Schlepper mit Winde, insbesondere zum Ziehen von Geschützen. Wenn mittels eines Schleppers Geschütze oder sonstige schwere Anhänger durch das Gelände gezogen werden, können Hindernisse auftreten, die es unmöglich oder schwierig machen, den Schlepper und den Anhänger zugleich zu verstellen. Zur Beseitigung die ses Nachteils ist schon vorgeschlagen wor den, auf dem Schlepper eine Winde anzu ordnen. Beispielsweise wird beim Schleppen von Geschützen dieses dann vom Schlepper abgekuppelt und der Schlepper allein durch den schwierigen Geländeteil gefahren.
Ist der Schlepper mit gesperrten Rädern auf einen geeigneten Platz hingestellt, so wird das Windekabel an dem Lafettenauge befe stigt und das Geschütz mittels der Winde zu dem Schlepper hingezogen. Das Kabel wird darauf losgemacht und das Lafetten auge auf den Zughaken gehoben.
Das Ab kuppeln, das Befestigen des Win.dekabels und das Wiederankuppeln sind umständliche Handlungen, die einen wesentlichen Zeit verlust verursachen. Insbesondere bei schwe- ren Geschützen, bei denen der Auflagedruck des Lafettenauges 700 kg betragen kann, tre ten grosse Schwierigkeiten auf.
Der Druck des Lafettenauges ist .dann so :gross" dass be sondere Hebewerkzeuge erforderlich sind, um den Schwanz anzuheben. Dabei mu3 man dann auch noch mit dem .Schlepper vor- und rückwärts manövrieren, um den Zughaken unter dais Lafettenauge zu bringen.
Es ist klar, dass, wenn eine Batterie eine andere Stellung einnehmen muss, die beschriebenen Handlungen einen unzulässigen Zeitverlust verursachen können., zumal - diese noch sehr häufig .durch feindliches Feuer gestört sein können.
Die Erfindung bezweckt, diese Mängel zu beseitigen, was dadurch erzielt wird, dass der Zughaken, der den Zweck hat, den: An hänger an .den Schlepper zu kuppeln., mit dem Windekabel verbunden ist. Hierdurch kann man, wenn z. B. beim .Schleppen eines C,reschützes in schwierigem Gelände einem Hindernis begegnet wird, mit Hilfe der Winde den Schwanz des Geschützes bis auf den Boden senken und darauf den Schlepper fortfahren, wobei das Kabel gefiert wird.
Nachdem der Schlepper sich an einer geeig- neten; Stelle befindet, wird die Winde in Tätigkeit gesetzt, wodurch das G.esehütz nach dem Schlepper gezogen und darauf der Schwanz gehoben wird, so dass der Schlepper und das Geschütz wieder zusammen, weiter gefahren werden können, ohne dass die be schriebenen Handlungen zum Abkuppeln und zum Ankuppeln des Lafettenauges von und an einem festen Zughaken erforderlich sind.
Der Zughaken kann mit einem Teil ver sehen sein. der in ein Aufnahmeorgan des Schleppers passt. Hierdurch wird eine gute Abstützung des Zughakens erzielt, wodurch dieser den Stössen beim Fahren über unebe nem Gelände Widerstand leisten kann.
Die Festigkeit der Verbindung zwischen dem Schlepper und dem Anhänger kann noch dadurch vergrössert sein, dass eine gegebenen falls selbsttätig wirkende Sperrvorricbtung vorgesehen ist, mittels welcher der Zughaken nach dem Aufwinden des Windekabels der art mit dem Schlepper verbunden werden kann. dass das Kabel von :der Beanspruchung des Schleppens des angekuppelten Anhängers entlastet wird.
Hierbei kann die Sperrvor richtung ein durch eine Feder verschiebbares Sperrorgan aufweisen, das so, lange durch einen Riegel daran gehindert wird, sich un ter .dem Einfluss ,der Feder zu verschieben, bis der Riegel durch den in seine Endstel- lung gelangenden Zughaken. verschoben wird, wobei dann das Sperrorgan durch die Feder verschoben wird, bis es in eine Ausnehmung des Zughakens greift.
Weiter kann bei einem Schlepper mit mechanisch angetriebener Winde durch den Zughaken bei Erreichen seiner Endstellung die Antriebsvorrichtung .der Winde selbst tätig ausser Wirkung gesetzt werden. Hier durch wird verhindert, dass das Kabel beim Aufwinden überbeansprucht werden kann. Auch .Schlüpfkupplungen oder dergleichen, die sonst zu diesem Zweck angeordnet werden müssten, erübrigen sich dadurch.
Diese selbst- tätige Ausserkraftsetzung kann erreicht wer den durch einen in der Bahn des Zughakens angeordneten Riegel. der mit Mitteln zum Ausschalten der Antriebsvorrichtung der Winde verbunden ist.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Schleppers nach der Erfindung veranschaulicht.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht eines Teils des Schleppers, Fig. 2 ein entsprechender Grundriss, Fig. 3 ein Längsschnitt des Zughakens und einiger Teile in grösserem Massstab, Fig. 4 eine entsprechende Rückansicht, Fig. 5 eine entsprechende Draufsicht, die Teile teilweise im :
Schnitt, Fig. 6 eine Ansicht der Sperrplatte, Fig. 7 eine Seitenansicht der beim Füh rersitz vorgesehenen Bedienungsorgane und Fig. 8 ein Teil der Fig. 7 in grösserem Massstab.
Der hintere Teil des in der Zeichnung dargestellten Schleppers wird von einer Hin terachse 1. getragen, an welcher auf beiden Seiten je ein Schwingglied 2. mit Laufrädern 3 angeordnet ist; um die Räder kann gege benenfalls ein endloses Raupenband gelegt werden, um den Schlepper noch :geländegän giger zu machen.
Auf dem Schlepper ist weiter eine Winde 4 befestigt, die durch den Motor mittels eines am Getriebe angeordne ten Kraftanschlusses, einer Welle 5, eines Reduktionsgetriebes 6 und einer in einem C-rehäuse 7 gelegenen Welle angetrieben wer den kann.
Das Kabel 8 .der Winde ist über eine Rolle 9 geführt und an seinem Ende mit einem Zughaken 10 versehen. Dieser besteht aus zwei Teilen, nämlich aus .dem eigent- liehen Hakenteil, der mittels eines Bolzens 11 (Fig. 3) gelenkig mit einem kegelförmigen Teil 12 verbunden ist.
Das Kabel 8 ist an dem Zughaken befestigt, indem sein Ende 13 in einer sich nach hinten erweiternden Öff nung des Kegelteils 12 gelagert und durch Splissen und Eingiessen von Metall verdickt ist. Der Kegelteil 12 des Zughakens passt in einen Aufnahmeteil 14 des Schleppers, der ein Ganzes mit zwei Führungsstücken 15 bildet. zwischen denen auf einer Achse 16 eine Rolle 17 drehbar angeordnet ist.
Diese Rolle dient zum Führen des Kabels 8 beim Fieren, beim Heranziehen des Geschützes und Heben des Geschützschwanzes und weiter zum Unterstützen des Hakenteils des Zug hakens.
Die gelenkige Verbindung .der beiden Teile des Zughakens hat den Zweck, zu ver hindern, dass beim Heben. des Lafettenauges der Zughaken wie ein Hebel wirken und be- zü,glieh des Kabels eine derartige Lage ein nehmen würde, dass@ das Kabel an der Stelle, wo es aus .dem Kegelteil tritt, zu stark gebo gen würde. Dieses würde der Fall sein, wenn der Hakenteil und der Kegelteil 12 ein Stück bilden würden. Der Bolzen 11 ist im Teil <B>1</B>2 durch Federringe .gehalten, die in Nuten rles Teils 12 liegen.
Wenn der Zughaken durch das Aufwin den des Kabels 8 in den Teil 12 des Schlep pers hineingezogen ist, wird er in dieser Lage mittels einer Sperrplatte 18 gesichert (Fis. 5 und 6), die an Führungen 19 entlang ver- sebiebbar ist-und mit einem Rand 20 in eine Ausnehmung 21 des Kegelteils 12 greift. Die Sperrplatte wird durch Federn 22 gegen die Führungen 19 gedrückt.
Wenn die Sperr- platte 18 eingeschnappt ist, wird diese selbst tätig durch eine Vorrichtung gesichert, die in folgender Weise arbeitet: Die ,Sperrplatte 18 wird beim Fieren des Kabels durch einen im Teil 14 verschiebbar angeordneten bolzenförmigen Riegel 23 ge halten, dessen Kopf 24 durch eine Feder 25 in eine kreisförmige Ausnehmung 26 der Sperrplatte 1.8 gedrückt wird.
Wenn das Kabel aufgewunden wird und der Zughaken in den Teil 14 gelangt, drückt ein Nocken 27 des Kegelteils 12 den Riegel 2'3 entgegen der Kraft der Feder 25 nach vorn, bis der Kopf 24 aus der kreisförmigen Ausnehmung 26 heraustritt und die Sperrplatte sich mit einem Schlitz 26a am Riegel 23 entlang bewegen kann.
Die Sperrplatte 18 kann jetzt mit ihrem Rand 20 in die Ausnehmung 21 ge schoben werden, und zwar mittels eines Ar mes 28, der mit einem Kugelkopf 29 in eine Öffnung 30 der Sperrplatte eingreift und ein Ganzes mit dem Hebel 31 bildet. der unter dem Einfluss der Feder 32 steht.
Dieser Hebel ist durch ein Kabel oder eine Stange 33 mit einem in der Nähe des Führers an geordneten Bedienungshebel verbunden. Wenn man jetzt das Kabel der Winde zu fieren wünscht. so kann man mit Hilfe dieses Be dienungshebels die Sperrplatte 18 aus der Ausnehmung herausziehen und in dieser Lage halten, bis der Nocken 2,7 des Zug hakens so weit von dem Teil 14 entfernt ist, dass der Riegel 23 unter Einfluss:
der Feder 25 mit .seinem Kopf 24 in die Ausnehmung 26 geschoben ist und die Sperrplatte 18 fest hält.
In Fig. 7 ist angegeben, wie die beschrie bene Vorrichtung durch die Stange 38 mit dem Windenantrieb verbunden ist. In die ser Figur sind die normalen Bedienungs- organe dargestellt, und zwar das Bremspedal . 36, der Bremshebel 37 und der Schalthebel 38. Weiter befinden sich im Bereich des Führers ein Hebel 39 für die Bedienung einer Bremse der Winde, die auf das Reduktions getriebe 6 wirkt, und ein Pedal 40, das nach vorn getreten werden kann und dadurch die Einschaltvorrichtung 34 der Winde betätigt.
Das Pedal 40 ist mit einem Bolzen 41 (ver gleiche Fig. 8) versehen:, der in einem Schlitz 42 einer,Stange 43, verschiebbar ist. Diese Stange ist mit einem verbreiterten Teil 44 der Stange 33 verbunden:, während in .diesem Teil ein Schlitz 45 angeordnet ist, in dem ein Bolzen 46 .eines Hebels 3,5 ver- sehiebbar ist.
Wenn man den Zughaken zu entriegeln und das Windekabel zu fieren wünscht, zieht man den Hebel 35 rückavIrts, wodurch die Stange 3:3 nach vorn gezogen wird und die Sperrplatte 18 aus der Ausnehmung 21 des Zughakens tritt. Mit Hilfe des Brems hebels 39 kann man,die Winde 4 ein wenig bremsen, um den :
Schwanz des Geschützes langsam bis auf den Boden, zu senken, wor- auf man die Bremse 39 ausser Betrieb stellt. Der Hebel 35 wird wieder nach vorn ge drückt, so dass der Bolzen 46 im hintern Teil des Schlitzes 45 zu liegen kommt. Die Stange 3.3 wird in der vordern Lage, entgegen dem Druck -der Feder 3,2 festgehalten, .da die Sperrplatte 18 durch den Riegel 23 gesichert wird.
Beim Vorwärtsziehen der Stange 33 wird die Stange 43 mit ihrem Schlitz 42 am Bol zen 41 entlang geschoben, ohne das Pedal 40 mitzunehmen. Wenn man darauf den An trieb der Winde einzuschalten wünscht. tritt man das Pedal 40 nach vorn, so dass sich der Bolzen 41 im Schlitz 42 nach vorn ver schiebt.. Wenn jetzt in der im Obenstehenden beschriebenen Weise der Zughaken. durch das Eintreten in den Aufnahmeteil 14 den, Riegel 23 aus der Sperrplatte 18 hinausschiebt, ent spannt sich die Feder 32, wobei zugleich die Sperrplatte 18 den Zughaken verriegelt und das Pedal 40 rückwärts gezogen wird, so dass der Antrieb der Winde selbsttätig aus geschaltet wird.
Dadurch kann das Winde kabel 8 nicht zu fest aufgewunden werden, so dass einer Überbeanspruchung des Kabels oder anderer Teile der Vorrichtung vorge beugt wird.
Die Sperrplatte 18 wird derart aus- gefübrt, dass, wenn die Vorrichtung neu ist. der Rand 20 nicht bis zur vollen Tiefe in die Ausnehmungen 2,1 des Kegelteils 12 greift. Dadurch wird erreicht, dass bei etwai ger Abnutzung des Teils 12 hinsichtlich des Aufnahmeteils 1.1 die Sperrplatte 18 durch die Wirkung der Feder 32 und mittels des Hebels 31 tiefer in die Ausnehmung 21 ge schoben und, zufolge der Keilform der Füh rungen 19, das durch die Abnutzung ver ursachte Spiel aufgehoben wird.
Es ist klar, dass mittels des gesperrten Zughakens eine Kupplung erzielt wird, die, was Festigkeit anbetrifft. einer solchen mit festem Zughaken nicht unterlegen ist. Au sser dem Vorteil, dass man vom Führerplatz aus den Haken freigeben und wieder in seine Lage bringen kann, worauf dieser selbsttätig gesperrt und die Antriebsvorrichtung ausge- schaltet wird, wird durch den gelenkigen Haken noch der Vorteil erzielt, dass zwischen der Spitze des in seiner Endlage festgehalte nen Hakens und .dem Teil 14 eine Entfer nung vorhanden ist,
die geringer ist als die Dicke des Lafettenauges. Dadurch ist eine Sicherung, die dem Aufspringen des Lafet- tenauges vorbeugt, überflüssig.
Der Zughaken braucht nicht unmittelbar am Kabel der Winde befestigt zu sein, son- dQrn er kann z. B. an einer Kabelrolle befe stigt sein, über welche das von der Winde kommende Kabel .geführt wird, während das Ende des Kabels dann am Schlepper befe stigt ist.
Der Schlepper nach der Erfindung ist ausser zum Ziehen von Geschützen auch zum Schleppen von sonstigen schweren Fahrzeu gen wie Grabmaschinen, Baumstrunkziehern usw. in schwierigem Gelände geeignet.