CH188592A - Verfahren zur Herstellung von Textilfasern aus tierischer Haut. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Textilfasern aus tierischer Haut.

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CH188592A
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Freudenberg G M B H Carl
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Freudenberg Carl Gmbh
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  Verfahren zur Herstellung von Textilfasern aus tierischer Haut.    Es     ist    bekannt, tierische Haut nach  Lockerung des Hautgefüges durch     geeignete     Behandlung, zum Beispiel mit quellend wir  kenden Flüssigkeiten, einer mechanischen  zerteilenden Behandlung zu unterwerfen und  das so gewonnene Fasermaterial in nassem       bezw.    feuchtem Zustande auf Produkte, wie  zum Beispiel Kunstleder,     Kunstdärme    und  dergleichen zu verarbeiten.  



  Die     Anmelderin    hat sich die Aufgabe ge  stellt, aus     tierischen    Häuten, wie     Rindshäu-          ten,    Kalbshäuten und dergleichen oder Ab  fällen solcher,     Fasern.    für     textiltechnische     Zwecke, zum Beispiel für die Herstellung von  Gespinsten, Geweben usw. und deren Weiter  verarbeitungsprodukte herzustellen.

   Sie hat  festgestellt, dass man aus Haut durch an  sich bekannte     Einwirkung    von     Quellungs-          mitteln,    zum     Beispiel    von Kalkmilch, mecha  nische     Zerteilung    und Trocknen des erhalte  nen nassen     bezw.    feuchten     Grobfasermaterials     feine, für Textilzwecke geeignete     Fasern     nicht herstellen kann.

   Beim     Trocknen    des         Grobfasermaterials    durch Erwärmen, gege  benenfalls im Vakuum,     Überleiten    von Luft  und dergleichen Massnahmen, werden,     wie     gefunden wurde, die kolloiden Eigenschaften  der Fasern ungünstig verändert. Hierbei  zeigte sich nämlich     Neigung    zum Verkleben  und Verhornen,     sowie    zum Spröd-     und        Ris-          sigwerden    der Fasern.

   Bereits freigelegte  Fasern und     Faserbündel        kleben    dabei leicht       wieder    zu Strängen und Klumpen     zusammen.     Versuche, aus     derartig    gewonnenem Trocken  material Feinfasern, wie sie für die     textil-          technische        Weiterverarbeitung    erforderlich  sind,     herzustellen,    haben gezeigt,     dass    die  Faserbündel und     -stränge    nicht voneinander  trennbar sind,

       ohne        dass    die Fasern in kleine       Bruchstücke    zerreissen.  



  Die Neigung des     tierischen    mit     Quel-          lungsmittel        vorbehandelten        Grobfasermate-          rials    zu verkleben     bezw.    zu verhornen, scheint  vor allem darauf zurückzuführen zu     sein,     dass, die kolloiden Eigenschaften der     Fasern     während der     Entwässerung        entsprechend         verändert werden, anderseits vielleicht auch  darauf, dass das Fasermaterial gewisse     Be-          gleitstoffe    enthält,

   die zu einer     Terklebung     Anlass geben     bezw.    eine     Verklebung    begün  stigen können.  



  Eingehende Versuche haben ergeben, dass  man aus Haut zur Verarbeitung auf Texti  lien geeignete Fasern herstellen kann durch  an sich bekannte Behandlung der tierischen  Haut mit quellenden Mitteln, durch mecha  nische Zerteilung der gequollenen Haut,  durch Behandlung des     Fasermaterials    mit  Mitteln, welche die kolloidalen Eigenschaf  ten der Hautfasern     ändern    und     Verklebungen     und     Verhornungen    des     Fasermaterials    bei  Wasserentziehung verhindern, und durch  weitere     Zerfaserung    des so behandelten Faser  materials.

   Das bei der ersten Zerteilung       (Grobzerteilung)    erhaltene Fasermaterial       (Grobfasermaterial)        ist    weder in mechani  scher, noch in chemischer     Hinsicht    zur Ver  arbeitung auf Textilien geeignet. Es besteht  aus im wesentlichen nicht isolierten Fasern  und Faserbündeln, die innig miteinander  verfilzt sind und sich weder spinnen noch  weben lassen. Ausserdem hat dieses Material  die Eigenschaft, bei der Trocknung durch  Wärme zu verkleben und zu     verhornen.    Eine  Trocknung     bezw.    Erwärmung des Materials  lässt sich aber bei seiner Verarbeitung auf  Textilien nicht vermeiden.

   Dieses Material  kommt demnach nur zur Herstellung von  Kunstleder oder     andern    Kunststoffen in  Frage.  



  Erfindungsgemäss kann man     dieses    Grob  fasermaterial zur     Veränderung    der kolloida  len Eigenschaften der Hautfasern und zur  Verhinderung von     Terklebungen    und     Ver-          hornungen    einer Behandlung mit mit Was  ser mischbaren organischen Flüssigkeiten,  wie Alkohol, Aceton usw. unterwerfen.

    Solche Flüssigkeiten haben die Eigenschaft,       einerseits    die kolloidalen Eigenschaften der  Fasern so zu     verändern,    dass sie bei der Ent  wässerung nicht verkleben,     anderseits    ge  wisse Begleitsubstanzen herauszulösen, die       Verklebungen    und     Verhornungen    veranlassen       können..    Hierdurch gelingt es, das Grobfaser-         material    in einen Zustand zu bringen, der  ohne     Schädigung    die weitere Zerteilung des  Materials in feine Fasern     zulä_sst,    die für die  textiltechnische Weiterverarbeitung geeignet  sind.  



  An Stelle oder neben den organischen,  mit Wasser mischbaren Flüssigkeiten können  zur Veränderung der kolloidalen Eigenschaf  ten des     Grobfasermaterials,    insbesondere zur  Verhinderung von V     erklebungen    und     Ver-          hornungen    bei mehr oder weniger weitgehen  der Wasserentziehung Gerbstoffe oder als  Gerbstoff wirkende Stoffe oder ihre Lösun  gen verwendet werden. Als Gerbstoffe im  Sinne der Erfindung können die üblichen  mineralischen oder vegetabilischen oder auch       synthetischen        Gerbstoffe    verwendet werden.

    Ausserdem können aber auch     gerbstoffähn-          liche    Stoffe, wie Öle, Fette, Trane und der  gleichen angewandt werden.  



  Es wurde weiterhin gefunden,     dass    das       Grobfasermaterial    zur Veränderung seiner  kolloidalen Eigenschaften, insbesondere zur  Verhinderung von     Verklebungen    und     Ver-          hornungen    bei der     Wasserentziehung    zuerst  mit Stoffen, wie Wasser, Alkalien, Erdalka  lien oder Säuren behandelt werden kann, die  auf die zu     Verklebungen    oder     Verhornungen     Anlass gebenden Begleitstoffe eine lösende  Wirkung ausüben und gegebenenfalls auch  quellend wirken     können,

      und erst danach  einer Behandlung mit Gerbstoffen oder Gerb  stofflösungen     unterworfen    werden kann. In  dieser Ausführungsform des Verfahrens wir  ken die Gerbstoffe und ihre Lösungen im  Sinne einer     Härtung        bezw.    Stabilisierung der       Fasern,        insbesondere    der Faserwände.  



  In     Ausübung    des Verfahrens wird die       tierische    Haut durch eine an sich bekannte  Behandlung mit quellend wirkenden Mitteln,  zum Beispiel mit alkalischen Flüssigkeiten,  wie Kalkmilch, verdünnter Natronlauge.  Ammoniak,     und;

  /oder    mit sauren Flüssigkei  ten, wie Ameisensäure, Essigsäure, Milch  säure, Salzsäure, schweflige Säure, und/oder       mit    quellenden Salzlösungen, wie     Rhodani-          den,    Soda, in einen Zustand übergeführt, der  eine schonende Zerteilung unter     Erhaltung         der Fasern     gestattet.    Diese mehr oder weni  ger weitgehende erste Zerteilung der vor  behandelten Haut kann zum     Beispiel    im  Holländer oder mit einem Reisswolf vorge  nommen werden.

   Das hierbei anfallende       Grobfasermaterial    wird dann mit Stoffen be  handelt, welche die eine Weiterverarbeitung  auf     Feinfasern    verhindernden     ungünstige     kolloidalen Eigenschaften verändern und       Verklebungen    und     Verhornungen    des     Faser-          materials    bei Wasserentziehung verhindern.  



  Dies kann in einfachster Weise dadurch  geschehen,     dass    man organische, mit Wasser  mischbare Flüssigkeiten, wie Alkohol, Aceton       und    dergleichen auf das vorher von der  Hauptmenge der vorhandenen     Flüssigkeit     durch Massnahmen, wie     Abtropfenlassen,    Ab  pressen oder     Zentrifugieren    befreite Material  unter Bedingungen zur     Einwirkung    bringt,  bei denen eine mehr oder weniger weit  gehende Entwässerung des     Fasermaterials     stattfindet.

   Man kann zum Beispiel die orga  nische Flüssigkeit durch das     Fasermaterial     rieseln lassen, oder durch     das    Fasermaterial  saugen oder pressen. Vorteilhaft verfährt  man derart, dass man mehrere mit     Fmer-          mateiia1    beschickte Behandlungsgefässe hin  tereinander schaltet und die organische Flüs  sigkeit durch das System leitet.

   Nachdem  der     gewünschte    Grad der Entwässerung er  reicht ist, kann die organische Flüssigkeit  nach üblichen Methoden, wie Durchleiten  von gegebenenfalls     erwärmter    Luft oder an  dern Gasen, Evakuieren oder dergleichen  Massnahmen entfernt und das     Grobfa.sermate-          rial    der     Feinzerfa.serung    unterworfen wer  den.  



  Das     Grobfasermaterial    kann an Stelle von  organischen Flüssigkeiten mit Gerbstoffen  oder     Scheingerbstoffen,    zum Beispiel     wässri-          gen    Lösungen dieser Stoffe behandelt wer  den.  



  Man kann aber auch das     Grobfasermate-          rial    zunächst mit Stoffen, wie Wasser,     Alka-          lien,    Erdalkalien oder Säuren behandeln.  An Stelle dieser Behandlung kann eine     Be-          bandlung    mit     organischen,    mit     Wasser    misch-    baren, die kolloiden     Eigenschaften    das Fa  sermaterials verändernden Flüssigkeiten mit  oder ohne     anschliessende    Trocknung treten.

    Man kann aber auch das     Fasermaterial    so  wohl mit Stoffen     wie    Wasser,     Alkalien    und  dergleichen, als auch     mit    organischen, mit       Wasser    mischbaren Flüssigkeiten behandeln.  An     diese    Behandlung schliesst sich dann die       Häxtüng        bezw.        Stabilisierung    der Fasern mit  Gerbstoffen oder Scheingerbstoffen an.  



  Man     kann    das     Grobfasermaterial    auch       gleichzeitig    mit     organischen    Flüssigkeiten  und     Gerbstofflösungen    behandeln, zum Bei  spiel in alkoholhaltigen     Gerbstofflösungen     weiterverarbeiten.  



  Es wurde weiter gefunden,     dass    es vor  teilhaft ist, das     Grobzerfasern    der     mit    quel  lenden     Mitteln    vorbehandelten Haut derart  durchzuführen, dass die beim     Zerfasern.    der  Haut     freigelegten    Fasern     bezw.    Faserbün  del parallel oder weitgehend parallel geord  net und in diesem Zustand der Weiterbe  handlung mit     organischen        Lösungsmitteln     oder andern, die kolloidalen Eigenschaften  des     Grobfasermaterials    verändernden,

   insbe  sondere das Verkleben und     Verhornen    ver  hindernden Flüssigkeiten oder     Lösungen          unterworfen.    werden.  



  Die     Weiterverarbeitung    der mit quellen  den Chemikalien aufgeweichten Haut kann  im Sinne dieser     Ausführungsform    der Erfin  dung derart erfolgen,     dass    man die Haut  einer     zerteilenden        bezw.        zerfasernden    Be  handlung unter     Bedingungen        unterwirft,    bei  denen die Freilegung der     Fasern        bezw.    Fa  serstränge unter Vermeidung von Verschlin  gungen,     Verknotungen    und dergleichen er  folgt.  



  Man kann zum Beispiel so vorgehen:, dass  man die     aufgeweichte    Haut in nassem Zu  stand mit     Aussträhnvorrichtungen,    wie  Kämmen, Gabeln, Kratzen und dergleichen  derart     zerteilt,    dass, die durch die Kammzin  ken und dergleichen freigelegten     Fasern    und       Faserstränge    unter Vermeidung von Ver  schlingungen     und    dergleichen auf geeignete  Unterlagen abgelegt und auf diesen der       Weiterbehandlung,    zum Beispiel     mit    eut-      quellenden Mitteln, Waschmitteln, zum Bei  spiel Wasser oder     wässrigen    Lösungen und       Entwässerungsmitteln,

      wie Alkohol, Aceton  usw. unterworfen werden.  



  Als Unterlage für die Aufnahme der Fa  sern und Faserbündel kann man zum Bei  spiel ein gelochtes     Transportband    verwen  den. Hierbei kann man in einfacher Weise  durch den Zug der     Zerteilungsvorrichtung     und die Bewegung des Bandes die ge  wünschte Parallelordnung der Fasern und  Faserbündel     vornehmen.     



  Eine andere Ausführungsform der Erfin  dung besteht     darin,    dass die durch quellende  Behandlung     zerteilungsfähig    gemachten  Hautteile mittels     Holländermahlwalzen,    zum       Beispiel    aus Steinmaterial, welche hinterein  ander in einem gegebenenfalls schwach ge  neigten Kanal angeordnet sind, mechanisch  zerfasert werden, und die freigelegten Fasern       bezw.        Faserstränge    durch einen lebhaft flie  ssenden Wasserstrom weggeführt und auf  eine geeignete Unterlage, zum Beispiel ein  durchlochtes Transportband abgelegt werden,  auf welchem sie dann der Weiterbehandlung  unterworfen werden können.  



  Nachdem das     Grobfasermaterial    durch  Behandlung mit eine     Verklebung    verhindern  den Stoffen bis zum gewünschten Grad ent  wässert und gegebenenfalls getrocknet wor  den ist, kann dasselbe zur weiteren     Zerfase-          rung    über Krempeln oder ähnlich wirkende       Vorrichtungen    geleitet werden. Hierbei ge  lingt es in einfachster Weise, Faserstränge in  Faserbündel und diese wiederum in Einzel  fasern und Fibrillen aufzuteilen.  



  Die geschilderten     Behandlungen    können  gleichzeitig oder stufenweise vorgenommen  werden.     Gegebenenfalls    können auch meh  rere solcher Behandlungen einander folgen.  In manchen Fällen ist es zweckmässig, an  jede der     Behandlungen    oder an einzelne der  Behandlungen eine     Feinzerfaserung,    zum  Beispiel durch     Kardieren    oder Krempeln,  anzuschliessen.

   Man kann aber auch erst  nach Abschluss aller Behandlungen dass     Na-          terial    einer     Feinzerfaserung        unterwerfen.       Hierbei erhält man Einzelfasern, die mit  Bezug auf Zähigkeit, Gleichmässigkeit,  Stapellänge und dergleichen für textiltech  nische Weiterverarbeitung, wie Verspinnen,  Verweben und dergleichen geeignet sind.  



  Man kann die Fasern im     Verlaufe        dez-z     Gewinnungsverfahrens mit Mitteln behan  deln, welche geeignet sind, die Eigenschaf  ten derselben zu verbessern oder dieselben  für gewisse     Zweeke    der     @Äleiterverarbeitung     besonders geeignet zu machen. Als derartige  Mittel kommen zum Beispiel solche in Be  tracht, welche befähigt sind, die     hydrophilen     Eigenschaften der     Hautfasern    zu vermin  dern oder zu beseitigen, die Fasern mit Be  zug auf Elastizität, Geschmeidigkeit, Kräu  selung     usw,    zu verbessern, die Aufnahme  fähigkeit derselben für Farbstoffe zu erhö  hen, usw.

   Als Mittel zur     Verbesserung    der  Eigenschaften der Fasern kommen zum Bei  spiel in Betracht Öle, Fette, Beizen,     Weich-          machungsmitteln    usw. Derartige Mittel kön  nen bei der Behandlung des     Grobfasermate-          rials    mit den zur Änderung der kolloidalen  Eigenschaften der Fasern bestimmten Mit  teln zugeführt werden, oder auch vorher zur       Anwendung    gebracht werden.  



  Das erhaltene     Feinfa,sermaterial    kann für  sich oder auch zusammen mit     andern    textil  technisch     verarbeitbaren        Fasern,    zum Bei  spiel Wollfasern, nach üblichen textiltechni  schen Methoden verarbeitet werden.  



  <I>Beispiele</I>  1. 1000 kg normal     geäscherte    Hautab  fälle werden 20, Tage in Kalkmilch bei Luft  temperatur gelagert     und@oder    in Abwesen  heit oder Anwesenheit von atmosphärischer  Luft bei gewöhnlicher oder mässig erhöhter  Temperatur sieh selbst     überlassen        und(oder     mit mild wirkenden Säuren, zum Beispiel 1  bis 5%iger Essigsäure behandelt.

   Das auf  gelockerte Hautmaterial wird einer mehr  oder weniger weitgehenden mechanischen  Zerteilung     bezw.        Zerfaserung    im Holländer  unterworfen; das erhaltene, zum Beispiel im  wesentlichen aus Fasersträngen bestehende  Material wird von überschüssigem Wasser      zum     Bespiel    durch Auspressen befreit, das  noch vorhandene Wasser durch Alkohol, ge  gebenenfalls aufeinanderfolgende Behand  lung mit Alkohol und Aceton mehr oder  weniger weitgehend     verdrängt    und die er  haltene Fasermasse, welche neben noch vor  handenem Wasser gegebenenfalls auch noch  mehr oder     weniger        grosse    Mengen organische  Flüssigkeit enthalten kann,

       auf    geeigneten  Apparaten, wie Krempeln,     Karden.    und der  gleichen auf     Feinfasermaterial    verarbeitet.  Eine vollständige oder weitgehende Trock  nung des     Grobfasermaterials    ist nicht erfor  derlich. Man kann auch     Grobfasermaterial,     welches noch     gewisse        Feuchtigkeitsmengen     enthält, verarbeiten und die     Feinzerfaserung     so betreiben, dass die überschüssige Feuch  tigkeit hierbei gegebenenfalls vermindert  oder abgegeben wird. Das     Feinfasermaterial     kann alsdann nach üblichen Methoden auf  Garne, Gewebe usw. verarbeitet werden.

    Sofern das Fasermaterial nicht bereits vor  her mit Mitteln zur Verbesserung seiner Ei  genschaften (Veredlungsmitteln) behandelt  worden ist, kann eine Behandlung mit der  artigen     Mitteln,    wie Gerbstoffen, Ölen, Fet  ten, Beizen,     Weichmacliungsmitteln,    Farb  stoffen usw. zum Beispiel am Strang oder  Stück stattfinden. In gegebenen Fällen kann  auch eine mehrmalige Behandlung     mit    der  artigen Mitteln, gegebenenfalls verschiedenen  derartigen Mitteln, zum Beispiel eine Be  handlung des Fasermaterials und eine Nach  behandlung des     Garns    oder Gewebes statt  finden.

   Bei     Behandlung    von Garnen oder  Geweben mit Mitteln, durch welche die Ge  bilde durchnässt oder durchfeuchtet werden,  kann die Trocknung gegebenenfalls unter  Zuhilfenahme     organischer        Lösungsmittel    er  folgen.  



  2. 1000 kg     geäscherte    Hautabfälle wer  den einer     Vorbehandlung    mit     Quellungsmit-          teln,    hierauf einer mechanischen Zerteilung  im     Holländer    unterworfen und das     Grob-          fasermaterial    mit gerbend wirkenden Stof  fen behandelt.

   Hierauf wird das     Fasermate-          rial    unter Mitwirkung organischer, mit Was  ser mischbarer     Flüssigkeiten    behandelt und    nach mehr oder     weniger    weitgehendem     W        as-          serentzug        fein    zerfasert.  



  3.<B>100</B> kg     Rindshautabfälle    werden zwei  Wochen     bei        @.gewölinlieher    Temperatur in  Kalkmilch eingelegt, zwischen geriffelten       Quetschwalzen;    grob zerfasert,     wiederum     zwei Wochen in- Kalkmilch eingelegt, neu  tralisiert, von anhaftendem und gebundenem  Kalk durch Waschen     mit    saurem Wasser  befreit, gegickelt und nach einem der üb  lichen     Chromgerbverfahren    gegerbt.

   Das ge  gerbte grobfaserige Produkt wird anschlie  ssend in mehr oder     weniger    weitgehend ge  trocknetem Zustand, nachdem es gegebenen  falls vorher     noch    in eine     wässrige        Dispersion     von Eieröl,     Degras    oder dergleichen getaucht  wurde, über eine Krempel geführt.

   Bei die  ser     Feinzerfaserung    fällt ein     in    feinste     Fi-          brillen    aufgespaltenes langfaseriges     Erzeug-          nis    von wollähnlichen     Eigenschaften    an, das  wie Wolle auf     Gespinste,    Gewebe, Filze und  dergleichen verarbeitet     werden:    kann.  



  4.<B>100</B> kg     Kalbshautabfälle        mit    Narben  werden bei Zimmertemperatur 150 Tage     in          Kalkmilch    eingelegt. Das Material wird  dann     durch        einen.    Reisswolf, dessen Reiss  walze     mit    Wasser bespült wird, geleitet,     und     die entstehenden Faserstränge und Faser  bündel werden auf     einem    Sieb     gesammelt.     Das erhaltene     Grobfasermaterial        wird    ge  waschen, in Alkohol getaucht,

   ausgepresst  und in mehr oder     weniger    getrocknetem Zu  stand über eine     Krempel    geleitet. Die be  reits     ziemlich        feinfaserige    Masse wird an  schliessend auf dem Wege einer     2-Bad-          Chromgerbung    weiterverarbeitet, gewaschen,  getrocknet und dann abermals über eine  Krempel geleitet und gegebenenfalls anschlie  ssend über     einen:    Kammstuhl geführt.     Es    ent  steht eine Fasermasse von den     Eigenschaf-          ten        feinster    Wolle, aber weit höherer Faser  festigkeit.  



  5.<B>100</B> kg     Rindshaut    werden wie in Bei  spiel 4     gekälkt,    grob zerfasert, ausge  waschen, gegickelt und gegerbt. Das so be  reitete     Fasermaterial    wird durch     einem    Reiss  apparat,     dessen    Reisswalzen mit     Zähnen'     Stacheln oder     Drahtbürsten    und dergleichen      besetzt sind, in völlig nassem Zustand wei  terzerfasert.  



  Das auf die genannte Art bereits weiter       aufgeschlossene    Faserprodukt wird gesam  melt und langsam getrocknet und gegebe  nenfalls auf der üblichen     Krempelmaschine     in feinste     Fibrillen    übergeführt.  



  6. 1000 kg     Rindsspalte    werden 30 Tage  in     Kalkmilch    gelegt, dann ausgewaschen,  mit dünner Salzsäure behandelt und aber  mals 3-0 Tage in Kalk eingelegt. Anschlie  ssend wird das     Material    durch eine     Desinte-          gratoreinrichtung    geleitet, in welcher es zu  erst zwischen Stachelwalzen aufgelockert,  dann von sogenannten     Kratzenbändern    er  fasst und schliesslich ausgekämmt und auf       Traasportbändern    abgelegt wird.

   Das so  parallel geordnete Faserprodukt wird nun  über Waschvorrichtungen geleitet, in wel  chen es zum     Beispiel    mittels     Zerstä.ubungs-          düsen    benetzt und gleichzeitig mittels Saug  walzen     entwässert    wird. Dieser Vorgang er  folgt gegebenenfalls mehrfach.

   Dann wird  mittels Zerstäuber, unterstützt durch Sau  ger, ein     Salzsäurepickel    gleichmässig dem       Faservliess    einverleibt, und schliesslich wird       Gerblösung,    zum Beispiel Chrombrühe, in  bleicher     Weise    wie die vorher genannten       Flüssigkeiten        zugegeben..    Das Produkt wird  in     Vorratsbehälter    abgelegt, nach vollstän  digem Durchgerben gewaschen, mit einer       Ölemulsion    schwach gefettet, getrocknet und  schliesslich über eine Krempel geleitet. Es  entsteht ein wollartiges Textilmaterial.  



  7. 1000 kg     Kalbshautabf        älle    werden 100  Tage in Kalkmilch     gelagert    und dann in  einen Kanal mit strömender Flüssigkeit  durch Mahlwerke von Art der Holländer  walzen, zum Beispiel mit     Steinmahlzeug     gegebenenfalls mehrfach geleitet, aus dem  Kanal auf ein gelochtes     Transportband    ge  führt und darauf gemäss Beispiel 7 mit dem  Unterschied weiterverarbeitet, dass die Ger  bung unter Zuhilfenahme gereinigter Holz  destillate     beispielsweise    in wässriger oder       alkoholischer        Lösung    vorgenommen wird.  



  Es ist bereits vorgeschlagen worden,  Häute, insbesondere Fischhäute, zum Bei-    spiel von     Stockfischen,    auf für Textilzwecke  geeignetes     Fasermaterial    zu verarbeiten.  Nach diesem bekannten Verfahren werden  Häute, welche zweckmässig vorher mit     alkaIi-          sehen        Flüssigkeiten    behandelt worden sind,  in Lösungen von Salzen, zum Beispiel eine  20 ö     ige    Kochsalzlösung, der<B>10%</B> Salz  säure oder Schwefelsäure zugefügt ist, ein  gelegt, und einer gleichzeitigen oder an  schliessenden, die     Auflockerung    der     Fasern     begünstigenden mechanischen Behandlung,

    wie zum Beispiel     ZValken    oder Stampfen un  terworfen. Die so behandelten und vorteil  haft noch gefetteten und gegerbten Häute  werden alsdann durch spaltende Behandlung  in Stücke oder Streifen zerlegt und die  durch die Spaltung freigelegten Flächen  zwecks     Parallellegung    der Fasern einer       Kämmung        unterworfen,    worauf die Faser  ausgerissen oder abgeschoren werden soll.  



  Dieses Verfahren mag für     Fischhäute.,     welche eine ganz andere Struktur als Säuge  tierhäute, wie     Rindshäute,    Kalbshäute und  dergleichen besitzen, geeignet sein. Für die  Gewinnung von für Textilzwecke     geeigneten     Fasern aus     Rindshäuten    und dergleichen ist  es nicht brauchbar. Das bekannte Verfah  ren besagt insbesondere nichts über die Ent  wässerung des Fasermaterials.     _    Gerade hier  bei     treten    aber bei Verarbeitung von Rinds  häuten, Kalbshäuten und dergleichen die  eingangs erwähnten, auf den kolloiden Ei  genschaften der Fasern beruhenden Schwie  rigkeiten auf.  



  Das Verfahren der Erfindung hat den be  kannten gegenüber den Vorteil, dass es so  wohl auf Säugetier-, als auch Fischhaut an  gewandt in gleicher Weise zu guten Textil  fasern führt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Textil fasern aus tierischer Haut, gekennzeichnet durch Behandlung der tierischen Haut mit quellend wirkenden Flüssigkeiten, durch mechanische Zerteilung der gequollenen Haut, durch Behandlung des Fasermaterials mit Mitteln, die die kolloidalen Eigenschaf- ten der Fasern ändern und Verklebungen und Verhornungen des Fasermaterials bei Wasserentziehung verhindern, und durch weitere Zerfaserung des so behandelten Fa sermaterials. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das bei der ersten Zerteilung erhaltene Fasermaterial zur Veränderung seiner kolloidalen Eigen schaften und zur Verhinderung von Ver- klebungen und Verhornungen bei der Wasserentziehung mit organischen, mit Wasser mischbaren Flüssigkeiten behan delt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das bei der ersten Zerteilung erhaltene Fasermaterial zur Veränderung seiner kolloidalen Eigen schaften und zur Verhinderung von Ver- klebungen und Verhornungen bei der Wasserentziehung mit gerbend wirken den Stoffen behandelt wird. ä. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das bei der ersten Zerteilung erhal tene Fasermaterial mit Gerbstofflösun- gen behandelt wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das bei der ersten Zerteilung erhaltene Fasermaterial zur Veränderung seiner kolloidalen Eigen schaften und zur Verhinderung von Ver- klebungen und Verhornungen bei der Wasserentziehung mit organischen, mit Wasser mischbaren Flüssigkeiten und gerbend wirkenden Stoffen behandelt wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem bei der ersten Zerteilung erhaltenen Fasermate- rial vor seiner Behandlung mit Mitteln, die die kolloidalen Eigenschaften der Fasern ändern und Verklebungen und Verhornungen des Fasermaterials bei Wasserentziehung verhindern, die Haupt- menge des vorhandenen Wassers entfernt wird. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das bei der ersten Zerteilung erhaltene Fasermaterial vor der Behandlung mit Mitteln, die die kol loidalen Eigenschaften der Fasern än dern und Verklebungen und Verhornun- gen des Fasermaterials bei Wasserent ziehung verhindern, mit Stoffen behan delt wird, die auf die Verklebungen und Verhornungen veranlassenden Stoffe lö send wirken. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass, das bei der ersten Zerteilung erhaltene Fasermaterial vor der Behandlung mit Mitteln, die die kol loidalen Eigenschaften der Fasern än dern und Verklebungen- und Verhornun- gen des Fasermaterials bei Wasserent ziehung verhindern, mit Stoffen behan delt wird, die auf die Verklebungen und Verhornungen veranlassenden Stoffe lö send und auf das Fasermaterial quellend wirken. B.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Verände rung der kolloidalen Eigenschaften und . zur Verhinderung von Verklebungen und Verhornungen des Fasermaterials durch zuführende Behandlung mehrmalig er folgt. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass an jede einzelne Behandlung eine weitere Zerfaserung angeschlossen wird. 10.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass, an einzelne der Behandlungen eine weitere Zerfaserung angeschlossen wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei der ersten Zer- faserung der Haut die Hautfasern unter Vermeidung von Verschlingungen, Ver strickungen und Verknotungen freigelegt werden,. 1-2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei der ersten Zerfaserung der Haut die Hautfasern parallel geordnet und in diesem Zustand mit Mitteln behandelt werden, die die kolloidalen Eigenschaf- ten der Fasern ändern und Verklebungen und Verliornungen des Fasermaterials bei Wasserentziehung verhindern. 13.
    Verfahren nach Patentanspruch und U7n- teransprüchen 11 und 12, dadurch ge kennzeichnet, dass die mit quellenden Mitteln vorbehandelte Haut mit Aus strähnvorrichtungen unter Parallelord nung der Fasern und Faserbündel zer teilt und die Fasern und Faserbündel unter Aufrechterhaltung dieser Ordnung mit Mitteln behandelt werden, die die kolloidalen Eigenschaften der Fasern ändern und Verklebungen und Verhor- nungen des Fasermaterials bei Wasser entziehung verhindern. 14.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 11, dadurch gekennzeich net, dass .die erste Zerfaserung der Haut unter Wasser vorgenommen wird. 15. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 11, dadurch gekennzeich net, dass die erste Zerfaserung der Flaut unter wässrigen Flüssigkeiten vorgenom men wird.. 16. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 11, dadurch gekennzeich net, dass die bei der ersten Zerteilung erhaltenen Fasern und Faserbündel bei ihrer Freilegung durch strömende Flüs sigkeiten abtransportiert werden. 17.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 11, dadurch gekennzeich net, dass die bei der ersten Zerteilung erhaltenen Fasern und Faserbündel nach ihrer Freilegung unter Vermeidung von Verschlingungen, Verstrickungen und Verknotungen auf Unterlagen abgelegt und auf diesen Unterlagen mit Mitteln behandelt werden, die die kolloidalen Ei- genschaften der Fasern ändern und Ver- klebungen und Verhornungen des Faser materials bei Wasserentziehung verhin dern. 18.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 11, 12 und 17, dadurch gekennzeichnet, dass die bei der ersten Zerteilung erhaltenen Fasern und Faser bündel nach ihrer Freilegung auf Un terlagen unter Parallelordnung abgelegt und auf diesen Unterlagen mit Mitteln behandelt werden, die die kolloidalen Ei genschaften der Fasern ändern und Ver- klebungen und Verhornungen des Faser materials bei Wasserentziehung verhin dern. 19.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 11 und 17, dadurch ge kennzeichnet, dass die bei der ersten Zer teilung erhaltenen Fasern und Faserbün del nach ihrer Freilegung auf Transport bändern abgelegt und auf diesen Unter lagen mit Mitteln behandelt werden, die die kolloidalen Eigenschaften der Fasern ändern und Verklebungen und Verhor- nungen des Fasermaterials bei Wasser entziehung verhindern.
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