Drehgestell mit acht kurveneinstellbaren Rädern f r Eisenbahnfahrzeuge.
Vorliegende Erfìndung betrifft ein Drehgestell mit acht kurveneinstellbaren Rädern fiir Eisenbahnfahrzeuge.
Man hat schon derartige Drehgestelle gebaut, bei welchen die RÏder paarweise auf jeder Seite des Drehgestellrahmens mittels fester Achsen in Hilfsrahmen gelagert waren und je zwei einander gegenüberliegende Hilfsrahmen waren durch Lenkstangen auf gleiche Lenkeinstellung miteinander verbunden. Diese Lenkstangen waren bei auftreten- den SeitenstöBen hohen Kräften ausgesetzt.
Die vorliegende Erfindung bezweckt einen Ersatz der die Hilfsrahmen paarweise verbindenden Lenkstangen, und zwar wird , dies beim erfindungsgemässenDrehgestellda- durch erreicht, daB die Räder einzeln auf als Schwingachsen ausgebildeten Halbachsen fest angeordnet sind, welche in an den Au¯enseiten des Drehgestelles liegenden sphärisch einstellbaren Lagerndrehbargelagertsind, von welchen Lagern je zwei nebeneinanderliegende durch einen Verbindungsbalken ver bunden sind, auf welchen Balken über Federn je ein am Drehgestellrahmen angeordne- tes Zwischenstück abgestützt ist und welche sich gegenüber dem Rahmen horizontal und vertikal drehen, sowie vertikal verschieben können.
ZweckmäBigerweise ist das Zwischen- stück drehbar a, m Drehgestellrahmen gelagert, so daB es Idie Horizontalschwenkun- gen, des Verbindungsbalkens mitmacht. Voraussetzung für eine leichte Lenkbarkeit der einzelnen Radachsen ist nat rlich, da¯ deren innere Lager eine genügende Nachgiebigkeit aufweisen.
Die Lager jedes innem Lagerpaares k¯nnen aber auch an den Enden einer Lenkstange angeordnet sein, welche dann durch eine Ausgleichsvorrichtung mit der Lenkstange des gegenüberliegenden Räderpaares verbunden wären, woraus sich zwang- läufig eine gemeinsame Einstellung zweier einander gegenüberliegender Räderpaare beim Eurvenfahren ergeben würde.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs- gegenstandes ist in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt :
Fig. I ein Drehgestell in Längsansicht, und
Fig. 2 eine Draufsicht desselben ;
Fig. 3 zeigt einen. Querschnitt desselben durch einen Achsensatz und d
Fig. 4 durch die Wiege ;
Fig. 5 zeigt in etwas kleinerem Massstab einen schematischen Grundriss der Räder nebst Ausgleichsvorrichtung in einer schwachen Kurve ;
Fig. 6 zeigt in stark vergrössertem Mats- stab eine Teilansicht des Achshalters mit teilweisem senkrechten Schnitt.
In Fig.1 bis 4 ist D der Rahmen eines Drehgestelles für einen Triebwagen oder Eisenbahnwagen, welches auf acht Rädern B,., R2, Rs, R4 läuft. Die Räder sind je auf Halbachsen 1 fest, welche als Schwingachsen ausgebildet sind. Die äussern, sphärisch einstellbaren Lager 2 je zweier nebeneinander liegender RÏder sind an einem Verbindungs- balken 3 angebracht, durch welche: sie starr miteinander verbunden sind, und die innern Lager 4 sind durch Lenkstangen 5 mitein- ander verbunden. Auf dem Verbindungsbal- ken 3 stützt sich mittels Schraubenfe, dern 6 ein Zwischenst cke 7 ab.
Der am Rahmen D angeschweisste Zapfen 8, um welchen sich das Zwischenstück. 3 drehen kann, besteht aus einem obern Teil 8a und ei. nem untern Teil 8b, dessen unteres Ende sphärisch ausgebildet ist, und zwar ist der obere Teil 8a ausziehbar im untern Teil 8b gelagert und zentriert, so dass sich der Zapfen den Ände- rungen der Federn 6 entsprechend verlängern und verkürzen kann. Das sphärische Ende des Zapfens 8 ist in einer Rugelpfanne des Verbindungsbalkens 3 gelagert. Infolge dieser Anordnung kann sich der Verbindungsbalken 3 gegenüber dem Drehgestellrahmen vertikal und horizontal verschwenken und vertikal verschieben, was die erforderliche Einstellungsfreiheit für die Schwingachsen ergibt.
Die beideneinandergegenüberliegen- den Lenkstangen 5 zweier Räderpaare sind durch an Zapfen des Drehgestellrahmens ge- lagerte Lenker 9 miteinander verbunden.
Beim Befahren einer Kurve stellt sich das an der äussern Schiene anliegende Räderpaar radial ein und bewirkt ber seine Lenkstange 5, den Leuker 91 und die Lenkstange 5 , des innern Räderpaares eine übereinstim- menthe Radialeinstellung desselben, so da¯ also die beiden Räderpaare beim Eurvenfah- ren in Abhängigkeit voneinander eingestellt werden. Infolge der Nachgiebigkeit der Schwingachsen kann hierbei eine Zwängung nicht eintreten. An den Lenkern 9 greifen Rückstellfedern 10 an, welche die Lenkstangen 5 und damit die Schwingachsen in der Normalstellung zu halten suchen.
Die Wiege 11 ist in bekannter Weise mittels Blattfedern 12e und Pendel 13 federnd und seitlich pendelnd am m Drehgestellrahmen aufgehängt, und der Wagenkasten ist mittels eines Drehzapfens 14 und Seitenstützen 15 in bekannter Weise auf der Wiege abgestützt. Im beschriebenen Ausführungsbei- spiel sind die H. albachsen 1 entsprechend der Geleiseneigung mit einer Querneigung von 1 : 20 angeordnet, k¯nnten aber auch hori- zontal angeordnet sein.
Der Drehgestellrahmen D kann starr oder zwecks besserer Anpassung am das Geleise verwindbar ausgebildet sein.
Das beschriebene Drehgestell zeichnet sieh durch besonders günstige Laufeigenschaften aus.
In bezug auf die Laufeigenschaften ergibt das beschriebene Drehgestell gegenüber Drehgestellen mit zwei festen Achsen folgende Vorteile :
Vertikal macht der Wagenkasten dank der Übersetzung und der Einzelbeweglichkeit der Räder nur höchstens 118 der Bewegung. eines Rades mit. Ausserdem wird die Geleisedurchbiegung durch die Halbierung des Raddruckes bedeutend geringer.
In horizontaler Richtung wird die Ablenkung des Drehgestellmittelpunktes und damit des Wagenkastens auf 1/4 der Bewe gung des Einzelrades reduziert.
In der Kurve wird sodas anlaufende Rad nachgeben und iiber die Ausgleichvorrich- tung 59 die drei andern Räder derselben Gruppe annähernd radial ial einstellen.
Die Riickstellung nach der Kurve und die Beruhigung der seitlichen Radbewegun- gen in der Geraden ist durch die vorgesehenen Rückstellfedern der Ausgleichvorrich- tung gesichert.
Allgemein wird die beschriebene Anord- nung etwa eine ähnliche Anpassung an die Unebenheiten der Fahrbahn ermöglichen wie sie bei Strassenfahrzeugen durch den Raupenantrieb erfolgt.
F r das Drehgestell ist auch eine verein fachte Bauart möglich, wenn auf gewisse Vorteile weniger Wert gelegt wird. So können die Zwischenstücke über den Achslagerverbindungsbalken starr am Rahmen be festigt sein. In diesem Falle wirken die vertikalen Tragfedern 6 zugleich als Rückstellfedern bei der horizontalen Schwenkbewegung der Verbindungsbalken.
Auch kann die Ausgleichsvorrichtung 59 weggelassen werden, wenn die innem Lager mit genügender Nachgiebigkeit ausgebildet werden, um die Bewegung der Schwingach- sen zu ermöglichen.