CH186840A - Verfahren zur Belüftung von Flüssigkeiten, in denen sich mikrobiologische Prozesse abspielen. - Google Patents
Verfahren zur Belüftung von Flüssigkeiten, in denen sich mikrobiologische Prozesse abspielen.Info
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Description
Verfahren zur Belüftung von Flüssigkeiten, in denen sich mikrobiologische Prozesse abspielen. Viele mikrobiologische Prozesse werden in der Technik unter Belüftung, das heisst unter Zusatz von Luft ausgeführt. Das be kannteste Beispiel hierfür ist wohl die Hefe herstellung, die sich nur dann mit sehr guten Hefeausbeuten ausführen lässt. wenn man der gärenden Flüssigkeit eine sehr grosse Menge Luft zusetzt. Man hat bereits auf verschiedene Weisen versucht, um diese grossen Luftmengen herumzukommen, unter anderem dadurch, dass man die Luft durch mit sehr feinen Poren versehene Steinzeug platten in die Flüssigkeit hineinpresste. Nach einem andern Verfahren presst man die Luft mittels Injektoren in die gärende Flüssigkeit.
Noch neuer ist der Vorschlag, die Feinver teilung der Luft in der gärenden Flüssig keit mittels eines Rührwerkes zu bewirken.
Sämtliche der bisher angewandten Ver fahren besitzen den Übelstand, dass ganz be deutende Luftmengen zusammengepresst wer- den müssen, was einen ausserordentlich hohen Kraftverbrauch mit sich bringt, wodurch die Herstellungskosten ungünstig beeinflusst werden.
Es wurde nun gefunden, dass gegenüber den bekannten Methoden ein Verfahren wesentliche Vorteile bietet, wobei zur Belüf tung von Flüssigkeiten, in denen sieh mikro biologische Prozesse abspielen, eine Flüssig keit in Luft vernebelt wird und die entstan dene Flüssigkeit-Luft-Dispersion gesammelt wird. Es.zeigte sich, dass man nach dieser Methode in ganz wirtschaftlicher Weise, das heisst mit minimalem Kraftverbrauch, die Luft in äusserst feiner Verteilung den zu be lüftenden Flüssigkeiten zusetzen kann.
Es hat sich herausgestellt, dass man durch Ver nebelung Luft-Flüssigkeit-Suspensionen gro sser Haltbarkeit erhalten. kann, die, falls sie den Flüssigkeiten, in denen sich zum Bei spiel Gärungsreaktionen abspielen, zugesetzt werden, infolge ihrer kleineren Blasengrösse bewirken, dass die Luft länger festgehalten wird und demzufolge ein höherer Prozent- .gatz als bisher wirksam ausgenützt wird.
Die Vernebelung der Flüssigkeit führt man am besten so aus, dass man die Flüssig keit, die vernebelt werden soll, ein oder meh rere Male durch eine oder mehrere ganz feine Öffnungen in eine Luftatmosphäre presst oder schleudert und alsdann die entstandenen Suspensionen sammelt. Erforderlichenfalls kann man dieses nochmals ein oder mehrere Male derselben Einwirkung unterwerfen um die Luft-Flüssigkeit-Suspensionen noch fei ner zu machen.
Es ist selbstverständlich, dass man vor zugsweise solche Flüssigkeiten der Vernebe lung unterwirft, die haltbare Luft-Flüssig- keit-Suspensionen geben. Solche finden sich <B>zum</B> Beispiel unter den Flüssigkeiten, welche normalerweise bei den mikrobiologischen Prozessen gebraucht werden. Ein Beispiel hierfür ist die Melasse, aus der nach dem beschriebenen Verfahren haltbare Luftsus pensionen erhalten werden können.
Erforder lichenfalls verdünnt man .die Melasse vor der Vernebelung und/oder unterwirft sie einem Reinigungsprozess, um den Vernebelungs- prozess zu erleichtern.
Man kann weiter be kannte Stabilisatoren zusetzen, zum Beispiel Kohlehydrate, Zucker, Glyzerine, höhere Alkohole und andere Emulgatoren. Dabei ist natürlich selbstverständlich, dass diese Stoffe unter den bei dembetreffenden mikrobiologi schen Prozesseherrschenden Bedingungen die sich abspielenden Reaktionen, bezw. die Ver- vielfältigung oder -die Eigenschaften der i#likröorganismen nicht beeinträchtigen.
Man hat weiter gefunden, dass. die Stabi lität der Luft-Flüssickeit-Suspensionen auch von der Wasserstoffionenkonzentration ab hängig ist, so dass man die Vernebelung vor zugsweise bei einer solchen Wasserstoff ionenkonzentration ausführt, welche die Er zielung der stabilsten Luft-Flüssigkeit-Sus- pension gewährleistet.
In .der Praxis wird man vorzugsweise solche Flüssigkeiten dem Vernebelungspro- zess unterwerfen, die zu der Klasse der Stoffe gehören, die schon aus andern Gründen der Flüssigkeit, in der sich die mikrobiologischen Prozesse abspielen, zugesetzt werden sollen. sei es zur Ernährung oder Vermehrung der Mikroorganismen, zur Regelung der Wasser stoffionenkonzentration, zur Regelung der Temperatur, der Verdünnung, usw. oder zu einem oder mehreren dieser Zwecke. Bei der Hefeherstellung kann man zum Beispiel vor zugsweise als die zu vernebelnde Flüssigkeit eine verdünnte oder nichtverdünnte oder vor gereinigte Melasse nehmen.
Man kann auch .Stoffe, die, sei es zur Er nährung oder Vermehrung der Mikroorganis men oder zur Regelung der Wasserstoff ionenkonzentration, das heisst, die im allge meinen zur Aufrechterhaltung der günstig- sten Bedingungen in der Reaktionsflüssig- keit dienen, im voraus in den Flüssigkeiten, die der Vernebelung unterworfen werden; lösen.
Es ist auch möglich, von der Flüssigkeit, in der sich -die mikrobiologischen Reaktionen abspielen, einen Teil abzutrennen., und den selben, nachdem man ihn gegebenenfalls ganz oder teilweise von den Mikroorganismen befreit hat, der Vernebelung zu unterwerfen, den Nebel zu sammeln und die Luftsuspen sion der Reaktionsflüssigkeit aufs neue zu zusetzen. Erforderlichenfalls behandelt man nicht nur einen Teil, sondern die ganze Flüs sigkeit in dieser Weise.
Man kann von der Vernebelungsbehand- lung auch Gebrauch machen um Stimula- toren für die mikrobiologischen Prozesse zu zusetzen. dadurch, dass, man zum Beispiel der Luft, in der die Vernebelung stattfindet, Stoffe wie Chloroform oder Toluol oder or ganische Säuren in kleineren Mengen zu setzt, welche derartig gewählt sind, dass, sie die mikrobiologischen Prozesse in günstigem Sinne beeinflussen.
Die zur Ausführung der Vernebelung beispielsweise in Betracht kommende Appa ratur ist in den vorstehenden Zeilen bereits grundsätzlich skizziert. Zur Durchführung der Vernebelung kann man auch mit gutem Erfolg von einem schnell drehenden zylindrischen Gefäss Ge brauch machen. dessen zylindrische Wand mit runden oder spaltförmigen, sehr feinen Öffnungen versehen ist.
Man lässt die Flüssigkeit in dieses schnell drehende Gefäss laufen; durch die Zentrifu-. galwirkung wird die Flüssigkeit durch die schmalen Öffnungen nach aussen geschleu dert und dabei durch den Zusammenstoss mit der Luft. in feine Bläschen zerschlagen, wo durch Nebelteilchen entstehen, die aus mit fein verteilter Luft beladenen Flüssigkeits- teilchen bestehen. Die Grössenordnung dieser Luftbläschen beträgt 14 mm bis einige ,u. Die Suspensionen haben ein milchartiges An sehen und entmischen sich langsam.
Wenn man diese Suspension in einem Reagenzglas sammelt, dauert es etwa eine halbe Minute, bevor man auf dem Boden dieses Reagenz glases eine Entmischung der Suspension in Flüssigkeit, zum Beispiel Melasse, und Luft beobachten kann.
Wenn man in Betracht zieht, dass. bei der Hefeherstellung die Flüssigkeitshöhe im Gärungsgefäss oft 3 bis 4 Meter beträgt, so ist es klar, dass die Luftblasen, die beispiels weise der Flüssigkeit in der Form der be schriebenen Suspension unten zugeführt wer den, geraume Zeit brauchen, um die Flüssig keitsoberfläche zu erreichen, und dadurch mit viel grösserer Ausbeute nützlich wirksam sein können als bei den üblichen Luftblasen. die durch Einpressen von Luft in die Flüs sigkeit erhalten werden, und die innerhalb einiger Sekunden die Oberfläche der Gä rungsflüssigkeit erreichen.
I?m eine gute Verteilung der zugesetzten Luft-Flüssigkeit-Suspensionen in der gären den Flüssigkeit zu erzielen, verwendet man vorzugsweise ein Rührwerk. Man kann diese Verteilung aber auch dadurch vornehmen, dass man relativ kleine Luftmengen durch das Gemisch bläst. Die Luft braucht dabei nicht fein verteilt zu werden, .da sie ledig lich eine mechanische Durchwirbelung bewir ken müssen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Belüftung von Flüssig keiten., in denen sich mikrobiologische Pro zesse abspielen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Flüssigkeit in Luft vernebelt und die entstandene Flüssigkeit-Luft-Dispersion ge sammelt wird. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Flüssig keit-Luft-Dispersion erhalten wird da durch, dass man die Flüssigkeit wenig stens einmal durch wenigstens eine schmale Öffnung in einem-Raum presst, in dem Luft gegenwärtig ist und die mit Luft in fein verteiltem Zustande be ladenen Flüssigkeitsteilchen sammelt. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass, als Flüssigkeit, die zur Herstellung der Flüssigkeit-Luft- Dispersion verwendet wird, ganz oder teilweise die Flüssigkeit benutzt wird, in der sich der mikrobiologische Prozess abspielt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Flüssigkeit, die zur Herstellung der Flüssigkeit-Luft- Dispersion verwendet wird, ganz oder teilweise die Flüssigkeit benutzt wird, in der sich der mikrobiologische Prozess abspielt, nachdem man diese Flüssigkeit mindestens teilweise von Mikroorganis men befreit hat. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Flüssigkeit. die zurHerstellung .der Flüssigkeit-Luft- Dispersion verwendet wird, der Haupt masse der Flüssigkeit, in .der sich der mikrobiologische Prozess abspielt, ent zieht und sie nach Herstellung der Luft dispersion dieser Hauptmasse wieder zu führt. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Flüssig keit, die zur Herstellung der Flüssigkeit- Luft-Dispersion verwendet wird, der Hauptmasse der Flüssigkeit, in der sich der mikrobiologische Prozess abspielt, entzieht, sie mindestens teilweise von Mikroorganismen: befreit, sie zur Her stellung der Luftdispersion verwendet und daraufhin der Hauptmasse der Flüs sigkeit, in der sich der mikrobiologische Prozess abspielt, wieder zuführt. G.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass, man die Dispersion herstellt durch wenigstens zweimaliges Vernebeln und wieder Sammeln einer Flüssigkeit. 7. Verfahren nach Patentanspruch, .dadurch gekennzeichnet, dass man die Dispersion herstellt durch Vernebeln und wieder Sammeln einer Flüssigkeit, welche zur Aufrechterhaltung der günstigsten Be dingungen in der Reaktionsflüssigkeit dient, und die Dispersion der Reaktions flüssigkeit zuführt.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Dispersion herstellt durch Vernebeln und wieder Sammeln einer Flüssigkeit, der im vor aus Stoffe, die zur Aufrechterhaltung der günstigsten Bedingungen in der Reaktionsflüssigkeit dienen, zugesetzt wurden, und die Dispersion der Reak tionsflüssigkeit zuführt. 9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Dispersion herstellt durch Vernebeln und wieder Sammeln einer Flüssigkeit, der minde stens ein Stoff, der die Stabilität der Luft - Flüssigkeit - Suspensionen erhöht, zugefügt wurde. 10.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Dispersion herstellt durch Vernebeln und wieder Sammeln einer Flüssigkeit, die eine solche ZVasserstoffionenkonzentration hat, die den Luft-Flüssigkeit-Suspensionen eine grössere Stabilität verleiht.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL186840X | 1934-12-29 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH186840A true CH186840A (de) | 1936-10-15 |
Family
ID=19777643
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH186840D CH186840A (de) | 1934-12-29 | 1935-12-28 | Verfahren zur Belüftung von Flüssigkeiten, in denen sich mikrobiologische Prozesse abspielen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH186840A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE744678C (de) * | 1941-10-19 | 1944-01-24 | Waldhof Zellstoff Fab | Verfahren zur Gewinnung von Hefen und hefeaehnlichen Pilzen |
-
1935
- 1935-12-28 CH CH186840D patent/CH186840A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE744678C (de) * | 1941-10-19 | 1944-01-24 | Waldhof Zellstoff Fab | Verfahren zur Gewinnung von Hefen und hefeaehnlichen Pilzen |
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