CH187689A - Verfahren zur Gewinnung von nicht zur Verwendung als Arzneimittel bestimmten Malzenzymen. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von nicht zur Verwendung als Arzneimittel bestimmten Malzenzymen.

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CH187689A
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N9/00Enzymes; Proenzymes; Compositions thereof; Processes for preparing, activating, inhibiting, separating or purifying enzymes

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Description


  Verfahren zur Gewinnung von nicht zur     Verwendung    als Arzneimittel       bestimmten        Malzenzymen.       Gegenstand .der Erfindung ist     ein    Ver  fahren; zur     Gewinnung    von nicht zur Ver  wendung als Arzneimittel bestimmten Malz  enzymen, insbesondere     Diastase,    die. vor  züglich für eine Reihe von Verwendungs  zwecke, z. B. in der Bäckerei, vor allem auch  in der     Textilindustrie,    geeignet sind. Erfin  dungsgemäss erfolgt die     Gewinnung    der  Malzenzyme bei der Herstellung von Bier.  



  Nach dem erfindungsgemässen Verfahren  werden der bei der     Einmaischung    des Malzes  entstehenden Flüssigkeit die Enzyme mit ad  sorbierend wirkenden Stoffen entzogen, so  dass die von den     Malzenzymen    befreite Flüs  sigkeit auf Bier verarbeitet werden kann       und    aus dem     Adsorbat        durch        Elutionsmittel     die     Malzenzyme    wieder freigemacht.  



  Das     Eluat,    das mengenmässig nur einen  geringen     Bruchteil    -der bei der     Malzeinmai-          schung        entstehenden    Flüssigkeit ausmacht,  kann auch einem Eindampfen, vorzugsweise       im    Vakuum, zwecks     Gewinnung    eines hoch-    wirksamen Enzym-     bezw.        Diastasepräparates     unterworfen werden.  



  Falls     gewünscht,    kann die bei der Malz  einmaisehung entstandene Flüssigkeit zu  nächst, also vor der Behandlung     mit    den       Adsorptionsmitteln,    von den festen Bestand  teilen abgetrennt werden. Man     erhält    so den       sogenannten    kalten Satz.  



  Dass in     Braumalzen        Diastase    in grösseren,  überschüssigen Mengen     enthalten.    ist, ist an  sich bekannt. Man hat auch bereits die über  der dicken Maische nach dem     Absitzenlassen     stehende Flüssigkeit ganz oder teilweise ab  gezogen und     aus    dieser durch Eindampfen  im Vakuum     diastasehaltigeMalzextrakte    ge  wonnen.

   Dieses Verfahren besitzt jedoch den  Nachteil, dass ausserordentlich grosse Men  gen Wasser zum Verdampfen gebracht wer  den, müssen, was die Wirtschaftlichkeit sehr  stark     beeinträchtigt,    abgesehen davon, dass  auch nur Präparate mit verhältnismässig ge  ringer Wirksamkeit zu     gewinnen    sind.  Ausserdem besitzt dieses     bekannte    Verfahren           für    die Bierherstellung den weiteren Nach  teil, dass mit dem kalten Satz auch wertvolle  Malzbestandteile entfernt werden.  



  Diese Nachteile können bei dem erfin  dungsgemässen Verfahren vermieden werden.  Es gelingt nach demselben beispielsweise  ohne     Schwierigkeiten,        diastasehaltige        Eluate     solcher Konzentration zu gewinnen, dass ge  genüber dem beschriebenen alten Verfahren  nur der zehnte Teil und weniger an Wasser  einzudampfen. ist.  



  Die     erfindungsgernäss        erhaltenen    Enzym  präparate zeichnen sich, wie Versuche erga  ben, durch eine sehr hohe diastatische Kraft       aus,    die bis zum Zehnfachen und mehr der  nach dem alten Verfahren erhältlichen Prä  parate beträgt.  



  Beim     Arbeiten    gemäss der Erfindung  wird     die    Malzmaische     bezw.    der abgezogene  kalte Satz hinsichtlich seines Gehaltes an  für die Bierherstellung wertvollen Malzbe  standteilen     praktisch    nicht verändert.

   Neben  den     Enzymen    werden bei der Ausübung der  Erfindung, wie sich zeigte, hauptsächlich  solche Stoffe aus der     Maischflüssigkeit    her  ausgenommen, die dem Bier eine schlechte  Farbe, den charakteristischen     Jungbierge-          schmack    usw. geben, :die gefürchteten     Pa-          steurisiertrübungen    verursachen, sowie wirk  same     Hopfenbestandteile    binden.

   Die     Ar-          beitsweise    gemäss der Erfindung ist deshalb  auch für die Bierherstellung von Vorteil, in  dem sie     ermöglicht,    ein bisher beim     Maische-          kochen    absichtlich vernichtetes     Erzeugnis    zu       gewinnen,        und    zwar ohne dass die Qualität       des    Bieres irgendwelche Einbusse erleidet,  sondern     vielmehr    noch eine     Qualitätssteige-          rung    erreicht wird.  



  Das     Adsorptionsmittel    kann der Flüssig  keit in feiner Form durch     Einrühren    zuge  fügt und das     Adsorbat    durch     Absetzen,    Zen  trifugieren oder Filtrieren abgetrennt wer  den. Es kann auch ein körniges     Adsorptions-          mittel        Verwendung    finden,     indem    man die  Flüssigkeit über dasselbe filtriert.  



  Zur Behandlung der Maisehe     bezw.    des  von der Maische abgezogenen kalten Satzes       sind        .die    verschiedensten.     adsorbierend    wir-         kenden    Stoffe geeignet,     beispielsweise        Si-          licagel,    Tierkohle, kolloidale     Metallhydro-          gyde.    Vor allem aber sind Aluminiumsili  kate vom     Typus    des     Montmorillonits    zu nen  nen, also solche, die hinsichtlich ihrer Struk  tur dem     Mineral-Montmorillonit    entsprechen  oder nahekommen.

   Typische Vertreter sol  cher Aluminiumsilikate sind Bleicherden  und     Fullererden.    Diese     Aluminiumsilikate          zeichnen    sich durch besondere Wirksamkeit  aus.  



  Die genannten Aluminiumsilikate     können     in rohem     Zustande,    zweckmässig nach vor  angegangener     Aufbereitung    mit dem Ziel  der Entfernung körniger Ballaststoffe, be  nutzt werden. Ferner aber auch in aktivier  ter Form, wie sie durch Behandlung mit  Säuren, Mineralsäuren     und/oder    auf elektro  statischem Wege resultieren.

   Zweckmässig       ist        es,    die     Aluminiumsilikate    einer Hitzebe  handlung     im    Temperaturintervall von 500 bis  <B>80,0'</B> C zu     unterwerfen,    da auf diese     Weise          Erzeugnisse    mit     guter    Wirksamkeit und  leichter     Abtrennbarkeit    von der Flüssigkeit  zu. erhalten sind.

   Vor oder nach der Hitze  behandlung können die Aluminiumsilikate  in die Form von feinen oder gröberen Kör  nern übergeführt werden, was den besonderen  Vorteil mit sich     bringt,    dass bei Benutzung  der     adsorbierend    wirkenden Stoffe als Fil  terbett für die zu behandelnde Flüssigkeit  die     Filtration    rasch und glatt verläuft.

    Durch Wahl der Körnungen hat man es da  bei in der Hand, die     Filtergeschwindigkeit     genau den im Einzelfall vorliegenden Erfor  dernissen     anzupassen.    In den     meisten    Fällen  reicht die kurze     Filtrierdauer    als Behand  lungszeit für die Flüssigkeit mit den     Ad-          sorptionsmitteln    völlig aus.  



  Für das neue Verfahren     können    auch  Aluminiumsilikate Verwendung finden, die  einen hohen Gehalt an Teilchen in Kolloid  feinheit     aufweisen,    wie beispielsweise     Ben-          tonit.     



  Die     Adsorptionswirkung    von Aluminium  silikaten vom Typus des     Montmorrilonits     aller Art kann dadurch erheblich gesteigert  werden, dass man die Silikate     erschöpfend..         das heisst fast bis zur völligen Entfernung  aller löslichen Basen, mit Säuren, z. B. star  ker Mineralsäure behandelt. Dazu ist zu       erwähnen,    dass bei der bisher üblichen Säure  behandlung nur eine     verhältnismässig    kurz  zeitige Behandlung in Frage kam, denn er  schöpfende Säurebehandlung führt zu einem  für die Ölreinigung unbrauchbaren Produkt.  Dass die     Bildsamkeit    dabei verloren geht,  spielt keine Rolle.  



  Auch die erschöpfend mit Säure behan  delten Aluminiumsilikate können. vor oder  nach der Säurebehandlung einer Hitzebe  handlung bei 500 bis 800   C     unterworfen     werden.  



  Die Gestaltung der Masse zu grobem  Korngut muss hierbei allerdings vor der  Säurebehandlung erfolgen, da, wie erwähnt,  die Säurebehandlung .den Verlust der Bild  samkeit zur Folge hat.  



  Schliesslich ist noch zu erwähnen, dass  natürlich auch Gemische der verschiedensten  oben genannten     Adsorptionsmittel    Anwen  dung finden können.  



  Die     Adso.rptionsmittel    behalten ihre Wirk  samkeit bei Durchführung des Verfahrens  der Erfindung, wie Versuche zeigten, für  lange Zeit. Sie können also nach der Ent  fernung der Diastare     bezw.    der Malzenzyme  mit, den     Elutionsmitteln    immer wieder zur  Behandlung neuer Mengen Maische     bezw.     davon abgezogener Flüssigkeit benutzt wer  den. Der behandelte kalte Satz kann zur  Maische zwecks Herstellung von Bier oder  Malzpräparaten zurückgegeben werden. Das       eluierte        Adsorptionsmittel    kann vor erneuter       Verwendung    gegebenenfalls noch mit Säure  behandelt, das heisst schwach angesäuert  werden.  



       Ausführasrigsbeispied:          1030    kg von     I4lalzmaische    abgezogenen  kalten     Satzes    werden durch ein     Filterbett     von körniger, bei 500 bis 800   C erhitzter       und    anschliessend mit     10-15%iger    Salz  säure erschöpfend behandelter Bleicherde  filtriert.

   (Vor der Filtration kann ein Zen  trifugieren des kalten Satzes vorgenommen  werden.)    Das Filter wird     anschliessend        mit        ammo-          niakhaltigem    Wasser behandelt und es wer  den so 100 kg     Eluat    erhalten, das     praktisch     die Gesamtmenge der     ursprünglich    im kal  ten Satz enthaltenen     Diastare        bezw.    der       Malzenzyme        erbringt.     



  Durch     Eindampfen    des     Eluates    im  Vakuum werden 10 kg     Malzextrakt    mit  ausserordentlich hoher diastatischer Kraft       gewonnen.     



  An Stelle von     Ammoniak    sind für die       Elution    auch andere Alkalien oder Alkali  salze schwacher Säuren, z. B. Natrium  acetat, verwendbar.  



  Das     eluierte    Filterbett ist nach     Ansäuern.     unmittelbar wieder für die Behandlung wei  terer     Mengen,    kalten Satzes verwendbar.  



  Der behandelte kalte Satz wird zur Maische       zurückgegeben    und diese kann dann in üb  licher Weise zu Bier weiterverarbeitet wer  den.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von nicht zur Verwendung als Arzneimittel bestimmten Malzenzymen, insbesondere Diastare, bei der Herstellung von Bier, dadurch gekennzeich net, dass der bei der Einmaischung .des Mal zes entstehenden Flüssigkeit die Enzyme mit adsorbierend wirkenden Stoffen entzogen werden,
    so dass die von den Malzenzymen be freite Flüssigkeit auf Bier verarbeitet wer den kann und aus dem Adsorbat durch Elu- tionsmittel :die Malzenzyme wieder freige macht werden. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das die Malzenzyme enthaltende Eluat einem Eindampfen unterworfen wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch., dadurch gekennzeichnet, dass die bei der Malz einmaischung entstehende Flüssigkeit vor der Behandlung mit adsorbierend wirkenden Stoffen durch Absitzenlassen von festen Bestandteilen abgetrennt wird. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Adsorptionmit- tel feinverteilte Stoffe mit grosser Ober fläche benutzt werden. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Adsorptionsmit- tel Aluminiumsilikate vom Typus des Montmorillonits benutzt werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 4, gekennzeichnet durch die Verwendung solcher Aluminiumsilikate, .die einen hohen Gehalt an kolloidfeinen Teilchen aufweisen.. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Adsorptionsmit- tel Bentonite verwendet werden. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 4, gekennzeichnet durch die Verwendung von Aluminiumsilikaten, die einer Hitzebehandlung bei Tempera turen von 500 bis-<B>800'</B> C unterworfen worden sind.
    B. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 4, gekennzeichnet durch die Benutzung solcher Aluminiumsilikate, die mit Säure bis zur fast völligen Ent fernung löslicher Basen behandelt wor den sind. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 4, gekennzeichnet durch die Verwendung solcher Aluminiumsilikate, die mit starker Mineralsäure so lange be handelt worden sind, bis basische Be- standteile kaum mehr in Lösung gehen. 10.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Gemische verschie dener Adsorptionsmittel benutzt werden. 11. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass von der Maische ab getrennte Flüssigkeit durch ein aus dem Adsorptionsmittel gebildetes Filterbett filtriert wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das nach der Elu- tion verbleibende Adsorptionsmittel nach Ansäuern erneut für das Verfahren ver wendet wird.
CH187689D 1936-03-04 1936-03-04 Verfahren zur Gewinnung von nicht zur Verwendung als Arzneimittel bestimmten Malzenzymen. CH187689A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE10241647A1 (de) * 2002-09-09 2004-03-18 Annemüller, Gerolf, Prof. Dr.sc. techn. Verfahren zur Gewinnung von pflanzlichen Enzymen und Wuchsstoffkonzentraten aus gemälztem Getreide, geeignet für den Einsatz in Getränke-und Lebensmittelinddustrie

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE10241647A1 (de) * 2002-09-09 2004-03-18 Annemüller, Gerolf, Prof. Dr.sc. techn. Verfahren zur Gewinnung von pflanzlichen Enzymen und Wuchsstoffkonzentraten aus gemälztem Getreide, geeignet für den Einsatz in Getränke-und Lebensmittelinddustrie

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