Verfahren und Einrichtung zum Kaltpilgern von Rohren. Es wurde bereits vorgeschlagen, Rohre auf einem Pilgerschrittwalzwerk auf kaltem \rege ohne Zwischenglühungen auszuwal zen, wobei das Rohrwerkstück über einem konischen Dorn zwischen zwei sich berüh renden Walzsektoren, deren Arbeitsflächen dem abnehmenden Umfang des Werkstückes entsprechend profiliert sind, schrittweise verengt und gestreckt wird. Dabei wurde auch vorgeschlagen, das Profil der Arbeits flächen an den beiden Seiten mit je einer Er weiterung zu versehen,
so dass dort, wo die Walzsektoren sich berühren, .der zwischen dem Dorn und den Arbeitsflächen der bei den Walzsektoren befindliche Ringraum zu beiden Seiten geschlossene Ausbuchtungen aufweist. Der Inhalt dieser Ausbuchtungen, und also auch .der Profilerweiterungen nimmt nach dem Arbeitsende der Walzsektoren allmählich bis auf Null ab.
Die Erweite rungen waren so bemessen, dass beim redu zierenden Vorwärtsgang der Sektoren das Werkstückmaterial im Bereiche der Erweite rungen. ausweichen konnte, wodurch der Rohrquerschnitt eine quergerichtete oblonge Form erhielt, indem sich das Werkstück material im Bereiche der Erweiterungen des Profils der Arbeitsflächen von dem Dorn ablöst, ohne dass sich dabei seine Dicke an diesen' .Stellen änderte.
Beim Beginn des Rückwärtsganges der Walzsektoren wurde das Werkstück um seine Längsachse um 90 gedreht, so dass .dann beim Rückwärtsgang die ausgebauchten Stellen des Werkstückes wieder gegen den Dorn hin zurückgedrückt wurden.
Diese Arbeitsweise hatte den Zweck, in dem Gefüge des Werkstückmate- rials, das im allgemeinen aus Längsfasern besteht, einen -die mechanische Widerstands fähigkeit vergrössernden Querverband zu er zeugen, und auch das Werkstück auf dem Dorn ein wenig zu lockern.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wird nun so verfahren, .dass während des Vor- wärtsganges die Wandung :des Werkstückes in den seitlichen Erweiterungen zu Ver dickungen zusammengedrückt wird, die beim Rückwärtsgang ausgewalzt werden. Dadurch entsteht ein abwechselndes Stauchen und Auswalzen des Materials, :das, wie die Er fahrung gezeigt hat, das Gefüge des Werk- stückmaterials noch weiter verbessert.
Es empfiehlt sich, .dieses Verdicken des Werkstückmaterials so auszuführen, dass das Werkstückmaterial dabei sich entweder gar nicht oder nur in ganz .geringfügiger Weise an den betreffenden Stellen von dem kegeligen Dorn ablöst.
Dies kann so ge schehen, @dass die Eiweiterungen #des Profils der Arbeitsflächen so bemessen und gestaltet werden, .dass bei dem bestehenden Wa1zdruch das Werkstückmaterial gezwungen wird, die Erweiterungen vollkommen oder minde stens nahezu vollkommen auszufüllen, dass sich also an jenen Stellen an dem Dorn ent weder bar kein Hohlraum oder nur ein ganz geringfügiger Hohlraum bilden kann..
Im folgenden werden das Verfahren und die Einrichtung anhand der Zeichnung bei spielsweise erläutert. In der Zeichnung zeigt Fig. 1 zwei Walzsektoren a1 und a2 der Ein richtung mit Arbeitsflächen b1 bezw. b'''. Es ist angenommen, dass diese Walzsektoren an einem gemeinschaftlichen Schlitten, und zwar schwingbar, gelagert sind,
sowie dass sie bei der Hin- und Herbewegung des Schlittens durch ein entsprechendes Getriebe zwangläufig syneliron um Drehpunkte schwingen, die zentrisch zu den Aussenkan ten, aber exzentrisch zu,den Grundlinien der Arbeitsflächenprofile liegen. Der zwischen den beiden Walzsektoren befindliche kegelige Dorn, auf dem da.s Rohr ausgewalzt wird, ist mit c bezeichnet. Das Werkstück wird reduzierend ausgewalzt, während dieses mit dem Dorn c stillsteht.
Fig.2 zeigt in grösserem Massstab einen Schnitt nach der Linie A-A der Fig. 1. Die seitlichen Begrenzungen. der im übrigen kreisbogenförmigen Profile b1, b' der Walz sektoren weisen ebenfalls kreisbogenförmige Erweiterungen auf, .die rechtwinklig an den zu beiden Seiten des Profils befindlichen zylindrischen Umfangsflächen eder Sektoren anschliessen und dort eine scharfe Kante bilden, so dass sich die beiden.
Profile b1, b2 dicht aneinanderfü:gen.
Das Werkstückmaterial d wird .an der Oberfläche beim Vorwärtsgang an :den Stel len der Erweiterungen .so heraus,gedrängt, dass, es diese Erweiterungen voll ausfüllt, ohne sich dabei von dem Dorn abzulösen. Es entstehen also an dem Werkstück zwei gegenüberliegende seitliche Verdickungen. Praktisch würde es übrigens nichts aus machen, wenn auch eine geringfügige A1-)- lösungdes Materials von dem Dorn stattfin den würde, sofern trotz dieser kleinen Ab lösung eine Verdickung entsteht.
Am Ende des Reduzierhubes wird das Werkstück um die Dornachse um<B>90'</B> ge dreht, wie dies Fig. 3 zeigt. Das Drehen er folgt vorzugsweise durch Drehen des Dornes, auf dem das Werlzstüelz am Ende des Redu- zierhubes fest aufsitzt. Im das Drehen zu erleichtern, kann an das Arbeitsende der Arbeitsflächenprofile der Walzsektoren ein kurzer etwas geräumigerer Teil angeschlossen sein. Beim R.üokwä rtsgang der Walzsektoren werden.die Verdickungen wieder ausgewalzt.
so @dass das Material derselben gezwungen wird, in .das übrige Material .des Werk stückes zum Teil einzudringen. Nach dam vollständigen Überwalzen ergibt sich der Querschnitt gemäss Fig. 4 der Zeichnung.
Das Rohrwerkstück braucht vor Beginn des Rückwärtsganges nicht gerade um 90 gewendet zu werden; man kann es zum Beispiel auch um etwa 60 wenden.
Das hier geschilderte Verfahren wieder holt sich bei jedem Pilgerschritt.