CH187102A - Verfahren und Vorrichtung zum Aufziehen des Schuhschaftes auf den Leisten in Spitzenwalk- oder Zwickmaschinen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Aufziehen des Schuhschaftes auf den Leisten in Spitzenwalk- oder Zwickmaschinen.

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CH187102A
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  Verfahren und Vorrichtung zum Aufziehen des Schuhschaftes auf den Leisten  in     Spitzenwalk-    oder     Zwickmaschinen.       Das     Aufwalken    des Schuhschaftes auf  den Leisten in     Spitzenwalk-    oder Zwick  maschinen wurde bisher gewöhnlich in der       Weise    vorgenommen,

   dass der über den     Leisten     vorstehende Schaftrand mittels der     Walk-          scheren    auf die auf dem Leisten liegende  Brandsohle umgelegt und dieser umgelegte  Schaftrand dann mittels eines Klebmittels       und.        mittels        Täcksen    oder dergleichen auf der  Brandsohle befestigt wurde.  



  Um hierbei ein straffes Anziehen des  Schaftes an den Leisten zu erzielen, wird  gewöhnlich in der Weise verfahren, dass die       Walkscheren    zunächst etwas unterhalb der       obern    Leistenkante an den Schaft angesetzt  und dann am Leisten     entlanggleitend    bis über  die obere     Brandsohlenkante    gehoben werden,  worauf dann die     Walkscheren    zwecks     Her-          einwalkens    des Schaftrandes auf die Brand  sohle geschlossen werden.

   Hierbei tritt je  doch sehr häufig der Nachteil auf, dass sich       sowohl    in dem Schaft, insbesondere der Vor-         derkappe,    als auch in dem     hereingewalkten     Schaftrand Falten bilden, die dann nur  schwierig oder überhaupt nicht mehr besei  tigt werden können.  



  Das vorliegende Verfahren sucht diesen  Nachteil zu beseitigen, indem der Schaftrand  des übergeholten Schuhes auf die an den Lei  sten unterhalb der obern Leistenkante heran  geführten     Walkscheren    umgelegt und auf  diesem umgelegten Schaftrand ein Schaft  randhalter aufgedrückt wird, so dass beim  Anheben der     Walkscheren    zwecks straffen  Anziehens des Schaftes auf den Leisten der  Schaft zwischen den     Walkscheren    und dem       Schaftrandhalter    festgehalten wird.  



  Das     Hereinwalken    kann im übrigen auch  nach dem neuen Verfahren in der bisher be  nannten Weise vorgenommen werden.  



  Das vorstehend     beschriebene    Verfahren  kann auch zur Herstellung von     Flegibel-          schuhwerk    benutzt werden, nur brauchen     in     diesem Falle, nachdem der Schaftrand auf      die     Walkscheren    umgelegt und auf diesen  der     iSohaftrandhalter    aufgedrückt worden  ist, die     Walkscheren    lediglich bis an die  obere Leistenkante gehoben zu werden,

   wor  auf dann der     Schaftrandhalter        abgenommen.     auf den Schaftrand     eine    am' Rande mit  Bindemittel     bestrichene    Brandsohle oder  Laufsohle aufgelegt und auf die Sohle dann  der     Schaftrandhalter    wieder aufgedrückt  werden kann, so dass die verlangte     Verkle-          bung    zwischen Schaftrand und aufgelegter  Sohle erzielt     wird.     



  In der     Zeichnung    ist eine beispielsweise  Ausführungsform des     Schaftrandhalters        ver-          anGchaulieht,    die zur Durchführung des be  schriebenen Verfahrens Verwendung finden  kann.  



       Fig.    1 ist eine Draufsicht auf eine Walk  oder     Zwickmaschine    mit dem Schaftrand  halter;       Fig.    2 zeigt den     Schaftrandhalter    in grö  sserem     Massstabe;          Fig.    3 ist ein Schnitt nach     A-B    der       Fig.    1 in grösserem     Massstabe    und zeigt  das     Hereinwalken    des Schaftrandes beim       Goodyearverfahrea;

            Fig.    3a     zeigt    die erfindungsgemäss erziel  bare, faltenfreie Auflage des Schaftrandes  auf dem     Brandsohlenrand    und der Brand  sohlenlippe;       Fig.    4 zeigt denselben     Schnitt    bei Anwen  dung des     MeKay-Verfahrens,    und       Fig.    5 zeigt denselben Schnitt bei Anwen  dung des Verfahrens zur Herstellung von so  genanntem     Flegibelschuhwerk.     



  Für die     Durchführung    des Verfahrens  kann jede der bekannten Walk- oder Zwick  maschinen benutzt werden. Eine derartige       Walk-    oder     Zwickma.sohine    M     ist    nun gemäss       Fig.    i oberhalb der Walk- oder     Zwickscheren     1, und zwar auf deren Führungsplatte 2, mit  einem     verschwenkbaren        Schaftrandhalter    3  versehen.

   Dieser     Schaftrandhalter    besitzt  einen um die Bolzen 4     und    5 schwenkbaren  Winkelhebel 6, an dessen hinterem Ende  zwei Arme 7 und 8 angebracht sind, welche  zwei um die     Schraubbolzen    9     bezw.    10  schwenkbare Druckglieder 11 und 12 tragen.    Die genannten Arme 7 und 8 sind     mit    je  einem Langloch 13 versehen, so dass sie     in     ihrem Abstand zueinander verstellt und durch  die Klemmschraube 14 in der gewünschten  Stellung festgestellt werden können.  



  Zur Durchführung des Verfahrens     wird     der 'in bekannter Weise überholte Schuh 15  in die Walk-     bezw.        Zwickmaschine    M ein  g     o        esetzt,        worauf        die        genannten        Walk-        oder          Zwickscheren    1 so weit geschlossen werden,  dass sie den überholten Schaft unterhalb der  obern Leistenkante genau umfassen.

   Darauf  wird der vorderste     Zwickstift    entfernt, und  der über den Leisten     hervorstehende    Rand 16  des Oberleders 17 wird dann nach auswärts  über die     Walk-    oder     Zwickscheren    umgelegt  und in dieser Stellung durch den genannten       Schaftrandhalter    3 gehalten, indem die ge  nannten Druckglieder 11     bezw.    12 auf den  umgelegten Rand des Oberleders gedrückt  werden.  



  Hierauf werden die     Zwick=    oder Walk  scheren bis über die obere     Brandsohlenkante     gehoben     (Fig.    3 und 4) und dann, wie üblich,  weiter geschlossen, wobei der     Schaftrandhal-          ter,    dem Vorrücken der     Walkscheren    entspre  chend, allmählich     abgehoben    wird, so dass  der auf den     Walkscheren    aufliegende     Rand-          des    Oberleders allmählich auf die Brandsohle  18     umgelegt    und     aufgepresst    wird.  



  Die Befestigung des     hereingewalkten     Randes des Oberleders auf der Brandsohle  kann hierbei in an sich     bekannter    Weise ent  weder durch Einschlagen von     Täcksen    oder  durch vorheriges Aufstreichen eines     Binde-          mittels    auf die Brandsohle oder auf die In  nenseite des Oberleders vorgenommen werden.  



  Das Befestigen des     aufgewalkten    Ober  leders auf der Brandsohle kann auch unter  Verwendung von Wärme vorgenommen wer  den.     Wenn    nämlich zur     Kappenversteifung     Filz benutzt wird, der mit einer     3Tischung     aus Nitrozellulose und einem Kunstharz im  prägniert worden ist, so kann, da     eine    derart  gedämpfte Versteifung     äusserst-klebfest    ist,  aber nur wenig     Lösungsmittel    aufnimmt, die  ses     Lösungsmittel    beim     Walk-    oder Zwick  vorgang durch Verdunsten entfernt werden,

        so dass     gleichzeitig    mit dem Walk- oder       Zwickvorgang    auch eine innige     Verklebung     und Verfestigung zwischen umgewalktem  Oberleder und Brandsohle erzielt wird, ohne  dass ein weiteres Befestigungsmittel     oder.ein     Bestreichen der Brandsohle mit einem Binde  mittel erforderlich wäre.  



  Um auch dieses Verfahren durchführen  zu können, wird an der Walk- oder Zwick  ma.schine IN, und zwar unterhalb der Walk  scheren 1, eine Düse 19 angebracht, -durch  die von irgendeiner Quelle aus mittels des  Schlauches 20 ein Heissluftstrom gegen die       Walkscheren    gerichtet werden kann.

   Dieser  Heissluftstrom erhitzt die     Walkscheren    der  art, dass nach dem     Hereinwalken    aus der  Verbindungsstelle zwischen Schaft und der  Brandsohle, an, welcher bei dem     Walkvor-          gang    das Imprägniermittel der     Kappensteife     bis auf die Brandsohle durchgetreten ist, das  von der     Kappensteife    aufgenommene Lö  sungsmittel verflüchtigt wird und somit die  verlangte Verbindung zwischen Brandsohle  und Schaftrand durch     Verklebung    erreicht  wird, ohne dass weitere Befestigungsmittel  wie     Täckse    erforderlich sind.

   Gleichzeitig  wird hierbei auch die Kappe selbst,     und    ins-"  besondere der eingewalkte Rand, hinreichend  verfestigt, so dass nach dem     Hereinwalken     des Schaftrandes der Schuh sofort in weitere  Bearbeitung genommen werden kann. Selbst  verständlich können auch hier, wenn es ge  wünscht wird, Brandsohlen benutzt werden,  deren Rand mit einem Bindemittel bestrichen  ist. Insbesondere wird hierbei auch erreicht,       da.ss    sich beim     Goodyearverfahren    der herein  gewalkte Schaftrand vollkommen scharf  winklig und faltenlos in den von dem Brand  sohlenrand und der     Brandsohlenlippe    gebil  deten Raum     einlegt        (Fig.    3a).  



  An Stelle die Walk- oder     Zwickscheren     durch einen Heissluftstrom zu erhitzen, kön  nen diese natürlich auch auf andere Weise,  beispielsweise durch elektrische     Beheizung,     auf die erforderliche Temperatur erhitzt  werden.  



  Um beim     Hereinwalken    des Oberleders zu  verhindern, dass die Brandsohle von den    Walk- oder     Zwickscheren    vom Leisten ab  gehoben wird,     kann    noch ein Brandsohlen  halter vorgesehen werden, und zwar kann  dieser beispielsweise     entweder    an den Armen       7-und    8 des     Schaftrandhalters    3 angebracht  werden oder auch an einem andern Maschi  nenteil. Dieser     Brandsohlenhalter    kann bei  spielsweise eine     Metallplatte    22 aufweisen       (Fig.    2 und 4), an der ein Stift 23 befestigt  ist.

   Dieser Stift geht durch eine Bohrung 24  eines Querträgers 25, der durch zwei Schraub  klemmen 26 auf den Armen 7 und 8 einstell  bar gehalten     wird.    Zwischen dem Querträger  25 und der Metallplatte 22 ist ferner     eine     Schraubenfeder 27 vorgesehen.  



  Wird der     Schaftrandhalter,    wie     erwähnt,     auf den Schaftrand aufgedrückt, so trifft die  federbelastete Metallplatte 22, die etwas über  die     Druckglieder    11 und 12 nach unten vor  steht, auf die Brandsohle und drückt diese  fest auf den Leisten.

   Wird anderseits der       Schaftrandhalter    entsprechend der Vorwärts  bewegung der     Zwickscheren    allmählich     ab-          gehoben,        eo    bleibt dennoch die in der     Bohrung-          24        gleitbare        Metallplatte    22 so lange fest auf  der Spitze der Brandsohle liegen, bis die       Scheren    geschlossen sind und nunmehr der       Sehaftrandhalter    3 ganz zurückgeklappt wer  den kann.  



  Werden die Arme 7 und 8 in ihrem Ab  stand zueinander verändert, um ihn den je  weils     benutzten    Leistengrössen anzupassen,  so werden auch die     Schraubklemmen    26 ge  löst, und nach der gewünschten Einstellung  der Arme werden auch die     Schraubklemmen     wieder fest angezogen.  



  Das beschriebene Verfahren und die be  schriebene     Vorrichtung    können sowohl beim       Hereinwalken    der Vorderkappen, als auch  der Hinterkappen benutzt werden.     Handelt     es sich um die Herstellung von     Flegibel-          schuhwerk,    so werden die     Walkscheren    etwas  unterhalb der     obern    Leistenkante an das  Oberleder angesetzt, worauf der Schaftrand  auf die     Walkscheren    umgeklappt und die  Druckglieder 11 und 12 auf den Schaftrand  aufgedrückt werden.

   Darauf     werden    die       Walkscheren,    am Schaft     entlanggleitend,    bis      an die obere Leistenkante     (Fig.    5) gehoben,  wobei auch hier die Druckglieder nur so viel  Leder freigeben, wie es dem Aufwärtsgange  der     Walkscheren    entspricht. Darauf werden  die Druckglieder abgehoben, worauf die am  Rande mit einem Bindemittel bestrichene  Brandsohle     bezw.    Sohle 28 auf den auf den       Walkseheren    1 liegenden Schaftrand 29 auf  gelegt wird und auf die Sohle die Druck  glieder 11, 12 von neuem aufgedrückt wer  den, wodurch die verlangte Bindung zwi  schen Schaftrand und Sohle erhalten wird.

    Durch diese Arbeitsweise     wird:    jede Verwen  dung, von Heftnähten, Heftdrähten und     Täck-          sen    für das Verbinden von Schaftrand und  Sohle     überflüssig.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zum Aufziehen des Schuh schaftes auf den Leisten in Spitzenwalk- oder Zwickmaschinen, dadurch gekennzeich net, däss der Schaftrand des übergeholten Schuhes auf die an den Leisten unterhalb der obern Leistenkante herangeführten Walk- scheren umgelegt und auf diesen umgelegten Schaftrand ein Schaftrandhalter aufgedrückt wird,
    so dass beim Anheben der Walkscheren zwecks straffen Anziehens des Schaftes auf dem Leisten der Schaft zwischen den Walk- s e; 'here n und dem Schaftrandhalter festgehal- ten wird. UNTERANSPRüCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch. I, zwecks Herstellung von 1Vlagay- und Goodyear- Schuhwerk, dadurch gekennzeichnet, dass die Walkscheren, auf denen der um gelegte Schaftrand durch den Schaftrand halter festgehalten wird, bis über die auf dem Leisten liegende Brandsohlenkante gehoben werden,
    und dass dann der Scha±t- randhalter beim Schliessen der Walk- scheren zwecks Hereinwalkens des Schaft randes auf die Brandsohle dem Vorrücken der Walkscheren entsprechend allmählich vom Schaftrand abgehoben wird, so dass der Schaftrand faltenfrei auf die Brand sohle umgelegt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I, zwecks Herstellung von Flegibelschuhwerk, da durch gekennzeichnet, dass die Walk- scheren, auf denen der umgelegte Schaft rand durch den Schaftrandhalter fest gehalten wird, bis an die obere Leisten kante gehoben werden, und dass dann der Sehaftrandhalter vom Schaftrand abgeho ben und nach dem Auflegen einer am Rande mit einem Bindemittel bestrichenen Sohle zwecks Verklebung von Schaftrand und Sohle auf letztere aufgedrückt wird. B.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass beheizte Walkscheren benutzt werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unterausprueh 1, dadurch gekennzeich net, dass Brandsohlen benutzt werden, die am Rande mit einem Bindemittel bestri chen sind, und dass beheizte Walkscheren verwendet werden.
    PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, gekennzeich net durch einen oberhalb der Walkscheren (1) angeordneten Schaftrandhalter (3) mit einem schwenkbaren Hebel (6), an. dessen hinterem Ende zwei im Abstand zueinander einstellbare Arme (7 und 8) mit an diesen schwenkbar angeordneten Druckgliedern (11, 12) angebracht sind, welch letztere mittels des Hebels (6) auf den Schaftrand auf gedrückt werden können. UNTERANSPRÜCHE: 5. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Walk scheren (1) beheizbar sind.
    6. Vorrichtung nach Patentanspruch II, ge kennzeichnet- durch einen Brandsahlen- spitzenhalter, bestehend aus einer mit Führungsstift (23) versehenen Druck platte (22), die federnd an einem an den Armen (7, 8) einstellbar befestigten Quer träger (25) angebracht ist.
CH187102D 1935-07-12 1935-08-05 Verfahren und Vorrichtung zum Aufziehen des Schuhschaftes auf den Leisten in Spitzenwalk- oder Zwickmaschinen. CH187102A (de)

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