CH185938A - Verfahren zur Gewinnung von konzentrierten Wasserstoffsuperoxydlösungen. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von konzentrierten Wasserstoffsuperoxydlösungen.Info
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Description
Verfahren zur Gewinnung von konzentrierten Wasserstoffsuperoxydlösungen. Beim Erhitzen von Überschwefelsäure lösungen und dergleichen, sowie verdünnter Wa.sserstoffsuperoxydlösungen erhält man Gemische von Wasser- und Wasserstoff superoxyddämpfen. Die Aufgabe, aus die sen Dampfgemischen konzentriertes, zum Beispiel 30%iges Wasserstoffsuperoxyd zu gewinnen, hat man bisher nur in der Weise gelöst, dass man nach bekannten Prinzipien mit Hilfe einer Kolonne, die am obern Ende einen Dephlegmator enthält, eine fraktio nierte Kondensation der Dämpfe vornahm.
Ein Nachteil dieser Arbeitsweise besteht darin, dass bei der Empfindlichkeit des Was- serstoffsuperoxydes gegen Metall nur ganz wenige Materialien als Konstruktionsmaterial für den Dephlegmator in Frage kamen.
Da man ferner die Destillation von Wasserstoff superoxyd im Vakuum vornehmen muss, so bestand stets bei der Konstruktion der Appa ratur und somit auch des Dephlegmators die Notwendigkeit, genügend grosse Querschnitte zu wählen, um keine Beeinträchtigung des Vakuums zu erzeichen. Die Folge davon war, dass, derartige Dephlegmatoren unverhältnis mässig gross ausfallen mussten.
Es wurde nun gefunden, dass man die Aufgabe der Gewinnung von konzentrierten Wasserstoffsuperoxydlösungen aus Gemi schen von Wasserstoffsuperoxyd- und Was serdämpfen in ganz einfacher Weise so lösen kann, dass, man, ohne einen Dephlegmator anzuwenden, das Dampfgemisch zwecks Er zielung einer fraktionierten Kondensation mit einer fein verteilten wässerigen Flüssig keit, zum Beispiel durch Einstäuben mittels einer Düse, behandelt, deren Temperatur zweckmässig unter derjenigen der Dämpfe, zum Beispiel bei Raumtemperatur liegt.
Man kann die Kondensation in der Weise vor nehmen, dass man die aus der Destillations- apparatur tretenden Dämpfe unten in ein Rohr 'aus Steinzeug leitet und in dieses oben geringe Mengen Wasser fein verteilt durch das Vakuum einsaugenlässt, und zwar zweck mässig mit Hilfe einer Düse.
Die Konden sationsvorrichtung versieht man zweckmässig mit Füllkörperxl. Die Wasserstoffsuperoxyd- dämpfe werden bei der geschilderten Arbeits weise durch das entgegenströmende Wasser kondensiert, während die Wasserdämpfe am Ende der Kondensationsanlage, die aus meh reren Röhren bezw. Türmen bestehen kann, in allgemein üblicher Weise niedergeschla gen werden.
Verwendet man zum Nieder schlagen der Wasserstoffsuperoxyddämpfe das in der letzten Kolonne kondensierte Was ser, so kann man eventuell noch darin vor handene Wasserstoffsuperoxydreste ebenfalls verwerten. Ebenso kann man auch statt Was ser verdünnte, zum Beispiel 3 % ixe Wasser stoffsuperoxydlösungen als Kondensations mittel für die- Wasserstoffsuperoxyddämpfe verwenden.
Das Verfahren gestattet ferner, gleichzeitig mit der Einspritzflüssigkeit Stabilisatoren einzuführen, wodurch bereits im Augenblick der Kondensation das in der Wärme besonders empfindliche Wasserstoff superoxyd stabilisiert wird.
Die beifolgende Zeichnung gibt eine für das Verfahren geeignete Vorrichtung wie der.
9. ist eine Kolonne aus einem geeigneten Metall oder keramischem Material, B eine Siebplatte, während C Füllkörper,<B>D</B> eine Düse zum Berieseln der Kolonne vorstellen.
Die von der Destillationsanlage kommen den Dämpfe treten bei E in die Kolonne und verlassen sie bei F, um dann in einem Küh ler niedergeschlagen zu werden. Durch die Leitung G wird die Berieselungsflüssigkeit .l aus dem Gefäss ff eingesaugt.<I>L</I> ist ein Hahn oder eine andere Einrichtung zur Rege lung des Durehflusses.
Das konzentrierte Wasserstoffsuperoxyd fliesst bei g aus der Kolonne in unter Vakuum stehende Gefässe.
Die Arbeitsweise des Verfahrens wird durch die folgenden Beispiele erläutert. <I>Beispiel 1:</I> Die Dämpfe von 1'00 kg 3 % iger Wasser stoffsuperoxydlösung, die in einer Destillier apparatur der Vakuumdestillation unterwor fen wird, gelangen mit einer Temperatur von <B>75'</B> bei einem Vakuum von 25 mm Queck- silber in den untern Teil des Rektifizier- turmes, durchstreichen dann die Füllkörper- schiebt des Turmes,
wobei das Wasserstoff superoxyd ausgewaschen wird, und verlassen oben den Turm als Wasserdämpfe, die in einem vor der Vakuumpumpe eingeschalteten Kühler kondensiert werden. Beim Passieren der Füllkörperschicht werden die Gase in innige Berührung mit den durch die Düse eingespritzten Wassermengen gebracht. Die Dämpfe verlassen den Turm mit 35 o C.
Eingespritzte Wassermenge: 10 kg Aus beute 9,7 kg 30%iger Wasserstoffsuperoxyd lösung. Ausbeute also 97 %. Im kondensier ten Wasser ist nur noch zirka '/, ooo % H202. <I>Beispiel 2:</I> Von 1010 kg 3%iger Wasserstoffsuper oxydlösung werden nur 90 kg destilliert, die übrigen: 10 kg werden nach Zusatz von 3 kg Phosphorsäure als Stabilisator zum Berie seln des Turmes benutzt. Bei sonst gleichen Bedingungen wie bei Beispiel 1 werden er halten: 8,9 kg Wasserstoffsuperoxydlösung mit 38,2 Gewichtsprozent. Ausbeute 98.5 %.
Im Wasser sind wieder nur zirka '/100o bis 2/1000% 11202.
Man hat zwar schon die Kondensation von Salzsäure-Wasserdämpfen durch Wasser empfohlen. Ganz abgesehen. davon, dass; sich daraus nicht die Übertragbarkeit einer sol chen Massnahme auf die Kondensation jedes flüchtigen mit Wasserdampf vermischten Stoffes ergibt, wird bei dem erwähnten Ver fahren die direkte Kühlung nur in Verbin dung mit indirekter Kühlung empfohlen, so dass die zu kondensierenden Dämpfe in bereits gekühltem Zustand mit kaltem Wasser be handelt werden.
Es wird auch dort keine konzentrierte Salzsäure gewonnen, während das vorliegende Verfahren überraschender weise die Gewinnung hochkonzentrierten Wasserstoffsuperoxydes gestattet.
Es ist ferner ein Verfahren bekannt, bei welchem verdünnte Wasserstoffsuperoxyd lösungen zum Zweck der Konzentration in einem Kessel erhitzt werden; die aus dem Kessel' entweichenden Wasserdämpfe, aie noch geringe Mengen Wasserstoffsuperoxyd enthalten, werden durch eine mit den üblichen Böden versehene Rektifizierkolonne gleitet, in die gleichzeitig, und zwar lediglich zwecks Ergänzung des Destillationsgutes, die zu konzentrierende verdünnte Wasserstoffsuper oxydlösung einfliesst.
Aber auch dieses im übrigen diskontinuierlich arbeitende Verfah ren erfordert die Anwendung eines Dephleg- mators mit all seinen oben erwähnten Nach teilen. Das den Gegenstand der vorliegenden Anmeldung bildende Verfahren ist infolge 7e-fall des Dephlegmators und der Kolon nenböden, die aus keramischem Material ge fertigt sein müssen, bedeutend einfacher und billiger.
Es gestattet eine weitaus raschere und wirkungsvollere Einstellung der jeweils gewünschten Wasserstoffsuperoxydkonzentra- tion und erlaubt auch schon deshalb unter besserem Vakuum zu arbeiten, da die Dämpfe nur mit der Flüssigkeitsoberfläche in Berüh rung kommen.
Ein Verfahren, bei welchem die einer mit Aufsatzkolonne versehene Destillierblase ent weichenden Dämpfe von Flüssigkeitsgemi schen einem erhitzten Sprühregen des zu destillierenden Flüssigkeitsgemisches begeg nen, ist bekannt. Im Hinblick auf die An ordnung der Kolonne auf dem Destillations- gefäss, in welchem das Konzentrat dauernd erhitzt wird, wie auch im Hinblick auf die vorherige Erhitzung der dem Dampfgemisch als Regen entgegenströmenden Flüssigkeit lag aber für den Wasserstoffsuperoxydfach- mann kein Anlass vor,
zugunsten einer solchen im übrigen die fraktionierte Destillation be zweckenden Vorrichtung von der bisher im allgemeinen bewährten. für Wasserstoff- superoxyd üblichen Kondensationsvorrich tung abzugehen. Insbesondere musste es durchaus fern liegen, zwecks Kondensation des Wasserstoffsuperoxydes aus Gemischen mit Wasserdämpfen diesen noch weitere Mengen des Mittels (Wasser) zuzusetzen, von dem gerade das Wasserstoffsuperoxyd ge trennt werden sollte.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von konzen trierten: Wasserstoffsuperoxydlösungen aus Gemischen von H202-Dämpfen und Wasser dämpfen, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Erzielung einer fraktionierten Kon densation das Dampfgemisch mit einer fein verteilten wässerigen Flüssigkeit, behandelt wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass fein. verteiltes Was ser mittels einer Düse in die Konden sationsapparatur eingestäubt wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Kondensations apparatur ein mit Füllkörpern beschick ter Turm verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als fein verteilte wässerige Flüssigkeit eine verdünnte H202-Lösung verwendet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Kondensation des Wasserstoffsuperoxydes bestimmte wässerige Flüssigkeit einen Stabilisator für Wasserstoffsuperoxyd enthält.
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