bisher bekannt gewordenen  Methoden hergestellten     Polymerisates.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Polymeri- sationsproduktes des Vinylacetates unter Ver wendung von Beschleunigern, dadurch ge kennzeichnet, dass man dem Vinylaeetat als Katalysatoren Peroxyde von mindestens 4 Kohlenstoffatome im Molekül besitzenden Fettsäuren zusetzt. Das erhaltene Polymerisat weist einen besonders hohen Polymerisationsgrad bei guter Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln auf. Es soll als Kunststoff verwendet werden.
CH185153D 1934-07-26 1935-07-23 Verfahren zur Herstellung eines Polymerisationsproduktes. CH185153A (de)

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