CH189147A - Pressmasse. - Google Patents

Pressmasse.

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Raschig G M B H Dr F
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Raschig Gmbh Dr F
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  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

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      Pressmasse.       Die vorliegende Erfindung     betrifft    eine       Pressmasse,    insbesondere     Kunstharzpressmasse,     und ein Verfahren zu deren Herstellung.  



  Die Herstellung von     Kunstharzpressmas-          sen    mit anorganischen Füllstoffen hat inso  fern eine grosse     Bedeutung,    als die aus die  sen     ?Massen        hergestellten    Gegenstände eine  grosse     Beständigkeit    gegen hohe Temperatu  ren     besitzen        und    der Einwirkung von Che  mikalien und Feuchtigkeit     widerstehen.    Sie  können daher ' für viele Zwecke in den ver  schiedensten Industriezweigen und     besonders     in der chemischen und elektrotechnischen  Industrie     Verwendung        finden,

      wo die sonst  gebräuchlichen     Pressma.ssen        aus    Kunstharzen  und organischen     Füllstoffen,    wie Holzmehl  usw. wegen     ihrer        Unbeständigkeit    nicht ver  wendbar sind.  



  Für     Pressmassen    mit     anorganischen    Füll  stoffen waren aber     bisher    viele Anwen  dungsgebiete dadurch verschlossen, dass man  von den daraus     hergestellten        Pressstücken     eine sehr hohe Festigkeit verlangte, die nur    durch ziemlich umständliche Verfahren und       unter    Benutzung     teurer        Rohstoffe    zu erzie  len war.

       Bisher    übliche     Pressmassen,    die As  best als     Füllstoff    enthalten, weisen zwar eine       verhältnismässig    hohe Festigkeit auf, jedoch  ist es bekannt, dass man bei der Herstellung  von     Asbestpressmassen    nur     unter    ganz be  stimmten     Bedingungen        zufriedenstellende     Festigkeitswerte erhalten kann.

   Man benötigt  nämlich hierzu hochwertige, das heisst lang  fasrige Asbeste und muss bei der Aufberei  tung der     Pressmas-qen    dafür     sorgen,    dass die       Asbestfasern    nicht     zerkleinert        werden.    Da  durch war man     bisher    gezwungen, die Im  prägnierung der     Asbestfasern.    mit dem       Kunstharz    unter Zuhilfenahme von     Lö-          sungsmitteln    zu bewerkstelligen,

   da bei der       Verarbeitung    der Massen auf den üblichen       Mischwalzen    die wertvolle     Struktur    der As  bestfaser zerstört wird. Man hat daher ver  sucht, die Asbestfaser durch andere anor  ganische     Füllstoffe    -zu     ersetzen,        wie        .z.    B.       Schiefermehl,    Talkum,     Glimmerpulver,    Zie-           gelmehl,        Porzellanmehl,    Glaswolle,     Schlak-          kenwolle    und dergleichen.

   Die bei der Ver  wendung dieser Materialien erzielten     Festig-          keiten    waren indessen in keiner Weise be  friedigend.  



  Es wurde nun gefunden, dass gemahlene       Sehamotte    in     ausgezeichneter        Weise    als       Füllstoff    für     Pressmassen,    die ein     elastisches     organisches     Material    als Bindemittel enthal  ten, geeignet ist. Insbesondere kommen ge  mahlene Kapselscherben in Betracht.

   Die  Eignung dieser Massen als Füllstoffe     ist    im  wesentlichen durch die poröse     Struktur    be  dingt; bei dem     Pressvorgang    werden die       Füllstoffteilchen    .durch die verwendete, aus       plastischen    organischen Materialien     beste-          hende    Bindemasse,     wie    z.

   B.     Kunstharz,    un  tereinander vereinigt und die     Bindemittel          verankern    sich fest in .die Poren der einzel  nen     Füllstoffteilchen.    Auf diese     Weise    wer  den ausserordentlich hohe     Festigkeiten    er  zielt.

   Die neue Masse ist sowohl zur Her  stellung von     Schnellpressmassen,    die     unter     Hitze und Druck     verarbeitet    werden, als  auch zur     Bereitung    sogenannter     Kaltpress-          massen,    bei deren     Verarbeitung    :die Form  gebung und die Härtung unter Einwirkung  von Hitze in getrennten Vorgängen erfolgt,  geeignet.  



  Als Bindematerialien für die     Herstellung     der durch Hitze     härtbaren        (thermo-setting)          Press:massen    können beispielsweise Phenol- und       Kresolformaldehyd    -     Kondensationsprodukte,          Harnstoff-        und        Thioharnstoff-Kondensations-          produkte,        Glyptalharze    (wie z. B.     Glyzerin-          Phthalsäurekondensationsprodukte)    und der  gleichen angewendet werden.

   Handelt es  sich     darum,        thermoplastische        Massen    zu er  zielen, so     verarbeitet    man den neuen Füll  stoff mit     hochmolekularen        Zellulosederivaten,          Polystyrol,    Pech, pechartigen     Materialien     und dergleichen.  



       Das        Mischungsverhältnis        zwischen    Binde  mittel     und        Füllstoffen    kann     weitgehend     variiert und dem jeweiligen Verwendungs  zweck     augepasst    werden.     Im        allgemeinen          werden    Mischungen verwendet, bei denen  auf ein Teil     Bindemittel        bis    zu drei Teilen    und mehr Füllstoff kommen;

   als besonders  zweckmässig haben     sich    Mischungen, die auf  einen Teil     Bindemittel    etwa zwei Teile Füll  stoff enthalten, erwiesen.  



  Das Mischen des neuen Füllstoffes mit  den zur Anwendung gelangenden Binde  materialien kann in der Weise erfolgen, dass  dieselben zusammen in einem normalen       Mischwalzwerk    bei leicht erhöhter Tempera  tur in dünne Schichten ausgewalzt werden,  wobei .gegebenenfalls noch als     Schmiermittel     kleinere Mengen an Fettsäuren, wie z. B.       Stearinsäure,    zugesetzt werden können. Die  erhaltenen Schichten werden dann abgekühlt,  gebrochen und auf einer Schrotmühle oder  :dergleichen gemahlen, worauf dann die er  haltenen Massen     weiter    verarbeitet werden  können. Es kommen     .aber    auch alle andern  Mischverfahren in Frage, z. B. das Arbeiten  mit     Lösungsmitteln.     



  Da bei den neuen     Press:mas    en. mit weni  ger     organischen"das    heisst brennbaren Binde  mitteln     auszukommen    ist als     bei    :den     'bisher     verwendeten     Asbestpressma.ssen,    so können,  ohne dass     .gegenüber    :

  den     hindemittelreiche-          ren        Asbestmischungen    die Hitzebeständig  keit     wesentlich        verringert    wird, neben den  anorganischen Füllstoffen auch noch die  Festigkeit     weiter    erhöhende     organische    Fa  serstoffe mit verwendet werden. Derartige  organische     Faserstoffe    sind insbesondere       pflanzliche    Fasern,     wie    Holzfaser, Baum  wolle und dergleichen.  



  Der durch die Erfindung erzielte tech  nische Fortschritt ist sehr bedeutend. Abge  sehen davon,     dass    die Verwendung von     Scha-          mottemehl    an Stelle von Faserasbest durch  den niedrigeren     Preis    des     Schamottemehls     eine erhebliche Verbilligung der Herstel  lung von     Pressmassen    bedingt,     besteht    ein  weiterer Vorteil darin,     :dass    :der neue Füll  stoff auf den üblichen     Mischwalzen        bezw.     Knetmaschinen     verarbeitet    werden kann.

   Es  erübrigt sich :daher im allgemeinen, die bei  Verarbeitung von     Asbestfasern    erforder  liche Behandlung mit     Läsungsmitteln,        sie     können aber auch     zusätzlich    angewendet  werden.

   Ausserdem erhält man bei Verwen-           dung,des    neuen     Füllstoffes    an     Stelle    der bis  her gebräuchlichen     Asbestfasern    regelmässig  höhere     Werte    bezüglich Biegefestigkeit,       Schlagbiegefestigkeit    und den     elektrischen     Eigenschaften der     erhaltenen        Pressstücke.     



       Gegenüber    der     Verwendung    von Ziegel  mehl und     Porzellanmehl    ist eine     besonders     auffallende     Verbesserung    ,der     Festigkeits-          eigenschaften    zu erzielen. Hinsichtlich der       Biegefestigkeit    beträgt .dieselbe     bis    zu 2,0  und     hinsichtlich    der Schlagbiegefestigkeit  bis zu 50 % der bisher erhältlichen Absolut  werte.  



  Ausserdem ist auch beachtlich, dass zum       Verpressen    der neuen Massen ein wesentlich  geringerer spezifischer Druck als zum     Ver-          pressen    der bisher gebräuchlichen     Asbest-          pressmassen    erforderlich ist.  



  Im folgenden soll die neue Erfindung an  hand von einigen Beispielen     erläutert    wer  den. ohne     dassdamit    eine Beschränkung auf  die in den Beispielen angegebenen Mi  schungsverhältnisse, Temperaturen und der  gleichen     beabsichtigt    ist.  



  <I>Beispiel</I>     T:     30 Teile einer     Kunstharzmischung,    die  aus 85 Teilen     Novolack,    15 Teilen     Hega-          methylentetramin    und 5 Teilen Wasser be  steht,     werden    mit 7,0 Teilen     @Schamottemehl     und 0,6 Teilen     Stearinsäure    auf einem heiz  baren     Ka-lander    bei etwa 70       mittlerer    Tem  peratur und einer     Walzzeit    von etwa 4 Mi  nuten     kalandriert.    Die erhaltenen Felle wer  den nach dem Abkühlen     gebrochen    und hier  auf gemahlen.

   Die erhaltene Masse kann  dann an Stelle der     bisher    üblichen     Asbest-          pressmischungen    als     Schnellpressmasse    ver  wendet werden.  



  <I>Beispiel 2:</I>  30 Teiloder nach     Beispiel    1     verwendeten          Kunstharzmischung    werden     mit        @60    Teilen  gemahlener     Schamotte,    10 Teilen pflanz  licher Faser und 0,6 Teilen     Stearinsäure        in     der in Beispiel 1 angegebener Weise     kalan-          driert.    Die aus der .dabei erhaltenen Masse    bei etwa     1,7,

  0'    gepressten     Formstücke        zeich-          nen    sich durch -eine     ausserordentlich        ,grosse     Festigkeit aus.  



  <I>Beispiel 3:</I>  35 Teile     Hartpech,        Erw.-Punkt    94'     nach          Krämer-Sarnow,    2 Teile     Stearinsäure    und  70 Teile     Schamottemehl    werden     etwa    10  Minuten lang durch     @eisswalzung        gemischt.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Pressmasse, enthaltend ein plastisches organisches Material als Bindemittel und ge mahlene Schamotte als Füllstoff. UNTERANSPRüCHE: 1. Pressmasse nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass sie als.
    Füll stoff gemahlene Kapselscherben enthält. 2. Pressmasse nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1"dadurch gekennzeichnet, dass -sie als Bindemittel härtbare Kunst- harze enthält. 3. Pressmasse nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, ;dass, sie als Bindemittel pechartige Stoffe enthält.
    4. Pressmasse nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass sie neben ge mahlener Schamotte noch pflanzliche Fasermaterialien als Füllstoffe enthält. PATENTANSPRUCH II: Verfahren zur Herstellung der Pressmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dass man das. Bindemittel und den Füllstoff in Mischwalzwerken bei erhöhter Temperatur kalandriert und die so erhalte nen Felle nach dem Abkühlen zerkleinert. UNTERANSPRUCH: 5.
    Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man beim Mischen Schmiermittel zusetzt.
CH189147D 1934-10-16 1935-10-08 Pressmasse. CH189147A (de)

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