CH187997A - Farbauftragverfahren für Papier, Karton usw. (mit Ausschluss von Textilstoffen). - Google Patents
Farbauftragverfahren für Papier, Karton usw. (mit Ausschluss von Textilstoffen).Info
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Description
Farbauftragverfahren für Papier, Karton usw. (mit Ausschluss von Textilstoffen). Die Erfindung bezieht sich auf ein Farb- auftra.gverfahren für Papier, Karton usw.
(mit Ausschluss von Textilstoffen), welches sich dadurch kennzeichnet, dass man einen Farbstoff und ein zugehöriges Fällungs- mittel, welche durch gegenseitige Reaktion eine wasserunlösliche Verbindung zu bilden vermögen, auf das zu färbende Material in Lösung in einem organischen Lösungsmittel aufbringt und. die so aufgebrachte Lösung einem Befeuchtungsvorgang unterwirft, um die genannte Verbindung auf dem Material niederzuschlagen.
Der genannte Befeuch- tungsvorga_ng erfolgt am einfachsten durch Zusatz von Wasser zur aufgebrachten Lö sung. Auf diese Weise wird erreicht, dass auf der Oberfläche und in den Poren und Fasern .des zu färbenden Materials ein fein verteiltes, in Wasser nicht lösliches Pigment ausgefällt wird und eine glänzende wasser- feste Farbe entsteht.
In vielen Fällen ist es erwünscht, dass das Lösungsmittel nur eine .geringe Flüchtig- keit besitzt, damit die Farbverbindung nicht auf der Druckpresse, der Bürste oder den sonstigen zum Auftragen verwendeten Ein richtungen trocknet. Diäthylen - Glykol- Äthyl-Äther und Diäthylen-Glykol-Butyl- Äther sind beispielsweise solche organische Lösungsmittel, die die erwähnten Eigen schaften besitzen und sich daher hier beson ders gut eignen.
Zweckmässig kommen als Farbstoff :die sogenannten basischen Farbstoffe in Be tracht, da dieselben besonders glänzend und kräftig sind und die verschiedenartigsten Farbtönungen zu erzeugen gestatten. Es können aber auch andere Arten von Farb stoffen zur Anwendung gelangen.
Als Fäl- lungsmittel für die basischen Farbstoffe sind besonders geeignet Phosphor-Wolfram-Säure, Phosphor-Molybdän-Säure und ähnliche Säu ren; es können aber auch andere geeignete Fällungsmittel für die basischen Farbstoffe zur Anwendung .gelangen. Finden Farbstoffe Anwendung, die nicht der Gattung der basi,- sehen Farbstoffe angehören, so sind begreif licherweise auch die richtigen Fällungsmittel entsprechend zu wählen.
Die ,Menge der zur Anwendung gelan genden p bamentbildenden Reagenzien ist sehr klein. Ausgezeichnete Erfolge wurden er zielt mit einem basischen Farbstoff, dessen Menge nur 1/2% der Menge des Lösungs mittels betrug. Dies ist wahrscheinlich auf die grosse Färbekraft der ausserordentlich kleinen Pigmentteilchen zurückzuführen, die auf der Oberfläche oder in den Poren des ein zufärbenden Materials niedergeschlagen wer den.
Gegebenenfalls kann in der Farbverbin- dung ein Eindickungsmittel verwendet wer den. Dasselbe kann ein Kolloid sein, .das sich in dem organischen Lösungsmittel auflöst bezw. fein verteilt und durch Zusatz von Wasser abgeschieden werden kann bezw. koaguliert.
Das Eindickungsmittel kann aus einem in Wasser nicht löslichen Kolloid be stehen, das bei Zusatz von Wasser ausgefällt wird; es kann aber auch aus einem in Was ser löslichen Kolloid bestehen, das sich durch Zusatz von Wasser auswaschen lässt. Es ist festgestellt worden, das Nitrozellulose ein be sonders geeignetes, in Wasser nicht lös liches Eindickungsmittel bildet. Als in Was ser lösliches Eindickungsmittel kann Me- thylzellulose verwendet werden.
Die Aufgabe ,des Eindickungsmittels besteht darin, der Farbe eine für das Aufbringen der Farbe geeignete Zähflüssigkeit zu geben, so dass .ein unerwünschtes Verteilen der Farbe auf dem zu färbenden Material verhindert ist; ausser dem dient das Eindickungsmittel in vielen Fällen dazu, ein besseres Anhaften der Farbe auf der Oberfläche des Materials zu bewir ken.
Die Verwendung eines :solchen Eindik- kungsmittels verhindert nicht notwendiger weise dass Eindringen des Farbstoffes in die Poren und Fasern des Materials. Ob ein Eindickungsmittel zur Verwendung gelangt und in welchen Mengen, hängt von der Be schaffenheit des zu färbenden Materials und der Art und Weise ab, wie der Farbstoff auf .das Material aufgebracht wird.
Um das Wesen der Erfindung noch deut licher hervortreten zu lassen, sollen nach stehend einige Ausführungsbeispiele von Farbauftragmassen, wie sie hier vorteilhaft sind, aufgeführt werden:
EMI0002.0050
<I>Beispiel <SEP> I:</I>
<tb> Farbstoff: <SEP> Rhodamin <SEP> @6G <SEP> 10 <SEP> Teile
<tb> Fällungsmittel: <SEP> Phosphor-Wolfram-Säure <SEP> 215 <SEP> "
<tb> Eindickungsmittel: <SEP> Nitrozellulose <SEP> (Viskosität: <SEP> 1000 <SEP> Sekunden) <SEP> 60 <SEP> "
<tb> Lösungsmittel: <SEP> Feuchtigkeitsfreier <SEP> Diäthylen-Glykol Athyl-Ather <SEP> 1000 <SEP> " Diese Zusammensetzung bildet eine zähe Flüssigkeit; sie ist sehr ,geeignet zum Auf bringen auf Materialien der angegebenen Art, zum Beispiel auch auf Leder.
Um zum Beispiel auf Papier, Karton etc. ein farbiges Muster aufzubringen, wird die beschriebene Verbindung durch Drucken, mittels Schablonen, mit einem Pinsel, mit der Hand oder in anderer Weise auf das Material aufgebracht.
Der Farbstoff ist flüssig ge nug, um in die Fasern des Materials ein dringen zu können, ist jedoch so zähflüssig, dass er sich nicht in .dem Material verteilen kann. Nachdem so die Farbzusammenset- zung aufgebracht worden, wird das Material in Wasser getaucht oder in anderer Weise mit Wasser angefeuchtet. Hierdurch wird auf der Oberfläche und in den Fasern des Materials ein feines Pigment niedergeschla- gen, und zwar mit dem Erfolg, dass die Farbe Wasser- und waschecht ist.
Abgesehen davon, dass das Wasser den Farbstoff in den Fasern niederschlägt, wäscht es auch,das organische Lösungsmittel und alle bei dem Nieder schlag entstehenden Nebenprodukte vollstän dig oder nahezu vollständig aus.
Das Ein- dickungsmittel wird unmerklich in den Fa sern niedergeschlagen, sQ dass seine Anwesen- heit .durch Befühlen nicht bemerkt werden kann.
Wenn bei dem erwähnten Beispiel an Stelle,des unlöslichen Eindickungsmittels ein wasserlösliches Eindickungs.mittel zur An wendung gelangt, ist der Vorgang .der glei che, nur mit dem Unterschied, dass das Ein dickungsmittel vollständig oder nahezu voll- ständig von .dem Wasser ausgewaschen wird.
Es ist auch möglich, den neuen Farb stoff ohne das kolloidale Eindickungsmittel oder mit nur einem geringen Gehalt an Ein dickungsmittel auf die gesamte Oberfläche oder den grösseren Teil dieser Oberfläche des Materials durch Drucken, Schablonieren, durch Aufbringen von Hand mittels eines Pinsels und insbesondere durch Spritzen auf- zutragen und anschliessend das Material in geeigneter Weise mit Wasser anzufeuchten.
Es kann dann ,der Farbstoff in flüssigem Zu stande verarbeitet werden, was bei gewissen Verfahren des Auftragens und bestimmten Arten des zu färbenden Materials erwünscht sein kann.
Ohne das kolloidale Eindickungs- mittel hat aber die Lösung das Bestreben, sich auf der Oberfläche auszubreiten; immer hin kann das Material bezw. das Auftrage verfahren so sein, dass dieses Ausbreiten der Farbe nur in geringem Umfange stattfindet bezw. begrenzt werden .kann. Es kann auch sein, dass dieses Verteilen der Farbe bei dem herzustellenden Muster nicht stört oder gar erwünscht ist.
EMI0003.0030
<I>Beispiel <SEP> 1I:</I>
<tb> Farbstoff: <SEP> Rhodamin <SEP> 6G <SEP> 3 <SEP> Teile
<tb> Fä,llungsmittel: <SEP> Phosphor-W <SEP> olfram,Säure <SEP> 9 <SEP> "
<tb> Eindickungsmittel: <SEP> Nitrozellulose <SEP> (1/2 <SEP> Sekunde) <SEP> 30 <SEP> "
<tb> Lösungsmittel: <SEP> 1 <SEP> Diäthylen-Glykol-Äthyl-Äth.er,
<tb> 3 <SEP> Diäthylen-Glykol-Butyl-Äther <SEP> 45 <SEP> " Diese Zusammensetzung hat ungefähr dieselbe Konsistenz wie Druckerschwärze, sie eignet sich besonders gut für Papier.
Nachdem .die Farbzusammensetzung durch Aufdrucken auf Papier aufgebracht worden isst, wird dasselbe mit Wasser in Berührung gebracht. Hierbei wird sofort -auf der Ober fläche und in den Oberflächenporen des Ma terials ein fein verteiltes Pigment ausgefällt. Dies hat zur Folge, dass die Farbe augen blicklich trocknet und abbindet, -da das Pig ment in so fein verteilter Form auf der Ober fläche des Materials und in seinen Poren niedergeschlagen wird, dass es ausserordent lich fest in bezw. an ihm haftet.
Die Feuch tigkeit bewirkt, dass auch die Nitrozellulose ausgefällt wird, wodurch gleichfalls bewirkt wird, dass das Pigment an der Oberfläche des Papiers zum Haften ,gebracht wird; die Folge davon ist, dass das Pigment fest an der Oberfläche haftet und ein Verschmieren, Ab reiben oder Verschieben des Farbaufdruckes verhütet wird. Das bedruckte Material kann infolgedessen nach erfolgtem Bedrucken ra.- scher und leichter gerollt, gestapelt oder sonstwie behandelt werden.
Bei Flächen, die nur eine geringe Poro- sität besitzen, wie dies beispielsweise beim gewöhnlichen Papier der Fall ist, setzt sich das in fein verteiltem Zustande ausgefällte Pigment in den Poren so fest, :dass ein be sonderes Bindemittel entbehrlich ist. Beim Bedrucken solcher Flächen kann also in der oben erwähnten Zusammensetzung die Nitro zellulose durch ein Eindickungsmittel ersetzt werden, das keine besondere Bindefähigkeit besitzt.
Die ausgefällten Pigmentteilchen sind so fein und ,gleichförmig, dass ein grosser Glanz, eine gute Leuchtkraft und eine gleichmässige Farbverteilung bei sparsamstem Verbrauch der zur Anwendung gelangenden Pigment menge erzielt wird.
Um das Pigment und Kolloid auszufäl- len, braucht nur eine ganz ,geringe Menge Wasser verwendet zu werden. Die Bildung des Pigmentstoffes und das Anhaften der Druckfarbe kann daher durch einfaches Dämpfen des bedruckten Gegenstandes er reicht werden, wodurch das Papier oder der sonstige mit dem Farbstoff bedruckte Gegen stand in keiner Weise in Mitleidenschaft ge zogen wird.
Wenn die Farbmasse aus gewöhnlichen handelsüblichen und daher chemisch nicht reinen Stoffen hergestellt ist, kann der Masse etwa ein Neutralisierungsmittel zugesetzt werden, das dazu bestimmt ist, die 'Wirkun gen eines möglicherweise vorhandenen Säure- oder Alkaligehaltes aufzuheben,
der durch Unreinigkeiten der pigmentbildenden Rea genzien entsteht und unter Umständen eine schädliche Wirkung ausüben würde. So kann beispielsweise das in der oben erwähnten Farbmasse benutzte Fällungsmittel (Phos- phor-Wolfram-Säure) durch eine Mineral säure oder eine andere starke Säure verun reinigt sein, die müder Zeit schädlich auf den Farbstoff einwirken würde. Zweckmässig wird dann diese Gefahr durch Zusatz eines schwachen Alkalis,
wie 'beispielsweise Di- phenylamin oder Natriumazetat beseitigt, welches ,das Bestreben hat, etwa vorhandene Mineralsäure oder eine andere starke Säure zu neutralisieren, jedoch nicht nachteilig auf das aus Phosphor-Wolfram-Sä,ure bestehende Fällungsmittel einwirkt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Farbauftragverfahren für Papier, Karton usw. (mit Ausschluss von Textilstoffen), -da- durch gekennzeichnet, dass man einen Farb stoff und ein zugehöriges Fällungsmittel, welche durch gegenseitige Reaktion eine wasserunlösliche Verbindung zu bilden ver mögen, ,auf das zu färbende Material in Lö sung in einem organischen Lösungsmittel aufbringt und die so aufgebrachte Lösung einem Befeuchtungsvorgang unterwirft, um die .genannte Verbindung auf dem Material niederzuschlagen.UNTERANSPRüCHE 1. Farbauftragverfahren nach Patentan- prue dadurch 0,ekennzeichnet, dass s 'h, C man der Lösung der Farbmasse ein was serunlösliches, kolloidales Eindickungs- mittel zusetzt.2. Farbauftragverfahren nach Patentan spruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Fällungs- mittel eine komplexe metallische Säure verwendet.3. Farbauftragverfahren nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass man für .den Farbauftrag, eine Lösung eines basischen Farbstoffes und einer komplexen Metallsäure in einem der Glykolklasse angehörenden Lösungsmitel verwendet.
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