Verfahren zur Herstellung von zu technischen Zwecken bestimmten Trockenpräparaten aus Gesamtdrüsen, insbesondere aus dem tierischen Pankreas. Trockenpräparate aus Gesamtdrüsen, das sind Trockenpräparate, die das natürliche Gemisch der in der Drüse vorhandenen Fer mente in haltbarer (trockener) Formenthal ten, werden aus den betreffenden tierischen Organen in der Regel durch Vermischung der zerkleinerten Organe (oder auch ihrer wässerigen Auszüge) mit krzstallwasserfreien Salzen oder mit saugfähigen Stoffen und nachfolgende @schonende Trocknung herge stellt.
Bekannt ist auch die Behandlung der vorgetrockneten Organe mit organischen Lö sungsmitteln zum Zwecke der Entfettung. Bei allen Verfahren dieser Art wird,die Ent wässerung und Entfettung, ,soweit überhaupt fettfreie Organpräparate erhalten werden, in zwei getrennten Arbeitsgängen .durchgeführt.
Für die präparative Herstellung von Pankreaslipase ist empfohlen worden, den durch Zerkleinerung der Drüse gewonnenen Brei unmittelbar mit grossen Mengen organi scher Lösungsmittel zu entwässern. und zu entfetten, zu welchem Zweck der Brei nach einander mit Azeton, Azeton und Äther und schliesslich mit Äther allein gewaschen und an der Luft getrocknet und das lufttrockene Pulver sodann zur Gewinnung einer Lipase- rohlösung mit Glyzerin ausgezogen wird.
Schliesslich ist auch für die technische Herstellung eines Präparates, .das die gesam ten Fermente des Pankreas in trockener Form enthält, ein Verfahren bekannt gewor den, bei welchem der wässerige Drüsenbrei unmittelbar der Extraktion unterworfen wird.
Bei diesem Verfahren (vergl. britische Patentschrift Nr. 120,928) wird die ganze Extraktion mit Azeton allein durchgeführt, wobei die sorgfältig zerkleinerte frische Drüse zunächst einer kurzen Vorbehandlung mit einer bedeutenden Menge von gewöhn lichem Azeton unterworfen und der nach dem Abfiltrieren des Lösungsmittels ver bleibende Rückstand gepresst wird, um ihn für eine erschöpfende Auslaugung mit wasserfreiem Azeton geeignet zu machen.
Nach dieser Behandlung mit wasserfreiem Azeton, die zweimal wiederholt wird, bleibt der Extraktionsrückstand sich selbst über- lassen, bis die letzten Spuren des Lösungs mittels verdunstet sind, worauf das luft trockene Produkt fein zerkleinert wird.
In Übereinstimmung mit dem Verfahren dieser englischen Patentschrift setzt sieh auch die vorliegende Erfindung das Ziel, Trockenpräparate aius Gesamtdrüsen, insbe sondere aus dem tierischen Pankreas, durch unmittelbare Entwässerung und Entfettung des wässerigen Drüsenbreies mit Hilfe nur eines Lösungsmittels, insbesondere des Aze- tons, unter Gewinnung des möglichst unver änderten natürlichen Fermentgemisches in Form eines trockenen Extraktionsrückstan des zu gewinnen.
Das vorliegende Verfahren zur Herstellung von zu technischen Zwecken bestimmten Trockenpräparaten aus Gesamt drüsen ist ,jedoch dadurch gekennzeichnet, dass man einen durch Zerkleinerung von Drü sen gewonnenen Brei in einem Extraktor, an welchen ein Destillator und ein Kondensator nach aussen geschlossen angeschaltet ,sind, mit dem Lösungsmittel bis zur praktisch vollkommenen Entwässerung und Entfet tung behandelt,
indem man das Lösungsmit tel im Destillator zwischenhinein durch De stillation vom Wasser und den ausgezogenen Stoffen befreit und das im Kondensator wieder verflüssigte Lösungsmittel jeweilen wieder in den Extraktor zurückleitet und schliesslich das im Extraktor verbleibende Gut dort von den Lösungs mittelresten durch Verdampfung der letzteren befreit und trock net.
Im Vergleich zum Verfahren der er wähnten britischen Patentschrift wird beim erfindungsgemässen Verfahren der durch Zer kleinerung der Drüsen gewonnene wässerige Brei in einer nach aussen geschlossenen Ap paratur sowohl entwä,s-sert, entfettet, als auch in den trockenen Zustand übergeführt; eine Entwässerung durch Abpressen, wie sie bei den bekannten Verfahren vorgenommen wird, entfällt also beim erfindungsgemässen Ver fahren. Hierdurch kann einerseits ein Ver- lust an Stoffen, die mit dem Press;saft ent fernt würden, vermieden und anderseits die praktisch restlose ZN\iedergewinnung des Lö sungsmittels sichergestellt werden.
Das Verfahren hat zur Voraussetzung, da,ss das Lösungsmittel so\vohl Wasser, als auch Fett zu lösen vermag; man kann als Lösungsmittel auch ein Gemisch von Stof fen, z. B. Azeton-Chloroform verwenden, so fern es sich um ein sogenanntes azeotrop sie dendes Gemisch handelt, das ohne Änderung einer Zusammensetzung destilliert werden kann.
Die Ausführung des Verfahrens wird im folgenden an dem Beispiel der Herstellung eines Trockenpräparates aus der Bauch speicheldrüse beschrieben. Man geht zweck mässig von frischen oder durch Salzen oder Gefrieren konservierten Drüsen aus, und zwar dient vorzugsweise das Pankreas der Schweine oder der Rinder als Ausgangsma terial; Präparate der Schweinedrüsen sind bekanntlich die wirksameren. Das Pankreas wird durch eine Hackmaschine getrieben und das Gehackte noch weiter zerkleinert. Der Brei wird sodann in einen Extraktor, an den ein Destillator und ein Kondensator nach aussen geschlossen angeschaltet sind, eingebracht und mit Azeton bedeckt.
Das Lö- sunbmittel wird, nachdem es eine Zeitlang auf dem Gute .stehen geblieben ist, jeweilen durch Destillation im Destillator von Was ser und den nichtflüchtigen Extruktivstoffen lefreit. Die Lösungsmitteldämpfe werden im Kondensator kondensiert und das Kondensat von dort wieder in den Extraktor nachge füllt.
Diese Arbeit wird fortgesetzt, bis eine aus dem Extraktor entnommene Probe des Extraktionsmittels sich als was,ser- und fett frei erweist. Ist dieser Zustand eingetreten, so wird das Lösungsmittel aus dem Eitrak- tor abgezogen und da.s Extraktionsgut von den zurückgehaltenen Lösungsmittelresten durch Erwärmen und Evakuierung des Ex traktors oder Durchleiten von heisser Luft befreit.
Die abgetriebenen Lösungsmittel dämpfe werden vorteilhaft durch einen Kon- denwsa.tor geführt, das Kondensat in einer Vorlage aufgefangen und die in diesem Kondensator nicht kondensierten Dämpfe hernach .durch mehrere Absorptionsgefässe, die zum Teil mit Wasser, am Ende der Reihe aber vorzugsweise mit Natriumbisul- fitlösung beschickt sind, um auch die letzten Spuren des Azetons zurückzuhalten, geführt.
Sowohl das durch Kondensation unmittelbar verflüssigte Azeton, als auch die Fül lung der Absorptionsgefässe geht schliesslich zwecks Wiedergewinnung der Lösungsmit- telanteile in den Destillator. Die Natrium- bisulfitlösung wird unter @Sodazusatz destil liert.
Gemäss einer besonderen Ausführungs form werden aus dem nach dem Abdestillie- ren des Lösungsmittels im Destillator ver bleibenden Rückstand, vorzugsweise nach dem Abschöpfen des erstarrten Fettes, von Natur aus in den Drüsen vorkommende Stoffe, insbesondere wasserlösliche kolloide Eiweissstoffe (einschliesslich der kolloiden Eiweissabbauprodukte), die bei der Extrak tion in Lösung gegangen sind, abgetrennt, um dem Trockenpräparat aus der Gesamt drüse zugesetzt zu werden.
Die kolloiden Ei weissstoffe können beispielsweise mit Neu- t.ralsalzei bei .saurer Reaktion, vorzugsweise einer solchen, die .dem isoelektrischen Punkt entspricht, ausgefällt oder ausgesalzen wer den. Man verwendet vorteilhaft solche Salze zu,diesem Zwecke, die im fertigen Präparat als Aktivatoren dienen. Auch alle sonstigen Methoden zur Eiweissfällung können für die sen Zweck herangezogen werden.
Zur Ausführung der oben beschriebenen Verarbeitung von Bauchspeicheldrüsen dient beispielsweise die in der Zeichnung schema tisch dargestellte Vorrichtung.
Der Apparat besteht aus einem Extrak- tor 1 mit Rührwerk 2 und einem doppelten Siebboden 3, unter welchem eine Schlange 4 zur indirekten Beheizung mit Dampf ange ordnet ist. Zwischen den beiden Siebplatten ist ein Filtertuch eingelegt. Die Dampfzu fuhr zur Schlange 4 wird durch ein Ventil 5 geregelt.
Der mit einem Mannloch 6 ver sehene Deckel 7 des Egtraktors ist zusammen mit ,dem Rührwerk 2 abhebbar. Durch den im obern Teil des Extraktors einmündenden Stutzen 8 kann die Belüftung des Extraktors nach Beendigung der Behandlung des Ex traktionsrückstandes im Vakuum erfolgen.
Der Extraktor 1 steht durch die Leitun gen 9, 10 mit zwei parallel geschalteten L8- sungsmittelbehältern 11, 12 in Verbindung, in deren Zuleitungen Ventile eingeschaltet sind. Durch die Leitung 10 stehen die beiden Behälter 11, 12 mit einem Vorratsbehälter 13 in Verbindung, dessen Füllstutzen 15 durch ein Ventil abschliessbar ist. Die Leitung 9 ist durch. ein Ventil 14 von der Leitung 10 abschaltbar.
Von .dem Boden des Extraktors 1 zweigen zwei Leitungen 16, 18 ab, von denen 16 über den Miscellabehälter 19 durch die Leitung 17 zum Destillator 21 führt, während die Leitung 18 über ein Ventil in die Leitung 10 einmündet und durch ein von dieser abzweigendes Rohr 20 mit Ventil an die Leitung 17 angeschlossen ist.
Die Leitung 18 steht durch ein Rohrstück mit Ventil 22 mit einem Kondensator 28 in Verbindung, an den eine Vorlage 2.4 ange schlossen ist. Die nicht kondensierten Dämpfe streichen aus der Vorlage 24 durch die Ab sorptionsgefässe 2,5, 2,6,<B>27.</B> Die Vorlage und jedes der Absorptionsgefässe sind durch Rohrstücke mit Ventilen mit der Leitung 17 verbunden. Die Ableitung des letzten Ab- sorptionsgefässess 27 ist durch ein Ventil 28 an eine Vakuumleitung anschliessbar.
Die Lösungsmittelbehälter 11, 1-2, der Vorratsbehälter 13, der Miscellabehälter 19 und der Extraktor 1 stehen durch die Lei tung 29 und die Waschflasche 30 mit der Aussenluft in Verbindung. Die Abzweigung von der Leitung 2,9 zum Vorratsbehälter 13 und die beiden Abzweigungen, welche oben und unten in den Extraktor 1 einmünden, sind mit Ventilen 29', 29", 29"' ausgestattet.
Der Destillator 21 ist mit einem durch Dampf heizbaren Doppelmantel 31 versehen. Die Dampfzuleitung wird durch das Ventil 32 geregelt. Mit 33 ist das in der Ableitung des Destillators eingeschaltete Ventil be zeichnet. Der Destillator 21 ist mit der Kolonne 34 verbunden, in der auf dem schiefen Post 35 Füllkörper 36, z. B. Raschigringe, auf geschichtet sind. Im obern Teil der Kolonne ist eine Kühlschlange 37 untergebracht.
Die Rohrleitung 38, in der ein Temperaturmes ser 39 vorgesehen ist, verbindet die Kolonne 34 mit einem Kondensator 40, der durch Leitungen mit Ventilen mit den beiden Lä- sungsmittelbehältern 11, 12 verbunden ist..
Um die Vorrichtung in Betrieb zu setzen, wird zuerst Lösungsmittel aus dem Vorrats behälter 13 mit Hilfe einer an den Stutzen 15 angeschlossenen Pumpe über die Leitung 10 in die Lösungsmittelbehälter 11 und 12 hinaufgedrückt. Sodann wird das, beispiels weise durch einen Fleischwolf, zerkleinerte Extraktionsgut durch das Mannloch 6 auf den Zwischenboden 3 des Eitraktors 1. ein getragen.
Nun wird das Mannloch wieder ge schlossen und eines der untern Ventile der Behälter 11, 12 und das Ventil 14 geöffnet und Lösungsmittel durch die Leitungen 10 und 9 in den Eitraktor einfliessen gelassen, bis das eingefüllte Extraktionsgut vollstän dig mit Lösungsmittel bedeckt ist. Dabei bleibt das Ventil 29"' geöffnet, damit Druckausgleich eintreten kann.
Je nach Art des zu extrahierenden Materials bleibt das Lösungsmittel unter Betätigung des Rühr werkes 2 kürzere oder längere Zeit auf dem Extraktionsgut stehen, worauf der Lösungs- mittelinhalt des Eitraktors durch die Lei tung 1,6 in den Miscellabehälter 19 und von dort durch die Leitung 17 in den Destillator abgelassen wird.
Auf einem andern Wege kann der Lösungsmittelinhalt des Eitraktors durch die Leitungen 18, 10 über das Zweig rohr 20 und die Leitung 17 in den Destilla- tor 21 geschickt werden. Das. abgelassene Lösungsmittel wird durch frisches Lösungs mittel ersetzt.
Im Destillator 21 wird aus dem abgelas senen Extrakt das Lösungsmittel abdestil- liert. Die Dämpfe ziehen durch die Kolonne 34 zu der Kühlschlange 37, wobei das Was ser vollständig kondensiert wird und in den Destillator 21 zurückfliesst, während die Lö- sungsmitteldä.mpfe durch die Leitung 38 in den Kondensator 40 gelangen, von wo da.s Kondensat in einen der Lösungsmittelbehäl- ter 11, 12 abfliesst.
Ist die Extraktion beendet, so wird (nach dem Ablassen des Lösungsmittelinhaltes aus dem Eitraktor) zur Abtreibung der im Ex traktionsrückstand enthaltenen Lösungsmit- telreste Heizdampf durch die Schlange 4 ge- lcitet. @\'ährend dieses Vorganges sind die Ventile in der Leitung 1.6 und 18 hinter dem Eitraktor geschlossen, wogegen das Ventil 22 geöffnet ist. Bei 28 wird nun das Vakuum angeschlossen.
Die abgesaugten Lösungsmit- teldämpfe strömen daher in den Kondensator 23, aus dem das verflüssigte Lösungsmittel in die Vorlage 24 abfliesst, während die nicht kondensierten Dämpfe durch die Absorp tionsgefässe 25--27 streichen. Der Inhalt der Vorlage und die Füllung der Absorptions gefässe werden nach Schliessung von 1,8 und Öffnen von 8 nach Bedarf durch die Lei tung 17 in den Destillator 21 abgelassen.
Wenn alles Lösungsmittel aus dem Ex traktionsgut ausgetrieben ist, wird bei ge schlossenen Ventilen 5 und 22 und dem Ab heben des Deckels 7 mit dem Rührwerk 2 das extrahierte Gut ausgetragen, das dann, zweckmässig auf einer Schla.gkreuzmühle mit feinen Sieben, gemahlen wird. Nach Reini gung des Bodens 3 und Auswechslung des Filtertuches ist der Eitraktor wieder be triebsbereit.
Der im Destillator zurückgebliebene Ex trakt wird durch den Hahn 33 abgelassen.