Ummantelung für elektrische Kabel und Leitungen. Die Aufgaben, -die an eine Umhüllung für elektrische Kabel und Leitungen gestellt werden, sind mannigfaltiger Art. Die Um hüllung soll einen Berührungsschutz darstel len, sie soll die blanken Leiter gegen Kor rosion schützen und selbst korrosionsfest sein und sie soll schliesslich die zwischen dem Leiter und seiner Umgebung vorhan dene elektrische Spannung aufnehmen. und aushalten.
Die Stoffe, die als gute Isola toren bekannt und für,die Herstellung bieg samer Kabel und Leitungen geeignet sind, erfüllen indessen nicht auch die übrigen, an eine Umhüllung von Kabeln zu stellenden Anforderungen.
Es ist daher üblich, Kabel und Leitungen, die mit einer hochwertigen Isolation versehen sind, mit einer Hülle aus Metall und insbesondere mit einem Blei mantel zu umgeben, um die Kabelseele so wohl vor mechanischen Beschädigungen, als auch vor den Einflüssen der Atmosphäre zu schützen. Man. hat zwar schon vorgeschlagen, statt des Metallmantels einen Mantel bei spielsweise aus Gummi zu verwenden.
Die Erfahrungen haben aber gelehrt, cdass derartige gummiartige Stoffe für eine dauer hafte und allen Anforderungen gewachsene Umhüllung von Kabeln nicht geeignet sind. Es wird nämlich von der Kabelhülle nicht nur verlangt, .dass sie die Kabelseele völlig Wasser- und luftdicht abschliesst, sondern auch, dass sie leicht auf das Kabel aufge bracht werden kann, dass sie bei allen in der Praxis nur möglichen Temperaturen biegsam bezw. hart genug ist, um die Herstellung und die Verlegung des. Kabels nicht zu er schweren.
Ferner wird verlangt, dass das Ma terial, das zur Herstellung der Hülle ver wendet wird, alterungsbeständig ist und un angreifbar für alle diejenigen Stoffe, die von innerhalb und ausserhalb des Kabels mit der Hülle in Berührung kommen, also besonders für Öl, Wasser, Ozon, Säuren und derglei chen. Zugleich muss man selbstverständlich verlangen, dass die zum Aufbau verwendeten Stoffe nicht so teuer sind, dass ihre Ver wendung aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kommt.
Allen diesen Anforderungen genügten aber die Umhüllungen für Kabel und Lei tungen, die man aus gummiähnlichen Stoffen herstellte, nicht, und man hat daher in der Praxis in den meisten Fällenden Bleimantel beibehalten, obwohl dieser zum Beispiel wegen der hohen Temperatur, bei der er hergestellt werden muss, ferner wegen seines hohen Gewichtes häufig von erheblichem Nachteil ist.
Einer der wichtigsten Gründe, weshalb man von dem Bleimantel bis auf den heutigen Tag nichtabgegangen ist, be steht darin, dass alle gummiähnlichen Stoffe, wie Guttapercha, Balata und auch die ent sprechenden synthetischen Stoffe in mehr oder weniger starkem Mass wasserdurchlässig sind.
Diese Erfahrung hat man schon, bei Beginn der Kabelentwicklung am Ende des vorigen Jahrhunderts machen müssen, als man versuchte, Kabel, die eine hygrosko pische Isolation haben, mit einem Mantel aus Guttapercha öder dergleichen zu umgeben;
es, kann daher wohl gesagt werden, dass es die Fachwelt auf Grund dieser Erfahrungen bis her nicht für möglich gehalten hat, mit Hilfe thermoplastischer Massen eine Kabelumhül lung zu schaffen, die den oben angedeuteten Anforderungen der Praxis gewachsen ist.
Der Anmelder hat mit einer grossen Reihe von organischen Kunststoffen Versuche durchgeführt und dabei die Entdeckung ge macht, dass die hohen Anforderungen in me chanischer und chemischer Beziehung, die an eine Ummantelung für Kabel und Leitungen gestellt werden, von einer Hülle weit gehendst erfüllt werden,
zu deren Aufbau Polymerisationsprodukte solcher Verbindun gen, die aus der Acrylsäure und ihren Homo logen durch Substitution in der Carboxyl- gruppe entstanden ,gedacht werden können, verwendet sind, wenn diesen Massen gewisse andere Stoffe zugesetzt werden. Als solche Verbindungen kommen die Ester, Nitrile und Amide in erster Linie in Betracht.
Erfin- dungsgemäss ist die Ummantelung für elek trische Kabel und Leitungen dadurch ge kennzeichnet, dass sie aus mindestens einem Polymerisationsprodukt einer solchen Ver bindung, die aus der Acrylsäure .sowie deren Homologen durch .Substitution in der Carb- oxylgruppe entstanden gedacht werden kann, in Mischung mit mindestens einem andern Stoff besteht.
Der Zusatz an diesen letzt erwähnten beigemischten Stoffen kann so hoch sein, dass .die zur Ummantelung die nende Masse weniger als<B>50%,</B> insbesondere etwa <B>30%</B> Acrylsäureverbindungen, enthält. Die Herstellung der Ummantelung kann da bei in der Weise erfolgen, dass eine aus den genannten polymeren Acrylsäureverbindun- gen in Mischung mit andern Stoffen be stehende Masse auf Mischwalzen unter An wendung erhöhter Temperaturen verarbeitet wird.
Die Ummantelung kann beispielsweise hergestellt werden aus 500 Teilen polymeri siertem Athylester der Aerylsäure, dem ein geeigneter Weichmacher in geringer Menge beigesetzt sein kann, ,die auf der Mischwalze bei ungefähr @8.0 bis<B>910'</B> C mit einem Ge misch aus 2,00 'Teilen Magnesiumsilikat, 5 Teilen Schwefel, 15 Teilen ss-Naphthol und 280 Teilen Talkum in üblicher Weise ver- knetet werden.
Einige Mischungen haben sich als mecha nisch besonders fest und widerstandsfähig er wiesen, .so zum Beispiel eine Mischung fol gender Zusammensetzung: -$1,8 Teile polymerisierter Äthylester der Acrylsäur:e werden auf der Mischwalze bei etwa 80 bis 90 C mit einem Gemisch aus 195 Teilen Russ, 2 Teilen Schwefel, 18 Teilen ss-Naphthol und 467 Teilen Talkum in üb licher Weise verknetet.
Eine so hergestellte Masse lässt sich in einfacher Weise, zum Beispiel durch Sprit zen bei etwa 100 bis 120 C auf den iso lierten elektrischen Leiter aufbringen. Die so geschützte isolierte Leitung besitzt nicht nur die erforderliche Biegsamkeit und Fe stigkeit, sondern sie ist auch beständig gegen Wasser, 01 und Ozon. Schädliche Alterungs- erscheinungen treten auch bei langem Auf bewahren bei Temperaturen von<B>70'</B> C und mehr nicht auf.
Die auf obige Weise herge- stellte Ummantelung ist überraschenderweise trotz ihres hohen Gehaltes an Füllstoffen nicht mikroporös. Eine Probe von 2 mm Schichtdicke, die 120 Stunden bei<B>100'</B> C unter Mineralöl aufbewahrt wurde, gestattet trotz häufig wiederholter mechanischer Be anspruchung durch Biegen dem -01 den Durchtritt nicht.
Die Ummantelung hat wei ter den Vorzug, dass sie ohne Zusatz von flammentötenden Stoffen nur mit ganz klei ner Flamme brennt, ohne dass dabei bren nende, geschmolzene Massen abtropfen, wie es zum Beispiel bei einem gleich hoch ge füllten Gummi der Fall ist.
Die unverbrenn- baren Bestandteile der Ummantelung bleiben auf dem Leiter als feste, erst unter dem Fin gerdruck zerbröckelnde Substanz zurück, die bewirkt, dass die Leitung auch bei einem Brande, wenn auch beschränkt, betriebsfähig bleibt.
Durch eine einfache Bewehrung, zum Beispiel eine Drahtumklöppelung, kann er reicht werden, dass die Leitung, die an einer Stelle zur Entzündung gebracht worden ist, nicht nach den Seiten weiterbrennt, sondern nach Entfernung,der Zündflamme von selbst erlischt.
Es ist noch besonders darauf hin zuweisen, dass die angegebenen Mischungen nur etwa 1/6 des Bleigewichtes aufweisen. Ausserdem ist die Leitung mit einem Mantel gemäss der Erfindung wesentlich biegsamer als die mit einem Bleimantel, so,dass beider Verlegung ein kleinerer Krümmungsradius eingehalten werden kann. Bei wiederholtem Biegen treten bleibende Veränderungen un vergleichlich viel später auf als bei einer g 01 leichen Leitung mit Bleimantel.
Im allgemeinen wird man .die beschrie- benen Massen ähnlich wie die Bleihülle auf die Isolation des Kabels aufbringen. Da aber die Massen ,selbst Isolierstoffe darstel len, kann man sie bei geringeren elektrischen Anforderungen selbst als Isolierschicht um den Leiter verwenden und braucht dann keine äussere Schutzhülle mehr, da in die- sein Falle die Isolation alle Aufgaben der äussern Schutzhülle mit erfüllt.
Weiterhin kann z. B. zum Zwecke der elek trischen Abschirmung eine Isolier- bezw. Schutzschicht aus der neuen Masse mit einer darüber oder .darunter befindlichen metalli schen Umhüllung, wie zum Beispiel einer Drahtumklöppelung oder dergleichen, kom biniert werden.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstan des dargestellt, und zwar ist in Abb. 1 der prinzipielle Aufbau anhand. der Isolierung und Panzerung eines Einleiterkabels gezeigt und in Abb. 2. der eines Mehrleiterkabels. In Abb. 1 sind die einzelnen Bezugszeichen in Übereinstimmung mit Abb. 2 eingetragen, so dass nur .die Abb. 1 der Erläuterung bedarf.
In Abb. 1 stellt 1 den Leiter dar. 2 ist die als Isolierung wirkende Schicht. 3 zeigt die korrosionsfeste und luftdichte Umhüllung ge mäss der Erfindung, während mit 4 (in Abb. 2) die je nach den Erfordernissen üb liche Panzerung bezeichnet ist.
Die nur mit Faserstoffen statt des üb lichen Bleimantels umhüllten Leitungen und Kabel können in vorteilhafter Weise statt dessen gleichfalls einen Mantel gemäss der Erfindung erhalten.
Von grosser Wichtigkeit ist es, dass die Umhüllungen für Kabel und Leitungen auch bei tiefen Temperaturen ihre Elastizität und Nachgiebigkeit nicht verlieren. So muss man beispielsweise bei Leitungen und gabeln, die in der Luft hängend verlegt werden, unter den klimatischen Verhältnissen, wie sie bei spielsweise in Deutschland herrschen, damit rechnen, dass sie noch bei Temperaturen von <B>-,
30</B> bis - 40' C Schwingungen durch Wind ausgesetzt sind und es muss daher ver langt werden, dass der Kabelmantel auch noch bei diesen Temperaturen elastisch ge nug ist, um diese Schwingungen ohne Scha- .den aufzunehmen. Anderseits kann. eine Temperaturbeanspruchung bis zu etwa +-6,0' C auftreten.
Die bisher vorgeschla genen Mischungen halten nun zwar eine Temperaturbeanspruchung von + 60 C und darüber ohne weiteres aus. Bei tiefen Tem peraturen nimmt aber ihre Bruchdehnung wenn auch unter gleichzeitiger starker Zu nahme der Zugfestigkeit - so stark ab, dass ein Kabelmantel aus diesem Material einer gewissen Bruchgefahr ausgesetzt ist.
Um diese Nachteile zu vermeiden, wäre es nun naheliegend, entweder zur Herstellung der in der Kabeltechnik Verwendung findenden Massen Polymerisate zu verwenden, die einen sehr niedrigen Polymerisationsgrad haben, also an sich noch bei gewöhnlicher Tem peratur sehr weich sind; oder man könnte durch Zusätze von geeigneten Weichmachern zu den Massen Mischungen erzielen, die auch bei grösserer gälte noch eine genügende Bla- stizität aufweisen.
Versuche haben gezeigt, dass dieser Weg in der Tat zum Ziele führt. Die so hergestellten Mischungen haben aber den Nachteil, dass sie bei Temperaturerhö hungen sehr rasch weich werden und zu flie ssen beginnen.
Überraschenderweise wurde gefunden, dass,dass man Massen erhalten kann, bei denen ,die geforderten mechanischen Eigenschaften in einem weiten Temperaturbereich und ins besondere in dem Temperaturbereich, wie er für Kabel in Frage kommt, erhalten bleiben, wenn man zur Herstellung der Masse .die be reits genannten Verbindungen der Acryl säure oder deren Homologen benutzt, die so weit polymerisiert sind, dass sie in den üb lichen Lösungsmitteln, wie Aceton, Benzol, nicht mehr löslich sind, sondern nur noch darin quellen.
Derartige Polymerisate wer den mit geeigneten Weichmachungsmitteln oder Quellungsmitteln vermischt, wobei es sich empfiehlt, hochsiedende Quellungs:- oder Weichmachungsmittel wie etwa Diamyl- phthalat zu verwenden. Es kann aber auch selbstverständlich jeder andere bekannte Weichmacher angewendet werden, sofern er nur vom Polymerisat aufgenommen wird.
Zur Herstellung kältebeständiger .Schutz hüllen für Kabel beliebiger Art empfiehlt es sich, die Mischung so zusammenzusetzen"dass 25 bis. 33 Gewichtsteile Acrylsäureäthylester (polymerisiert bis zur Unlöslichkeit in Ace ton), 3 bis 8 Gewichtsteile Diaminphthalat, 15 bis 25 Gewichtsteile aktiver Gasruss, 40 bis 60 Gewichtsteile Talkum, Graphit oder ähnliche Füllstoffe, 0,5 bis 1,
5 Gewichtssteile ss-Naphtol, 0,3 bis. 1,5 Gewichtsteile Schwefel verarbeitet werden. Insbesondere empfiehlt es sich, folgende Zusammensetzung zu wäh len, wobei sich die Prozentzahlen als Ge- wichtsprozente verstehen: <B>27%</B> Acrylsäureäthylester (polymerisiert bis zur Unlöslichkeit in Aceton), 5 % Di- amylphthalat, <B>19%</B> aktiver Gasruss, 47,5 Talkum, 1 % ss-Naphthol, <B>0,5%</B> Schwefel.
Die Herstellung kann zweckmässigerweise so erfolgen, dass beispielsweise durch Misch w alzen bei 60 bis 80 C zunächst das Poly- merisat mit dem Diamylphthalat gemischt und dann das Gemenge der festen Zusatz stoffe langsam zugegeben wird. Man erhält so eine Masse von etwa weichgummiartigem Charakter, die in Form 1 mm starker und 10 mm breiter Streifen sich noch bei - 25 C um den Finger biegen lässt, ohne zu brechen.
Sofern nicht zu hohe Anforderungen an die Kältebeständigkeit .gestellt werden, kann man auch so verfahren, dass nur ein Teil >des Polymerisates in Form eines acetonunlös- lichen Produktes verwendet wird, während ein anderer Teil einen geringeren Polymeri- sationsgrad besitzt, wodurch die Menge der notwendigen Weichmachungsmittel herabge- setzt wird. Man erhält auf diese Weise Mas sen,
die auch eine erhöhte Beständigkeit ge gen Lösungsmittel besitzen.
Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, Polymerisate der Acrylsäureverbindungen verschiedenen Polymerisationsgrades zu Iso lierzwecken miteinander zu vermischen; es ist indessen bisher noch nicht erkannt wor den, dass sich bei Anwendung eines Produktes mit dem angegebenen besonders hohem Poly- merisationsgrad Kunststoffe herstellen lassen, .die in einem überraschend grossen Tempera turbereich plastisch bezw. elastisch sind.
Um die für die Ummantelung verwen deten Massen zu schwefeln, kann man die Schwefelung in Gegenwart eines oberflächen aktiven Stoffes, wie zum Beispiel Gasruss, durchführen. Diese, die Schwefelung begün stigenden, oberflächenaktiven Stoffe können gemeinsam mit. den andern Zusatzstoffen dem Polymerisat beigemengt werden, indem man die Mischung etwa zwischen Mischwalzen bei erhöhter Temperatur vornimmt. Nach der Mischung auf der Walze kann man dann noch die aus der Vulkanisation des Kaut schuks bekannte Wärmedruckbehandlung an schliessen.
Wie bereits oben angedeutet worden war, können die beschriebenen Massen nicht nur an Stelle ,des Bleies zur Umhüllung der Leiterisolation verwendet werden, sondern zu gleich als Isolierschicht. Eine hierfür be sonders geeignete Masse erhält man, wenn man die Acrylsäureabkömmlinge teilweise durch Zelluloseester ersetzt. Von diesen Zelluloseestern können die üblichen Hydro- acetate Verwendung finden, wenn auch die Triester und davon insbesondere das Zellu- losetripropionat wegen :
der hohen Wasser beständigkeit unter diesen Körpern den Vor zug haben.
Die beschriebene Ummantelung hat ausser ihren guten elektrischen Eigenschaften den Vorzug der hohen Temperaturbeständigkeit, der sich dadurch ergibt, dass durch den Zu satz der Zelluloseester der Fliesspunkt der polymeren Acrylsäurederivate heraufgesetzt wird.
Die Herstellung der Masse kann durch Vermischen des oder der polymeren Acryl säurederivate mit dem oder den Zellulose- estern auf :
der Mischwalze oder in Knet maschinen erfolgen unter Zuhilfenahme er höhter Temperaturen und/oder nötigenfalls auch geringerer Mengen von Lösungsmitteln. Das Lösungsmittel, zum Beispiel Diogan oder Aceton, bewirkt .eine erhöhte Plastizität zu Beginn des Mischvorganges und verflüch tigt sich bei der weiteren Verarbeitung. Selbstverständlich kann die Mischung ;
der Komponenten auch in Lösung erfolgen, in dem man beispielsweise eine 10%ige Lösung von polymerem Acrylsäure-Ätliylester mischt mit einem gleichen Volumen einer ebenfalls 10 % igen Lösung von Zellulosetripropionat in Aceton. Das Gemisch kann dann in be liebiger Weise, zum Beispiel durch Herstel- lung eines Films, von dem Lösungsmittel be freit werden.
Man erhält in diesem Falle einen klaren Film, der - in seinen mechani schen Eigenschaften an einen Zelluloseaster- film erinnert mit einem hohen Gehalt an Weichmachern..
Die so erhaltenen Gemische können dann in beliebiger Weise durch Zusatz von Weich machern und/oder Füllstoffen weiter verar beitet werden. An Füllmitteln können Mag nesiumsilikat, Talkum und andere Verwen dung finden. Die fertigen Massen sind ther- moplastzscli und können wie die bisher,be- handelten Massen beispielsweise durch Ver spritzen bei erhöhter- Temperatur auf elek trische Leitungen und Kabel aufgebracht werden.
Eine Umhüllung für elektrische Leitun- gen, die gute dielektrische Eigenschaften hat und -die zugleich die für eine äussere Schutzschicht unbedingt notwendigen Anfor derungen in mechanischer und chemischer Beziehung erfüllt, erhält man, wenn man den polymerisierten Acrylsäurederivaten Poly styrol oder Polymerisationsprodukte an derer Arylolefine zugibt.
Es wurde nämlich gefunden, dass man in .einfa=cher Weise, bei spielsweise durch Verkneten auf Mischwalzen bei hoher Temperatur, die Polymerisate des Styrols mit :denen der Acrylsäureverbin.dun- gen vermischen kann.
Durch die Änderung ,des prozentualen Anteils .der einen oder an dern Komponente können die Eigenschaften des Produktes dem jeweils bestimmten Zweck angepasst werden, wozu auch die Zu gabe von festen Füllstoffen wie Talkum, Glimmer, Kaolin, Graphit oder dergleichen, sowie Weichmachern beiträgt.
<I>Beispiel 1:</I> 75 Gewichtsteile Polystyrol werden mit 2:5 Gewichtsteilen polymerisiertem Acryl- säure-Äthylester bei etwa 70 bis<B>80'</B> C auf der Mischwalze innig miteinander verknetet und dann bei 80 C um Kabel und Leiter gespritzt.
<I>Beispiel 2:</I> 50 Gewichtsteile Polystyrol werden mit 50 Gewichtsteilen polymerisiertem Acryl- säureäthylester unter den gleichen Bedin gungen wie in Beispiel 1 verknetet und dann zu einem Fell :ausgewalzt. Das so erhaltene Material, welches -wesentlich weicher als das nach Beispiel 1. erhaltene ist, und sich zum Beispiel bei Zimmertemperatur um 1_80 ohne zu brechen biegen lässt,
wird ebenfalls bei einer Temperatur von ungefähr 80 um Kabel und Leiter gespritzt und zeichnet sich als Ummantelung durch seine gute Öl- und Wasserbeständigkeit aus.
<I>Beispiel 3:</I> 30 Gewichtsteile Polystyrol und 70 Ge wichtsteile polymerisierter Acrylsäureäthyl- ester werden mit 100' Teilen Talkum auf der Mischwalze bei etwa 70 bis<B>80'</B> C verar beitet; man erhält eine Masse von weich gummiähnlichen Eigenschaften, mit welcher die elektrischen Kabel und Leitungen um mantelt werden.
Besondere Bedeutung kommt derartigen Massen für die Isolierung von Seekabeln, vor zugsweise von Fernmeldeseekabeln zu, da bei diesen namentlich in grossen Wassertiefen die Papierluftraumisolierung mit darüber befind lichem Bleimantel nicht mehr anwendbar ist, .die Guttaperchaisolierung aber sehr teuer und ausserdem hinsichtlich ihrer dielektrischen Eigenschaften nachteilig ist.
Eine weitere Verbesserung und Verbilli gung der bisher angegebenen Massen kann dadurch erzielt werden, dass man ihnen Polymerisate der aliphatischen Vinylverbin- dungen, beispielsweise Polyvinylacetat, zu mischt.
Derartige Mischungen zeigen über die schon beschriebenen mechanischen und chemischen Eigenschaften. der Polymerisate von Acrylsäuresubstitutionsprodukten hinaus eine geringe Entflammbarkeit und Brennbar keit, die auch besonders zweckmässig durch Zugabe chlorierter aliphatischer Vinylverbin- dungen erreicht werden kann.
Zur Herstellung von Schutzhüllen bezw. Isolierhüllen für Kabel und elektrische Lei tungen mischt man hierbei das Polymerisat der Acrylsäureverbindungen mit dem Poly- merisationsprodukt aliphatischer Vinylver- bindungen dadurch, dass man beide Stoffe durch Mischwalzen hindurch schickt, die sich auf erhöhter Temperatur befinden.
Man kann aber auch die monomeren Verbindungen mit einander mischen und dann gemeinsam poly merisieren. Die so entstehenden Produkte können dann mit Zusatzstoffen wie Kohle, Schwefel, ss-Naphthol, Talkum u. a. m. ge mischt werden. Eine solche Masse kann bei spielsweise folgendermassen hergestellt sein: 250 Teile polymerisierten Äthylesters der Acrylsäure werden mit 250 Teilen von chlo riertem Polyvinylacetat gemischt.
Diese blasse wird auf der Mischwalze bei ungefähr 80 bis<B>90'</B> C mit einem Gemisch von 2.00 Teilen aktivem Magnesiumsilikat, 5 Teilen Schwefel, 15 Teilen ss-Naphthol und 2480 Tei len Talkum verknetet.
Eine weitere .gut ver wendbare Masse entsteht dadurch, :dass man 200 Teile polymerisierten Äthylesters der Acrylsäure und 118 Teile Polyvinylacetat auf .der Mischwalze bei etwa 80 bis<B>90'</B> C mit einem Gemisch von 195 Teilen Kohle, 2 Tei len Schwefel, 18 Teilen ss-Naphthol und 467 Teilen Talkum mischt.
Wie schon mehrfach zum Ausdruck ge bracht worden ist, kann man die Ummante lung für Kabel und Leitungen gemäss der Erfindung dadurch herstellen, dass man die angegebenen Massen um die Kabelseele spritzt oder .dass man die Massen zu Bändern formt, die auf die Kabelseele aufgewickelt werden.
Da es nicht möglich ist, die mecha nischen Eigenschaften der erfindungsgemäss hergestellten Ummantelungen durch eine Nachbehandlung so weitgehend zu verändern, wie dies bei Gegenständen aus Kautschuk der Fall ist, müssen die. Massen schon: beim Mi schen und bei der Formgebung fest und zähe sein.
Es ist aus diesem Grunde viel schwie riger als, bei Kautschukmischungen, bei -der Formgebung beispielsweise ein dichtes Ge füge und glatte Oberfläche zu erzielen. Es ist daher schon vorgeschlagen worden, der artige Massen unter Zusatz grösserer Mengen Weichmacher zu verarbeiten, wie sie zum Beispiel aus der Industrie der Zelluloseester her bekannt sind.
Für viele Zwecke ist dieses Vorgehen aber unzulässig, dadurch den Weiehmacherzusatz die Massen zwar weich und leicht verformbar werden, aber diese Ei genseha.ft auch nach der Formgebung in un erwünschter Weise beibehalten.
Es wurde nun gefunden, dass die Ver- arbeitbarkeit derartiger Kunststoffmassen in überraschend hohem Mass verbessert wird, wenn man ihnen höhermolekulare Fettsäuren, wie zum Beispiel Stearinsäure oder deren Anhydride in geringen Mengen von weniger als: 1 % (bezogen auf die fertige Mischung) zusetzt. Durch einen derart geringen Zu satz an Fettsäure wird zum Beispiel erreicht, dass sich die angegebenen thermoplastischen Massen leichter verspritzen oder zu dünnen Fellen ausziehen lassen.
Die mechanischen Eigenschaften der hergestellten Ummantelun gen werden anderseits durch den geringen Zusatz praktisch nicht verändert. Ferner hin wird durch den erwähnten Zusatz auch eine Verbesserung der Oberfläche der aus diesen Stoffen hergestellten Ummantelung erzielt, die bei der Verarbeitung .der Stoffe glatt und glänzend wird. Diese Verbesserung ist aber bei den angegebenen Prozentsätzen des Zusatzes unwesentlich .gegenüber dem Vorteil der besseren Verarbeitbarkeit.
Den gleichen Effekt, nämlich eine bessere Verarbeitbarkeit, erzielt man auch, wenn man Wachse, wie zum Beispiel Bienenwachs, das neben hochmolekularen Fettsäurees.tern unge bundene Fettsäure enthält, derartigen Kunst- stoffen@ zusetzt.
Die Fettsäure bezw. .das Fettsäureanhy- drid wird dem Kunststoff zu einem belie bigen Zeitpunkt während des Prozesses zu gesetzt.
Eine Mischung, die sich zur Herstellung der erfindungsgemässen Ummantelungen für elektrische Kabel und Leitungen mit Hilfe .der üblichen Spritzmaschinen eignet, ist bei spielsweise etwa folgendermassen zusammen gesetzt: 210,0 Teile polymerisierter Äthyl- ester der Acrylsäure, 118 Teile Polyvinyl- acetat, 195 Teile Kohle, 5 Teile Bienenwachs, 467 Teile Talkum.
Es wurde gefunden, dass die beschriebenen Schutzhüllen unter Umständen im Laufe der Zeit an ihrer Oberfläche geringe Wassermen gen adsorbieren. Verbessert wird die Ober fläche der aus den vorgenannten Stoffen hergestellten Kabelhülle bezüglich der Was serdichtigkeitdadurch, dass man sie mit einer dünnen Schicht aus einem Stoff umgibt, der eine Quellung bezw. Anlösung einer dünnen Oberflächenschicht des Mantels hervorruft.
Ein solcher Stoff ist beispielsweise Teer, wie er seit langem als Korrosionsschutz in der Kabelindustrie zur Umhüllung von Kabel mänteln aus Blei Verwendung findet.
Um die Kabelummantelung mit der vor beschriebenen Schutzschicht zu umgeben, kann man das Kabel während des Herstel lungsvorganges mit flüssigem Teer über giessen; es ist aber auch möglich, den Teer flüssig oder halbflüssig in irgend einer andern Weise auf die Mantel oberfläche aufzubringen.
Die im Teer enthaltenen Stoffe bewirken eine Quellung des Mantels in einer dünnen Oberflächen schicht; Versuche haben ergeben, dass die auf diese Weise entstehende dünne Schutz schicht vollständig genügt, um zu verhin- .dern, dass im Verlauf längerer Zeiträume Wasser in den Kabelmantel hineindiffun- diert.
Der Teer, der hierbei zur Verwendung kommt, muss selbstverständlich frei sein von wasserlöslichen Stoffen wie etwa wasserlös lichen Phenolen und darf ferner keinerlei hygroskopische Stoffe enthalten. .Ausser Teer kann man auch jedes beliebige andere Quel- lungsmittel wie beispielsweise Dekalin oder Dibutyl- oder Diamylphthalat verwenden, sofern es kein Wasser aufnimmt,
sich nicht zu leicht verflüchtigt und in einfacher Weise auf den Mantel aufgebracht werden kann. Verwendet man als Quellungsmittel Teer oder ähnliche Stoffe, so erreicht man noch den weiteren Vorteil, dass das Kabel gegen Angriffe von Insekten und die Beschädigung durch Pilze geschützt ist.
Hat man den aus Polymerisaten der Acrylsäureverbindungen bestehenden Mantel mit einer Teerschicht übergossen, so kann man das Kabel mit einer Bandage und darauf mit einer Armierung in der üblichen Weise versehen.