Vorrichtung zur Dosierung von Reagenzien für die Enthärtnng von Wasser. Bei der Enthärtung von Wasser werden meistens Kalk und Soda als Reagenzien be nutzt. Um die zur Enthärtung des Wassers erforderliche Kalklösung zu erhalten, wird der Rohwasserstrom in zwei Teilströme ge schieden, von denen einer -zum galksättiger fliesst, um in diesem die erforderliche Kalk menge zu lösen.
Der zum Kalksättiger geleitete Teilstrom wurde gefühlsmässig durch endloses Probie ren eingestellt, und bei jeder Veränderung der Rohwasserzusammensetzung musste dies wiederholt werden. Später verwendete man Dosierungsvorrichtungen, die an einer empi rischen Skala die Einstellung des Teilver hältnisses des Wasserstromes erkennen las sen, ohne jedoch damit eine einwandfreie Enthärtung des Wassers zu erzielen.
Bei den üblichen Verteilereinrichtungen ist es nämlich trotzdem sehr schwer, die für die Kalklösung erforderliche Wassermenge ge nau der Härte des Wassers entsprechend ab- zgstim. Ganz unmöglich ist es, den zum Kalksättiger zu leitenden Strom von vorne herein so abzumessen, dass er genau der Härte,
das heisst der Carbonathärte -I- Magnesiahärte + freier Kohlensäure des Rohwassers entspricht.
Zur Beseitigung .der geschilderten Män gel geht vorliegende Erfindung einen Schritt weiter und ermöglicht es, den zum Kalk- sättiger geführten Teilstrom auf Grund der Rohwasseranalyse ohne weiteres richtig ein zustellen oder auf Grund der Reinwasser- analyse auf den Bruchteil eines Härtegrades genau einzuregulieren. Das bisher notwen dige und zeitraubende Ausprobieren fällt somit fort, was besonders wichtig ist bei vielen Wässern, die sich täglich in ihrer Zu sammensetzung ändern.
Man kann dies er reichen durch die Verwendung einer Skala, die nicht einfach das Mengenverhältnis der Teilströme angibt, sondern den Härtegrad des Rohwassers, der .dieses Teilverhältnis und den entsprechenden Kalkzusatz verlangt, Das Prinzip der neuen Dosierungsvorrich tung besteht darin, dass das Rohwasser ge zwungen wird, durch zwei schmale und lange Schlitzöffnungen zu fliessen, wobei ein Teil des aus diesen Schlitzen tretenden Was sers durch einen Kreisschieber geregelt und zum Kalksättiger abgeleitet wird,
unter gleichzeitiger Berücksichtigung :des Umstan des, das das über den Kalksättiger geführte Wasser in letzterem bereits einen Teil seiner Härte verliert. Dem Reiniger darf also nicht mehr ein der Gesamtwassermenge entspre chendes Quantum an gesättigtem Kalkwasser zugeführt werden, sondern weniger, entspre chend der im Kalksättiger schon enthärteten Wassermenge.- Um die für die Kalklösung erforderliche Wassermenge genau einstellen zu können, ohne erst Messungen anzustellen,
kann man sich beispielsweise einer Apparatur bedienen, wie sie in der beiliegenden Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel in perspektivi scher Ansicht, zum Teil in Vertikalschnitt dargestellt ist.
Durch das Rohr 1 wird das Rohrwasser in den Verteilerraum 2 geleitet, an dem ein mittels des Bolzens 8 drehbarer Kreisschie ber 7 angebracht ist, den die Schrauben federn 16 nach unten auf die Schlitzplatte 3 dichtend niederdrückt und nach oben gegen den Druckring der Stopfbüchse 17 stemmt. Die Schlitzscheibe 3 deckt unmittelbar die Seitenabteile 14 und 11 des Auffangbehäl ters 5, welche durch die Zwischenwand 6 voneinander getrennt sind. Die Schlitz scheibe 3 besitzt zwei kreisbogenförmige Schlitzöffnungen 4' und 4", durch welche das Rohwasser in den Auffangbehälter 5 ge langt.
Der Bolzen 8 und damit auch der Kreisschieber 7 lassen sich durch den radia len Hebel 9 drehen. Indem nun in den Ver teilerraum 2 eine bestimmte Menge Roh wasser gelangt, wird dasselbe entsprechend der Länge der durch den Kreisschieber frei gegebenen Schlitzöffnungen 4' und 4" in die Seitenabteile 11 und 14 geleitet. Wird z. B. der Kreisschieber 7 so gestellt, dass er die Schlitzöffnung 4" mehr aufmacht als in der Zeichnung angegeben ist, so wird die Schlitzöffnung 4' mehr geschlossen.
Ent sprechend der vergrösserten Schlitzöffnung 4" und der verkleinerten Schlitzöffnung 4' wird nach dem Seitenteil 11 mehr Wasser und nach dem Seitenteil 14 weniger Wasser aus dem Verteilerraum 2 abgeführt. Der Hebel 9 kann einen Zeiger 12 und die Schlitzscheibe 3 eine Skala 13 haben. Letz tere kann durch entsprechend angebrachte Teilstriche so ausgebildet werden, dass sich durch einfaches Verdrehen des Kreisschiebers 7 mittels Hebels 9 jede beliebige Härte ge nau einstellen lässt. Das zeitraubende Pro bieren, das bei der Anwendung der bekann ten Dosierungseinrichtung erforderlich war, fällt dadurch fort.
Soweit das Wasser nicht durch den Schlitz 4" in das Abteil 11 und zum Kalksättiger geführt wird, fliesst es durch den Schlitz 4' in das Abteil 14 und von hier durch den Stutzen 15 zum Reini ger, wohin auch die im Kalksättiger erzeugte Kalklösung gelangt.
Der Kreisschieber 7, der sich über den Schlitzen der Scheibe 3 bewegt, scheidet den für den Kalksättiger erforderlichen Teilstrom ab und wird nicht wie sonst nach einer Skala eingestellt, die das Mengenverhältnis der Teilströme erken nen lässt, sondern auf Grund der aus der Analyse des Wassers ermittelten Härte, in dem die Skala nach Härtegraden abgestuft ist.
Der Kreisschieber 7 hat eine solche Form, dass er von dem Schlitz 4", durch welchen der Teilwasserstrom zum Kalksätti- ger abgenommen wird, ebensoviel öffnet, als er gleichzeitig von dem Schlitz 4', der den Hauptteil des Wassers zum Reiniger durch lässt. schliesst.
Eine derartig gebaute Vorrichtung hat vor bekannten ähnlichen Einrichtungen folgende Vorzüge voraus 1. Die Zumessung des für den Kalk- sättiger abzusondernden Wasserstromes kann nie fehlerhaft beeinflusst werden, wie bei bisherigen .derartigen Vorrichtungen durch die Gestalt und Grösse von Durchlassöffnun- gen, die durch davor angeordnete in mehre ren Richtungen zu verstehende Schieber ver- ändert werden, je nach der Beschaffenheit des zu behandelnden Wassers,
weil der vor liegende Härteregler ein vollständig ge schlossenes Gefäss bildet, die Durchlassöff- nung selbst nie verändert wird, stets unter gleichbleibendem Wasserdruck liegt und weil von den durch die Schlitze auf ihrer ganzen Länge kontinuierlich durchtretenden Wasserschleiern beliebig ein entsprechender Teil abgefangen wird.
2. Die Kontraktionswirkungen an den Kanten der Schlitzöffnungen bleiben unver ändert die gleichen. Äussere Einwirkungen, @vie etwa von bewegter Luft, Fremdkörpern usw. auf,den Wasserspiegel, wie bei offenen Dosiergefässen, sind ausgeschlossen, weil der Härteregler einen besonderen Verteilerraum 2 besitzt, der gegen den untern halbierten Gefässraum 5 durch den geschlitzten Zwi schenboden 3 und gegen aussen vollkommen abgeschlossen ist.
3. Ausser der Skala 13 mit zugehörigem, am Stellhebel 9 befestigten Zeiger 12 liegen alle beweglichen Teile vollkommen geschützt im Innern des Behälters und es kann jede Stellung des Kreisschiebers 7 mittels einer Klemmschraube 18 im Zeigerstellhebel 9 festgehalten und gesichert werden.
4. Diese Vorrichtung hat den Vorteil, auch für unter Druck arbeitende Anlagen verwendbar zu sein, besitzt einfache und gedrungene Form und daher leichtes Gewicht und beansprucht geringen Raum.
Für diese nach Härtegraden eingestellte Skala 13 ist die rechnerische Grundlage an einem andern Ort (vergleiche den Aufsatz: ,.Der Härteregler usw." in .der Zeitschrift "Die Wärme" Nr. 22 vom 30. Mai 1931) angegeben und ist man damit imstande, je der Schwankung in der Wasserzusammen setzung sofort zu folgen durch sinngemässes Verstellen des Skalahebels. Auch kann um gekehrt an der neuartigen Skala jederzeil abgelesen werden, für wieviel Härtegrade der zum Kalksättiger abgelenkte Teilstrom abgestimmt ist.
Zum Schluss sei noch die mathematische Formel erwähnt, die als Grundlage für die Anfertigung der oben besprochenen Skala dient, deren Teilung ohne weiteres die Härtegrade einzustellen gestattet. Bedeutet: Q die dem Kalksättiger tatsächlich zuzu führende Wassermenge, a die zu enthärtende Wassermenge in Kubikmetern (Reinigungsleistung), b die Summe der durch Kalk zu fällenden Härtegrade (deutsche), die sich zusam mensetzt aus der Carbonathärte, der Magnesiahärte, und. der freien Kohlen säure,
so sind zur Enthärtung von a Kubik meter Rohwasser
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gesättigtes Kalkwasser erforderlich, ent sprechend einem Kalkverbrauch von 10 g je Graddeutscher Härte und je Kubikmeter, mit einem Lösungsvermögen von 1,2,6 kg Kalk in einem Kubikmeter Wasser.
Für<I>a</I> Kubikmeter Wasser von<I>b</I> Härte graden sind dem Kalksättiger
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Wasser zuzuführen.
Setzt man z. B. a = 1, so erhält man für 1 Härtegrad<B>0,789%</B> der Schlitzlänge und für 2 Härtegrade<B>1,57%</B> der Schlitzlänge. Entsprechend diesen Schlitzlängen wird die Menge Wasser dem Kalksättiger zugeführt.