CH188619A - Verfahren zur Darstellung von Lysergsäurehydrazid. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Lysergsäurehydrazid.

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CH188619A
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Sandoz Chemische Fabri Vormals
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Chem Fab Vormals Sandoz
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D457/00Heterocyclic compounds containing indolo [4, 3-f, g] quinoline ring systems, e.g. derivatives of ergoline, of the formula:, e.g. lysergic acid
    • C07D457/04Heterocyclic compounds containing indolo [4, 3-f, g] quinoline ring systems, e.g. derivatives of ergoline, of the formula:, e.g. lysergic acid with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached in position 8
    • C07D457/06Lysergic acid amides

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Description


      Verfahren    zur Darstellung von     Lysergsäurehydrazid.       Untersuchungen der letzten Jahre haben  ergeben, dass aus allen bis jetzt     bekannten     Alkaloiden des Mutterkornes     (Secale        cornu-          tum)    durch Spaltung mit wässerigem oder  alkoholischem Alkali eine Säure     C1,H"O@N";          bezw.    deren     Amid        C1eH,20N.-        ge%Nonnen    wer  den kann.

   Das     Amid    wurde von seinen     Ent-          deckern    S.     Smith    und G. M.     Timmis        (Journ.          Chem.        Soc.        193\?,    763) als Ergin die freie  Säure von W. A. Jacobs und L. C.     Craig     (Nature, London, 133, 579     [1934])    als     Ly-          sergsäure    bezeichnet.

   Die allen Mutterkorn  alkaloiden gemeinsamen typischen     Farbreak-          tionen,    zum Beispiel die prächtige Blau  färbung in     eisenehloridhaltigem    Eisessig mit  konzentrierter Schwefelsäure     (Kellersche    Re  aktion), die     violettrote    Färbung mit alkoho  lischer     p-Dimethylamido-benzaldehydlösung     beim Unterschichten mit konzentrierter Schwe  felsäure (Reaktion nach     Van        Urk)    sind durch  den gemeinsamen charakteristischen Bau  stein, den     Lysergsäurerest    bedingt.

   Durch  Verknüpfung der     Lysergsäure    mit bekannten  einfacheren Verbindungen, wie     Prolin,    1-Phe-         nylalanin,        Isobutyryl-ameisensäure,        Brenz-          traubensäure    usw. hat die Natur die kom  plexen     Mutterkornalkaloide    aufgebaut.

   So  liess sich     Ergotoxin        bezw.        Ergotinin    in     Ergin,          Prolin,    1 -     Phenylalanin    und     Isobutyryl-          ameisensäure    zerlegen.     (W.    A.     Jacobs    und  L.

   C.     Craig,        Journ.        Americ.        Chem.        Soc.    57,  383 [1935,     Journ.        Biol.        Chem.    68, 595       [19351).     



  Die komplexe Natur der     Mutterkornalka-          loide    bringt es mit sich, dass bei der Ein  wirkung chemischer Agenzien fast     immer     eine weitgehende     Zerstörung    der Verbindung  eintritt und dass dementsprechend immer nur       ein    kleiner Bruchteil von einheitlichen Ab  bauprodukten gefasst werden kann. Relativ  beständig ist der     Lysergsäurerest    der Alka  loide gegen Alkalien, so dass die     Lysergsäure          bezw.    deren     Amid    als erster grösserer Bau  stein in verhältnismässig guter Ausbeute bei  der alkalischen Hydrolyse der Mutterkorn  alkaloide gefasst werden konnte.

   Doch be  trägt die Ausbeute an     Lysergsäure    bei opti  maler     Leitung    der Hydrolyse im     besten    Falle      25     bis        ')0%    der Theorie.

   Bei der     ausser-          (rewöhnlichen    Kostbarkeit der als Ausgangs  material für die     Darstellung    der     Lysergsäure     dienenden Alkaloide war es im     Hinblick    auf       analytisehe    und     synthetische    Versuche mit  dieser     zsubstanz    wichtig, ein Verfahren auf  zufinden, das in glatter Weise und guter  Ausbeute die Gewinnung der     Lysergsäure     oder eines     geeigneten    Derivates derselben aus  den Alkaloiden gestattet.  



  Es     wurde    nun gefunden, dass wenn man  geeignete Derivate der     Lysergsäure    mit     Hy-          drazin    behandelt, man in guter Ausbeute das       Lysergsäurehydra-zid    erhalten kann.

   Als Aus  gang     sprodukte    zur Gewinnung des     Lyserg-          säurehydra.zids    eignen sich zum Beispiel die       Ester    und     Amide    der     Lysergsäure,    zum Bei  spiel die Alkaloide des     Mutterkornes,    die     als          Amide    der     Lysergsäure        aufzufassen    sind,  wobei man zur Darstellung von     Hydrazid    so  wohl von reinen     igutterl#:

  ornalkaloiden,    wie       Ergotamin,        Ergotoxin,        Ergotaminin,        Ergoti-          nin,        Ergoba.sin    usw., wie auch von rohen Al  kaloiden und Gemischen solcher     ausgehen     kann.  



  Zur Darstellung des     LysBrgsäurehydr-          azids    werden die geeigneten     Derivate    der       Lysergsäure    mit     Hydrazinhydrat        vorteil-          ha.fterwei,se    auf 80 bis<B>11.8'</B> C am     Rückfluss     erwärmt,     wobei    es oft vorteilhaft ist,     unter     Druck bei Temperaturen von 80 bis<B>160'</B> C  oder in einem     geeigneten        Lösungsmittel,    wie  zum Beispiel     Propylall.:

  ohol,        Butylalkohol,          Pyridin    usw., und in einer indifferenten  Atmosphäre, wie Stickstoffatmosphäre, zu  arbeiten.  



  Der Abbau der     Mutterkornalkaloide    mit       Hydrazin    zu     Lysergsäurehydrazid    ist, beson  ders in     bezug    auf die Ausbeute, der bekann  ten Hydrolyse mit alkoholischem oder wässe  rigem Alkali bei weitem überlegen.

   Beidem  neuen Verfahren entsteht zwar nicht die freie       Lysergsäure,    wie dies bei den     bekannten     Verfahren der Fall     ist,    sondern deren     Hydr-          azid,    was aber nur als weiterer Vorteil zu  bewerten ist,

   denn     dieses    neue Derivat der       Lysergsäure    kann .durch einmaliges     Umkri-          stallisieren    in analysenreinem     Zustand    erhal-         ten    werden und ist viel stabiler als die freie       Lysergsäure.    Ferner stellt das     Hydra.zid    ins  besondere für     synthetische    Versuche das ge  eignetere Ausgangsmaterial dar als die freie       Lysergsäure.     



  Dank der ausgezeichneten     Kristallisations-          fähigkeit    und der grossen Stabilität der neuen  Verbindung ergibt sich ein weiterer bedeu  tender Vorteil der     Hydrazinmethode    gegen  über .dem Abbau mit Alkali, der darin be  steht, dass es nach dem neuen Verfahren nicht  mehr nötig     ist    von reinen     Verbindungen    der       Lysergsäure        bezw.    von reinen Alkaloiden aus  zugehen,

   sondern es können als     Ausgangs-          materialien    für die Gewinnung von     Lyserg-          sä.urehydra.zid    auch     Rohprodukte    oder bei  ,der Gewinnung der reinen Alkaloide abfal  lende, nicht mehr kristallisierende     Mutter-          laugenpräparate    Verwendung finden.  



  Ausser durch     direkten    Abbau der Mutter  kornalkaloide mit     Hydrazin    kann man na  türlich auch über die freie     Lysergsäure    zum       Lysergsäurehydrazid    gelangen, indem man  die durch Abbau eines Alkaloids mit wässe  rigem     Alkali-erhaltene    freie     Lysergsäure    zum  Beispiel mit     Diazomethan        verestert    und den       Lysergsäure-methylester    nach dem vorliegen  den Verfahren mit     Hvdrazin    umsetzt.

   Die  nach beiden Verfahren dargestellten Verbin  dungen sind miteinander     identisch.    Der  direkte Abbau     ider    Alkaloide mit     Hydrazin     ist jedoch     viel    einfacher und liefert eine un  gefähr fünfmal bessere Ausbeute an     Hydr-          azid    bezogen auf das als Ausgangsmaterial       dienende        Allza-loid    als auf dem     Umweg    über  die     Lysergsaure.     



       Lysergsä.urehydrazid    ist in Wasser, Äther,       Bepzol    und Chloroform sehr schwer löslich,  mässig löslich in     Pyri@d-i.n    und in heissem ab  solutem Äthylalkohol. Aus dem zuletzt ge  nannten     Lösungsmittel    scheidet     sich    die     Ver-          bindung    in prächtigen, derben, klaren,     sechs-          seitig    begrenzten     Kristallplatten    ab, die bei       23-5    bis 240       (korr.)    unter     Zersetzung    schmel  zen.

   In Säuren ist das     Hydra.zid    unter Bil  dung gut     l#:ristallisierender    Salze leicht lös  lich. Eine Spur der Substanz in Eisessig, der      etwas     Ferrichlorid    enthält, gelöst, gibt mit       konzentrierter    Schwefelsäure eine prächtige  blaue Färbung. Eine 1 %     p-Dimethylamino-          benzaadehy    d enthaltende alkoholische     Lösung     des     Hy        d.razids    gebt beim     Unterschichten    mit  konzentrierter     :Schwefelsäure    eine schön     vio-          lettrote    Zone.

    



  Die Elementaranalyse :der bei<B>1.00'</B> im       Hocliva.kuum    getrockneten     .Substanz    ergab  folgende Werte: C     -G8,00;   <B>67,85%;</B> H 6,80;  6,62 % ; N 19,2-4; 19,48 % . Für     C"H,sON,          berechnetsich:    C 68,04 % ;     H    6;43 % ; N 19,86 %.  



  Die neue Verbindung ist optisch inaktiv,  da die     optisch    aktive     Lysergsäure    bei :der       Hy        drazinbehandlung        razemisiert    wird. Das  so erhältliche     razemisierte        Hydrazid    kann  aber zum     Beispiel        mit        d-a-Bromkampfer-n-          sulfosäure    in die optischen Antipoden zerlegt       werden.     



  Die neue Verbindung der     Lysergsäure     soll als     Aue@gang;smaterial    für Synthesen auf  dem Gebiet der     Mutterkornalkaloide    dienen.  



  Das vorliegende Patent betrifft ein Ver  fahren zur     Herstellung    von     Lys-ergsäurehydr-          azid,    welches     dadurch    gekennzeichnet ist     dass     man auf ein     Amid    der     Lysergsäure        Hydrazin     einwirken lässt.

      <I>Beispiel</I>     r:     1 g     Ergotamin,    welches     .ein        Amid    der       Lysergsäuro    ist, wird     in.    10 :cm'     Hydrazin-          hydrat        suspendiert    und im Dampfbad unter  Durchleiten von     Stickstoff    auf 100   erhitzt.  Die Substanz löst sich rasch, aber sobald Lö  sung eingetreten     ist,    scheidet sich     bereits    wie  der eine fast farblose feste     Verbindung    ab.

    Die Untersuchung einer Probe     der    festen       Abscheidung    zeigt,     dass    sieh das     Ergotamin     unter der     Einwirkung    des Hydrazins in     -,das          schwerlösliche        Ergotaminin    umgelagert hat.  Die     Suspension    wird     weitsr    erhitzt.

   Nach un  gefähr 20 Stunden. ist Lösung     eingetreten.     Die hellbraune Lösung wird im Vakuum auf  5     cm2eingeengt,    wobei sich das     Lysergsäure-          hydrazid    als kristallines, hellgraues Pulver  abzuscheiden     beginnt.    Zur Vervollständigung  der Fällung wird noch 1 bis 2 Tage im     Eis-          sclirank    stehen .gelassen, wobei die neue Ver-         bindung        auskristallisiert.        !Säe    wird durch  Filtration     isoliert    und     umkTistallisiemt.    Aus  beute     0,

  2.6        g,    entsprechend     @68        %    der Theorie.       Beispiel        2:   <I>,</I>  1 g     Ergotinin,    welches ein     Amid    der       Lysergsäure    ist, wird in 10 cm'     Hydrazin          aufgeschlemmt    und die Suspension im     Rund-          kölbchen    mit eingeschliffenem     Rückfluss-          kühler    über freier Flamme gekocht.

   Zu Be  ginn des Siedens schäumt die Flüssigkeit  stark, aber     in    dem Masse, wie das Alkaloid  in Lösung geht, siedet der Ansatz ruhiger.  Nach 20 bis 30 Minuten ist vollständige Lö  sung eingetreten. Es wird noch 5 Minuten  weiter gekocht und dann wie im Beispiel 1  beschrieben, eingeengt usw. Schon beim Er  kalten der gelben Reaktionslösung beginnt  das     Hydrazid    auszukristallisieren. Ausbeute  ungefähr 0,25 g entsprechend<B>60%</B> der  Theorie.  



       Beispiel   <I>3:</I>  1 g eines isomorph kristallisierenden Ge  misches aus     Ergotamin    und     Ergotaminin,     welche     bekannterweise        Amide    der     Lyserg-          säure    sind, das     unter    dem Namen     Sensibamin     bekannt geworden ist, wird in 5     ein'        Propyl-          alkohol    gelöst, 5 cm'     Hydrazin    zugefügt und  10 Stunden unter     Rückfluss    gekocht.

       Dann     wird eingeengt und wie in den     vorstehenden     Beispielen aufgearbeitet. Ausbeute 0,2 bis  0,3 g.    <I>Beispiel</I>  5 g eines aus den nicht mehr kristalli  sierenden     Mutterlaugen    der     Ergotamindar-          stellung        gewonnenen    Präparates, welches  aus     Amiden    der     Lysergsäure    besteht und die       Kellersche    Farbreaktion noch deutlich gibt,  werden in 30 cm'     Hydrazinhydrat    suspen  diert und 5 Stunden im geschlossenen Gefäss  unter Druck auf 115   C erhitzt.

   Nach dem  Abtrennen der ungelösten Anteile     wird    die  braune     Hydrazinlösung    auf 10 cm'     eingeengt.     Beim Stehen bei 0   scheidet sich das     Lyserg-          säurehydrazid    als graues kristallines Pul  ver ab.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Darstellung von Lyserg- säurehydrazid, dadurch gekennzeichnet, dass man auf ein Amid der Lysergsäure Hydr- azin einwirken lässt.
    Lysergsäurehydrazidder Formel CiEHIsON4 ist in Wasser, Äther, Benzol und Chloro form sehr schwer löslich, mässig löslich in Pyridin und in heissem absolutem Athylalko- hol. Aus dem letzteren Lösungsmittel kristal lisiert die Substanz in prächtigen, derben, klaren, sechsseitig begrenzten Kristallplatten aus, die bei 235 bis 240' (korr.) unter Zer setzung schmelzen. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Amid der Lysergsäure bei einer Temperatur von 80 bis<B>160'</B> C mit Hy drazin behandelt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da.ss man ein Amid der Lysergsäure bei erhöhter Temperatur und in Gegenwart eines Lösungsmittels mit Hydrazin behandelt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Amid der Lysergsäure bei erhöhter Temperatur und in Gegenwart eines Lösungsmittels in inerter Atmosphäre mit Hydrazin be handelt. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Amid der Lysergsäure ein Mutterkornalkaloid ver wendet.
CH188619D 1935-12-11 1935-12-11 Verfahren zur Darstellung von Lysergsäurehydrazid. CH188619A (de)

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