CH190478A - Verfahren zur Herstellung kaltverformter Gegenstände aus Eisen, Stahl und deren Legierungen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung kaltverformter Gegenstände aus Eisen, Stahl und deren Legierungen.

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CH190478A
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Drahtwerk Bergerhammer Braucke
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Drahtwerk Bergerhammer Adolf V
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    • C21DMODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
    • C21D8/00Modifying the physical properties of ferrous metals or ferrous alloys by deformation combined with, or followed by, heat treatment
    • C21D8/06Modifying the physical properties of ferrous metals or ferrous alloys by deformation combined with, or followed by, heat treatment during manufacturing of rods or wires

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Description


  Verfahren zur Herstellung kaltverformter Gegenstände     aus    Eisen, Stahl  und deren Legierungen.    Bei -der Herstellung von     Stahldrähten     geht man in ,der Regel vom     Walzdraht    aus,  den man in einem oder     mehreren    Zügen auf  die gewünschte Drahtstärke herunterzieht.  Da bei ,dem Ziehen die Gefahr einer zu  grossen     Härtesteigerung    durch Kaltverfor  mung und damit des Reissens der Drähte  auftritt, hat man den Werkstoff vor dem  Ziehen und auch     zwischen    den einzelnen Zü  gen warm behandelt.

   Als Warmbehandlung  ist bisher allgemein das sogenannte Paten  tieren der Drähte bekannt, das ist eine Er  hitzung der     Drähte    auf etwas über den     Ac:t-          Punkt,    der je nach dem Kohlenstoffgehalt  bei einer Temperatur     zwischen        900-    und  etwa<B>700'</B> C liegt, und eine     anschliessende          Abschreckung    im Bleibad auf eine Tempe  ratur von etwa<B>500'</B> C.

   Bei dieser Warm  behandlung ergibt sieh. ein     sorbitisohes    Ge  füge mit kleinster     Nornaufteilung.    Dadurch  nämlich, dass man mit der Erhitzung nur      etwas über den     Ac3-Punkt    geht,     kommt    man  in     das    sogenannte     Normalisiei-ungsgebiet,    in       ,dem    die Werkstoffe     feinkörnige        Struktur          annehmen.     



  Ausgedehnte Versuche haben     nun    er  geben, dass das kleine Ausgangsgefüge für  Draht, der     auf    .geringere     Querschnitte    her  untergezogen oder gewalzt werden soll, des  halb von ungünstigem Einfluss auf den. Zieh  prozess und die Güte des Werkstoffes ist,  weil die einzelnen Körner nur auf eine     ganz     bestimmte Länge verformt werden können  und dann abreissen.  



  Es hat sich     gezeigt,        dass    diejenigen  Drähte die besten     Güteeigenschaften    auf  weisen, deren Gefüge     langfaserig    ist. Ein  solches     langfaseriges    Endgefüge aber     ist    nur  dann zu erzielen, wenn von einem grossen  Korn ausgegangen wird. Der     grobkörnige     Ausgangswerkstoff erlaubt     weitgehendste          querschnittsverminderung,        d.    h. grosse Kalt-           verformung    und bringt daher neben andern  Vorteilen auch wesentliche     betriebliche    Er  sparnisse.  



  Gegenstand     vorliegender    Erfindung ist  nun ein     Verfahren    zur Herstellung kaltver  formter Gegenstände aus Eisen, Stahl und  deren     Legierungen,    welches dadurch gekenn  zeichnet ist, dass der Werkstoff vor seiner       Kaltverformung    zur Erzielung eines grob  körnigen Gefüges schnell auf eine minde  stens<B>60'</B> C über dem     .4c3-Umwandlungs-          punkt    des Werkstoffes liegende     Temperatur     erhitzt, alsdann rasch auf eine unter<B>720'</B> C  liegende Temperatur abgekühlt wird, diese  Abkühlung aber zwecks Vermeidung von  grosser Härte und von innern Spannungen in  zwei     Stufen    erfolgt,

   wobei die erste Stufe  oberhalb<B>720'</B> C     liebot    und die zweite Stufe  durch Abschrecken in einem Bad erreicht       ,wird.     



  Auf der Zeichnung ist beispielsweise ein  vereinfachtes     Eisen-Kohlenstoff-Diagramm.     dargestellt, in welchem drei Temperatur  gebiete, mit I,     1I    und     III    bezeichnet, einge  tragen sind. Es bedeuten die Linien     G-S,          S-E,        P-S        etc.    bekannte Zustandsänderun  gen im System     Eisen-Kohlenstoff.    Mit I ist'  das mindestens<B>60'</B> C über dem     Ac3-Um-          wandlungspunkt    liegende     Temperaturgebiet,     mit     1I    das erste,

   oberhalb<B>720'</B> C liegende  und mit     III    das zweite, unterhalb<B>720'</B> C  liegende Temperaturgebiet der Abkühlung  bezeichnet.  



  Zur Erzielung     eines    möglichst grobkör  nigen     Gefüges    wird das     kaltzuverformende     Gut je nach -dem Kohlenstoffgehalt und dem       Querschnitt    schnell .auf eine im Gebiete I  liegende Temperatur, d. h. auf eine zwischen  800 und<B>1300'</B> C liegende Temperatur ge  bracht.

   Bei dieser Temperatur befindet sich  dann der gesamte Kohlenstoff in fester Lö  sung, vor allem aber erhält der Werkstoff  hier ein besonders     .grobkörniges    Gefüge.     Aus     dem Gebiet I wird der Werkstoff dann auf  eine innerhalb des     Gebietes        1I    liegende  Temperatur rasch abgekühlt und schliesslich  in einem Blei-, Luft-, Salz-,     Ü1-,    Tran-,  Petroleum-, Talg-,     ,sauren    oder     alkalischen       Bade, auf eine im Gebiete     III,    d. h. unter  halb<B>720'</B> C liegende Temperatur abge  schreckt und auf Raumtemperatur gebracht.

    Die Temperaturführung ist dabei stets so zu  handhaben, dass ein Gefüge möglichst grober       Struktur    .erzielt wird.  



  <I>Beispiel 1:</I>  Geht man von einem Stahl mit 0,5       Kohlenstoff    aus, so wird dieser zweckmässig  auf eine Temperatur von etwa<B>1100'</B> C er  hitzt, hierauf rasch auf eine im Gebiete     II     liegende Temperatur von     etwa   <B>850'</B> C abge  kühlt und alsdann auf eine im Gebiete     III     sich befindende Temperatur von     etwa    500  C       abgeschreckt,    um hierauf auf Raumtempe  ratur .gebracht zu werden.  



  <I>Beispiel 2:</I>  Beträgt der Kohlenstoffgehalt des Stahls  0,8%, so ist die     Erhitzung    auf 1100  C  zweckmässig, mit anschliessender Abkühlung  auf<B>780'</B> und     Absehreckung    auf<B>500'</B> C.  



  Die     abgestufte    Abkühlung hat folgenden  Einfluss. Um die     Gefügestruktur,    die die       Eisen-Kohlenstoff-Legierung    bei einer be  stimmten Temperatur angenommen hat, fest  zuhalten, muss die Legierung so weit abge  schreckt werden, dass, die     Temperatur    in  einem Gebiete     liegt,    in welchem eine Ge  fügeänderung nicht mehr auftritt. Da in  vorliegendem Falle sehr hohe Ausgangs  temperaturen einzuhalten sind, würde     mann     ohne     Zwischentemperatur    \ein zu spannungs  reiches und zu     hartes    Material erhalten, das  nicht oder nur schlecht zu ziehen ist.  



  Es hat sich gezeigt, dass die     Glühtempe-          ratur    möglichst rasch     gesteigert    werden muss.  Es scheint so, als ob dadurch ein restloses  in Lösung gehen der     Karbide    eher erreicht  würde als sonst.

   Das Verfahren hat über  haupt den Vorzug,     dass    ungelöst gebliebene       Zementitlamellen    aus einer     vorhergehenden     Warmbehandlung nicht mehr im Werkstoffe  sind, wodurch auch während der Ab  schreckung     im    Gebiete     III    des     Eisen-          Kohlenstoff-Diagrammes    jede     Anlagerung     von Z     ementit    an solche     testierende    alte           Zementitlamellen    unterbleibt.

   Auch ist fest  gestellt worden, dass die Verteilung der       Korngrenzensubstanz    bei einer Warmbe  handlung gemäss der Erfindung günstiger  ist als bei der     bisher    üblichen. Durch das  rasche     Anstei,gem    der Glühtemperatur  bleibt nämlich der alten     Korngrenzen-          substa,nz    keine Zeit, sich an den     neuen    Korn  grenzen abzuscheiden, sondern sie scheidet  sich in unschädlicher Weise     intrakristallin     ab.  



  Insgesamt haben sich bei der Anwen  dung des Verfahrens der vorliegenden Er  findung ausserordentliche Vorteile erwiesen.  Einer der wesentlichsten ist, dass man bei  spielsweise     Drähte    einer weit grösseren Kalt  verformung bei gleicher     Endfestigkeit    unter  ziehen und die Zahl der     Warmbehandlungen     auf ein Mindestmass     herabdrücken        kann.     Die bisher üblichen Werte der Gütevor  schriften für Draht, insbesondere die Werte  bezüglich der     Torsionen,        Wechseltorsionen     und Biegungen können bei     Anwendung    des  Verfahrens gemäss,

   der Erfindung zum Teil  bis zu     100ö    überschritten werden.  



       Da.s    neue Verfahren hat sich nun nicht  nur bei der Herstellung von Draht als be  sonders brauchbar     erwiesen,    es lässt sich mit       grösstem    Vorteil, vielmehr überall da     an-          @venden,    wo Werkstoffe aus Eisen, Stahl  und deren Legierungen kalt zu     verformen     sind, wie beispielsweise bei der Herstellung  von Blechen,     Röhren,    Bändern, Stangen  oder dergleichen.  



  Wenn man diese     kaltverformten    Gegen  stände bisher warm behandelte, so     handelte     es sich dabei auch immer     wieder    nur um  eine     Zwischenglühung    unter dem     .4c,-Punkt     oder um ein Normalisierungsglühen zum  Zwecke, eine vorangegangene Verfestigung  vor     üer    nächsten     Kaltbehandlung    zu beseiti  gen.     Durch    die     Glühung        unter    dem     -.cl-          Pun#:

  t    oder durch die     Normalisiernngs-          glühung    erzielte man nur     kleinkörnige    Ge  füge. Demgegenüber ist das Gefüge der wie  vorstehend behandelten Gegenstände grob  körnig und weil festgestellt wurde,     ,dass    ein  Werkstoff mit grobem     Korn    eine grössere         Querschnittsverminderung    bei gleicher     End-          festigkeit    zulässt, erweist sich die Anwen  dung des     neuen    Verfahrens auf die Behand  lung aller     kaltzuverformender        Werkstoffe     aus     Eisen,

      Stahl und -deren     Legierungen    als  ausserordentlich     fortschrittlich.     



  Es zeigt sich     insbesondere,    dass     die        über-          eutektoiden    und     legierten    Eisensorten, wenn  sie wie     beschrieben    behandelt werden, eine  sehr gleichmässige Verteilung des Kohlen  stoffes     respektive    der gesamten     Legierungs-          bestandteile    erfahren.

   Die     Grobkarbidbil-          dung,    die bei den früheren Warmbehandlun  gen teilweise zur     Unbrauchbarkeit    des Werk  stoffes führte, wird durch das neue Verfah  ren     unterbunden.    Ebenso kann durch eine  einmalige Warmbehandlung bei . über  eutektoiden Werkstoffen eine völlige Zer  störung des     Zementitnetzes    erzielt werden.  



  Man kann die Warmbehandlung auch  noch dadurch ergänzen,     dass.    man den Werk  stoff bei .einer Temperatur unter     dem.        Ac,-          Punkt    des Werkstoffes glüht, um ihn wei  cher und für weitere Kaltverformung noch  brauchbarer zu machen.  



  Die     Warmbehandlung    kann, wenn die       Verformung    der Werkstoffe sich in Stufen  abspielt, ein oder mehrere Male wiederholt  werden. Es können die fertig     kaItverform-          ten    Gegenstände auch wie bei den bisher zur       Anwendung        gelangenden    Verfahren noch  einer     Glühung    im a- oder     y-Gebiete    unter  zogen     werden.    Dabei     werden    diejenigen  Glühtemperaturen     eingehalten,    die beim       "Normalisieren"    bis anhin üblich waren.

         Wenn    man im     Eisen-Kohlenstoff-Diagramm     Temperaturen einhält, die nur     wenige    Grade  oberhalb der     G-8    Linie liegen,     dann    be  findet     man    sich zwar im     7-Gebiete    aber     in     einem so nahe an der     Umwandlungsgrenze     befindlichen     Temperaturgebiete,    dass die     Le-          gierung    eine     feinkörnige        Struktur    erhält.

    Nur wenn das     y-Gebiet    I     eingehalten    wird,       d.    h.     wenn    man     mindestens    6.0   C über .die  G-<B>8</B> Linie hinausgeht, erhält man ,das ge  wünschte grobkörnige Gefüge. Sollen die  Gegenstände eine bestimmte Zieh- oder       Walzhärte    habe, so kann der Zieh- oder           Walzprozess    je nach der gewünschten Härte  entsprechend früh     unterbrochen    werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung kaltverform ter Gegenstände aus Eisen, Stahl und deren ILegierungen, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff vor seiner Kaltverformung zur Erzielung eines grobkörnigen Gefüges schnell auf eine mindestens<B>60'</B> C über dem 4c.-Umwandlungspunkt des Werkstoffes liegende Temperatur erhitzt, alsdann rasch auf eine unter <B>72,0'</B> C liegende Temperatur abgekühlt wird, diese Abkühlung aber zwecks Vermeidung von grosser Härte und von inneren Spannungen in zwei Stufen er folgt,
    wobei die erste Stufe oberhalb 720 C liegt und die zweite Stufe durch Ab schrecken in einem Bad erreicht wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Bad zum Ab schrecken auf eine unter<B>720'</B> C liegende Temperatur ein Bleibad Verwendung findet. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Bad zum Ab- schrecken auf eine unter 720 C liegende. Temperatur ein Ölbad Verwendung fin det.
    Verfahren. nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass. als Bad zum Ab schrecken auf eine unter 720 C liegende Temperatur ein saures Bad Verwendung findet. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, ,dass als Bad zum Ab schrecken auf eine unter 72-0' C liegende Temperatur ein alkalisches Bad Verwen dung findet. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff mehr mals kalt verformt und jeweils zwischen zwei aufeinanderfol,genden Kaltzügen der Wärmebehandlung gemäss Patentanspruch unterzogen wird. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die verformten Ge genstände bei Temperaturen unter dem AM-Punkt des Werkstoffes, um ihn wei cher zu machen, geglüht und dann an der Luft abgekühlt werden.
CH190478D 1934-09-07 1935-08-24 Verfahren zur Herstellung kaltverformter Gegenstände aus Eisen, Stahl und deren Legierungen. CH190478A (de)

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