CH191879A - Verfahren zur Herstellung von Gewehrläufen, insbesondere Maschinengewehrläufen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Gewehrläufen, insbesondere Maschinengewehrläufen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Gewehrläufen, insbesondere Maschinengewehrläufen. Für Gewehrläufe, insbesondere Maschinen gewehrläufe, müssen Stähle verwendet werden, bei welchen hohe Anforderungen an die me chanischen Eigenschaften bei Raumtempera tur und in der Wärme gestellt werden können. Besonders bei luftgekühlten Maschinenge wehren sind die Anforderungen, die an den Werkstoff bei hohen Wärmegraden gestellt werden, sehr bedeutende.
Hochlegierte Stähle, wie zum Beispiel ein Stahl mit etwa 0,3 % Kohlenstoff, 1,5 % Chrom, 6,5% Wolfram und 0,3% Vanadin, zeichnen sich durch ausserordentliche Warm festigkeit und Anlassbeständigkeit aus und haben ihre Bewährung in Tausenden von Maschinengewehrläufen erbracht.
Es wurden auch Stähle hiefür in Vorschlag gebracht, die bei mindestens 0,1% Kohlenstoff, 0,3 bis 3 % Silizium, 1-9 % Chrom,
2-8 % Molyb- dän etwa 4% Kupfer besitzen. Diese sollen den genannten Chrom-Wolfram-Vanadin- stählen noch überlegen sein und dürften be sonders für Länder, die auf den Wolfram Import angewiesen sind, Bedeutung haben. Auch sie gehören offensichtlich der Gruppe der hochlegierten Gewehrlaufstähle an.
Der hohe Preis und die vielfach schwierige Be schaffung der erforderlichen grösseren Mengen von Legierungselementen im Kriegsfalle lassen es verständlich erscheinen, dass es an Be mühungen zur Herstellung von niedriglegier- ten Maschinengewehrlaufstählen nicht gefehlt hat.
Sehr verbreitet hiefür ist neben dem seit langem bekannten Stahl mit etwa 0,65 % Kohlenstoff und 2 % Wolfram die Verwen- dung eines Stahls mit etwa 0,
65 % Kohlen- stoff, 0,80 % Chrom und 0,20 % Vanadin. Die Warmfestigkeit dieser Stähle ist jedoch im Verhältnis zu den hochlegierten Stählen gering. Stähle mit bis zu 0,3 % Kohlenstoff,
über 2-4,5% Chrom und über 0,7-1% Molybdän sind wohl besser als der erwähnte Chrom-Vanadinstah, erreichen jedoch nicht die Warmfestigkeit der Spitzenstähle, gegen die sie, insbesondere bei höheren Tempera turen, zurückbleiben.
Ein Nachteil der hochlegierten Stähle ist auch ihre schlechte Wärmeleitfähigkeit. Diese verursacht, dass während der Beanspruchung beim Schiessen eine hohe Erwärmung der Laufinnenfläche entsteht, wodurch leicht Brandrisse in Erscheinung treten. Man stellt mitunter auch die Forderung, einen Lauf stahl gleichzeitig für luft- und wassergekühlte Maschinengewehre verwenden zu können. In diesem Falle bleiben die hochlegierten Stähle bei Wasserkühlung in ihrer Leistung gegen über einem niedriglegierten Laufstahl, wohl infolge der geringeren Wärmeleitfähigkeit, zurück, während Laufstähle, die für Wasser- kühlung geeignet sind, den Anforderungen bei Luftkühlung ungenügend gewachsen sind.
Planmässige Versuche haben ergeben, dass allen Anforderungen, die an einer. Hochlei- stungslauf gestellt werden, Stähle mit einem Kohlenstoffgehalt von 0,15 bis höchstens 0,7%, einem Chromgehalt von 0,
5-2% und einem Molybdängehalt von 1-2 % entsprechen. Als besonders günstig erwies sich eine Zusammen- setzung mit 0,24% Kohlenstoff, 1-1,30% Chrom und 1,6-1,8'/o Molybdän. Dieser Stahl besitzt ausser Kohlenstoff in Summe nur 2,6-3,
1% Legierungselemente. Seine mechanischen Werte bei Raumtemperatur und in der Wärme stehen zum Beispiel dem er wähnten Wolfram-Chrom-Vanadinstahl nicht nach, obwohl dort ein Legierungsaufwand von 8,3 % erforderlich ist.
Dies zeigt folgende Gegenüberstellung:
EMI0002.0044
1.
<tb> Stahl <SEP> mit <SEP> 0,3 <SEP> % <SEP> Kohlenstoff, <SEP> 1,5 <SEP> % <SEP> Chrom, <SEP> 6,5 <SEP> % <SEP> Wolfram, <SEP> 0;3 <SEP> % <SEP> Vanadin
<tb> Temperatur <SEP> Zugfestigkeit <SEP> Dehnung <SEP> in <SEP> /o <SEP> Einschnürung
<tb> o <SEP> C
<tb> kg/mmo <SEP> (L=5d) <SEP> %
<tb> 20 <SEP> 102 <SEP> 13 <SEP> 51
<tb> 400 <SEP> 90,6 <SEP> 15 <SEP> 48,7
<tb> 500 <SEP> 81 <SEP> 17 <SEP> 65
<tb> 600 <SEP> 56 <SEP> 22 <SEP> 65
<tb> 700 <SEP> 31 <SEP> 32,1. <SEP> 70
EMI0002.0045
II.
<tb> Stahl <SEP> mit <SEP> 0,24% <SEP> Kohlenstoff, <SEP> 1-1,3% <SEP> Chrom, <SEP> 1,6-1,80% <SEP> Molybdän:
<tb> Temperatur <SEP> Zugfestigkeit <SEP> Dehnung <SEP> in <SEP> % <SEP> Einsehnürung
<tb> o <SEP> C <SEP> <B><U>kg/mm</U></B> <SEP> $ <SEP> (L <SEP> - <SEP> 5 <SEP> d) <SEP> o%
<tb> 20 <SEP> 102,5 <SEP> 15;4 <SEP> 62,8
<tb> 400 <SEP> 95,8 <SEP> 16 <SEP> 56,4
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<tb> 700 <SEP> 33,3 <SEP> 23,4 <SEP> 71,9 Zum Vergleich seien auch die Warmfestigkeitswerte bei 600 0 C von den beiden nach stehenden Stählen angeführt
EMI0003.0002
<B>0,65</B> <SEP> o/0 <SEP> C, <SEP> 0,8 <SEP> /o <SEP> Cr, <SEP> <B>0,65</B> <SEP> % <SEP> C, <SEP> 2 <SEP> 0/0 <SEP> W
<tb> 0,2 <SEP> % <SEP> V
<tb> Zugfestigkeit <SEP> . <SEP> .
<SEP> 29,6 <SEP> kg/mm' <SEP> 38,5 <SEP> kg/rnm2
<tb> Dehnung <SEP> (L= <SEP> 5d) <SEP> <B>39,80/0 <SEP> 38,0'/o</B>
<tb> Einschnürung <SEP> . <SEP> . <SEP> 89,8% <SEP> <B>83,00/,</B> Hohe Anlassbeständigkeit, Unempfindlich keit gegen Brandrisse und gute Kühlbarkeit durch Wasser infolge der günstigen Wärme leitfähigkeit sind beachtliche Vorteile, welche die erfindungsgemäss verwendeten Stähle aus zeichnen. Ein Lauf, der eine Festigkeit von 104 kg/mm2 besass, wurde eine Stunde bei 650 0 C und hierauf eine Stunde bei 700 0 C geglüht.
Die Festigkeit blieb nach der Glühung bei 650 0 C unverändert und fiel bei der nachfolgenden Glühung bei 700 0 C nur auf 98 kg/mm', also um nicht ganz 60%.
Durch Einhaltung eines Kohlenstoffgehaltes von nicht über 0,35% lässt sich eine beson- dere Unempfindlichkeit gegen Abschrecken aus Rotglut erzielen. Aus 8000 C in Wasser ab gelöscht, bleibt dieFestigkeit unter l20 kg/mm2. Hiedurch bleiben Läufe, die infolge forcierten Gebrauches rotglühend und in Wasser ab gekühlt wurden, weitestgehend sprengzäh.
Praktische Versuche über die Wirkung der Pulvergase lassen eine gegenüber unle- gierten und wolframlegierten Stählen etwas erhöhte Widerstandsfähigkeit erkennen. Sie kann noch verbessert werden, wenn der Sili- ziumgehalt auf 0,5-1% gesteigert wird. Dieser Zusatz von Silizium ist jedoch nicht ausschlaggebend und gehört nicht zum Ge genstand der Erfindung.
Chrom-Molybdänstähle mit derselben Zu sammensetzung sind bereits bekannt, jedoch wurde die besondere Vorteilhaftigkeit der Verwendung solcher Stähle zu Gewehr- und Maschinengewehrläufen bisher nicht erkannt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Gewehr läufen, insbesondere Maschinengewehrläufen, dadurch gekennzeichnet, dass Stahllegierungen mit 0,l5-0,70 0% Kohlenstoff, 0,5-2 % Chrom und 1-2% Molybdän verwendet werden. UNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch; dadurch gekennzeichnet, dassman eineStahllegierung mit 0,15-0,35% Kohlenstoff verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Stahllegierung mit 0,24% Kohlenstoff, 1-1,3% Chrom und 1,6-1,8/o Molybdän verwendet.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| AT191879X | 1935-10-24 |
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| CH191879A true CH191879A (de) | 1937-07-15 |
Family
ID=3665663
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| CH191879D CH191879A (de) | 1935-10-24 | 1936-10-23 | Verfahren zur Herstellung von Gewehrläufen, insbesondere Maschinengewehrläufen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| CH (1) | CH191879A (de) |
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1936
- 1936-10-23 CH CH191879D patent/CH191879A/de unknown
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