Verfahren zur Herstellung von Kugellagern mit Kugellagerringen aus gewalztem Stahl, insbesondere für Drehverbindungen von Fahrzeugen und nach diesem Verfahren hergestelltes Kugellager. Angespornt durch die in den verschiede nen Staaten immer besser aufgebauten Netze von Autofernstrassen sucht die Wagenbau industrie Fahrzeuge mit grösserer Tragfähig keit zu entwickeln, die sogar Lasten bis zu 15000 kg transportieren können. Es ist da her erforderlich, auch Drehverbindungen zu schaffen, die den bei Fahrzeugen mit so grosser Tragfähigkeit auftretenden Bean spruchungen gewachsen sind.
Bei Drehverbindungen für Fahrzeuge sind zwei in verschiedener Richtung wir kende Kräfte vorhanden, die durch das Dreh verbindungslager aufgenommen werden müs sen. Einmal wirkt die Belastung des Fahr zeuges in senkrechter Richtung und ausser dem z. B. die den Anhänger fortbewegende Zugkraft in waagrechter Richtung. Diese beiden Kräfte setzen sich zu einer Resultie- renden zusammen, deren Richtung von der Senkrechten entsprechend der Grösse der Zug- kraft abweicht. Es ist daher beim Bau von Drehverbindungen besonders wichtig, dass die Teile der Drehverbindung .der Kraftrich tung der Resultierenden in besonderer Weise angepasst sind.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, die Kugellagerringe von Drehverbindungen aus Walzprofilen herzustellen. Bei dem bekann ten Vorschlag handelt es sich jedoch um eine Drehverbindung für Motordreiräder- also für Fahrzeuge mit verhältnismässig geringer Tragfähigkeit, und zwar dient die Drehver bindung dazu, das den Antriebsmotor tra gende Vorderrad an der Plattform des Drei rades zu befestigen. Nach dem bekannten Vorschlag werden Walzprofile benutzt, deren Schenkelhöhen annähernd dem Durchmesser der benutzten Kugeln entsprechen. Die Walz- profile werden nicht bearbeitet, sondern die nen in rohem Zustande als Laufflächen für die Kugeln.
Die Befestigung der Kugel- Lagerringe muss .durch besondere Konstruk- tionsteile vorgenommen werden. Diese be kannte Drehverbindung ist, wie bereits be tont, nur für Fahrzeuge mit verhältnismässig kleiner Tragfähigkeit verwendbar.
Ausser dem weist sie .den Nachteil auf, dass bei star ken Belastungen ein Verbiegen der im. Ver hältnis zum Kugeldurchmesser viel zu schwach bemessenen Walzprofile eintritt, und dass infolge der für die Befestigung er forderlichen Konstruktionsteile ihr Aufbau kompliziert und die Herstellung umständlich und teuer ist.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von' Kugel lagern mit Kugellagerringen aus gewalztem Stahl, insbesondere für Drehverbindungen von Fahrzeugen, bei dem winkel- oder T- förmig profilierte Walzstäbe in Ringform gebogen und mit ihren Enden verschweisst werden.
Gemäss der Erfindung werden die Profilstäbe derart gebogen, dass der Fuss des Profils zur Befestigung -dienen kann, wäh rend in den Steg eine zur Lagerung .der Ku geln dienende Rinne eingedreht wird.
Bei dem nach diesem Verfahren herge stellten Kugellager bestehen die Kugellager ringe aus Winkel- oder T-förmig profilierten Walzstäben aus Stahl, die in Ringform ge bogen und mit ihren Enden verschweisst sind. Dabei sind die Profilstäbe derart ge bogen, dass der Fuss des Profils zur Befesti gung des Kugellagers, z. B. mittelst Schrau ben, .dienen kann, während der mit einge drehter Rinne versehene Steg zur Lagerung der Kugeln .dient. Besonders zweckmässig ist es, .die Kugellagerringe aus breitfüssigen T-Eisen herzustellen, bei denen der Steg ein seitig angeordnet ist.
Das Kugellager nach der Erfindung ist den höchsten Beanspruchungen gewachsen und bietet zugleich den Vorteil, dass die Bauart äusserst einfach und daher in der Herstellung billig ist. Durch die Konstruk- tion nach der Erfindung ist erreicht, dass die beispielsweise bei Lastwagen sich aus Wagen- belastung und Zugkraft ergebende resultie rende Kraft von .den Kugellagerringen ein- wandfrei aufgenommen wird, ohne deren Verbiegung bewirken zu können.
Ausserdem ist eine sehr einfache und leicht zugängliche Befestigung der Ringe möglich, da der Fuss der Ringe durch einfaches Verschrauben bei spielsweise mit dem Wagenkasten bezw. dem Achsgestell des Lastwagens verbunden wer den kann.
Einige Ausführungsbeispiele von nach dem Verfahren gemäss vorliegender Erfin dung hergestellten Kugellagern sind in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 den Querschnitt eines Kugellagers nach der Erfindung, bei dem winkelförmige Walzprofile verwendet sind, Fig. 2 ,den Querschnitt eines Kugellagers, bei dem T-förmige Walzprofile verwendet sind, Fig. 3 den Querschnitt eines Kugellagers, bei dem wieder winkelförmige Walzprofile verwendet sind.
Bei .dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist der innere Kugellagerring a aus einem Winkeleisen mit gleichen Schenkeln und der äussere Lagerring b aus einem Winkeleisen mit ungleichen Schenkeln hergestellt. Natür lich kann .der Ring b aus einem gleichschenk ligen Winkeleisen hergestellt werden, oder aber der Ring a gleichfalls aus einem un gleichschenkligen Profil gebildet werden. c sind .die Kugeln des Lagers. Damit kein Staub in das Lager eindringen kann, sind Abdeckbleche d bezw. e vorgesehen.
Die Füsse f der Ringe stehen senkrecht zur Drehachse des Kugellagers und können zu dessen Befestigung benutzt werden, wäh rend die auf .den Füssen f senkrecht stehen den Schenkel y mit einer eingedrehten Rinne versehen sind, in welcher die Kugeln c ge lagert sind.
Bei der Drehverbindung nach Fig. 2 sind beide Kugellagerringe <I>a, b</I> aus dem gleichen Walzprofil hergestellt, und zwar ist das breitfüssige T-Eisen mit einseitig angeordne tem Steg bei dem innern Ring c so ,gebogen, dass .der breitere Fussteil nach innen liegt, so dass eine bequeme Befestigung des Ringes möglich ist, während das T-Eisen für den äussern Ring b so gebogen ist,
dass der brei tere Fussteil nach aussen zeigt, so dass auch hier die Befestigung des Ringes in einfacher und gut zugänglicher Weise erfolgen kann.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 sind die Kugellagerringe a, b mit ihren Trä gern durch Schweissen verbunden. Bei dieser Art der Befestigung ist eine besondere Aus bildung des Fusses -des Profils zur Befesti gung nicht nötig, so dass Winkeleisen Ver wendung finden können bei denen der eine Schenkel verhältnismässig sehr kurz ist. Es ergibt sich daher eine recht beträchtliche Gewichtsersparnis gegenüber den Ausfüh rungsformen nach Fig. 1 und z.
Bei den Ausführungsformen nach Fig. 2 und 3 kön nen besondere, .das Eindringen von Schmutz verhindernde Abdeckbleche entbehrt werden, dadurch die rechtwinklige Form der Trenn fuge zwischen den beiden Profilen ein hin reichender Schutz gegen Verschmutzung ge- währleistet ist.