CH191843A - Verfahren zur Herstellung eines Pektinpräparates. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Pektinpräparates.

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CH191843A
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  Verfahren zur Herstellung eines     Pektinpräparates.       Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren zur Herstellung eines     Pektinpräpara-          tes,    insbesondere aus Früchten und andern  pflanzlichen Ausgangsstoffen.

   Unter     -          el        Ilpek          tin"    werden verschiedene, aus pflanzlichen  ,Materialien, meistens in der Wärme und     ge-          gebenenfälls    unter Zusatz von Säure extra  hierte Substanzen verstanden, die, durch     die     Fähigkeit     oekennzeichnet    sind, beim Lösen  in Wasser mit geeigneten Mengen Zucker  kn     z#     und Säure ein Gelee zu bilden.

   Das Wort       "Pektin"    ist daher eine allgemeine Bezeich  nung für Substanzen dieser Art     und    wird  für eine Reihe Produkte benutzt, die diese  Eigenschaft gemeinsam haben,     ohnedassver-          suchtwird,    dieselben zu     differentiieren,        Pelz-          tin    ist durch verschiedene Forscher nach     ver-          sehiedenen    Verfahren hergestellt worden     und     zu den Eigenschaften, die dem Pektin in dem  üblichen Sinne zugeschrieben werden, gehören  die     Präzipitierbarkeit    mit Alkohol, bestimm  ten Metallsalzen, Säuren und Zuckern.

   Diese  Eigenschaften weisen nicht alle üblicherweise    unter der Bezeichnung     'Pektin',        zusammen-          gefasste    Stoffe auf.  



       Fremy,   <B>J.</B>     Pharm.-        Chim.        (#),    12 (1847)  <B>13,</B> führte unlösliche     Pektose,    jetzt öfters als       Protopeektin    bezeichnet, durch Kochen mit  schwachen Säuren in Pektin über, Durch Er  hitzen dieses Pektins mit verdünnter Säure  wurden Substanzen gebildet, die er als     "Para-          pektin"    und     "Metapektin"    bezeichnete;

   das       Metapekün        hatdie    Eigenschaft mit     Barium-          chlorid,    einem     Erdalkalichlorid,    zu     prKzipi-          tieren,        Parapektin        lässt    sieh mit     Bleiazetat          präzipitieren    aber Pektin nicht. Pektin war  leichtlöslich, in Wasser, aber unlöslich in<B>Al-</B>  kohol und wurde durch neutrales     Bleiazetat     nicht aus der Lösung gefällt.

   Obschon all  .diese Substanzen als     "Pektin"        bezeiehnet     wurden, waren ihre Eigenschaften verschie  den.  



  Pektin und     pektinhaltige    Stoffe     k6:mmen     in manchen     Frücliten        und    Gemüsen vor; sie  können     daraue    extrahiert und zur Herstel  lung von Gelee und für andere Zwecke<B>be,-</B>      nutzt werden. Bei den bekannten Prozessen  wird das     pektinhaltige    Material mit     ge-          nügen#d    Wasser, gegebenenfalls unter Säure  zusatz, erhitzt,     wobeieine    flüssige Masse er  zielt wird, die das Pektin gelöst enthält.

    Diese     Pektinlösung    wird dann von dem un  löslichen Rückstand durch     Ablaufenlassen     und Pressen oder nach andern bekannten  Methoden getrennt. Ein übliches Verfahren  zur Gewinnung des Pektins aus der derart  erhaltenen Lösung besteht darin,     dass    man  ,die Lösung konzentriert und das Pektin mit  tels Alkohol     präzipitiert.    Nach andern Me  thoden wird die     Fällung    durch     aussalzende     Wirkungen oder durch Bildung von kolloi  dalen     Hydroxyden    in der     Pekti7alösung    er  zielt.

   Die Art, die Ausbeute und die Quali  tät des erhaltenen Pektins sind von     dem     Ausgangsmaterial und     dem    benutzten Ver  fahren abhängig     und        #die    Beziehungen zwi  schen der     Behandlungsdauer,    der Temperatur  und der     Wasserstoffionenkonzentration    PR  und ihr     Einfluss    auf     das    erzielte Produkt  sind für Pektin, in breitem Sinne genommen,  im Zusammenhang mit einigen von diesen be  kannten Verfahren studiert.

   Man 'hat Tem  peraturen von<B>50</B>     Iyis        10#0'   <B>C</B> und höher und  Säuregrade, PR-Werten von 1,2 bis     3,0        und     höher entsprechend, benutzt.  



  Ein anderes Herstellungsverfahren von  Pektin benutzt die Fällung des Pektins  durch Metallionen, und diese Methode hat  Vorteile, die dieselbe für praktische Zwecke  besonders geeignet machen. Das Pektin kann  aus verdünnten Lösungen gefällt werden, so       .dass    ]Konzentrieren unnötig ist, und     unge-          wünschte    Fremdstoffe werden nicht mit der  Metallverbindung des     Pektinstoffes    gefällt.       Fremy        hat    festgestellt,     dass    Pektin in be  stimmten Formen aus der Lösung mittels  eines     Erdalkalisalzes,    nämlich     Bariumehlorid,     gefällt werden kann.

   Die Benutzung eines       Caleiumsalzes,    also eines andern     Erdalkali-          salzes,    ist besonders vorteilhaft aus Gründen,  die unten angegeben werden.    Die Eigenschaften     ein-es    bestimmten Pek  tins<B>in</B>     bezug    auf die gelatinierenden Eigen-         seliaften        und    die     Präzipitierbarkeit    sind von  der     Ilerstellungsmethode,    sowie von dem da  bei benutzten Ausgangsmaterial abhängig       Pektinarten,    die einige Eigenschaften,

   zum  Beispiel Löslichkeit in Wasser     und    die Bil  dung eines Gelees mit geeigneten     Zucker-          und        Säuremeno.,en    gemeinsam haben, -werden  in andern Hinsichten verschieden sein,<B>zum</B>  Beispiel in ihrem Verhalten gegenüber be  stimmten     Fällungsmitteln.    So wird zum  Beispiel ein nach dem amerikanischen Patent       Nr.    1082082 hergestelltes Pektin nicht mit       Caleiumchlorid        präzipitiert        wer-den,

      im Ge  gensatz zu dem gemäss der     vorliegen-den        Er-          fin#dung    hergestellten Pektin. Andernfalls  haben nicht alle Pektine oder     pektinartigen     Substanzen, die durch     Caleium    gefällt wer  den     können"die    für die Herstellung von Ge  lees gewünschten Eigenschaften.

   Pektin, das  nach dem     obenerwähnten    amerikanischen  Patent hergestellt -worden ist, -wird nicht  genug     Caleium    aufnehmen, um     niederzu-          sehlageia.    Wird aber dieses Pektin zu     Pektin-          säure        hydrolysiert,    so wird leicht     Caleium-          pektat    gebildet, das niederschlägt,

   aber     Pek-          tinsäure    hat keine gelatinierenden     Eigen-          sehaften.    Zwischen nicht mit     Calcium        präzi-          pitierbarem        Pekün    und     Pektinsäure    hat man  ein Gebiet, in dem Pektin mit     gelatinieren-          den    Eigenschaften durch     Caleium    als     Cal-          ciumpektinat    gefällt wird.

   Durch     Fremy's     Methode wurden gewisse Mengen     I'Metapek-          tin"    erhalten, das mit     Bariumchlorid    gefällt  werden konnte; seine Methode war aber sehr  unökonomisch, da ein grosser Teil des Pek  tins in     Pektins#Lure    übergeführt wurde.  Weiter können sogar in dem Gebiete der mit       Caleium        präzipitierbaren    Pektine -die     gela-          tini-erenden    Eigenschaften des Pektins vari  ieren.  



  Die Erfindung bezieht> sieh auf eine     pra.1,--          tische    und wirksame Methode zur Herstel  lung eines     Pektinpräparates,    das dem     oben-          erwähnten        Caleiumpektinat    entspricht, die  dadurch gekennzeichnet ist,     dass    man     pektin-          haltiges    Material mit einer solchen Menge       Mineralsnure,

          dass        #die    Flüssigkeit mindestens  zum grössten Teil im     pektinhaltigen    Material      aufgesaugt ist und eine     Waisserstoffionen-          konzentration    PH von höchstens<B>1,0</B> hat, auf  eine<B>50' C</B> nicht übersteigende Temperatur  erhitzt, bis !das Pektin in eine mit Metall  ionen     präzipitierbare    Form übergeführt ist,  das Pektin mit heissem Wasser aus der mit  Säure, behandelten Masse extrahiert ist, und  es sodann durch Zusatz von     Caleiumionen     fällt.

   Das Verfahren besteht aus drei Stufen,  die als Säurebildung, Extraktion und     F5,1-          lung    bezeichnet werden.  



  Die Erfindung gestattet die Gewinnung  von     Pektinpräparaten    nach einer neuen und  praktischen Methode, wobei die Umsetzung  des Pektins derart geregelt werden kann,     dass     die Bildung von     Pektinsäure    beschränkt wird  und ein Produkt mit sehr günstigen     gelatinie-          rpiiden    Eigenschaften erzielt wird. Diese       Pektinprodukte    'können als     Pektinate,    von  Pektin abgeleitete Salze, bezeichnet werden,  zum Unterschied von     Pektaten,    die Salze der       Pektins#Lure    sind.  



  Das Verfahren     gemä.ss    der Erfindung  wird im folgenden näher beschrieben, aber  nur beispielsweise, und die Erfindung ist  nicht auf die     inder    Beschreibung enthaltenen       Anuaben    beschränkt.  



  Bei der Herstellung des käuflichen Pek  tins werden vielfach getrocknete Apfeltrester,  der beim Auspressen des Apfelsaftes erhal  tene Rückstand, benutzt. Die Erfindung  wird anhand der Herstellung des Pektins aus  Apfeltrester     f)esehrieben    werden; das Ver  fahren kann aber auch für andere geeignete       pektinhaItige    Ausgangsmaterialien benutzt  werden.  



  Die käuflichen getrockneten Apfeltrester  sind ziemlich grob, und werden     vor,der    unten  beschriebenen Säurebehandlung vorzugsweise  zerkleinert. Es wurde gefunden,     dass    gute,  Resultate erzielt werden, wenn die Apfel  trester derart gemahlen     werden"dass    sie durch  ein Sieb mit einer Maschenweite von 1112, bis  2 Maschen pro ein gehen, und     dass    durch wei  tere Zerkleinerung nicht wesentlich höhere  Ausbeuten erzielt werden. Man kann auch  gröbere Trester benutzen, wobei aber die  Ausbeute niedriger wird.

      Die gemahlenen, getrockneten Trester  werden nun der     Säurebeliandlung    unterwor  fen, um die     Pektinstoffe    in mit     Caleium          prä,zipitierbares    Pektin überzuführen. Diese  Säurebehandlung bestellt darin,     ;dass    man die       Treseer    mit einer geeigneten Mineralsäure in  der Wärme so lange behandelt, bis die Um  setzung des Pektins bis zu der gewünschten  Stufe fortgeschritten ist. Bei dieser Säure  behandlung ist die Säure mindestens zum  <B>r></B>  grössten Teil von den getrockneten Trestern  aufgesaugt.

   Die Masse wird auf einer Tem  peratur unterhalb<B>50 ' C</B> gehalten, und zwar  ist die Dauer dieser Behandlung viel     längAr     als die bei der bekannten Herstellung des  Pektins übliche     Koolizeit    und die     Wasser-          stoffionenkonzentration    wird sehr hoch ge  halten.

   Unter diesen Umständen kann der       Prozess    leicht geregelt werden, so     dass    die Hy  drolyse des Protopektins die über Pektin zu  mit     Caleium        präzipitierbarein    Pektin und       schlipsslieli    zu     Pektinsäure    oder dessen Zer  setzungsprodukten verlaufen kann     inder-    ge  wünschten Stufe beendet wird.  



  Die Temperatur und die     Behandlungs-          #dauer    bei der Säurebehandlung müssen     sorg-          fältio,    kontrolliert werden, um maximale Aus  beuten an hochgradigem, mit     Caleium        präzi-          pitierbarein    Pektin zu erzielen, und Tem  peraturen von über<B>50 ' C</B> sind     unerwünseht,     da die Regelung dabei schwieriger wird und  sehr leicht zu weit gehende, Hydrolyse ein  tritt.

   Es bestellen Beziehungen zwischen der  Temperatur und -der Behandlungsdauer bei  der     Säurebehandlung-,   <B>je</B> nachdem die Tem  peratur höher ist,     wird,die    Behandlungsdauer  kürzer und umgekehrt. So wird man     zuin     Beispiel mit einer     Behandlungsdauer    von  <B>36</B> Stunden bei 45<B>' C</B>     ung efälir    dieselben  Resultate bekommen wie mit einer Behand  lungsdauer von<B>92</B> Stunden bei<B>33,' C.</B> Wenn  bei gleichbleibender     Behandlungs-dauer    die  Temperatur wesentlich gesteigert oder bei  gleichbleibender Temperatur die     Behande          lungsdauer    verlängert wird, so wird die  Säureeinwirkung zu stark,

   was daraus er  sichtlich ist,     dass    das Pektin, leichter mit       Caleium    gefällt wird,     dass    aber die gelatinie-           renden    Eigenschaften weniger gut werden,       insbesonderedass    das Pektin zu schnell gela  tiniert,     und    bröcklige Gelee bildet. Bei zu  starker Säurebehandlung entsteht     Pektin-          säure,    die mit     Caleium        präzipitiert    werden  kann, aber für die Herstellung von Gelees  keinen Wert hat.  



  Die Säurebehandlung kann zum Beispiel  derart ausgeführt werden,     dass   <B>1</B> Teil Apfel  trester mit -2 Teilen warmer verdünnter Salz  säure, die<B>1,6<I>g</I></B>     HCI    pro<B>100</B> cm' enthält  (etwa 0,45 Normal) gemischt wird. Die Mi  schung wird     bei    einer Temperatur von 40 bis  41<B>' C</B> in oben geschlossene,     säurebeständig-          Behä,Iter    eingefüllt; diese Behälter befinden  sich in einem isolierten Raum, der auf eine  Temperatur von etwa 40<B>' C</B> gehalten wird.

    Die Temperatur des     Apfeltrester-Säure-          gemisclies    sinkt während der     SäurebeUand-          lung,    die 46 bis 47 Stunden dauert, auf etwa  <B>39 ' C.</B> Der     P]E[-Wert    der Masse, bei welcher  ,die Flüssigkeit mindestens zum grössten Teil  im     pektinhaltigen    Material aufgesaugt ist, ist  schwierig zu bestimmen und beträgt etwa  <B>0,6</B>     biG   <B>0,7;

  </B> sie enthält     1,06%        HCl.    Die<B>be-</B>  nutzte Salzsäure hat ein     PII    von etwa<B>0,5.</B>  Die Säurebehandlung ist nicht auf die     Ver-          wen-dung    von Salzsäure beschränkt; man  kann zum Beispiel auch Schwefelsäure ver  wenden, aber man     muss    dabei grössere Men  gen benutzen um das erforderliche     PII    zu er  zielen.

   Wenn der Säuregrad erniedrigt, das  heisst der     PII-Wert    erhöht wird,     muss    man  entweder eine höhere Temperatur benutzen,  was die Regelung der Säurebehandlung der  art schwieriger macht,     dass    gerade die ge  wünschte Stufe erreicht wird,     oderdie        Erhit-          zungsdauer    verlängern, was unerwünscht ist.  



  Die Wirkung der Säurebehandlung     be-          steht,darin,        dass    das Pektin aus dem pflanz  lichen Material, mit dem es verbunden war,  freigemacht wird und übergeführt wird in  mit     Caleium        präzipitierbares    Pektin, das in  ,der mit Säure behandelten Masse bleibt, aus  der es später extrahiert werden soll. Für die  Extraktion des Pektins aus der sauren Masse  wird diese vorzugsweise verdünnt mit Was  ser, zum Beispiel mit der<B>1,5</B> bis     2,0fachen       Menge in     bezug    auf die getrockneten Trester,  und die Mischung wird erhitzt um das     Pek-          fin    in dem Wasser zu lösen.

   Durch Rühren  wird das Mischen des Wassers mit der sau  ren Masse erleichtert, so     dass    das Pektin  schneller in Lösung geht. Temperaturen von  ,etwa<B>75 '</B> sind ungefähr die höchsten, die  man benutzen kann, da bei höheren Tem  peraturen bei dem in dem     Extraktionsbehäl-          ter    herrschenden PH (etwa<B>1,6)</B> die     Zerset-          zung,des    Pektins sehr schnell vor sieh geht.  Niedrigere Temperaturen, zum Beispiel bis  zu 45<B>'</B> können mit gutem Erfolg benutzt  werden.  



  Während die Extraktion bei dem von der       Sä,urebehandlung    ohne     nachlierige        Neutral;-          sation        herrühren-den    PH ausgeführt werden  kann, kann das     Pii    bei der Extraktion durch  Zusatz eines geeigneten     Neutralisationsmit-          tels,    zum Beispiel     Natriumbikarbonat,    auf  etwa<B>2,7</B> bis<B>3,0</B> gesteigert werden.

   Man  erhält dadurch ein     liochgradiges    Pektin,     wä,h-          rend    gleichzeitig die weitere Hydrolyse     des     Pektins verhindert     bezw.    verringert wird. Da  das optimale PH     fürdie    Fällung mit     Caleium     ungefähr 4,0 ist, wie unten     besellrieben    wor  den ist, wird die Neutralisation während der  Extraktion vorzugsweise unterbrochen, bevor  man dieses     Pl,    erreicht hat.

   Das     Natriumion     hat eine     peptisierende    Wirkung auf Pektin  und wenn     Natriumbikarbonat    für die Neu  tralisation benutzt wird, sind nachher grössere  Mengen     Caleiumionen    erforderlich, um !das  Pektin zu fällen. Nachdem das Wasser er  hitzt und die gesäuerten Apfeltrester mit  demselben     gemisellt    sind, darf die Tem  peratur ungefähr<B>60 ' C</B> betragen. Die Masse  kann eine Stunde auf dieser Temperatur ge  halten werden,     wonaclidie        Pektinlösung    von  dem unlöslichen Material in geeigneter Weise  zum Beispiel durch Pressen, getrennt wird.

    Die     Pektinlösung    wird gekühlt und filtriert  und das Pektin wird aus der Lösung durch  Zusatz von     Caleiumsalzen    gefällt. Für die  weitere Behandlung nach der Extraktion soll  das Extrakt vorzugsweise unter<B>60 ' C</B> ge  kühlt werden um eine Herabsetzung des       Gela,tiniervermögens    zu verhindern.      Wenn man die Apfeltrester ohne     vorher7          1,--hend,e    Säurebehandlung bei dem nach  obigen Verfahren in der Flüssigkeit im Ex  traktionsbehälter herrschenden     PII-Wert    ex  trahieren würde, so würde man kein mit     Cal-          ei-Lim        präzipitierbares    Pektin erhalten.

   Mit  andern Worten,     #die    Extraktionsbehandlung  allein würde nicht genügen, da der Effekt  der Säurebehandlung praktisch nicht wäh  rend -der Extraktion erzielt werden kann.  Man würde etwa zehnmal mehr Säure brau  chen um die Wirkung der beschriebenen  Säurebehandlung, während der Extraktion  herbeizuführen, und es würde dabei eine sehr  starke Zersetzung des Pektins auftreten.

    Weiter würde es schwierig, wenn nicht un  möglich sein, den     Prozess    richtig zu kontrol  lieren, da     die    hydrolytischen Veränderungen,  die bei der oben beschriebenen     Säurebehan#d-          lung    allmählich und verhältnismässig lang  sam verlaufen, -viel schneller vor sieh gehen  würden und unter Bedingungen, die sehr  schwierig zu regeln sind, wenn die Behand  lung mit grösseren Mengen freier Flüssigkeit  in Gegenwart von Säure     in,der    Wärme aus  geführt würde, wie es beider Extraktionsbe  handlung der Fall sein würde.

   Die Kom  bination einer zeitlich getrennten Säure  behandlung     und        nachherigen    Extraktion ist  die am meisten praktische, wirksame und  wirtschaftliche Methode, die leicht     gereg41t          -,verden    kann und wobei die     Mindestmenge     an Mineralsäure benutzt wird um das ge  wünschte,     PII    zu erzielen, während eine maxi  male Ausbeute an hochgradigem, mit     Cal-          eium        präzipitierbarem    Pektin erzielt wird.  



  Ein PH von etwa 4,0 ist für die     F,ällung     sehr geeignet, da bei 'höheren PH-Werten ein  sehr dunkles     Präzipitat    ohne wesentliche,  Steigerung der Ausbeute erhalten wird,     und     die     Pektinlösung    wird daher mit einem ge  eigneten Alkali zu einem PH von etwa     4,0#     neutralisiert. Zu diesem Zweck wird vor  zugsweise     CaC0,    'benutzt.

   Wenn man nicht  eine sehr kräftige     Säurebehandlung    verwen  det hat,     präzipitiert    das     Caleiumpektinat    bei  dieser Neutralisation meistens nicht, obschon  es in einigen Fällen Neigung dazu hat.     CaC1,       wird nun in genügender Menge zugesetzt um  die Konzentration an     Caleiumionen        #derart     zu steigern,     dass    das     Calciumpektinat        ausder     Lösung gefällt wird.

   Obschon man das     CaCos     allein benützen könnte, um die erforderlichen       Caleiumionen    zu liefern, ist es vorteilhaft,  ausserdem     CaC1,    zu verwenden, um     einee    wei  tere Neutralisation als zu einem PH von 4,0  zu vermeiden.<B>Je</B> kälter die Reaktions  mischung,<B>je</B> leichter das     Caleiumpektinat          präzipitiert    wird; vorzugsweise wird eine  Temperatur von 20, bis<B>25 ' C</B> benützt, da bei  höheren     Teinperaturen,das        Präzipitat    im     all.-          gemeinen    mehr gelatinös und schwieriger zu  verarbeiten wird.

   Die zu zusetzende Menge       CaC12        kanndureli    Laboratoriumsversuche, und  die Fabrikpraxis leicht bestimmt werden,  und übertrifft in den meisten Fällen die  benutzte     Caleiumkarbonatmenge    nicht. Wenn  man bei der Extraktion die Flüssigkeit mit       Natriumbikarbonat    neutralisiert     hat,    ist     we-          sentlieh    mehr     Caleiumehlorid    erforderlich  um die gewünschte     Caleiumionenkonzentra-          tion    zu erzielen.  



  Nach der     Fällung    steigt das     Caleium-          pektinat    auf die Oberfläche     und    die     unten-          stehende    Flüssigkeit wird abgelassen. Das       Präzipitat    enthält viel Gas, das dadurch ent  fernt werden kann,     dass    man das     Präzipitat     einem Vakuum unterwirft. Durch diese Ent  gasung wird das Pressen des     Präzipita-Les    er  leichtert. Nach dem Ablassen der Flüssig  keit und dem Pressen wird das Produkt  schliesslich getrocknet.  



  Statt die     Pektinlösung    mit     CaCO.    zu neu  tralisieren, kann das Pektin mit Alkohol ge  fällt, wieder in Lösung gebracht und mit       CaC1,        präzipitiert    werden, ohne     dass    Karbonat  verwendet wird. Die Neutralisation bis zu  einem PH von etwa 4,0 ist aber im allgemei  nen vorzuziehen.  



  Das in obiger Weise hergestellte     Caleium-          pektinat    ist als solches in kaltem und heissem  Wasser ohne Säurezusatz unlöslich. Es hat  einen hohen     Ase,hengehalt,    und der Prozent  satz an     Caleium        und    Asche kann<B>je</B> nach dem  Ausgangsmaterial und dem Behandlungsver-      fahren variieren. Wenn dieses     Caleiumpek-          tinat    als solches zur Herstellung von Gelees  benutzt wird, hat die Masse die Neigung zu  schnell zu gelatinieren infolge des ]lohen  Aschengehaltes.

   Man kann das     Caleiumpek-          tinat    mit angesäuertem Alkohol (vorzugs  weise salzsäurehaltigem Alkohol) einer sol  chen Konzentration waschen,     dass    die     Aschen-          bestandteil-e    sich leicht lösen, während das  Pektin ungelöst bleibt. Es wird dabei ein  lösliches Pektin erzielt, das sich in Wasser  ohne- Säurezusatz löst.

   Dieses lösliche Pek  tin zeigt die bekannte Neigung zur     Klumpen-          bildung    beim Mischen mit Wasser, was dem  zuzuschreiben ist,     dass    die,     Pektinteilchen     beim Befeuchten leicht zusammenkleben  unter Bildung von Klumpen, welche nur  schwierig derart     dispergiert    werden können,       dass        Idas    Pektin in Lösung geht.

   Man     kanu     aber auch einen Teil des     Caleiums    entfernen,  derart,     dass    ein Produkt entsteht, das     siel-i    in  kaltem Wasser leicht     dispergiert    und in hei  ssem Wasser löslich ist.  



  Man kann<B>je</B> nach der     Säurebehandlung,          Pektinarten    mit bestimmten gelatinierenden  Eigenschaften erzielen. Unter den angege  benen Bedingungen, nämlich bei der Behand  lung der     pektinhaltigen    Masse, in welche die  Flüssigkeit mindestens zum grössten Teil auf  gesaugt ist, bei niedriger Temperatur und  verhältnismässig hoher     Wasserstoffionenkon-          zentration    verlaufen die Umsetzungen des  Pektins allmählich und verhältnismässig  langsam, so     dass    die Reaktion leicht geregelt       und    auf jedem gewünschten Punkt abgebro  chen werden kann.

   Dieses Resultat konnte  mit den bisher ausgeführten sauren     Koch-          oder    Extraktionsprozessen nicht erzielt wer  den.  



  Die     Behanfflungsdauer,    die Temperatur  und die     Wasserstoffionenkonzentration    bei  der Säurebehandlung können durch den     Sach-          veDstäudigen    leicht an die Verarbeitung    anderer Ausgangsmaterialien, z.<B>13.</B>     Zuk-          kerrübenschnitzel,    Rüben-     Citrusfrüchten   <B>'</B>       usw.        angepasst    wurden.     Die    Erfindung kann  übrigens in vielerlei Weise in     bezug    auf die  Einzelheiten bei den verschiedenen     Behand-          lunl--en    variiert werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Pektin- präparates,,dadurch gekennzeichnet, dass man pektinhaltiges Material mit einer solchen Menge Mineralsäure, dass die Flüssigkeit mindestens zum grössten Teil iin pektin- haltigen Material aufgesaugt ist und eine Wasserstoffionenkonzentration PII von höch stens<B>1,0</B> hat, auf eine<B>50 ' C</B> nicht über schreitende Temperatur erhitzt,
    bis das Pek tin in eine mit MetaIlionen präzipitierbare Form übergeführt ist, das Pektin mit heissem Wasser aus der mit Säure behandelten Masse extrahiert und es sodann durch Zusatz von Caleiumionen fällt. UNTERANSPRüCHE: <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer der Säure behandlung 36 bis<B>92</B> Stunden bei Tem peraturen zwischen<B>33</B> und 45<B>'</B> beträgt. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch<B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, dass die Extraktion bei Temperaturen zwischen 45 und<B>75 '</B><U>vorgenommen</U> wird.
    <B>3.</B> Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen<B>1</B> und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass das Pektinextrakt vor der Fällung zu einem PH von höchstens 4,0 teilweise neutralisiert wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen<B>1</B> bis<B>3,</B> dadurch gekenn zeichnet, dass die Neutralisation durch Zusatz von Calciumkarbonat vorgenom men wird.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE757237C (de) * 1940-07-30 1953-12-07 Walter Fischer Fraktioniertes Pektinextraktionsverfahren

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DE757237C (de) * 1940-07-30 1953-12-07 Walter Fischer Fraktioniertes Pektinextraktionsverfahren

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