CH190405A - Material aus Zellstoff, das als Fussbodenbelag und zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen verwendbar ist, sowie Verfahren und Einrichtung für die Erzeugung des Materials. - Google Patents

Material aus Zellstoff, das als Fussbodenbelag und zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen verwendbar ist, sowie Verfahren und Einrichtung für die Erzeugung des Materials.

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CH190405A
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  Material aus     Zellstoff,    das als Fussbodenbelag und zur Herstellung  von Gebrauchsgegenständen verwendbar ist, sowie Verfahren und Einrichtung für die  Erzeugung des Materials.    Die vorliegende Erfindung betrifft ein  Material aus Zellstoff, das als Fussboden  belag und zur Herstellung von Gebrauchs  gegenständen verwendbar ist, sowie das Zer  fahren und die Einrichtung zur Erzeugung  dieses Materials.  



  Als     Linoleumersatz,    als Ersatz für Kof  fer und anderes wird bisher unter anderem  auch Pappe verwendet, die unter verhältnis  mässig kleinem Druck durch     Aufgautschen     von     Papierstoffschichten,    in welchen die  Fasern miteinander verfilzt sind, erzeugt  wird. Fürgrössere Koffer, Sitzgelegenheiten  und Gegenstände.. die verhältnismässig mehr  belastet und     ständig    den Wetter- und mecha  nischen Einflüssen ausgesetzt sind, eignet.  sich Pappe, infolge ihrer geringen Festigkeit  nicht. Soll diese z.

   B. wasserdicht gemacht  werden, so müssen gute     Imprägnierungsmit-          tel    in verhältnismässig grosser Menge verwen  det werden, damit das verfilzte Material von    dem     Imprägnierungsmittel    gut durchsetzt ist.  Die Pappe wird hierbei steif, praktisch un  biegsam, bricht und reisst leicht und ist  wenig widerstandsfähig gegen Druck und  Schlag.

      Der durch seine grosse     Hygroskopizität,     geringe Festigkeit, Neigung zum Brechen  und Zerfallen bekannte Zellstoff lässt nicht  erwarten,     .dass    aus ihm ein für die Herstel  lung von     Gebrauchsgegenständen    geeignetes  Material erzeugt werden könnte und es ist  daher überraschend, dass ein Material von so  ausgezeichneten Eigenschaften, wie .das nach  stehend beschriebene, erzielt werden kann.  



  Schon     bisher    ist der als Ausgangsprodukt  für die Papierfabrikation verwendete in  Form von Bändern oder     Platten    in bekannter  Weise gewalzte Zellstoff bei der Erzeugung  mit einer Längsriffelung versehen worden.  Das     erfindungsgemässe    Material weist nun      aber eine feine Querriffelung auf, wobei auf  einen Zentimeter z. B. etwa 5 Rillen kommen.       Zweckmässigerweise    erfolgt die Herstellung       derart,    dass ausser der Quer- noch eine Längs  riffelung auf beiden Seiten z.

   B. der Zell  stoffplatte vorhanden ist, wobei mit     beson-_          derem    Vorteil einer Querrippe auf einer  Seite der Platte ebenfalls eine Querrippe  (und nicht eine Rinne) auf der     andern    Seite  entspricht. Diese Ausführung ermöglicht die  Erzielung einer hohen Festigkeit und Zähig  keit des Materials. Zur Erhöhung der Wet  terfestigkeit und des Widerstandes gegen  mechanische Einflüsse, zur Erhöhung des       Wärmeisolationsvermögens    und zum Wasser  festmachen ist das längs- und quergeriffelte  Material     zweckmässigerweise    noch imprä  gniert, und zwar mit den hierzu bekannten  Stoffen.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung zur  Herstellung !des beschriebenen Materials ist  dadurch charakterisiert, dass die Riffelung  noch bei feuchtem Zustande des zu Platten  oder Bändern gewalzten Zellstoffes vorgenom  men wird. Alsdann werden die Platten oder  Bänder mit einem wasserfestmachenden Im  prägnierungsmittel, z. B. mit Aluminium  acetat,     Aluminiumformiat,    Eisenacetat     usw.     imprägniert.

   Als     Imprägnierungsmittel,    die  gleichzeitig das     Wärmeisolationsvermögen     der Zellstoffplatten     bezw.        -bänder    erhöhen  und dieselben wasserfest machen, können  auch     verwendet    werden:

   Teer,     Teeröl.destil-          late,    Asphalt,     Peche        bezw.    entsprechende  Emulsionen dieser Präparate oder harzige,  ölige     Firnisslösungen    oder Lacke oder andere  flexibel bleibende Stoffe, wie beispielsweise  harzartige     Kondensationsprodukte,    Lösungen  von     depolymerisiertem    Altgummi, Latex,  Kautschuklösungen oder Leim. Die Imprä  gnierung kann auf warmem oder kaltem  Wege erfolgen, und zwar durch Eintauchen  oder -durch Aufspritzen, Aufwalzen oder  Aufstreichen, wobei entweder Bänder oder  Teile von Bändern behandelt werden können.

    Die Produkte können ausserdem noch ober  flächlich gefärbt oder mit Farbstoff durch  tränkt     sein.       Die Zellstofflocken werden bisher z.     B.     auf sogenannten     Abpressmaschinen    zu breiten  Bändern gewalzt, aus welchen das Wasser  zum Teil durch mehrere hintereinander lie  gende Walzenpaare ausgepresst wird, die ge  gebenenfalls mit einer solchen     Rippung    ver  sehen sein können, dass das Zellstoffband eine  Längsriffelung bekommt. Der Rest der  Feuchtigkeit wird durch Trocknen des Zell  stoffbandes bei seiner Führung über eine An  zahl geheizter Walzen entfernt.

   Bei der fort  schreitenden Trocknung bricht das Zellstoff  band an der Oberfläche, infolge der scharfen       Abbiegungen    bei der Führung über vorhan  dene Führungswalzen.  



  Bei der     Weiterverarbeitung    des Zellstoff  bandes, z. B. in der Papierfabrikation, wo  es wieder zerrissen wird, ist es gleichgültig,  ob das Material glatt oder gebrochen ist; bei  der direkten     Verwendung    für Gebrauchsge  genstände muss jedoch die Oberfläche auch  im Gebrauch     unbeschädigt        bleiben.    Dies ge  schieht gemäss dem Verfahren nach der Er  findung dadurch, dass das noch     feuchte    Zell  stoffband mit einer     Querriffelung    versehen  wird, die von Walzenpaaren erzeugt wird,  von welchen jede Walze mit eng nebeneinan  der liegenden in der Richtung der Walzen  achse verlaufenden Rippen versehen ist.  



  Bei den     Abpressmaschinen    zur Erzeugung  der Zellstoffbänder werden bereits Walzen  paare mit ziemlich grossen     achsial    verlaufen  den Rippen verwendet, ,die bei der Walzen  drehung stets einer Rippenlücke der andern  Walze     gegenüber    zu liegen kommen. Diese  zweckmässig in der Gruppe der geheizten  Walzen untergebrachten Walzen sollen die  halb trockenen Bänder durch Auseinander  ziehen der Fasern     auflockern    und diese da  durch für die weitere     Verarbeitung    in der  Papierfabrikation geeignet machen.  



  Die Einrichtung gemäss Erfindung ver  ursacht dagegen durch die kleinen, während  der     Walzendrehung        stets    den Rippen der  Gegenwalze gegenüberstehenden Rippen eine  Pressung des noch nassen Zellstoffbandes  ohne     Auseinanderziehen    der     Fasern    und sie      ist unmittelbar hinter den     Nasspresswalzen     und vor den Trockenwalzen aufgestellt.  



  In der beiliegenden Zeichnung ist in       Fig.    1 schematisch ein Ausführungsbeispiel  der Einfügung der Einrichtung laut Erfin  dung in eine bekannte     Abpressmaschine    dar  gestellt.  



       Fig.    2 ist ein Teilschnitt durch die Wal  zen und       Fig.    3 die Ansicht auf die     beispielsweise     Riffelung eines Teils des Zellstoffbandes.  Der in     Flockenform    auf das Transport  band 1     (Fig.    1) aufgelebte Zellstoff gelangt  zum Walzenpaar 2, wird hier zu einem Band  3 gepresst, welches in weiterer Folge von den  Walzenpaaren 1 eine Längsriffelung be  kommt. Von da wird das noch stark feuchte  Band über die Führungswalze 5 zwischen die       Walzen    6 geleitet, welche mit kleinen eng  nebeneinander liegenden, in der Richtung der  Walzenachse verlaufenden Rippen. versehen  sind.

   Das Zellstoffband wird dann über die  Führungswalzen 7 um die geheizten Walzen  8 geführt und hierbei getrocknet.  



  Es sind ferner Vorrichtungen     vorgesehen,     welche ein Aufbringen von     Imprägnierungs-          mitteln    entweder durch Tauchen, Spritzen,  Streichen, Aufwalzen oder -dergleichen ge  statten.  



  Die     Walzen.    6 sind in bekannter Weise,  z. B. durch kämmende Zahnräder, zwangs  läufig miteinander verbunden. Bei ihrer  Drehung kommt z. B. eine Rippe -der einen       Walze    einer Rippe der andern Walze gegen  über zu stehen, so dass die in den beiden  Oberflächen.

   des Bandes erzeugten     Riffel-          nuten    stets einander gegenüber liegen       (Fig.        \?).    Durch diese Riffelung wird der  Zellstoff stark gepresst, so     dass    die Festig  keit und Zähigkeit des Bandes bedeutend er  höht     wird.    Dies und der Umstand, dass die  zwischen den gegenüberliegenden     Riffelnuten     gebildeten Stege wie Scharniere wirken, um  welche das Band oder die Platte sich abbie  gen kann, verhindern die     Rissbildung    an der  Oberfläche des Materials.  



  Diese Biegsamkeit bleibt auch bei den  vollständig getrockneten und mit den ein-         gangs.        erwähnten    Mitteln imprägnierten oder       angestrichenen    Platten erhalten. Hierbei ge  nügt sogar nur eine geringe Menge des Im  prägnierungsmittels, um eine ausgezeichnete  Wasserfestigkeit der Zellstoffplatten zu be  kommen., die nach der Imprägnierung die  selbe Biegsamkeit, jedoch eine höhere Wider  standsfähigkeit gegen Wetter und mecha  nische Einflüsse zeigen, was z. B. bei Pappe  nicht der Fall ist.  



  Gemäss     Fig.    3 zeigt die Oberfläche der  Platten die Zeichnung eines Gewebes. Es ist  selbstverständlich, dass die Riffelung auch  nur auf einer Seite des Bandes ausgeführt  werden kann.  



  Durch eine zusätzliche     Wellung    kann  nach einer Richtung die Biegsamkeit, nach  der dazu senkrechten Richtung die Steifheit  der Platten erhöht werden. Das wasserfeste,  wie beschrieben hergestellte Material ist in  folge des     Entfalles    der weiteren maschinellen  Verarbeitung und der eventuell     geringeren     Menge der benötigten     Imprägnierungsmittel     weitaus billiger, zeigt jedoch eine grössere       Biegsamkeit,    Festigkeit, Zähigkeit und Wi  derstandsfähigkeit gegen Druck und Schlag,  als die bisher aus Zellstoff erzeugten Mate  rialien und kann daher für eine grosse An  zahl von Gebrauchsgegenständen, sogar für  Sessel, Verwendung finden.  



       Zur    Verwendung kann jeder geeignete  Zellstoff, insbesondere aber Holzzellstoff ge  langen.  



  Das neue Material kann für die verschie  densten technischen Zwecke Verwendung fin  den, beispielsweise als Fussboden- oder Wand  belag, für Bauzwecke, als     wärmeisolierendes     und wasserfestes Material, zur Herstellung  von     Verpackungsgegenständen    der verschie  densten Art und dergleichen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Material aus Zellstoff, das als Fussboden belag und zur Herstellung von Gebrauchs gegenständen verwendbar ist, gekennzeichnet dadurch, dass es aus in Form von Platten oder Bändern gewalzten Zellstoff besteht, welcher mit einer feinen Querriffelung versehen: ist. UNTERANSPRü CIIE 1. Material nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es mit wasserfest machenden Imprägnierungsmitteln behan delt ist.
    2. Material nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es mit wärmeisolie- rendmachenden Imprägnierungsmitteln be handelt ist. 3. Material nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es mit wasserfest- und wärmeisolierendmachenden Imprä- gnierungsmitteln behandelt ist. 4. Material nach Patentanspruch I und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass es vollkommen durchimprägniert ist. 5.
    Material nach Patentanspruch I und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass es gefärbt ist. 6. Material nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einer Längs riffelung versehen ist. 7. Material nach Patentanspruch I und Un teranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Querriffelung auf beiden Seiten der Platten oder Bänder so angebracht ist, dass einer Querrippe auf der einen Seite ebenfalls eine Querrippe auf der andern Seite entspricht.
    PATENTANSPRUCH II: Verfahren zur Herstellung des Materials nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, :dass Zellstoff bei seiner Herstellung zu Platten oder Bändern gewalzt, diese in feuchtem Zustande mit einer Längs- und einer Querriffelung ver- sehen und mit wasserfestmachenden Imprä- gnierungsmitteln behandelt werden. UNTERANSPRUCH: B.
    Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass, eine Behand lung mit wärmeisolierendmachenden Im prägnierungsmitteln erfolgt. PATENTANSPRUCH III: Einrichtung an Zellstoffabpressmaschinen zur Ausübung :
    des Verfahrens nach Patent anspruch II mit Abpresswalzen, die mit einer Rippung senkrecht zu einer achsial verlau fenden Rippung versehen sind, und mit heiz baren Walzen, sowie mit achsial gerippten Walzen und Vorrichtungen zum Aufbringen von Imprägnierungsstoffen, gekennzeichnet dadurch, dass die mit vielen kleinen, in der Richtung der Walzenachsen verlaufenden Rippen versehenen Walzen als Walzenpaare unmittelbar hinter den Nasspresswalzen ange ordnet sind,
    wobei die Rippen der miteinan der zusammenarbeitenden Walzen bei der Drehung :derselben stets einander gegenüber zu liegen kommen. UNTERANSPRUCH: 9. Einrichtung nach Patentanspruch III, da durch gekennzeichnet, dass die mit vielen kleinen, in der Richtung der Walzen achsen verlaufenden Rippen versehenen Walzen an einer Stelle angeordnet sind, an welcher das Zellstoffband noch genü gend feucht ist.
CH190405D 1934-03-21 1935-03-19 Material aus Zellstoff, das als Fussbodenbelag und zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen verwendbar ist, sowie Verfahren und Einrichtung für die Erzeugung des Materials. CH190405A (de)

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