CH188309A - Verfahren zur Herstellung einer Trockenmilch. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Trockenmilch.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung einer Trockenmilch. Die Ansäuerung von Milch ist bei der Verarbeitung von Milch und bei der Herstel lung von Nährmitteln aus, Milch eine häufig angewandte Massnahme. Bekanntlich handelt es sich um eine Ansäuerung, die eine als Koagulierung bezeichnete Ausscheidung der Eiweissbestandteile, des sogenannten Ka seins, zur Folge hat.
Folgt eine Trocknung des Milchproduktes, so ist es für eine Wie derauflösung und gute Verdaulichkeit dieses Produktes von entscheidender Bedeutung, dass die durch die Ansäuerung der Milch be dingte Koagulierung so erfolgt, .dass eine sehr feine Gerinnung der Eiweissbestandteile der Milch eintritt.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Trocken milch aus Milch und Zucker, dadurch ge kennzeichnet, dass die Milch zunächst pasteu risiert, alsdann ein Teil des in ihr enthalten den Wassers abgedampft, darauf .das so er haltene Produkt zur Herbeiführung einer vollständigen Koagulierung der Eiweiss stoffe der Milch, das heisst zur Zerlegung der Alkaliverbindungen des Kaseins mit Säure versetzt und das dabei resultierende Produkt in ein Trockenprodukt übergeführt wird. Es können für .das Verfahren verschie dene Zucker verwendet werden.
Das so her gestellte Trockenprodukt ist, wie sich zeigte, leicht löslich und leicht verdaulich und eig net sich infolgedessen besonders gut als Nährmittel für Säuglinge. Nach der Erfin dung kann nämlich die Ansäuerung der Milch ohne gröbere oder klumpige Gerin nung der Milchbestandteile durchgeführt werden.
Zur Durchführung des Verfahrens kann die Milch, zum Beispiel die mit dem Zucker oder einer Zuckerlösung versetzte Milch, vor der Eindickung schwach angesäuert werden, so dass, .die .Säuremenge nicht ausreicht, um die Alkaliverbindungen des Kaseins voll- ständig oder auch nur zu einem grösseren Teil zu zerlegen.
Der Säurezusatz, der endgültig die Ko- agulierung der Eiweissstoffe der Milch her beiführt, erfolgt dagegen erst, nachdem die Milch für sich allein oder zusammen mit dem Zucker, der entweder in der Milch ge löst wird oder dieser in Lösung zugesetzt worden ist, eingedickt ist.
Gleichzeitig mit der Säure oder auch vor dem Säurezusatz kann der Milch ein Schutz kolloid zugesetzt werden, das geeignet ist, die grobe Gerinnung der Milch bei der An säuerung zu verhindern. Dieses :schutzkol loid kann auch bei .der Wiederlösung des Trockenproduktes günstig wirken. Es hat sich gezeigt, dass durch Schutzkolloide die Löslichkeit des Trockenproduktes erhöht, ein Sedimentieren verhindert und die Milch sämig, sowie .die Milchbestandteile, insbeson dere das Eiweiss, fein verteilt erhalten wer den können.
Als .Schutzkolloide eignen sich besonders gut Pektin oder pektinhaltiga Stoffe. Man kann natürlich auch andere kolloidale Stoffe, beispielsweise Stärke, oder ihre höheren Ab bauprodukte (Degtrine), Mondamin, Weizen kleber oder gummi- und leimartige iSehleim- stoffe oder quellbare Stoffe des- Tier- und Pflanzenreiches als Schutzkolloide verwen den.
Die Qualität des Produktes kann durch geeignete Wahl :der Art des. Zuckers günstig beeinflusst werden. Es kann jedoch auch jeder beliebige Zucker oder irgend ein be liebiges Gemisch verschiedener Zucker Ver wendung finden. Vorzugsweise kommen Zucker in Frage, wie sie die Natur in Pflan zen und Früchten bietet, und die entweder in der Konstitution unverändert, wenn es sich um einfache Zucker handelt, oder ver ändert, wenn es sich um höhere Zucker han delt, zur Verwendung .gelangen können.
Werden pflanzliche quellbare Stoffe, wie pektinhaltige Stoffe, als Schutzkolloide ver wendet, :so werden niese zunächst zweck mässig besonders um Klumpung zu vermei den und einheitliche Quellung zu erreichen, mit der ,gleichen oder der mehrfachen Ge wichtsmenge Zucker trocken vermischt. Unter diese Mischung kann man auch die zur Säuerung der Milch benötigte Menge Säure geben. Als Säure wird zweckmässig Zitronen säure, beispielsweise in Form kristallisierter Zitronensäure oder natürlichen Zitronen saftes, verwendet.
Die Quellung des Kolloids wird durch einen Säurezusatz günstig beein flusst, obwohl es auch möglich ist, zunächst das ohne . Säurezusatz gelöste Schutzkolloid zu der zweckmässig vorher teilweise einge- dampften Milchnährzuckermasse zu geben.
Das Pektin und ihm verwandte Pflanzen schleime haben sich gerade in letzter Zeit bei dem Verdauungspro.zess als sehr nützlich er wiesen. Mit deren Verwendung wird also nicht nur ein neuartiger technischer Vorteil, sondern darüber hinaus noch ein Vorteil er reicht, der das resultierende Produkt in seiner Verwendung als Milch für Säuglinge wertvoller macht. <I>Ausführungsbeispiel:</I> Es wird zunächst eine etwa 33%ige Zuckerlösung hergestellt. Die Zuckerlösung kann schwach sauer sein; beispielsweise in 100 Liter '5 bis 10 g Zitronensäure enthalten.
Diese Menge Säure reicht nicht aus, um eine Ausscheidung der Eiweissbestandteile zu be wirken, beim nachfolgenden Zusammen geben von 75 Liter der eben beschriebenen 33 % igen Nährzuckerlösung zu<B>500</B> Liter pasteurisierter Milch unter Rühren. Das Ganze wird im Vakuum möglichst schnell eingedickt, bis es nur noch 20 bis 30 Wasser enthält, und dann in einemi Gefäss mit Rührwerk langsam abgekühlt.
Es wird dann eine Kolloid-, zum Beispiel Pektinlösung bezw. eine Pektinsäurelösung dadurch hergestellt, dass man 2 kg eines quellbaren .Stoffes, zum Beispiel pektinhalti- gen Stoffes, 1 kg kristallisierte Zitronen säure und 2,5 kg eines getrockneten Nähr zuckers trocken mischt und unter Rühren in 40 Liter Wasser von 90 bis 100 C einträgt. Man kann die Mischung auch in kaltes Wasser eintragen und dann unter dauerndem Rühren, beispielsweise in einer Knetma schine, erhitzen.
Ein geringer Zusatz von Süssstoff, beispielsweise von 30g auf die vorstehende Menge, kann ebenfalls zuge geben werden.
Die entstandene, etwas abgekühlte, saure Lösung oder Gallerte wird nunmehr unter ständigem Rühren und Kneten mit. der ein gedickten Milchzuckermasse, beispielsweise in einer Knetmaschine, vermischt, bis, sich nach 30 bis 45 Minuten eine zähe Masse ge bildet hat. Diese wird dann einem schonen den Trocknungsprozess unterworfen und dar auf gemahlen.
Was die Herstellung der Quellstoff- bezw. Pektingallerte anbelangt, so ist zu sagen, dass der Quellstoff oder das Pektin zu seiner Auflösung möglichst mit der .gleichen Gewichtsmenge Zucker vermischt werden soll, und dass eine Erhöhung des Zuckerpro zentsatzes nur zweckmässig ist. Die Menge der Zitronensäure kann variiert werden, doch ist auch ein möglichst hoher Prozentsatz von Säure erwünscht, .da hierdurch die Quellung des Kolloidstoffes vorteilhaft beeinflusst wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer Trocken milch aus Milch und Zucker, dadurch ge kennzeichnet, dass die Milch zunächst pa- steurisiert, alsdann ein Teil des in ihr ent haltenen Wassers abgedampft, darauf das so erhaltene Produkt zur Herbeiführung einer vollständigen Koagulierung der Eiweissstoffe der Milch mit Säure versetzt und .das dabei resultierende Produkt in ein Trockenprodukt übergeführt wird. UNTERANSPRttCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Milch enthaltene Wasser zum Teil abgedampft wird, nachdem die Milch mit der ge samten Zuckermenge versetzt wurde, die im Endprodukt enthalten sein soll. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Milch ent haltene Wasser zum Teil abgedampft wird, nachdem die Milch mit einem Teil der Zuckermenge versetzt wurde, die im Endprodukt enthalten sein soll. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, .dass vor der Ansäuerung der Milch zwecks Erzielung einer gleich mässigen Verteilung der Milchbestand teile ein ,Schutzkolloid zugesetzt wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Milch als .Schutzkolloid ein pflanzlicher quellbarer Stoff zugesetzt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch<B>3,</B> dadurch gekennzeichnet, dass der Milch als Schutzkolloid ein tieri scher quellbarer Stoff zugesetzt wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Milch als Schutzkolloid ein pek- tinhaltiger -Stoff zugesetzt wird. 7.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Milch zwecks Erzielung einer gleichmässigen Vertei lung der Milchbestandteile im Trocken produkt gleichzeitig mit der Säure ein Schutzkolloid zugesetzt wird. B. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, .dass der Milch ein pflanzlicher quellbarer Stoff als Schutzkolloid zugesetzt wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Milch ein tierischer quellbarer Stoff als: -Schutzkolloid zugesetzt wird. 10.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass. der Milch ein pektinhaltiger Stoff als Schutzkolloid zugesetzt wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Milch als Schutzkolloid ein quellbarer .Stoff in aufgelöster Form zu gesetzt wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Milch als Schutzkolloid ein quellbarer Stoff in stark aufgequollener, gallertiger Form zugesetzt wird. 13.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zu verwendende Lösung des quellbaren Schutzkolloides bereitet wird indem ein pektinhaltiger Stoff mit Zucker vermischt und die Mischung un ter ständigem Rühren in Wasser unter Anwendung von Wärme eingetragen wird. 14. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass kristallisierte Zi tronensäure, ein pektinhaltiger Stoff und Trockenzucker zusammengemischt und die Mischung als Gallerte zur Milch zu gesetzt wird. 15.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Vereinigung der Bestandteile unter ständigem Rühren und Kneten erfolgt. 16. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Milch, bevor ein Teil des in ihr enthaltenen Wassers eingedampft wird, schwach angesäuert wird, so dass eine goagulierung der Eiweissstoffe der Milch noch nicht eintritt.
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