CH191187A - Verfahren zur Herstellung hochporöser, mindestens teilweise aus kieselsaurem Kalk bestehender Formstücke. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung hochporöser, mindestens teilweise aus kieselsaurem Kalk bestehender Formstücke.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung hochporöser, mindestens teilweise aus kieselsaurem Kalk. bestehender Formstücke. Hochporöse Kieselsäure-Kalksteine mit einem möglichst geringen Raumgewicht kön nen in der Weise erzeugt werden, dass man die in bekannter Weise in Druckdampf zu härtende Kieselsäure-Kalkmischung unter einem so hohen Wasserzusatz herstellt,
dass die geformten Steine beize. Abbinden einen Wassergehalt von über 50 % bis zu 90 % auf weisen. Nach dem Trocknen sollte man dem nach Kieselsäure-Kalksteine mit einem Raumgewicht unter 0,5 bis zu 0,1. erhalten.
Die Herstellung derartiger Steine scheiterte bisher an der Schwierigkeit, @dass die Kiesel säure-Kalkmischung bei dem erforderlichen sehr hohen Wasserzusatz .so dünnflüssig wird, dass die als Saud oder Kieselsur zu gesetzte Kieselsäure und auch ein grosser Teil des Kalkes vor der Erhärtung absetzen.
Ein grosser Teil des Wassers scheidet vor dem Abbinden aus den Formlingen aus, so dass die Steine einen bedeutend geringeren Was- "M -b9 sergehalt ,
als den beabsichtigten und je nach -der Tiefenlage der Schichten eine sehr un gleichmässige Zusammensetzung aufweisen. Durch stofffremde Verdickungsmittel allein kann wegen der erforderlichen grossen Menge das Absetzen nicht ohne Beeinträchtigung des Abbin:
dens verhindert werden. Deshalb schlug man vor, die Kieselsäure entweder in gelöstem Zustande, als Wasserglas, oder bis zu einer mehr oder weniger kolloidalen Fein heit vermahlt zu verwenden.
Beide Vor schläge können wegen ihrer Kostspieligkeit nur in Ausnahmefällen in Betracht kommen. Der Vorschlag, Idas Absetzen durch Rühren der Mischung im Druckdampfkessel zu ver hindern, ist zu verwerfen, -weil das Abbinden nicht ungestört bis zur Verfestigung und Er härtung der Mischung in den Formen statt findet, sondern in, die Formen ein bereits teilweise -.abgebundener Mörtel eingetragen,
in diesen gepresst und noch einmal im Druck- dampfkessel behandelt werden mass. Diese Arbeitsweise erfordert umständliche Einrich tungen und ist auch wegen des doppelten Dämpfens kostspielig.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung hoch poröser, mindestens teilweise aus '# Kalk bestehender Formstücke durch Behandlung eines Kieselgar und gelöschten Kalk und über 50 bis 90% Wasser enthal tenden Gemisches mit Druckdampf, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass das Ab setzen von K:
ieselgur und Kalk während der zur Verformung und Erhärtung erforder lichen Zeit dadurch vermieden wird, dass neben Kieselgar eine mindestens ein Silikat enthaltende Lösung zur Umsetzung mit dem gelöschten Kalk verwendet wird. Zu diesem Zweck können höchstens 5 Gewichtsprozent der auf die Kieselgurmenge berechneten ge samten Kieselsäure (Si0".) in Form von Was serglas der zu verwendenden Kieselgur-Kalk- mischung zugefügt werden.
Die zur Vermei dung des Absetzens erforderliche S,ilikat- lösung kann auch durch Zusatz von Ätz- alkali, insbesondere Natronlauge, zur kalten Mischung an der Oberfläche des Kieselggurs erzeugt werden.
Die Gegenwart einer gerin gen Menge Kieseleäurelösung genügt, um die Absetzgeschwindigkeit des übrigen Kiesel- gurs und des beigemischten gelöschten Kal kes selbst in einer Mischung, die biss zu 90 Wasser enthält, so weitgehend zu verlang samen, dass kein nennenswertes Absetzen während der Verformung und des Härte- prozesses im Härtekessel eintritt.
In dieser Weise lassen sich harte :Steine von festem Gefüge, also verhältnismässig grosser Druck-, Biege- und Bruchfestigkeit und genügender Härte erzeugen, die nach dem Trocknen ein bisher unerreicht geringes Raumgewicht, tief unter 0,5 bis zu 0@,1 auf wei6en und sich als scha1l- und wärme isolierendes Baumaterial hervorragend eignen.
Die Masse kann aber nicht nur für sich, sondern auch als Bindemittel mit andern schwammigen oder faserigen Füllstoffen, zum Beispiel Bimssteinkies, Korkklein, tie- rischen, pflanzlichen oder min:eral:
ischen Fä,- lern, zum Beispiel Sehweinehaaren, Holz schliff, Holzspänen, Stroh, Schilfrohr, Asbest, verwendet werden, die es zu Formstücken vereinig, ohne deren an und für sich gute Isolierfähigkeit, bezw. ihr geringes %um- gewicht zu beeinträchtigen, wie dies bei den üblichen andern Bindemitteln mehr oder we niger der Fall ist.
<I>Beispiel 1:</I> 260 Gewichtsteile Kieselgar und 9 Ge wichtsteile Ca.0 als frisch gebrannter und ge löschter Kalk werden mit 660 Gewichtsteilen Wasser und 8 Cxewichtsteilen einer Wasser- gla.slösung von 40 B6 gemischt, in Formen egossen, die während einiger Stunden bei g<B>o</B> in der Kalksandsteinfabrikation üblichen Temperaturen im Druckkessel der Einwir kung von gesättigtem Wasserdampf aus gesetzt werden. Die getrockneten Steine be sitzen ein Raumgewicht von etwa 0,37.
Es ist zweckmässig, der Kieselgurauf- schlämmung auf die Trockensubstanz gerech net 1 bis<I>4</I> %. Verdickungsmittel wie Deatrin oder Leim zuzufügen. Diese Menge unter- stützt die Verringerung der Absetzgeschwin- digkeit, ist aber nicht so gross, dass das Ab binden gestört würde, vielmehr bewirkt sie eine Steigerung der Biegungsfestigkeit.
Bei gewissen Kieselgurarten, je nachdem sie mehr oder weniger lösbare Kieselsäure ent halten, wird insbesondere bei der Erzeugung von Formstücken mit .sehr kleinem Raum gewicht, also bei hohem Wasserzusatz, zweck mässig ein geringerer oder grösserer Teil des Wasserglases oder dessen ganze Menge durch Ätzal-kali ersetzt.
<I>Beispiel 2:</I> Die Formstücke werden aus einer Mi schung von 6<B>5</B> Gewichtsteilen Kieselgar, 3!4 Gewichtsteilen Ca0 und 1100 Gewichts teilen Wasser, sowie 4,5 Gewichtsteilen Wassergl-aslösung von 40' B6 und 12 Ge- wichtsteilen in dem Wasser gelöstem Na0H in der in Beispiel 1 beschriebenen Weisse er zeugt. Das Raumgewicht beträgt etwa 0,10 bis 0,12.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung hochporöser, mindestens teilweise aus kieselsaurem Kalk bestehender Formstücke durch Behandeln eines Kieselgur und gelöschten Kalk und über 50 bis<B>9,0%</B> Wasser enthaltenden Ge misches mit Druckdampf, dadurch gekenn zeichnet, dass das Absetzen von Kieselgur und Kalk während der zur Verformung und. Erhärtung erforderlichen Zeit dadurch ver mieden wird, dass neben Kieselgur eine min- destens ein Silikat enthaltende Lösung zur Umsetzung mit dem gelöschten Kalk verwen det wird. UNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass höchstens 5 % der ge samten Kieselsäure in Form von Wasser glas der zu verwendenden Kieselgur-Kalk- mischung zugefügt werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Vermeidung des Absetzens erforderliche Silikatlösung durch Zusatz von Ätzalkali zur kalten Mi schung an der Oberfläche des Kieselgurs erzeugt wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der .Silikat- lösung in Form von Waa:serglas zugesetzt und ein anderer Teil durch Ätzalkali- zusatz erzeugt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch einen höchstens 4 % des Gesamttrockengehaltes betragenden Zusatz eines aus einem organischen Kolloid be stehenden Verdickungsmittels. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem als Bindemittel verwendeten Mörtelgemisch Füllstoffe zu gefügt werden.
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