Verstärkerröhre. Die Erfindung bezieht sich auf eine Ver- stärkerröhre, die besonders vorteilhaft an wendbar ist in der sogenannten Endstufe von Verstärkerapparaten, da sie den in dieser Stufe auftretenden Bedürfnissen hervorragend entspricht; sie kann aber auch in andern Stufen, zum Beispiel in Hochfrequenzstufen verwendet werden.
Es ist bekannt, dass, wenn eine Eingitter röhre in der Endverstärkerstufe mit geringer Anodenspannung arbeitet, eine grosse Wechsel- atromleistung dieser Röhre dann entnommen werden kann, wenn das Gitter der Röhre eine genügend grosse Wechselspannung auf gedrückt erhält. Da die Röhre auf dem gitter- stromfreien Gebiet der Charakteristik arbeiten muss, kann dem Steuergitter eine grosse Wech selspannung dann aufgedrückt werden, wenn die Charakteristik stark auf das negative Gebiet verschoben ist, was aber nur durch Erhöhung des Durchgriffes oder mit andern Worten, durch Verringerung des Verstärker faktors erreicht werden kann.
Der Wirkungsgrad solcher Röhren, also das Verhältnis der im Anodenstromkreis er haltenen Wechselstromleistung zur Wechsel spannung auf dem Gitter, ist gering. Darum haben diesen Eingitterendröhren gegenüber die bekannten Mehrgitterendröhren mit hohem Wirkungsgrad einen grossen Fortschritt be deutet.
Es ist bekannt, dass der Durchgriff von Mehrgitterröhren (der reziproke Wert des Verstärkungsfaktors) durch das Produkt der Teildurchgriffe gegeben ist. Bei einer Drei- gitterendröhre zum Beispiel bestehen diese Teildurchgriffe aus dein Durchgriff der Anode durch das dritte Gitter, dem Durchgriff des dritten Gitters durch das zweite Gitter und dem Durchgriff des zweiten Gitters durch das der Anode zunächst gelegene erste Gitter.
Da sämtliche Teildurchgriffe echte Brüche sind, ist ihr Produkt kleiner als die einzelnen Teil durchgriffe an sich; der Verstärkerfaktor ist also grösser. Der im Prinzip nächstliegende, weil einfachste Weg der Vergrösserung des Verstärkungsfaktors durch Verkleinerung der Maschenweite des Schutzgitters unter Bei behaltung von drei Gittern würde eine Ver schlechterung der Röhre mit sich bringen. Dagegen kann durch den erfindungsgemässen Einbau des vierten Gitters der Durchgriff noch weiter verkleinert werden, so dass da durch diejenige Vergrösserung des Durchgriffes kompensiert wird, welche durch das der Kathode zunächst gelegene Steuergitter ver ursacht wird.
Die erfindungsgemässe Verstärkerröhre ist so konstruiert, dass innerhalb der Röhre, das heisst innerhalb des Kolbens oder des Sockels, sowohl das, von der Kathode aus gerechnet, zweite Gitter mit dem dritten Gitter als auch das vierte Gitter mit dem ersten Gitter leitend verbunden ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbei spiel des Erfindungsgegenstandes in einer zweckmässigen Schaltung veranschaulicht.
1 ist der Glaskolben der Röhre, 2 die elektronenemittierende Kathode, welche durch den Heizdraht 3 auf entsprechender Tempe ratur gehalten wird. Zwischen der Kathode 2 und der Anode 4 ist das Steuergitter 5 an gebracht, welches mit dem, von der Kathode aus gerechnet vierten, also der Anode zunächst liegenden Gitter 8 metallisch verbunden ist. Die Gitter 6 und 7 sind miteinander ebenfalls metallisch verbunden. Die zu ver stärkende Wechselspannung zwischen Steuer gitter und Kathode wird auf die Punkte 12 und 13 aufgedrückt, während das Steuergitter 5 und das damit metallisch verbundene Gitter 8 die negative Vorspannung mit Hilfe des Potentiometers 9 erhält: Die Kathode wird durch den Kondensator 10 in Wechselstrom verbindung mit dem geerdeten Pol 15 ge bracht.
Die Anode und die miteinander ver bundenen Gitter 6 und 7 erhalten das Poten tial des positiven Poles 14, während der im Anodenstromkreis auftretende Wechselstrom durch den Ausgangstransformator 11 seinem Verwendungszwecke zugeführt wird.
Im vorstehenden ist die beschriebene Verstärkerröhre in der Endstufe eines Ver- stärkerapparates dargestellt, aber die Röhre kann durch geringe konstruktive Abänderung auch für die Hochfrequenzverstärkung brauch bar gemacht werden. Wenn dafür gesorgt wird, dass in der Verstärkerröhre die Kapazität zwischen Anode und Steuergitter mit Hilfe eines entsprechend angebrachten Schildes ge nügend vermindert wird, so kann die Röhre auch in der Hochfrequenzstufe Verwendung finden. Dieser Schild kann auf jeder Gitter elektrode angebracht werden, welche ein kon stantes Potential hat.
So kann er auf dem, von der Kathode gerechnet, zweiten oder dritten Gitter angebracht werden. Ausserdem kann aber der Schild auch von den Gittern isoliert angebracht werden, in welchem Falle er ebenfalls ein konstantes Potential zu er halten hat, zum Beispiel durch Erdung oder durch Verbindung mit der Kathode.
Die erfindungsgemässe Verstärkerröhre kann sowohl für die Endverstärkerstufe wie auch für die Hochfrequenzstufe derart kon struiert werden; dass die Drähte des, von der Kathode gerechnet, zweiten und dritten Gitters sich in auf der Kathode senkrechten Ebenen decken. Diese Konstruktion hat den Vorteil, dass auf diese Weise die Verringerung des Durchgriffes erreicht wird, ohne dass dabei der Gitterstrom praktisch vergrössert wird.