Verfahren und Vorrichtung zum Kreppen von Folien. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kreppen von Folien und eine Vorrich tung zur Ausführung des Verfahrens. Sie kann Anwendung finden sowohl für abge teilte Bogen, als auch für laufende Bahnen, und zwar zum Beispiel für Folien aus Pa pier, Karton, Zellulose, Gewebe, Metall oder Kunststoff.
Das Verfahren besteht darin, dass ein Ab schnitt der Folie unter Aufwendung eines Druckes gegen .die Oberfläche eines formver änderlichen Körpers gepresst wird, und dass alsdann eine Verminderung der Fläche dieses Körpers zusammen mit dem dagegen gepress ten Abschnitt vorgenommen wird.
Je nach dem gewünschten Grad .der Krep- pung kann die Folie einmal oder mehrere Male dem Verfahren unterworfen werden, wobei die Kreppung wahlweise in Längsrich- tung oder in Querrichtung oder in beiden, gegebenenfalls auch in einer oder mehreren dazu schrägen Richtungen durchgeführt wer den kann.
Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht. Es zeigen: Fig. 1 den Kreppvorgang in .schemati scher Darstellung, Fig. 2 und 3 beispielsweise Ausführungs formen des formveränderlichen Körpers, Fig. 4 den Kreppvorgang schematisch in Drauf sieht, Fig. 5 schematisch den Kreppvorgang un ter Benutzung zylindrischer Flächen, Fig. 6 und 7 schematisch Vorrichtungen zur absatzweisen Behandlung fortlaufender Papierbahnen,
Fig. 8 in schematischer Darstellung die gleichzeitige Längs- und Querkreppung, Fig. 9 ebenfalls in schematischer Dar stellung eine nach allen Richtungen der Pa pierebene gleichmässige Kreppung, Fig. 10 eine Vorrichtung für die Aus- führung dieser Kreppung im Querschnitt, Fig. 11 eine abgeänderte Ausführungs form der gleichen Vorrichtung,
Fig. 12 eine weitere abgeänderte Aus führungsform.
Bei dem in Fig. 1 veranschaulichten Kreppvorgang wird ein Papierbogen, ge gebenenfalls auch eine Anzahl solcher, wie bei 1 angedeutet, zwischen zwei nachgiebige Körper 2 und 3 eingelegt. Alsdann werden diese Körper etwa unter Verwendung von aufgelegten Platten 4 in Richtung der an gegebenen Pfeile gegeneinandergedrückt, so dass sie das Blatt 1 zwischen sich mit einer gewissen Kraft festhalten.
Hiernach werden die Körper 2 und 3 seitlich, etwa durch Druckstempel 5, zusammengedrückt, so dass sie ihre Breite vermindern. Das Papierblatt muss diese Verminderung mitmachen und legt sich daher in Kreppfalten, wobei erfah rungsgemäss die Grösse und der Charakter dieser Kreppfalten durch das Material und die Kraftwirkung der Körper 2 und 3 im Verhältnis zu der :Steifigkeit und Dicke des Blattes 1 bestimmt wird.
Alsdann werden die gärper 2 und 3 voneinander abgehoben und das Papier entnommen: Statt zweier Körper kann auch ein ein zelner Körper verwendet werden, der gegen über einem vorzugsweise glatten, seine Form nicht ändernden Gegenkörper zur Wirkung kommt.
Die formveränderlichen Körper können in jeder beliebigen Weise hergestellt sein. Zum Beispiel können sie ganz oder teilweise aus Gummi bestehen, wie in Fig. 1 bei 2 durch Doppelschraffur angedeutet ist. Statt dessen können sie auch aus einzelnen Ele menten zusammengesetzt sein, zum Beispiel in Form von Bündeln aus gegeneinander be weglichen Blechen, Metallbändern, Streifen aus Leder, Kunststoffen oder dergleichen. Dies ist in Fig. 1 bei 3 schematisch ange deutet.
Die Bleche, Streifen usw. können glatt oder irgendwie anders geformt sein. Bei spielsweise können sie gekrümmt, gewellt, gekröpft, sowie an ihrer dem Papier zuge wendeten Seite gerauht oder zugeschärft sein.
Die Fig. 2 und 3 zeigen in Draufsicht einige einfache Ausführungsbeispiele. Zweckmässig lässt man die Bündel beider seits über die Länge der zu kreppenden Pa pierbogen hinausragen, um sie ausserhalb der Arbeitsflächen zusammenhalten zu können. Dies ist in Fig. 4 dargestellt. Die Blechbün del 3, die durch die Stempel 5 in ihrer Breite verändert werden, sind jenseits der Papierfläche 1 bei 6 zusammengefasst. Dies kann beispielsweise durch ein einfaches Zu sammenklemmen, gegebenenfalls unter Ein fügen von Zwischenlagen aus starren oder ihrerseits mehr oder weniger nachgiebigen Stoffen geschehen.
Die Bewegung der formveränderlichen Körper kann durch beliebige Mittel einge leitet werden, zum Beispiel durch einfachen Druck von aussen, wie in Fig. 1 und 4 an gedeutet. Statt dessen können die Körper auch vor der Kreppbewegung auseinander gezogen werden, so dass sie sich nachher ver möge eigener Elastizität zusammenziehen. Auch eine Kombination von Zug und Druck ist anwendbar.
Die Flächen, zwischen denen die Krep- pung erfolgt, können eben sein, sie können aber auch eine beliebige Krümmung auf weisen. Ein besonders einfacher Fall liegt vor, wenn mann die Kreppung zwischen zy lindrischen Flächen durchführt, wie dies in Fig. 5 dargestellt ist. Hier ist eine Reihe von Papierbogen 1 zwischen zwei Gummischläu chen 7 und 8 eingeführt, die durch Flüssig keitsdruck aufgeweitet bezw. verengt werden können.
Der innere Schlauch bildet einen aufblasbaren Zylinder, während der äussere die Innenwandung eines Ringraumes dar stellt, dessen äussere Wandung 9 beispiels weise aus Eisenblech besteht. Bei 10 und 11 sind steuerbare Rohranschlüsse angedeutet, mit deren Hilfe man Druckwasser oder der gleichen aus- und einführen kann, wodurch die für das Kreppen der einzulegenden Bo gen erforderlichen Durehmesserveränderun- gen vorgenommen werden können. Auch in diesem Falle können nachgiebige Körper in Form von zusammengefassten Gruppen aus einzelnen Elementen, zum Beispiel Blech paketen, Verwendung finden.
Beispielsweise sind bei 12 radial angeordnete Bleche ange deutet, gegen die von innen das zu kreppende Papierblatt angedrückt wird. Die einzelnen Bleche sind, was auf der Zeichnung nicht besonders angedeutet ist, schräg zugeschnit ten und bilden so eine konische Aussenfläche, über die ein mit entsprechendem Innenkonus versehener Ring 13 axial hin- und herbewegt werden kann. Bei dieser Bewegung wird das Blechpaket im Durchmesser grösser und kleiner.
Es ist auch möglich, einen konischen Gummischlauch, mit einem nicht formver änderlichen, zum Beispiel einem konischen glatten, Eisenmantel zur Wirkung zu brin gen, indem man den formveränderlichen Körper zusammen mit den von ihm erfassten Papierbogen in den konischen Mantel hinein zieht.
Die feste Gleitfläche, gegen die das Papier angepresst wird, kann vorteilhafterweise mit einer Heiz- bezw. Trockeneinrichtung ver sehen werden, durch die bei Kreppung feuch ter Papiere die Kreppung fixiert wird. Sinn gemäss können auch Pakete aus Blechstreifen oder dergleichen geheizt werden, wozu ausser Dampf vorteilhaft Gas oder elektrischer Strom verwendet werden kann.
Fig. 6 und 7 zeigen Vorrichtungen für die absatzweise Behandlung fortlaufender Bahnen. In Fig. 6 bezeichnet 14 eine Papier bahn, die oben ein- und unten ausgeführt wird, beispielsweise unter Zuhilfenahme eines Walzenpaares 15. Diese Bewegung er folgt absatzweise. Jedesmal wird ein Stück der Bahn in den Bereich der formveränder lichen Körper 16, z. B. in Gestalt von Blech paketen, gebracht, die durch zwei seitliche Kurvenbahnen 17 derart deformiert wer den können, dass ihre ursprüngliche Breite auf das durch die gestrichelte Linie 18 an gedeutete Mass zusammenschrumpft.
Mit dieser Schrumpfung erfolgt eine entspre chende Kreppung der Papierbahn, die als- dann durch das Walzenpaar 15 wieder ein. Stück weiter gezogen wird. Zu diesem Zweck werden nach jedem Kreppvorgang die Kör per 16 von der Papierbahn 14 abgehoben. Bei 19 sind Rollen angedeutet, die bei der Relativbewegung zwischen den Kurven bahnen 17 und den; Körpern 16 die auf tretende Reibung vermindern.
Die formveränderlichen Körper 16 füh ren, wie dies auch schon in Fig. 1 angedeu tet ist, sowohl die eigentliche Kreppbewe gung, als auch die Bewegungen des Erfas- sens und Loslassens der Papierbahn aus, in dem sie sich nach Einführung der Bahn auf einanderpressen und nach erfolgter Krep- pung wieder voneinander abheben. Im übri gen können sie an ihrem Platz verharren. In diesem Fall bewegen sich die Kurvenbah nen 17 zwecks Durchführung des Kreppvor ganges in Richtung der Pfeile A nach oben.
Die Anordnung kann jedoch auch so getrof fen werden, dass die Kurvenbahnen 17 orts fest sind, und dass die Körper 16 in Rich tung des Pfeils B gegen die Kurvenbahn 17 bewegt werden. In diesem Falle tritt gleich zeitig mit dem absatzweisen Kreppen der Vorschub der Papierbahn 14 ein., was. beson ders vorteilhaft ist, da alsdann die Aufgabe des Walzenpaares 15 sich auf das Festhalten der Bahn während des Rücklaufes der Kör per 16 beschränkt.
Das absatzweise Kreppen einer Papier bahn auf gewölbten Flächen ist in Fig. 7 an gedeutet. Hier wird die Papierbahn 14 in Richtung des Pfeils C vorwärtsgeschaltet. Bei 20 ist ein glatter, nicht formveränder licher, aber hin- und hergehender Körper, bei 21 ein hohler Gegenkörper dargestellt, der mit einer Gummihülle 22 versehen ist, die unter dem Einfluss einer bei 23 ein zuführenden Druckflüssigkeit den Konturen des Körpers 20 zu folgen vermag.
Bewegt sich der Körper 20 auf,der Papierbahn glei tend, von links nach rechts, so presst die Gummihülle 22 die Papierbahn 14, welche ihrerseits diese Bewegung nicht mitmacht, nach Massgabe des sich verjüngenden Durch- messers des Körpers 20 allmählich zusam men, wodurch die Kreppung entsteht.
In Fig. 8 ist das Kreppen in der Längs- und Querrichtung ,des Papierbogens oder Blattes schematisch dargestellt. Es bedeutet 24 einen zum Beispiel aus<U>Gummi</U> oder Gummigewebe bestehenden Körper, der gleichzeitig in seiner Breite durch Kräfte 25 und in seiner Länge durch Kräfte 26 ver formt werden kann.
Presst man ein Blatt Papier unter einen solchen beiderseitig ge- streckten Körper oder zwischen zwei von ihnen, so wird beim Nachlassen der Kräfte 25 und 26 das Papier gleichzeitig in zwei Richtungen gekreppt. Die Stärke der Krep- pung hängt von der Streckung des Körpers 24 in beiden Richtungen ab und ist daher beliebig einstellbar.
Fig. 9 stellt das Bild einer nach allen Richtungen der Papierebene vollkommen gleichmässigen Kreppung dar. Der kreisför mige Körper 27 wird durch Kräfte 28 strah lenförmig gedehnt, so dass er zum Beispiel in die Kreisfläche 27a übergeht. Presst man nun ein Papierblatt von der Grösse 27a zwischen zwei solcher Körper und entspannt die Kräfte 28, so schrumpft das Blatt auf die Grösse 27 zusammen. Hierbei bleiben alle Flächenelemente ähnlich, es tritt also keine Verzerrung ein.
Dies ist besonders wertvoll, wenn. es sich darum handelt, zur Erzielung besonderer Effekte Bogen oder Folien -zu kreppen, die mit Figuren oder Schrift be druckt sind.
Fig. 10 zeigt eine zur Ausführung einer derartigen Kreppung bestimmte Vorrich- tung, und zwar stellt 29 einen zum Beispiel aus Gummi bestehenden Formänderungskör- per dar, der durch Schnüre 30, die über Rol len 31 laufen, mehr oder weniger gespannt, das heisst in. seinem Durchmesser verändert werden kann.
Zu dem Zweck sind die Schnüre am Umfang einer Platte 32 zu sammengefusst, die durch eine Kraft 33 ge hoben bezw. gesenkt werden kann. Die Rol len 31 sind am Rande eines Gehäuses 34 ge lagert. Dieses Gehäuse 34 ist durch eine nachgiebige Membran 35 abgedeckt. Die letz- tere ist mit dem Formänderungskörper 29 so verbunden, dass sie die Formänderungen des Körpers 29 mitmacht.
Gegebenenfalls kann der Körper 29 mit der Membran 35 aus einem Stück bestehen.
Legt man nun ein Blatt 36 unter Druck auf den Formänderungskörper 29 auf, so wird es die Formänderungen des Körpers 29 mitmachen, das heisst bei Verkleinerung der Fläche gleichzeitig längs und quer gekreppt werden. Der erforderliche Druck kann. bei spielsweise durch Druckwasser oder Druck luft, die durch die Leitung 37 in das Ge- häuse 34 eingeführt wird, erzeugt werden.
Als Oberteil kann zum Beispiel eine Platte 38 von möglichst vollkommener Glätte Anwendung finden, auf der das zu kreppende Papier oder dergleichen, das bei 29 bezw. 36 eine grössere Reibung findet, gleiten kann.
Am einfachsten ist es, gemäss Fig. 11 ein. Oberteil zu benutzen, das in seiner An ordnung dem Unterteil völlig entspricht, da alsdann die Einwirkung der Formänderungs- körper auf das zu kreppende Gebilde von bei.- den Seiten gleichmässig erfolgt.
In Fig. 12 ist für das Oberteil eine an dere Lösung versinnbildlicht. Eine Gummi fläche 39 ist über einen Gummischlauch 40 gespannt, der durch Einführung von Druck wasser oder Druckluft bei 41 gedehnt wer den kann. Dabei kann - zum Beispiel durch Umwickeln des Schlauches mit einer Schnur oder Drahtspirale - eine Veränderung des Schlauchdurchmessers verhindert werden, so dass das eingeführte Druckmittel aus schliesslich der Erweiterung des Schlauch- ringes selbst zugute kommt.
Die ganze An- ordnung befindet sieh in dem Gehäuse 42, rlasj durch Leitung 43 unter Druck gesetzt werden kann. Die untere Abschlusswand 4-4 entspricht derjenigen bei 35 und kann ihrer seits in der bereits bei 29 angedeuteten Weise mit 39 verbunden sein.
Ober- und Unterteil werden voneinander abgehoben, dann das zu kreppende Stück 36 dazwischengelegt, und nun werden Ober- und Unterteil mit ihren Flanschen 45, 46 aufeinandergedrückt und bei 37 und 43 der zum Kreppen erforderliche Druck zwischen den Flächen 36 und 44 erzeugt.
Durch die Anordnung der zur Dehnung der formveränderlichen Körper dienenden Mittel innerhalb der Räume, die durch die nachgiebigen Abschlusswände verdeckt sind, ist die Erzeugung des Druckes auf die zu kreppenden Flächen besonders einfach mög lich.
Zwischen zwei Druckräumen können mehrere Systeme von Formänderungskörpern übereinander angeordnet werden, so dass gleichzeitig eine Mehrzahl von Bogen bezw. Folien gekreppt werden kann. In diesem Falle ist die Anordnung gemäss dem Ober teil der Fig. 12, das heisst die Verwendung von Schläuchen, über die Kreppflächen ge spannt sind, besonders vorteilhaft, weil sie eine sehr einfache Durchführung des Mehr- etagen-Systems gestattet.
Die Stärke der Kreppung hängt von den Grenzen ab, innerhalb derer die Formände- rungskörper gedehnt werden können. Genügt eine bestimmte Kreppung für einen ge- wünschten Zweck nicht, so kann sie durch Wiederholung des Kreppvorganges erhöht bezw. vervielfacht werden.
Endlich können auch Sonderwirkungen dadurch hervorge rufen werden, dass eine in allen Richtungen gleichmässige Kreppung zusätzlich zu einer auf beliebige Weise hergestellten einfachen Kreppung in beliebiger Reihenfolge ange wendet wird.
Die Oberflächen der mit dem Papier in Berührung kommenden Krepporgane können glatt oder rauh, gegebenenfalls gemustert sein.